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Veröffentlicht am 12.06.2017

Was bleibt von der Freundschaft?

Wo ist Jay
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Vorneweg:
Es gibt etwas, das sich jeder Mensch (mit sehr wenigen Ausnahmen) wünscht. Und das sind Freunde, die mit einem durch dick und dünn gehen. Denen man alles erzählen kann, mit ihnen lachen und weinen ...

Vorneweg:
Es gibt etwas, das sich jeder Mensch (mit sehr wenigen Ausnahmen) wünscht. Und das sind Freunde, die mit einem durch dick und dünn gehen. Denen man alles erzählen kann, mit ihnen lachen und weinen kann. Die einem auch in schweren Zeiten mit Rat und Tat zur Seite stehen, uns auch mal den Kopf waschen, aber nach außen immer zu einem stehen.
Leider sind solche Freundschaften absolut die Ausnahme. Die meisten bleiben oberflächlich. Man teilt gemeinsame Erfahrungen, solange das Leben parallel verläuft - und wenn sich etwas ändert, bricht der Kontakt schnell ab. Welche Freundschaften wirklich etwas bedeuten, auf wen man sich verlassen kann, zeigt sich erst bei Trennung oder schwierigen Situationen.

Um diese Themen geht es in Astrid Kortens neuem Thriller "Wo ist Jay" - der zudem auf einer wahren Geschichte eines Kriminalfalls in Aachen basiert.


Inhalt des Buches:
Eine junge Frau wird ermordet im Aachener Stadtpark aufgefunden. Nicht weit entfernt wohnt die Tierärztin Mia Becker mit ihrem Mann Leon und den Kindern Esther und Benny. Nach einem "Girlfriendwochenende" mit ihrer besten Freundin Jay de Winter verschwindet diese plötzlich spurlos. Angeblich hat sie ihre Familie einfach so verlassen, doch Mia ist überzeugt, dass mehr dahinter steckt. Zumal die aufgefundene Tote Jay verblüffend ähnlich sieht.
Mia beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Doch schnell trifft sie innerhalb ihres Freundeskreis auf Misstrauen, Neid, Hass, jeder scheint etwas zu verbergen, und jahrelange Freundschaften und Beziehungen scheinen plötzlich nichts mehr zu bedeuten...


Meine Meinung:
Mit diesem Buch ist der Autorin ein eindrucksvolles Werk gelungen. Man wird als Leser sofort mitten in das Geschehen hinein gezogen und ist ab dem Prolog von der Geschichte und ihren Personen gebannt.
Das Buch ist aus der Sicht Mias und mehrerer anderer Personen geschrieben, sodass man Einblicke in verschiedenste Personen und Lebensumstände bekommt. Und mit jedem Kapitel werden dem Leser neue Fragen eröffnet, man schafft es genauso wenig wie Mia, hinter die Mauer aus Ablehnung, Lügen und Hass zu blicken. Das ändert sich erst im letzten Drittel des Buches, indem die Ereignisse plötzlich rasant an Fahrt gewinnen und das Tempo extrem erhöht wird.
Davor wird viel Zeit in die Personenentwicklung gesteckt, Schritt für Schritt zeigen sich die Probleme der Beziehungen und der Freundschaften untereinander. Der Autorin gelingt es eindrucksvoll zu zeigen, wie fragil Freundschaften sein können. Sobald ein Baustein fehlt, kann plötzlich alles zusammenbrechen, und jahrelang aufgestaute und unterdrückte Gefühle treten plötzlich zutage...

Das Buch lässt einen noch lange nachdenklich zurück. Nicht nur deshalb, weil die gesamte Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht. Ich habe das erst nach der Lektüre des Buches erfahren, und bin immer noch einigermaßen geschockt, dass alles tatsächlich passiert ist, sodass die Betroffenen bis heute darunter leiden....

