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Veröffentlicht am 02.03.2021

Eine brillante Fortsetzung

Die Sterne über Falkensee
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Inhaltsangabe:
Westpreußen 1925:
Die Gutsbesitzerin Isabella von Bargelow heiratet den Kaufmann Julius Kirchner, aber das Glück währt nicht lange. Während Julius von einer Familie träumt, möchte Isabella ...

Inhaltsangabe:
Westpreußen 1925:
Die Gutsbesitzerin Isabella von Bargelow heiratet den Kaufmann Julius Kirchner, aber das Glück währt nicht lange. Während Julius von einer Familie träumt, möchte Isabella noch ihre Freiheit genießen, aber dies ist der einzige Streitpunkt. Julius sucht nach einer neuen Herausforderung und schließt sich der NSDAP an, was wiederum Isabella missfällt. Als sie eines Tages eine fremde Frau in ihrem Gutshaus findet, setzt sie Julius samt „Geliebte“ kur-zerhand vor die Tür. Wie wird es jetzt mit Isabella weitergehen? Lässt sie sich scheiden oder wird es eine Versöhnung geben?

Die Sterne über Falkensee von Luisa von Kamecke, ist bereits der zweite Band dieser West-preußen -Saga. Nachdem ich mit großer Begeisterung den ersten Teil „Die Frauen von Gut Falkensee“ gelesen habe, freute ich mich schon auf ein Wiedersehen mit der Familie von Bargelow. Endlich geht es weiter….

Wie schon im ersten Band hat mich auch hier der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin in die Geschichte ein und abtauchen lassen. Ab der ersten Seite stellte sich sofort der Wohl-fühlfaktor ein: endlich durfte ich wieder Gast auf Gut Falkensee sein. Auch wenn die Warte-zeit zwischen den zwei Bänden relativ kurz war, habe ich das Gut rund um Falkensee ver-misst. Bereits auf den ersten Seiten traf ich auf alte liebgewonnene Bekannte und auf ein paar neue Gesichter. Wer den vorherigen Band dieser Familiensaga gelesen hat, weiß, dass die Autorin sehr viel Wert auf authentische, detaillierte und facettenreiche Charaktere legt. Genau dies findet der Leser auch hier wieder. Jede Person fand ihren Platz und bereicherte so die Handlung. Was mir schon im vorherigen Roman positiv aufgefallen ist, dass alle ihre Lebensgeschichte erzählen durften. Ganz gleich wen man vor sich hatte: Adlige, Diener-schaft oder Gesinde. Zu jedem Zeitpunkt war ich nah am Geschehen dran und konnte mich gut in die einzelnen Charaktere hineinversetzen und ihre Ängste und Sorgen nachvollziehen. Der Fokus dieses Bandes liegt diesmal auf Isabella von Bargelow, die jetzt in einem heirats-fähigen Alter ist. Brilliant bringt Luisa von Kamecke das Leben von Isabella dem Leser nah und lässt ihn auch daran teilnehmen. Aber nicht nur das Gutsleben wird perfekt eingefangen und wieder gegeben, sondern auch die damalige politische Entwicklung bringt die Autorin perfekt rüber. Dank der detaillierten Beschreibungen spürte ich die Unruhen gegen die jüdi-sche Bevölkerung und sah z.B. Hassschmierereien an Fensterfronten oder die Überfälle und Plünderungen von jüdischen Geschäften. Auch nach so vielen Jahren frage ich mich immer wieder, wie Menschen so viel Hass und Gewalt in sich tragen können. Das macht mich im-mer noch fassungs- und sprachlos.
Neben dem Gutsleben und den politischen Geschehnissen spielt die Liebe auch eine Rolle. Zart und eher bescheiden zog sie ihre Kreise und nahm einen kleinen, aber sehr präsenten Platz ein.
Einen „Minuspunkt“ muss ich leider vergeben, denn die fast 400 Seiten waren viel zu schnell zu Ende gelesen. Zu gerne hätte ich gewusst wie es weitergeht und jetzt hoffe ich auf Band 3.


Eine authentische und brillante Fortsetzung, die mich erneut in ihren Bann ziehen konnte. Für mich war es ein Lesehighlight und bringt 4 von 5 Sterne ein.

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Veröffentlicht am 24.02.2021

Romantische Lovestory

Jedes Jahr im Juni
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Inhaltsangabe:
Die 16jährige Emmie lässt einen roten Luftballon in den Himmel steigen und sie bittet den Finder sich bei ihr zu melden. Eines Tages erhält sie tatsächlich eine Antwort von Lucas, der mit ...

