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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.12.2025

Magie, Macht und Mut

Blood and Steel
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Blood & Steel beginnt mit einem Knall – und hält dieses Tempo durchweg. Schon in den ersten Kapiteln wird klar, dass Thea keine gewöhnliche Heldin ist. Sie stellt Fragen, wo andere schweigen würden, und ...

Blood & Steel beginnt mit einem Knall – und hält dieses Tempo durchweg. Schon in den ersten Kapiteln wird klar, dass Thea keine gewöhnliche Heldin ist. Sie stellt Fragen, wo andere schweigen würden, und riskiert alles, um gegen ein System anzutreten, das Frauen aufgrund einer uralten Prophezeiung einschränkt. Doch Theas Kampf ist nur der Anfang einer Geschichte, die weit größer ist, als sie selbst ahnt.



Ihre Welt ist gefährlich, voller Misstrauen, Intrigen und unausgesprochener Macht. Doch mitten in all dem Chaos stehen Figuren, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Ihre Schwester etwa – ruhig, klug und unterschätzt – zeigt, dass man auch ohne Klinge zur Waffe werden kann. Dann ist da Wilder, kühl, kontrolliert und doch voller Geheimnisse. Zwischen ihm und Thea entsteht eine Spannung, die man mit jeder Seite deutlicher spürt. Es ist kein einfaches Hin und Her, sondern eine Dynamik aus Vertrauen, Zorn und Anziehung, die beide immer wieder herausfordert.



Besonders beeindruckend ist, wie geschickt das Buch verschiedene Ebenen miteinander verwebt. Es geht um Macht und Verantwortung, um Wissen und Verrat, um Loyalität und Wahrheit. Hinter jeder Entscheidung steckt Bedeutung, und nichts passiert zufällig. Die Geschichte überrascht immer wieder mit Momenten, die man nicht kommen sieht – Wendungen, die alles verändern, und Enthüllungen, die neue Fragen aufwerfen.



Auch die Nebenfiguren glänzen. Jede von ihnen trägt ihren Teil dazu bei, die Geschichte lebendig zu machen. Es gibt jene, die man sofort ins Herz schließt, und andere, die man am liebsten aus dem Weg räumen würde. Doch gerade diese Mischung aus Licht und Schatten verleiht der Handlung Tiefe.



Am meisten beeindruckt hat mich, wie elegant das Buch Spannung, Emotion und Charakterentwicklung verbindet. Kämpfe und ruhige Szenen wechseln sich ab, Geheimnisse brodeln unter der Oberfläche, und die Liebesgeschichte – sofern man sie so nennen will – entwickelt sich langsam, glaubwürdig und mit genau der richtigen Menge an Feuer.



Das Ende lässt einen atemlos zurück. Manche Fragen werden beantwortet, andere bleiben offen, aber man spürt: Hier beginnt etwas Größeres. Wer Geschichten mag, die Magie mit Herz, Gefahr mit Gefühl und Stärke mit Verletzlichkeit verbinden, sollte Blood & Steel unbedingt lesen.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Du kannst keinem trauen

To Love a God
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Das Buch entfaltet eine faszinierende Welt, die gleichzeitig wunderschoen, gefaehrlich und voller verborgener Macht ist. Die Goetterreiche wirken wie ferne glitzernde Universen, deren Regeln und Mysterien ...

Das Buch entfaltet eine faszinierende Welt, die gleichzeitig wunderschoen, gefaehrlich und voller verborgener Macht ist. Die Goetterreiche wirken wie ferne glitzernde Universen, deren Regeln und Mysterien man nach und nach begreift. Magische Wesen treten auf eine Weise in Erscheinung, die beeindruckend lebendig wirkt, und die Risse zwischen den Welten verleihen der Geschichte eine unheimliche Tiefe. Alles fuehlt sich so greifbar an, dass man beim Lesen das Gefuehl bekommt selbst durch diese Landschaften zu wandern. Jeder einzelne Ort traegt eine eigene Atmosphaere in sich, manchmal strahlend und voller Hoffnung, manchmal dunkel und unberechenbar. Genau diese Vielfalt macht das Worldbuilding so eindrucksvoll.



Die Handlung selbst wirkt wie ein emotionaler Sturm, der einen immer weiter mit sich reisst. Sie vereint grosse kaempferische Auseinandersetzungen mit persoenlichen Konflikten, politischen Intrigen und ploetzlichen Enthuellungen, die die gesamte Sicht auf die Geschichte veraendern koennen. Immer wieder gibt es Momente in denen die Spannung schlagartig anzieht, in denen man sich unvermittelt mitten im Chaos wiederfindet oder mit den Figuren mitfiebert weil Entscheidungen getroffen werden muessen die alles veraendern koennen. Manche Wendungen kommen so unerwartet dass sie mitten ins Herz treffen und lange nachhallen.