Zum anderen lässt es einen aber auch seine eigenen Freundschaften überdenken. Wie stabil sind meine Freundschaften? Ist es ein gegenseitiges Geben-und-Nehmen, oder hängt alles nur von einer Person ab? Kann man sich wirklich auf die anderen verlassen? Zeigen sie einem, bzw. zeigt man ihnen selber sein wirkliches Gesicht, oder unterdrückt man Teile seiner selbst, um dazuzugehören? Fragen wie diese werden in dem Buch aufgeworfen, und auch das Nachwort der Autorin lassen einen viele Dinge überdenken.


Fazit:
In diesem Buch geht es nicht unbedingt um einen spektakulären Mordfall. Auch wenn einen die Taten am Ende geschockt zurück lassen, wird dieser Thriller durch seine vielschichtigen, tief gehenden Beziehungen und deren Veränderungen zu etwas ganz Besonderem. Die Autorin schafft es wahnsinnig glaubhaft zu zeigen, wie Freundschaften unter Druck zerbrechen und ins Gegenteil umschlagen können, wie aus stabilen und liebevollen Beziehungen plötzlich grausame Handlungen entstehen können.
Mich hat dieses Buch tief berührt und sehr zum Nachdenken gebracht, sodass ich volle 5 Sterne vergebe.


Vielen Dank an Astrid Korten für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 04.06.2017

Nett für zwischendurch, ohne die große Spannung zu entfalten

Codename E.L.I.A.S. - Spur aus dem Nichts
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Zum Inhalt:
Nach wie vor ohne Identität, Job und Geld, ist der ehemalige C.I.A.-Spion Michael Cavenaugh in seiner Heimatstadt Los Angeles gestrandet. Bis auf die mysteriöse Botschaft von E.L.I.A.S. auf ...

Zum Inhalt:
Nach wie vor ohne Identität, Job und Geld, ist der ehemalige C.I.A.-Spion Michael Cavenaugh in seiner Heimatstadt Los Angeles gestrandet. Bis auf die mysteriöse Botschaft von E.L.I.A.S. auf einer Visitenkarte gibt es keinerlei Anhaltspunkte, wer Michaels Leben zerstören will. Um sich über Wasser zu halten, erklärt er sich bereit, der jungen Tricia Bloomberg zu helfen, die, ohne es zu wollen, in das Netz ihres kriminellen Arbeitgebers verstrickt worden ist. Michael und seine beiden noch verbliebenen Freunde Luke Tanner und Brianna Wagner versuchen gemeinsam, dessen Machenschaften aufzudecken, müssen aber bald erkennen, dass sie sich damit in höchste Gefahr begeben. Während die drei versuchen, ihr Leben und das von Tricia zu retten, taucht bei Michael ein Mann aus seiner Vergangenheit auf, der ihn auf eine Spur führt, die aus dem Nichts zu kommen scheint. Um ihr zu folgen, muss Michael sich entscheiden, ob er auf ein Angebot eingehen soll, das seine Identität unwiderruflich und für immer auslöschen könnte.


Meine Meinung:
Die Autorin schreibt bereits in ihrer Widmung - "Allen Serienjunkies gewidmet." Und genau das war es vermutlich, was mich nicht wirklich hat warm werden lassen mit dem Buch.