Inhaltsangabe:
Die 16jährige Emmie lässt einen roten Luftballon in den Himmel steigen und sie bittet den Finder sich bei ihr zu melden. Eines Tages erhält sie tatsächlich eine Antwort von Lucas, der mit seiner Familie an der französischen Küste wohnt. Über die Jahre hinweg entwickelt sich zwischen ihr und ihm eine wahre Freundschaft, aber nicht nur Das: Emmie ist Hals über Kopf in ihn verliebt, aber ihre Gefühle mag sie ihm nicht anvertrauen. Bei einem ihrer Tref-fen lässt Lucas die Bombe platzen: er will seine Freundin Marie heiraten und Emmie soll seine Trauzeugin werden. Ob das gut gehen wird oder wird die Hochzeit ihre Freundschaft zerstören?

Jedes Jahr im Juni ist der Debütroman von Lia Louis der in Deutschland erschienen ist. Das romantische Buchcover hat meine Neugierde sofort geweckt und der Klapptext hat diese noch gesteigert.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht und ließ mich wie einen Luftballon durch Emmie´s Geschichte schweben. Allerdings muss ich zugeben, dass ich im ersten Drittel meine Zweifel hatte, ob die Geschichte meine Erwartungen erfüllen kann. Irgendwie fand ich weder Zugang zu den Charakteren, noch zu der Handlung und ich war schon drauf und dran dieses Buch zur Seite zulegen, was ich aber nicht tat. Zum Glück, denn je weiter ich las, desto besser wurde die Beziehung zwischen der Geschichte und mir. Aber nicht nur das, son-dern auch die Charaktere wurde zunehmend sympathischer und ich lernte sie zu lieben. Ab diesem Moment wollte ich nur noch wissen, wie es mit Emmie und Co. weitergehen wird. Die Handlung ist eine schöne romantische Geschichte, die bestimmt irgendwo schon mal so passiert ist. Auch wenn sie an einigen Stellen vorhersehbar ist, hat es meinen Lesegenuss nicht beeinflusst. Eher das Gegenteil passierte. Ich fieberte und fühlte mit Emmie mit, wie es mit Lucas und ihrer Freundschaft weitergehen wird.

Das Buch ist eine schöne luftig leichte Romanze, die den Alltag davon schweben lässt.
Trotz meiner Startschwierigkeiten vergebe ich 4 von 5 Sterne, weil sie mich letztendlich überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 12.02.2021

Beeindruckend und emotional

Glückskinder
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München 1945:
Der zweite Weltkrieg ist fast vorbei und München ist eine der Städte, die es am härtesten getroffen hat. Überall stehen zerbombte Häuser oder man sieht nur noch die Grundmauern derer. Brauchbaren ...

München 1945:
Der zweite Weltkrieg ist fast vorbei und München ist eine der Städte, die es am härtesten getroffen hat. Überall stehen zerbombte Häuser oder man sieht nur noch die Grundmauern derer. Brauchbaren Wohnraum ist Mangelware, aber Tonis Familie hat Glück im Unglück. Die Villa ihrer Tante Vev ist verschont geblieben und so kann die Familie Brandl vorüberge-hend dort Unterschlupf finden. Jetzt haben Toni zwar ein Dach über dem Kopf, aber der Ma-gen bleibt leer. Um zu überleben, fährt Toni regelmäßig zum Schwarzmarkt, um das Nötigs-te an Lebensmittel zu besorgen. Eines Tages steht Griet van Mook vor Vevs Tür, mit der Op-tion bei ihr einzuziehen. Die Freude über ihren Einzug hält sich bei Familie Brandl in Gren-zen und bei Toni löst es nicht nur den Unmut aus, sondern auch Skepsis. Doch ein Ereignis lässt die zwei jungen Frauen zu Freundinnen werden.

Nach ihren Bestsellern „Die Holunderschwestern“ oder „Die Oleanderfrauen“ hat die Auto-rin Teresa Simon nun ihren neusten Roman „Glückskinder“ vorgelegt. Viele Leser werden ihre Bücher bereits kennen und deren Geschichten lieben. Zwar habe ich einiges über Teresa Simons Romane gehört, aber noch keins davon gelesen. Dennoch ist die Autorin keine Un-bekannte für mich, denn wie der Heyne Verlag jetzt enthüllte, ist Teresa Simon Brigitte Rie-be und diese hat vor ein paar Jahren ihre Bestseller-Trilogie „Die Schwestern vom Ku´damm“ herausgebracht. Dank einer Leserunde durfte ich mich auch unter die Glückskin-der mischen und mein Lesedebüt feiern.