Aurora und Colden stehen dabei im Mittelpunkt einer Charakterentwicklung die erstaunlich viel Tiefe besitzt. Beide beginnen ihre Reise mit Bruestigkeiten Zweifeln und inneren Grenzen doch je weiter die Geschichte voranschreitet desto mehr wachsen sie ueber sich hinaus. Sie lernen mit Verlust Schmerz Verantwortung und Hoffnung umzugehen und gerade ihre Verletzlichkeit macht sie so nahbar. Auch die Nebenfiguren tragen einen wichtigen Teil zu dieser Entwicklung bei. Einige bringen Licht in die Dunkelheit andere sorgen fuer Unsicherheit und Spannung und bei manchen bleibt man lange im Unklaren auf welcher Seite sie wirklich stehen. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Geflecht aus Beziehungen das der Geschichte zusaetzlichen emotionalen Druck verleiht.



Die Sprache des Romans ist bildhaft und atmosphaerisch dicht. Besonders die magischen und dusteren Szenen sind so anschaulich geschildert dass sie sich wie lebendige Erinnerungen im Kopf festsetzen. Der Stil wechselt muhelos zwischen eindringlichen Gefuehlsmomenten dramatischen Zuspitzungen und ausfuehrlichen Beschreibungen der Welt sodass ein fast hypnotischer Lesefluss entsteht. Jede Seite transportiert Emotionen egal ob Spannung Nervositaet Sehnsucht oder Traurigkeit.



Am Ende hinterlaesst der Roman einen starken Eindruck denn er verbindet grosse Fantasy Elemente mit einer intensiven emotionalen Reise. Die Mischung aus Geheimnissen Machtspielen Kaempfen und zarten zwischenmenschlichen Momenten erzeugt eine enorme Sogwirkung. Das Finale trifft hart weil es unvorhergesehen und gleichzeitig vollkommen stimmig ist. Wer epische Geschichten liebt die das Herz genauso fordern wie den Verstand wird diesen Roman mit Begeisterung verschlingen und vermutlich lange nicht vergessen.

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Verschollen auf offener See

These Ancient Flames 1: Awake
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Melanie Lane zeigt mit These Ancient Flames, wie moderner Fantasy gleichzeitig episch, emotional und überraschend sein kann. Was das Buch besonders auszeichnet, ist die Kombination aus intensiver Handlung, ...

Melanie Lane zeigt mit These Ancient Flames, wie moderner Fantasy gleichzeitig episch, emotional und überraschend sein kann. Was das Buch besonders auszeichnet, ist die Kombination aus intensiver Handlung, charaktergetriebener Spannung und einer Welt, die vor Kreativität nur so sprüht.

Die Handlung entfaltet sich wie ein Puzzle, bei dem man Stück für Stück mehr entdeckt. Nichts ist so, wie es zunächst scheint. Figuren, die man zu kennen glaubt, zeigen neue Facetten. Verbündete können zu Gegnern werden, und scheinbare Bedrohungen entpuppen sich als Teil eines größeren Plans. Dieses Spiel mit Erwartungen sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Jede Enthüllung wirft neue Fragen auf und treibt die Geschichte unaufhaltsam voran.

Besonders gelungen sind die Figuren. Sie sind nicht bloß Mitspieler, sondern Herzstück des Romans. Jede einzelne bringt ihre eigenen Stärken, Schwächen und Geheimnisse mit. Zwischen ihnen entstehen Spannungen, die mal in wortlosen Blicken, mal in intensiven Auseinandersetzungen spürbar werden. Manche Verbindungen sind geprägt von gegenseitigem Respekt, andere von unausgesprochener Anziehung oder tiefem Misstrauen. Dieses feine Spiel macht die Geschichte unglaublich lebendig und sorgt dafür, dass man emotional immer wieder mitgerissen wird.

Das Worldbuilding ist ein weiterer Höhepunkt. Städte, Märkte und magische Konstrukte sind detailreich beschrieben, aber nie überladen. Stattdessen wird man Schritt für Schritt tiefer in eine Welt hineingezogen, in der Machtlinien verlaufen, alte Kräfte erwachen und Legenden vielleicht doch mehr als nur Geschichten sind. Besonders faszinierend ist, wie die Magie nicht nur ein Werkzeug, sondern ein zentrales Element der Weltordnung ist, das ständig im Hintergrund präsent bleibt.

Melanie Lanes Schreibstil verbindet all das mühelos. Er ist bildhaft, ohne zu ausschweifend zu sein, und fängt sowohl große Momente als auch die kleinen Zwischentöne ein. Actionreiche Szenen haben eine Intensität, die sofort fesselt, während emotionale Augenblicke mit einer Feinfühligkeit geschrieben sind, die unter die Haut geht. Auch der Humor fehlt nicht und sorgt für eine wohltuende Leichtigkeit zwischen den dramatischen Ereignissen.