Das Buch stellt den zweiten Teil der Serie um Michael Cavenaugh und die geheimnisvolle Organisation E.L.I.A.S. dar. Zwar kann man das Buch auch für sich selber lesen (zu Beginn des Buches gibt es eine kurze Zusammenfassung über die bisherigen Ereignisse), sodass auch einem Leser wie mir, der den ersten Band nicht gelesen hatte, ein schneller und unkomplizierter Einstieg in das Buch gelingt. Dennoch werden natürlich gewisse Sachen im Zusammenspiel und der Vergangenheit der Personen vorausgesetzt, die man nur mit Wissen des Vorgängers wirklich nachvollziehen kann. So sind für mich leider viele Fragen unbeantwortet geblieben und ich empfehle allen Lesern, die Bücher aufeinander folgend und in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Auch aufgrund dessen, dass das Buch eben auf eine Serie mit mehreren Bänden ausgelegt ist, machen die Personen keine wirkliche Entwicklung durch. Zusammen mit dem mangelnden Wissen aus dem Vorgänger habe ich dadurch leider keine wirkliche Bindung zu den Hauptpersonen bekommen. Zudem fehlten mir mehr Einsichten in die Gefühle oder Gedanken, um mich wirklich mit den Personen identifizieren und mit ihnen mitfiebern zu können. So kommt man sich immer ein bisschen wie der Fernsehzuschauer auf dem Sofa vor, der sich das Geschehen zwar anschaut, aber nicht wirklich dadurch beeinflusst oder mitgenommen wird.

Ähnlich wie bei Serien wie "Criminal Minds" oder "Navy CIS" gibt es hier eine Rahmenhandlung, die eben immer ein bisschen nebenher verfolgt wird. Zwar tauchen immer wieder neue Erkenntnisse auf, aber das Tempo wird eben sehr gering gehalten. Auch der eigentliche Fall der Episode wird irgendwie nebenher gelöst, mir fehlen die unerwarteten Wendungen und es gibt nicht wirklich viele Spannungsmomente.


Fazit:
Aufgrund des Themas und der Beschreibung hatte ich auf eine ähnlich spannende und mitreißende Handlung wie in den "Bourne"-Filmen gehofft. Auch wenn mir klar war, dass das Buch an diese hohen Erwartungen vermutlich nicht herankommen konnte, war ich doch ein bisschen enttäuscht nach dem Lesen. Das niedrige Tempo, die fehlende Spannung und die blass bleibenden Figuren haben mich nicht in das Buch eintauchen lassen, sodass es mich leider nicht wirklich berührt hat. Vielleicht wäre das besser gewesen, wenn ich den Vorgänger zuerst gelesen hätte. So verspüre ich leider auch keinen großen Drang, den nächsten Teil zu lesen.
Zusammenfassend also wohlwollende 3 Sterne (mit Tendenz zu 2,5).


Vielen Dank an Mila Roth für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 01.06.2017

Ungewöhnlich, charmant, mitreißend und humorvoll

In der Liebe ist die Hölle los
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Zum Inhalt:
Die Familie Morgenstern besitzt die teuersten Häuser, fährt die schnellsten Autos und trägt die extravaganteste Mode - und trotzdem will Catalea Morgenstern nur eines: Nicht dazugehören, sondern ...

Zum Inhalt:
Die Familie Morgenstern besitzt die teuersten Häuser, fährt die schnellsten Autos und trägt die extravaganteste Mode - und trotzdem will Catalea Morgenstern nur eines: Nicht dazugehören, sondern ein ganz normales Leben führen.
Leider unmöglich, wenn der Vater der Teufel und die Hölle seine Firma ist. Und das Geschäft boomt in Zeiten von Katastrophen und Wirtschaftskrisen, sodass ihr Vater im Wettstreit mit den sieben Häusern um den Vorsitz in der Unterwelt jede Unterstützung benötigt.
Als Cataleas Beziehung zu ihrem Freund wegen ihrer Geheimniskrämerei ein tragisches Ende nimmt, weiß auch sie, dass es so nicht weitergehen kann. Ohne Job, ohne Mann, ohne Hoffnung auf Glück in der irdischen Welt bleibt ihr nichts anderes übrig, als in das florierende Familienunternehmen einzusteigen.
Doch schon bei einem ihrer ersten Aufträge geht alles schief. Der Erbe eines der konkurrierenden Häuser wird vor ihren Augen ermordet und Catalea als Verdächtige festgenommen. Augenblicklich ist nicht nur die Polizei, sondern auch die halbe Hölle hinter ihr. Ihre einzige Rettung: Der teuflisch gut aussehende Totenanwalt Timur Vargas, den die Dunkelheit umgibt wie keinen anderen. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht, doch sie geraten zwischen die Fronten eines schrecklichen Machtkampfes, bei dem weit mehr als Cataleas Leben in Gefahr gerät...