Von Anfang an konnte mich, wie einst bei der Ku´damm-Trilogie, der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin überzeugen. Erneut bewies Teresa Simon, dass sie ihr Handwerk ver-steht und sie weiß, wie sie ihre Leserschaft in ihren Bann ziehen kann. Ab der ersten Seite tauchte ich ein und ab in die Schicksalsjahre der beiden jungen Frauen. Von da an wusste ich, dass dies „meine Geschichte“ werden würde, denn ich konnte und vor allen Dingen wollte ich dieses Buch kaum noch aus den Händen legen. Was natürlich auch an den authentischen und facettenreichen Charakteren lag. Egal, ob Hauptfigur oder Nebendarsteller, jeder hatte seinen Platzt und bereicherte die Geschichte. Die Kulisse befand sich in München. In einer der Städte, die im zweiten Weltkrieg die meisten Zerstörungen hatte. Ausgebombt und fast völlig zerstört und genau diese Bilder hat die Autorin durch ihre ausdrucksstarke und detail-lierte Erzählweise mir vor Augen geführt. Auch wenn ich kein Zeitzeuge bin, konnte ich die-ses Inferno spüren und sehen, wie fassungslos die Einwohner in ihrer Stadt standen. Ruinen, Schutt und Asche prägten für lange Zeit ihr Bild. Die Handlung ist eine fiktive Geschichte zweier jungen Frauen, deren Schicksale nicht unterschiedlicher hätte sein können. Wie so viele Menschen im Krieg haben auch Toni Brandl und ihre Familie einige Schicksalsschläge erleiden müssen, aber zum Glück hatten sie sich und konnten bei der Tante Unterschlupf finden. Griet van Mook hingegen hat es viel schlimmer erwischt, denn sie hat alles verloren. Zudem war sie als Jüdin den Gräueltaten der Nazis schutzlos ausgesetzt. 1945 haben die Amis München befreit und somit auch vielen Menschen das Leben gerettet, wie auch Griet van Mook. Teresa Simon erzählt nicht nur eine bewegende Geschichte, ich durfte sie haut-nah miterleben. Die Gewaltmärsche, denen Menschen bis zur Erschöpfung oder gar bis zum Tod ausgesetzt worden waren, den Hunger der überall herrschte, die Angst vor noch mehr Gewalt, die Hoffnung das der Krieg bald endet oder gar die Freude über die Befreiung der Amis. Wieder ein Leben in Freiheit und ohne Angst führen zu können. Trotz der neu gewon-nenen Freiheit blieb die Lebensmittelknappheit und der damit verbundene Hunger. Auch dieses Thema hat die Autorin emotional eingefangen und wieder gespiegelt. Es muss furcht-bar gewesen sein, wenn die Speisekammer nahe zu leer blieb. Was da blieb, war der Schwarzmarkt und der boomte. Wer konnte, der tauschte. Brillant eingefangene Bilder, wie Schwarzhändler ihre Waren anpriesen und in Deckung gingen, wenn Gefahr von der Polizei drohte. Während des ganzen Buches lief ein emotionaler und spannender Film ab, der nicht besser hätte sein können. Auch die eingestreuten Liebesgeschichten einiger Charaktere pass-ten sich perfekt in die Geschichte ein. Authentisch und realistisch zugleich.

Die Authentizität dieser emotionalen Geschichte wird durch das angehängte historische Nachwort und den Rezeptteil „Gute Kost in mageren Zeiten“ perfekt unterstrichen.

Wer dieses Buch beendet, wird auch den Titel „Glückskinder“ mehr als nur verstehen.

Zwei bewegende Frauenschicksale, die mich auf eine spannende Zeitreise in die Nachkriegs-zeit Münchens entführten. Ich kann und muss dieses Buch einfach weiterempfehlen und oben drauf noch die volle Punktzahl. Danke für dieses Leseerlebnis!




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Veröffentlicht am 05.02.2021

eine berührende und aufwühlende Familiengeschichte

Helenes Versprechen
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New York 1947:
Der zweite Weltkrieg ist zu Ende und die Kinderärztin Helene Bornstein kann die langer-sehnte Reise in die USA antreten, um ihren Sohn Moritz wieder in die Arme schließen zu können. Rückblick: ...