These Ancient Flames ist ein Roman, der Fantasy-Leserinnen und -Leser auf mehreren Ebenen begeistert. Es ist eine Geschichte über Macht und Geheimnisse, über Vertrauen und Verrat, aber auch über die leisen Bande zwischen Menschen, die mehr verbindet, als sie selbst zugeben würden. Ein Buch, das man nicht nur liest, sondern erlebt – und das noch lange nachklingt.

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Du hast die Fäden in der Hand

Girls of Dark Divine − Eine Tänzerin. Ein Fluch. Eine verzweifelte Liebe.
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Girls of Dark Divine überzeugt vor allem durch seine vielschichtigen Charaktere. Besonders Aleida und Emberlyn tragen die Geschichte, da sie beide auf ihre Weise zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwanken. ...

Girls of Dark Divine überzeugt vor allem durch seine vielschichtigen Charaktere. Besonders Aleida und Emberlyn tragen die Geschichte, da sie beide auf ihre Weise zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwanken. Während Aleida ein Herz voller Mitgefühl hat und für ihre Schwestern da ist, zeigt Emberlyn eine starke Entwicklung, die sie zu einer inspirierenden Figur macht. Auch Nebenfiguren wie Malcolm oder Étienne runden das Bild ab: einerseits tragische Schicksale, andererseits Hoffnungsträger.
Die Handlung ist bedrückend und gleichzeitig fesselnd, weil sie das Gefühl von Ohnmacht und Fremdbestimmung so greifbar macht. Man spürt Panik, Angst, aber auch die Hoffnung, die sich die Mädchen bewahren. Besonders stark ist die Idee, dass der Puppenspieler jederzeit Kontrolle ausüben kann ein düsteres, aber faszinierendes Konzept.
Das Worldbuilding ist eher dezent, aber ausreichend, da die Bilder im Kopf entstehen. Der Schreibstil ist flüssig, wenn auch etwas langatmig, da wenig Dialoge vorkommen. Trotzdem bleibt die Geschichte spannend, da sie immer wieder Überraschungen bereithält.
Das Highlight ist das Ende mit zwei Varianten: ein besonderes Detail, das den Lesenden eine Wahl gibt, wie sie die Geschichte für sich abschließen möchten.

Fazit: Ein kreatives, bedrückendes und zugleich hoffnungsvolles Buch, das mit starken Charakteren und einer außergewöhnlichen Idee überzeugt.

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Veröffentlicht am 12.09.2025

Starke Welt, komplexe Figuren und kleine Schwächen

A Dance of Lies
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„A Dance of Lies“ spielt in einer faszinierenden Fantasywelt mit detailreichem Worldbuilding und spannenden politischen Verstrickungen. Besonders gelungen fand ich den Kontrast zwischen Licht und Dunkelheit ...

„A Dance of Lies“ spielt in einer faszinierenden Fantasywelt mit detailreichem Worldbuilding und spannenden politischen Verstrickungen. Besonders gelungen fand ich den Kontrast zwischen Licht und Dunkelheit – sowohl in den Reichen als auch in den Charakteren selbst.



Die Hauptfigur Vasallia ist eine Kämpferin, die sich trotz traumatischer Erfahrungen immer wieder aufrichtet. Besonders ihre Fähigkeiten im Tanz und Design sowie ihr Wille, sich von ihrer Vergangenheit zu befreien, machen sie interessant. Gleichzeitig wirkte ihr moralisches Handeln gegen Ende nicht immer stimmig – einige Entscheidungen lassen sich schwer mit dem zuvor aufgebauten Charakterbild vereinbaren.



Die romantischen Entwicklungen – sowohl mit Copelan als auch mit Anton – waren abwechslungsreich und emotional aufgeladen. Anton wächst einem mit der Zeit ans Herz, bleibt aber teilweise undurchsichtig. Copelan dagegen bringt Spannung und Ecken mit, bleibt aber ambivalent, was seine Loyalität betrifft.



Besonders gefallen hat mir die Tiefe der Nebenfiguren, wie z. B. Emilia oder Laurent, sowie die Rückblicke in Vasallias Vergangenheit. Die Handlung nimmt gegen Ende rasant Fahrt auf, fast schon etwas zu viel auf einmal aber dennoch gelingt es der Geschichte, einen überraschenden, teils magischen Abschluss zu finden.



Insgesamt ein spannendes Buch mit starkem Setting, gut ausgearbeiteten Charakteren und viel innerer wie äußerer Spannung – auch wenn es bei der Glaubwürdigkeit mancher Entscheidungen leichte Abzüge gibt.

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