Der erste Satz:
"Der Cappuccino schmeckte wie ein Cappuccino nun einmal schmeckte, wenn er aus abgestandenem Filterkaffee und Milchschaum, der wie billiger Styropor aussah, zusammengebastelt war."


Meine Meinung:
Mit diesem Buch ist dem Autor Benne Schröder eines der ungewöhnlichsten Debüts des Jahres gelungen.

Sein humorvoller, lockerer Schreibstil lässt einen sofort in das Buch eintauchen und von Anfang an mit seinen Figuren mitfiebern. Die von ihm entworfene Welt ist unglaublich detailreich ausgearbeitet, sodass man als Leser ein lebhaftes Bild der Firme gewinnt. Dazu gehören beispielsweise auch die jedem Kapitel vorangehenden Kapitel aus dem "Ratgeber für die Toten" - ein Buch, das jeder Seele das Leben in der Hölle erleichtern soll. Mehr als einmal habe ich aufgrund dieser Kommentare oder auch der Dialoge (insbesondere zwischen Timur und Catalea) herzlich loslachen müssen.

Im ersten Teil des Buches steht die Einführung und Entwicklung der Personen im Vordergrund. Dem einen oder anderen mag dies vielleicht zu langsam vonstatten gehen, nach dem früh geschehenden Todesfall passiert lange Zeit nichts, was zu seiner Auflösung führt. Die vielen Erklärungen sind allerdings notwendig, um das gesamte Konzept der Firma und alle Zusammenhänge zu verstehen. Dennoch ist es dem Autor mit viel Witz, Ironie und Sarkasmus gelungen, den Leser auch hier bei der Stange zu halten.
Dies wird insbesondere durch die vielfältigen Personen ermöglicht. Das Buch wird aus Cataleas Perspektive beschrieben, sodass man über sie und ihre Entwicklung auch am meisten erfährt. Schritt für Schritt erlebt man, wie sie sich selbst, ihre Herkunft und ihre Fähigkeiten akzeptiert und zu nutzen lernt.
Insbesondere die Beziehung zwischen Timur und Catalea wird wunderschön herausgearbeitet, sodass sie für den Leser zu jeder Zeit nachvollziehbar und glaubhaft ist. Sie gleitet dabei auch nie ins Kitschige ab, immer wieder ruiniert gerade Timur mit einem doofen Spruch jegliche Stimmung, und lässt einen so als Leser immer wieder Schmunzeln.
Aber es gibt noch so viele andere Charaktere, die für viel Spannung, Ideenreichtum und Komik sorgen und mir somit sehr ans Herz gewachsen sind.
Insbesondere der Teufel selber, der Apostel Judas oder die schräge Ex-Wächterin Kitty haben immer wieder für tolle Nebenszenen gesorgt, die dem Buch einen ganz eigenen Schwung geben.

Sobald man sich als Leser durch diesen Teil mehr oder weniger durchgearbeitet hat (falls man eben eher weniger mit Personenentwicklung anfangen kann ;)), wird man mit einer immensen Tempoaufnahme belohnt. Die Ereignisse folgen Schlag auf Schlag. Während man noch versucht, die eine Szene zu verarbeiten, sind schon wieder drei andere Dinge passiert. Und auch das Ende überrascht einen als Leser noch einmal vollkommen. Auch wenn das Ende nicht mit einem klassischen Cliffhanger endet, kann ich es kaum erwarten, bis im November der zweite Teil erscheint und ich so lieb gewonnene Figuren wieder sehe.