New York 1947:
Der zweite Weltkrieg ist zu Ende und die Kinderärztin Helene Bornstein kann die langer-sehnte Reise in die USA antreten, um ihren Sohn Moritz wieder in die Arme schließen zu können. Rückblick: Vor zehn Jahren traf Helene eine schwere Entscheidung: um das Leben ihres Sohnes vor den Nazis zu retten, steckte sie Moritz in den Frankfurter Kindertransport, der ihn aus Deutschland wegschaffte. In all der Zeit wollte sie nur eins: ihren Sohn wieder sehen! Jetzt sollte es endlich so weit sein, aber wie wird das Wiedersehen ausfallen? Kann er sich überhaupt noch an seine Mutter erinnern? Wie lebt er heute? Diese und noch andere Fragen quälen Helene und lassen die Wiedersehensfreude immer wieder abebben.

Helenes Versprechen ist bereits der dritte Roman von Beate Rösler. Ich muss zugeben, dass ich weder von der Autorin was gehört bzw. ein Buch gelesen habe. In einer Leserunde bin ich zufällig über dieses Werk “gestolpert“. Nicht nur das Cover hat meine Neugierde geweckt, sondern auch der dazugehörige Klapptext. Irgendwie wusste ich, dass dieses Werk genau meins ist und so sollte es auch sein.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht. (Anm. die ausgewählte Schriftform war mir ein wenig zu klein und ich empfand sie als leseunfreundlich. Wie ich erfahren habe, liegt die Entscheidung nicht bei der Autorin, sondern beim Verlag). Trotz allem ließ er mich sofort in die Geschichte von Helene Bornstein ein- und abtauchen. Je weiter ich mich in die Handlung vertiefte, desto mehr spürte ich mit wieviel Herzblut Beate Rösler ihren Roman schrieb. Als allererstes fielen mir die facettenreichen und authentischen Charakteren auf. Beate Rösler hat sie nicht nur perfekt eingefangen und wiedergegeben, sondern hauchte ihnen Leben ein. Mit jeder Seite ließ sie die Figuren wachsen und so konnten sie ihre Ge-schichte erzählen und allen voran leben. Das ist genau das, was ich liebe. Charaktere, in de-nen ich mich hineinversetzen kann und ihre Emotionen teilen darf. Gut ausgearbeitete Per-sonen ist das eine, aber eine berührende und starke Handlung ist das A und O und das gab es hier. Wie ich bereits von der Buchrückseite erfuhr, ließ sich die Autorin von einer wahren Geschichte einer jüdischen Kinderärztin inspirieren und schuf darauf die fiktive Story über Helene Bornstein. Aber Beate Rösler hat mehr getan, als nur eine Geschichte zu schreiben, diese hat sie zugleich und beklemmend und berührend erzählt. Dank ihrer akribischen und detaillierten Recherche trug sie biografische und historische Fakten aus dieser Zeit zusam-men, um diese dann in die Handlung einfließen zu lassen. Dadurch erhielt sie eine Authenti-zität, die nicht besser hätte sein können. Beate Rösler erzählt Helenes Geschichte in zwei Zeitzonen. Die eine handelt von der Reise nach Amerika, wo sie endlich ihren Sohn nach zehn Jahren wiedersehen wird. Die Autorin hat es geschafft, Helenes Neustart mit all seinen Facetten aufzuzeichnen. Was mir sehr gut gefiel, dass ich u.a. die Schwierigkeiten, die sie mit ihrer Familie, Sprache und neuen Heimat hatte, erleben und fühlen durfte. Ehrlich wer-den ihre Ängste, Selbstzweifel und die Verarbeitung ihrer Vergangenheit dargestellt. Pure Emotionen!
Die zweite Zeitzone blickt in die Jahren 1925 – 1945 zurück. Dort erfährt der Leser, wie Helene Kinderärztin geworden ist und allen voran, wie sie den zweiten Weltkrieg mit all seinen Gräueltaten erleben musste. Bildhaft berichtet die Autorin von brennenden Synago-gen, Plündereien von jüdischen Geschäften oder gar von den schrecklichen Deportationen der Juden. Ich hatte Bilder vor Augen, von verzweifelten Menschen, Angst, Hunger, schrei-enden Kindern, Tod, Gewalt und die blinde Wut der NS. Die Ereignisse waren an manchen Stellen so erschreckend und ließen mich erschaudern, dass ich das Buch erst einmal zur Sei-te legen musste. (Solche Bilder oder Ereignisse dürfen sich nie wieder wiederholen.)
Die Geschichte wird von einem Kapitel abgerundet, dass Helene schon zehn Jahre in Ameri-ka leben lässt.
Im hinteren Bereich befindet sich noch ein Glossar mit den wichtigsten Daten und Quellen-hinweisen, die ebenfalls sehr informativ sind.

