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Veröffentlicht am 26.12.2025

Wenn Todessehnsucht auf das Leben trifft - ein gelungener Spagat und tolle Unterhaltung!

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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Phoebe ist lebensmüde. Lebensmüde, als sie mitten in eine pompöse Hochzeitsfeier platzt und der Braut ihren endgültigen Plan offenbart. Doch so leicht lässt Lila, die Braut, Phoebe nicht abtreten und auch ...

Phoebe ist lebensmüde. Lebensmüde, als sie mitten in eine pompöse Hochzeitsfeier platzt und der Braut ihren endgültigen Plan offenbart. Doch so leicht lässt Lila, die Braut, Phoebe nicht abtreten und auch Phoebe erkennt in einer verrückten Hochzeitswoche, dass das Leben mehr für sie bereithält, als sie noch vor wenigen Tagen dachte.

Alison Espachs Roman wurde im Sommer 2025 auf zahlreichen Kanälen beworben, immer wieder rezensiert und schlussendlich konnte ich nicht anders und wollte mir selbst einen Eindruck verschaffen über dieses sagenumwobene Buch. "Wedding People" hat für mich gute 80 Seiten gebraucht, um in Schwung zu kommen. Bis dahin ist das Buch für meinen Geschmack zäh, Phoebe versinkt immer wieder in ihrer Depression und das war für mich kein angenehmes Lesen. War dieser Punkt jedoch überwunden, nahm die Geschichte Schwung auf, der Humor wurde direkter, bissiger, teilweise sogar derb.

Phoebe auf ihrer Reise zu begleiten, und mir dabei selbst die Frage zu stellen, wie ich in manchen Situationen antworten würde, gäbe es keinen Grund, mich oder andere vor der Wahrheit schützen zu wollen und hätte ich keine Angst vor der Reaktion oder den Konsequenzen meines Tun und Handelns, war eine wunderbare Gelegenheit, ein sehr ernstes Thema in einem außergewöhnlichen Setting wirken zu lassen. Die Entwicklung der verschiedenen Charaktere, ihrer Geheimnisse und der Seiten, die sie lieber nicht offebar werden lassen wollten, war einfach herrlich und eine außergewöhnliche, tolle Unterhaltung.

Ein wenig Abzug gibt es meinerseits für den schleppenden Einstieg und einen, für meinen Geschmack, in die Länge gezogenen Abschluss sowie leider einige Lektoratsfehler in der deutschen Übersetzung.

Alles in allem nichtsdestotrotz ein definitiv empfehlenswertes Buch mit außergewöhnlicher Story!

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Veröffentlicht am 28.11.2025

Packender Thriller mit unvorhersehbaren Wendungen und erstklassigen Irreführungen

Safe Space
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Wem kannst du im Angesicht des nahenden Todes noch vertrauen? Wie weit ist dein Verstand bereit, sich im Moment der zweifelsfreien Erkenntnis dem Unglaublichen hinzugeben? Wie tief ist dein Abgrund, wenn ...

Wem kannst du im Angesicht des nahenden Todes noch vertrauen? Wie weit ist dein Verstand bereit, sich im Moment der zweifelsfreien Erkenntnis dem Unglaublichen hinzugeben? Wie tief ist dein Abgrund, wenn es um alles geht? Wie weit würdest du gehen, wenn du unbedingt verstehen musst, was mit deiner Schwester geschehen ist?

Anna ist Mitte 20, gutaussehend und heuert als Anstaltspsychologin im Hochsicherheitsgefängnis Weyer an. Die ambitionierte junge Frau verfolgt dabei nicht wie sie nach außen hin vorgibt, hehre Motive, sondern kämpft in ihrem eigenen Abgrund darum, nicht gänzlich in die Schwärze abzurutschen, in die es ihre Bezugshäftlinge bereits gezogen hat. Anna ist auf der Suche nach der Wahrheit. Sie muss herausfinden, was damals mit ihrer Schwester geschehen ist. Wie weit sie dabei gehen wird, gehen muss, ist die spannungsgeladene Story hinter Sarah Bestgens neuem Thriller „Safe Space“.