Mein Fazit:
Für mich definitiv eins der Highlights des Jahres. Eine eigenwillige, ungewöhnliche, skurrile und vor allem hoch amüsante Liebesgeschichte, die alles hat, was man sich von einem Buch wünscht - tolle Haupt- und Nebencharaktere, viel Spannung, noch mehr Komik und eine wahnsinnig interessante Idee, die mit viel Witz und Ideenreichtum umgesetzt wurde.
Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung meinerseits und absolut verdiente fünf von fünf Sternen.


Vielen Dank an Benne Schröder und den Lyx-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 26.05.2017

Gute Ansätze, insgesamt aber flach bleibend

FREMDER
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Zum Inhalt:
Der 7. Fall für das Ermittlerduo Jan Krömer und Lisa.
Ein ganz normaler Freitag in Ostfriesland. Auch Johann und Talea Schmees gehören zu den Horden, die sich ins Einkaufsgetümmel von Aurich ...

Zum Inhalt:
Der 7. Fall für das Ermittlerduo Jan Krömer und Lisa.
Ein ganz normaler Freitag in Ostfriesland. Auch Johann und Talea Schmees gehören zu den Horden, die sich ins Einkaufsgetümmel von Aurich stürzen. Doch auf dem Weg zu Taleas Eltern machen sie plötzlich eine grausige Entdeckung. Mitten auf der Landstraße liegt ein großer weißer Sack, aus dem verschiedene Leichtenteile ragen. Hände und Füße verschiedener toter Personen.
Jan und Lisa stehen vor einem Rätsel. Und dann bekommen sie auch noch einen Flüchtling als Praktikanten aufs Auge gedrückt. Und plötzlich ist nicht nur die Lösung des Falls wichtig, sondern es kommen auch Themen wie Fremdenhass auf...
Werden es Jan und Lisa schaffen, auch diesen Fall trotz aller Widerstände zu lösen?


Der erste Satz:
"Es gibt Momente im Leben eines Menschen, da muss er sich entscheiden, wie sein weiteres Leben verlaufen soll."


Meine Meinung:
Vorneweg: Für mich ist es das erste Buch, das ich von Moa Graven lese, ich kenne also auch die Vorgänger der Reihe bisher nicht.
Dies stellt aber kein Problem dar, auch der unwissende Leser findet schnell in die Personen und ihre jeweiligen Lebenssituationen hinein.

Das Buch fängt sofort mit Tempo an, mit der Entdeckung der Leichenteile, und Jan und Lisa nehmen ihre Ermittlungen auf. Allerdings habe ich während des gesamten Buches keinen wirklichen Zugang zu den beiden Protagonisten bekommen. Es hat sich ein bisschen so angefühlt, als würde man eine einzelne Episode von Criminal Minds oder Navy CIS anschauen - man bekommt zwar mit, dass es eine grobe Haupthandung über die gesamte Serie gibt, sieht aber nur einen kleinen Ausschnitt davon und kann sich so nicht wirklich mit den Personen identifizieren. Zumal sie eben auch im Verlauf des Buches keine wirkliche Entwicklung durchmachen.
Spanend fand ich immer wieder die Einblicke in die Sicht des Täters, die Beschreibung seiner Handlungen. Allerdings hat mir auch hier die Tiefe gefehlt, was ihn wirklich beschäftigt oder antreibt bleibt ein Rätsel.

Auch der eigentlich sehr spannende Fall rückt irgendwie total in den Hintergrund. Zurück bleibt irgendwie das Gefühl, dass den beiden Ermittlern das Schicksal ihres Praktikanten Helif und die Gewalt und Ausländerfeindlichkeit ihm gegenüber (so schlimm diese ist), wichtiger war als die Lösung des eigentlichen Falles mit seinen unzähligen Mordopfern... Es passt für mich einfach nciht zusammen, dass die Asylpolitik und Ausländerfeindlichkeit in diesem Buch genauso viel oder sogar noch mehr Raum bekommen. Und auch bei der letztendlichen Auflösung hat man das Gefühl, dass den Ermittlern der Ausgang irgendwie egal ist...