Wenn es nicht auf diesem Buchdeckel draufgestanden hätte, hätte man auch meinen können, dass sich diese Geschichte genauso in Frankfurt so abgespielt hat. Zu keinem Zeitpunkt ent-stand das Gefühl, dass diese eine von fiktiver Art war.



Helenes Versprechen war einer der besten Romane, die ich bis heute gelesen habe. Kompli-ment an Beate Rösler, die nicht nur eine gute Erzählerin ist, sondern auch mit ihren bildhaf-ten Schreibstil ein wahres Kopfkino anwirft. Eine aufrüttelnde und bewegende Geschichte zugleich. 5 von 5 Sternen und eine absolute Leseempfehlung!!!
(Anm. Dieser Roman wird definitiv nicht der letzte von dieser Autorin sein.)

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Veröffentlicht am 10.01.2021

Weihnachten bei den Thalheims

Weihnachten am Ku'damm
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Inhaltsangabe:
Berlin 1946
Der zweite Weltkrieg ist vorbei, aber die wirtschaftliche Lage hat sich kaum verbessert und es herrschen immer noch katastrophale Lebensbedingungen. Überall stehen Ruinen, Woh-nungen ...

Inhaltsangabe:
Berlin 1946
Der zweite Weltkrieg ist vorbei, aber die wirtschaftliche Lage hat sich kaum verbessert und es herrschen immer noch katastrophale Lebensbedingungen. Überall stehen Ruinen, Woh-nungen sind Mangelware, das Geld verliert immer mehr an Wert, Lebensmittel sind knapp und das was die Menschen für ihre Lebensmittelkarten bekommen, reicht kaum aus, um den Hunger zu stillen. Als wäre dies nicht schon schlimm genug, bedroht der kälteste Winter aller Zeiten die Bevölkerung und Heizmittel sind kaum noch vorhanden. Aber die Familie Thalheim lässt sich nicht unterkriegen und machen aus der Not eine Tugend. Eines Abends entdeckt Rieke vor ihrem Laden den kleinen Erich. Unter alten Lumpen und Kleidungsstü-cken versteckt, durchgefroren und ausgehungert nimmt sie den Jungen mit zu sich nach Hause. Dort erfährt sie das ganze Schicksal über den Ausreißer.

Weihnachten am Ku´damm von Brigitte Riebe ist eine kleine weihnachtliche Geschichte. Wer die Trilogie „Die Schwestern vom Ku´damm“ schon kennt, der darf sich hier auf ein Wiedersehen mit der Familie Thalheim freuen.
Der flüssige und leichte Schreibstil ließ mich sofort wieder in die Geschehnisse der Thal-heims ein und abtauchen. Ausdrucksstark schildert die Autorin über die schlechten Zustände, die die Nachkriegszeit mit sich brachte. Lebensmittelmangel, Hunger, Schwarzmarkt oder über die Jahrhundertkälte, die den Menschen damals zusetzten. Auch wenn diese Zeit noch so schwer und an manchen Tagen sehr trostlos war, gibt die Familie Thalheim nicht auf, sondern schenkt noch Herzenswärme und Menschlichkeit, indem sie sich um den kleinen Erich kümmern. Das Schicksal des kleinen Jungen lässt vieles für den Moment vergessen und zeigt, dass es einigen Menschen noch viel schlimmer ergeht als ihnen. Ein Kampf gegen Ungerechtigkeit beginnt und trotz der widrigen Umstände wird es ein unvergessliches Weih-nachten werden.

Mit ihrem Roman hat Brigitte Riebe es wieder einmal geschafft, mich emotional zu berüh-ren. Heute jammern wir über so vieles, aber was unsere Vorfahren im Krieg oder in der Nachkriegszeit erleben mussten war weitaus schlimmer und sie haben eins definitiv nicht gemacht: gejammert oder gar aufgegeben! So eine Geschichte ist nicht nur berührend, son-dern hält uns heute ein Spiegel vor: wir sollten für heutige Zeit dankbar sein und mehr Menschlichkeit zeigen!
Ein kleiner Minuspunkt muss ich leider anmerken: ein 160seitiges Buch 18,00 Euro kosten zu lassen, finde ich jetzt nicht gerechtfertigt.

Wer die Geschichten um die Familie Thalheim liebt wird auch dieses Buch lieben! Eine ab-solute Leseempfehlung und 4 Sterne (1 Stern ziehe ich wegen dem überteuerten Preis ab)

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