Die Handlung startet direkt mit einem absoluten Paukenschlag und hervorragenden Akzent, was die Leserin / der Leser im weiteren Verlauf des Buches erwartet. Die Sprache ist leicht, direkt, zugänglich, es entsteht unmittelbar ein wahrer Sog in die Geschehnisse. Schnell ist klar, hier geht es um alles, um nichts weniger als das blanke Leben. Binnen der ersten Seiten zeichnet sich ab, dass die Leserin / der Leser niemandem trauen kann. – Wie sehr das zutrifft zeigt sich meisterhaft geschrieben im Verlaufe der Handlung.

Bestgen spielt hervorragend nicht nur mit Begrifflichkeiten, sondern auch mit gezielten Manipulationen, um die Leser:innen auf falsche Fährten zu setzen. Das Verwirrspiel gipfelt in einem spannungsgeladenen Finale mit krassen, unvorhersehbaren Wendungen, menschlichen Abgründen und abgrundtiefen Verletzungen.

„Safe Space“ hat mich die komplette Lesedauer mitgerissen, im letzten Drittel extrem. Es war mir kaum noch möglich, das Buch aus der Hand zu legen. Das Finale mag Geschmackssache sein (ich gehe bewusst nicht näher darauf ein; wer jetzt mehr wissen möchte, darf gerne selbst lesen und entscheiden 😉), mich hat es vollumfänglich abgeholt.

Anders als ihr erster Thriller „Happy End“, der mich nicht restlos überzeugen konnte, ist dieser hier ein wahres Meisterwerk und mit Gewissheit eines der besten Bücher, die ich 2025 gelesen habe! Eine absolute Empfehlung für Fans fesselnder Thriller und perfider Spannung. Hochachtung an die Autorin!

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Herrlich. Fehlbar. Menschlich. - Ein tolles Geschenk für sich selbst und andere

Alles muss man selber falsch machen
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Mit "Alles muss man selber falsch machen" ist nun ein Kolumnenband von Alena Schröder aufgelegt worden. Bislang hatte ich lediglich ihre belletristischen Werte gelesen und sehr genossen. Ihre Kolumnen ...

Mit "Alles muss man selber falsch machen" ist nun ein Kolumnenband von Alena Schröder aufgelegt worden. Bislang hatte ich lediglich ihre belletristischen Werte gelesen und sehr genossen. Ihre Kolumnen waren Neuland für mich.

Der wilde Ritt durch mehrere Lebensjahre und -phasen durch verschiedene Schichten des Mensch- und Fehlbarseins sowie die Kurzweil mit der all dies präsentiert wird, waren jeden Tag aufs Neue ein kleines Alltagshighlight für mich. Ich habe teilweise herzlich gelacht, mitgelitten oder verschmitzt gelächelt, wenn mir die ein oder andere Situation oder Charakter bekannt vorkamen.

Alena Schröder hat einen wunderbaren, leichten und flüssigen Schreibstil. Ich kann diesen Kolumnenband daher genauso vollumfänglich empfehlen wie all ihre belletristischen Werke, die ich sehr schätze. Auch toll als Geschenk geeignet!

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Spannende Idee, jedoch kein Thriller im klassischen Sinne

Die Abschaffung des Todes
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Stellen Sie sich vor, es wäre möglich, der Sterblichkeit ein Schnippchen zu schlagen. Was wäre Ihnen das wert? Wie weit würden Sie für das ewige Leben gehen? – In knappen Worten ist das die Grundidee hinter ...

Stellen Sie sich vor, es wäre möglich, der Sterblichkeit ein Schnippchen zu schlagen. Was wäre Ihnen das wert? Wie weit würden Sie für das ewige Leben gehen? – In knappen Worten ist das die Grundidee hinter „Die Abschaffung des Todes“ von Andreas Eschbach.