Damit hängt auch zusammen, dass das Tempo nicht das gesamte Buch über gehalten wird. Der Fall plätschert lange vor sich hin, die immer wieder auftretende Spannung wird immer wieder gedrückt und zur Seite geschoben. Dies ändert sich lediglich im letzten Drittel des Buches. Hier nimmt das Buch plötzlich Fahrt auf, man kommt der Lösung des Falles in plötzlich riesigen Schritten näher. Allerdings geht mir das ganze dann auch schon wieder zu schnell. Da plätschert das Buch so lange mit mehr oder weniger wichtigen Themen daher, und plötzlich hat man innerhalb von drei Kapiteln den gesamten Fall gelöst... Für mich schafft es die Autorin nicht, den roten Faden beizubehalten, und driftet viel zu sehr zu vermeintlichen Nebenschauplätzen und -handlungen ab.

Toll fand ich, wie sich der Titel des Buches durch die gesamte Handlung gezogen hat. Das Ehepaar Schmees, die sich über die langen Ehejahre fremd geworden sind, desillusionierte Bauern, die vom modernen Leben abgehängt wurden, Jan und Lisa, die sich im eigenen Land mit all den rechten Tendenzen plötzlich fremd fühlen. Dazu noch Helif, der selber komplett fremd in diesem Land ist, aber allen anderen den Spiegel vorhält, wie man sich eigentlich verhalten und welche Tugenden man leben sollte...
Allerdings fehlt mir dann auch hier der eigentliche Bezug zum Täter. So gut ich das Thema bei den beschrieben Personen und Situationen einordnen kann, so sehr fehlt mir der Bezug zum eigentlichen Täter. Bei ihm kann ich nicht wirklich nachvollziehen, inwiefern er eigentlich fremd sein soll...


Mein Fazit:
Ein Buch mit tollen Ansätzen und Ideen, dem allerdings komplett der rote Faden fehlt. Mit den Ermittlern und allen anderen Personen bin ich die gesamte Zeit irgendwie nicht warm geworden, mir fehlt die unbedingte Spannung, das Mitfiebern bei der Lösung des Falles, sodass ich dem Buch selber einigermaßen fremd geblieben und vom Fall unbeeindruckt geblieben bin.
Dennoch ist es ein gerade im letzten Drittel sehr spannend werdender Krimi, den man gut mal zwischendurch lesen kann. Wer aber komplett in die Situation eintauchen will, und einen hochpackenden, jederzeit spannenden und temporeichen Krimi/ Thriller erwartet, ist meiner Meinung nach hier weniger gut aufgehoben.
Dennoch für eine einigermaßen solide Leistung noch wohlwollende 2,5 bzw. 3 Sterne.


Vielen Dank an Moa Graven und den cri-ki-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 25.05.2017

Traumhaft schön!

Love Emergency - Zufällig verliebt
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Zum Inhalt:
Madison Foley hat in ihrem Leben schon einige Fehler gemacht, sodass sie nun in Atlanta, ohne Geld und Wohnung gestrandet ist. Und dann platzt auch noch plötzlich die Fruchtblase, sodass sie ...

Zum Inhalt:
Madison Foley hat in ihrem Leben schon einige Fehler gemacht, sodass sie nun in Atlanta, ohne Geld und Wohnung gestrandet ist. Und dann platzt auch noch plötzlich die Fruchtblase, sodass sie ihre Tochter auf dem Rücksitz ihres Autos auf die Welt bringen muss. Zum Glück hat der herbeigerufene Rettungssanitäter Hunter Knox Erfahrung in der Geburtshilfe und bringt das kleine Mädchen sicher auf die Welt. Hunter ist auf den ersten Blick fasziniert von Mutter und Tochter. Und als er erfährt, dass beide vollkommen auf sich allein gestellt sind, bietet er Madison an, bei ihm zu wohnen. Es soll nur eine Zweckgemeinschaft sein, zumal Hunter eigentlich selber genug zu tun hat und sich keine Ablenkung erlauben darf. Doch schon bald keimen Gefühle zwischen Madison und Hunter auf. Und dann taucht auch noch plötzlich der spielsüchtige Exfreund und Vater von Madisons Tochter auf...


Der erste Satz:
"Arschlöcher." - "Du sagst es, Hunt"


Meine Meinung:
Obwohl ich den ersten Band der Reihe nicht gelesen habe, hatte ich keinerlei Probleme mit der Geschichte, da beide nur lose zusammen hängen und unabhängig voneinander gelesen werden können. Zudem fängt die Geschichte bereits so spannend an, dass man sich als Leser direkt mitten im Geschehen wieder findet.

Das Buch ist aus Sicht von Hunter und Madison geschrieben, und genau das macht für mich auch den Charme des Buches aus. Man ist hautnah an den Gefühlen und Gedanken der beiden Protagonisten dran.
Madison ist mir total nahe gegangen, immerhin hatte sie bisher kein leichtes Leben. Dennoch versucht sie, das bestmögliche herauszuholen und alles für ihre kleine Tochter zu geben. Die Liebe zu Joy war ihr auf jeder Seite anzumerken. Zudem kann man ihren inneren Konflikt komplett nachvollziehen. Einerseits will sie auf eigenen Beinen stehen, niemandem zur Last fallen, und vor allem nicht Hunters Leben durcheinander bringen und ihm seine Zukunftschancen verbauen. Zum anderen verliebt sie sich im Laufe der Geschichte immer weiter in ihn - was man ihr als Leser nicht verdenken kann.
Hunter ist wunderbar authentisch geschrieben, und man fiebert von Anfang an mit, ob er Madison davon überzeugen kann, bei ihm zu bleiben. Er ist immer so positiv und liebevoll eingestellt, man kann sich ihn von Anfang an super als Vater vorstellen. Und man fiebert die ganze Zeit mit ihm mit, ob er Madison endlich zu einem Verbleib überreden kann...

Das Buch hat unglaublich viele tolle Szenen zu bieten. Ich habe als Leser immer wieder zwischen Lachen und Weinen geschwankt, da man als Leser in allen Situationen emotional komplett mitgenommen wird und ständig mit beiden Protagonisten mitfiebert, dass sie sich endlich richtig entscheiden sollen.
Zudem wird die Spannung das gesamte Buch über hoch gehalten, sodass ich das Buch heute komplett in einem Rutsch durchgelesen habe.

Es sind einige wenige Sexszenen in dem Buch beschrieben, die toll geschrieben sind. Allerdings nehmen sie auch keinesfalls überhand, sodass man, falls man solche Beschreibungen nicht mag, die entsprechenden Seiten einfach überspringen kann. Für alle anderen sind die Szenen wie alles andere total authentisch und unkompliziert und passen somit absolut in das Gesamtgefüge des Buches.


Fazit:
Hier ist der Autorin eine wunderschöne, emotionale Liebesgeschichte gelungen. Es ist keine typische 0815 Geschichte, sondern hat gerade in den Szenen mit Joy immens viel zu bieten. Auch wenn man sich vorstellen kann, worauf die Geschichte letzten Endes hinaus läuft, ist man als Leser komplett gebannt und wird emotional die ganze Zeit mitgenommen, sodass das Buch leider viel zu schnell zu Ende ist.
Eine absolut Kaufempfehlung für jeden, der sich emotionale Liebesgeschichten und absolut tolle, sympathische Protagonisten schätzt. Und wie gesagt, sollte man mit den wenigen Sexszenen Probleme haben, kann man diese unkompliziert überspringen...


Vielen Dank an vorablesen.de, Samanthe Beck und den Lyx.digital Verlag für das Rezensionsexemplar.