Ich habe einige Zeit gehadert, ob ich das Buch überhaupt lesen soll – auch wegen der anfangs kritischen und enttäuschten Rezensionen. Mit dem Hinweis „Lies es einfach wie einen Roman, nicht wie einen Thriller“ gab ich dem Schmöker dann doch eine Chance und wurde positiv überrascht.

Eschbach zeichnet eine gewagte, wenn auch nicht neue Idee, die gesellschaftlich, politisch und medizinisch großes Potenzial für Polarisation und eigene Auseinandersetzung mit dem Stoff bietet: Der Upload des menschlichen Gehirns in eine digitale Umgebung.

Die Idee der „Windover View“, einer nachrichtendienst-ähnlichen Zeitung für Superreiche mit höchst elitärem und selektivem Zugang zu den exklusiv erhobenen Informationen, hat mich sehr angesprochen. Ein solches Medium fände wohl auch im echten Leben viel Anklang und die breite Masse der Weltbevölkerung hätte keine Ahnung, was da eigentlich vor sich geht. – Bei genauerem Nachdenken könnte eine solche Publikation auch heute schon existieren, sicher verborgen vor den Augen der breiten Öffentlichkeit.

Dem allgemeinen Lesevergnügen standen mir zeitweise die zahlreichen Charaktere im Wege, die gut auch hätten reduziert werden können, um der Leserin / dem Leser den Überblick etwas zu erleichtern. Auch waren mir persönlich zuweilen die medizinischen Ausführungen für eine belletristische Lektüre zu ausführlich, auch wenn es auf die Glaubwürdigkeit des Unterfangens und der grundsätzlichen Machbarkeit der Idee einzahlt.

Unter dem Strich eine gelungene Lektüre, wenn auch sicherlich kein Thriller, wie die Angabe auf dem Titel verspricht. Mit der Erwartungshaltung an einen in Teilen durchaus spannenden Roman decken sich, meiner Einschätzung, Inhalt des Buches und die Erwartungshaltung der Leser:innen deutlich besser.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Atmospährisches Bilderbuch zum Vorlesen

Lichterland. Das kleine Irgendwas
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In "Lichterland: Das kleine Irgendwas" erleben die Freunde Karla und Frederik ihr neustes Abendteuer: Statt eines Steins hat ihr Wirbelwutsch "Wutschi" doch glatt ein Ei auf die Spitze seines Turms gestellt. ...

In "Lichterland: Das kleine Irgendwas" erleben die Freunde Karla und Frederik ihr neustes Abendteuer: Statt eines Steins hat ihr Wirbelwutsch "Wutschi" doch glatt ein Ei auf die Spitze seines Turms gestellt. Und nicht nur das, was auch immer in dem Ei ist, schlüpft...

Wie schon in den ersten drei Bänden der "Lichterland"-Serie steht auch hier die Hilfsbereitschaft und Freundschaft von Karla und Frederik im Vordergrund. Mich hat die Geschichte ein wenig an "Das kleine Ich-bin-Ich" erinnert. Dieses kommt jedoch an die wunderbar warme Stimmung und Atmosphäre des Lichterlands nicht heran.

Anders als die Vorgänger-Bände ist dieser ein klassisches Bilderbuch mit sehr reduziertem Text, wohingegen die ersten drei Bände (Vor-)Lesebücher von deutlich höherem Umfang sind. Es ist daher gut möglich, "Das kleine Irgendwas" als Abendgeschichte in überschaubarer Zeit vorzulesen.

Alles in allem erneut ein wunderschönes Buch der Autorin Carolin Jelden wie auch der Illustratorin Laura Bednarski, jedoch eben ein sehr kurzes Vergnügen, verglichen mit den Vorgänger-Bänden.

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