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Veröffentlicht am 23.03.2026

Hommage an Arthur Schnitzler

Reigen in Triest
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Ich kenne alle Bücher der Reihe um Inspector Bruno Zabini , die in Triest spielen. Was jedes Mal zu meiner Lesefreude beigetragen hat, waren die interessanten und gut recherchierten Informationen zu Gesellschaft ...

Ich kenne alle Bücher der Reihe um Inspector Bruno Zabini , die in Triest spielen. Was jedes Mal zu meiner Lesefreude beigetragen hat, waren die interessanten und gut recherchierten Informationen zu Gesellschaft und politischen Verwicklungen, die ein lebendiges Bild der Vielvölkerstadt Triest ergeben. Parallel dazu gibt es einen spannenden Kriminalfall, der die Handlung aber nicht dominiert.

Mit diesem Hintergrundwissen begann ich meine Lektüre und war dennoch überrascht. Der Autor orientiert sich stark an Schnitzlers "Reigen", was sowohl Handlung als auch Personen anbetrifft. Hier agieren drei Paare aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, die sich in einer abgelegenen Villa treffen, um über Moral, kulturelle Entwicklungen und Ereignisse diskutieren und sehr offen mit ihrer Sexualität umgehen. Dies nimmt einen breiten Raum ein und es dauert einige Seiten, bis das Krimielement ins Spiel kommt. Eine Person aus dem vorangegangenen Band tritt erneut ins Rampenlicht und spielt am Ende eine entscheidende Rolle. Was man über sie wissen muss, erfährt man durch die Gespräche innerhalb der Gruppe. Hinzu kommt eine brutale und skrupellose Verbrecherbande, die die Villa ausrauben will. Hier wird die Handlung sehr dramatisch und die Teilnehmer schweben in Lebensgefahr.

Der Sprachduktus entspricht in etwa dem damaligen Sprachgebrauch und wirkt teilweise sehr gestelzt, gibt aber ein sehr gutes Bild der damaligen Umgangsformen. Da der Autor zwischen der Gruppe um Zabini und den beiden anderen Erzählsträngen wechselt, ergibt sich ein guter Spannungsbogen - hier die heitere Clique voller erotischer Abenteuer, dort die drohende Gefahr durch die kriminellen Elemente.. Nach anfänglicher Irritation hat mir der Roman sehr gut gefallen. Man muss sich auf die Handlung einlassen. Der Schwerpunkt liegt für mich eindeutig bei der besseren Gesellschaft und ihren Moralvorstellungen und war für mich spannend und unterhaltsam zu lesen. Der eingefleischte Krimifan wird dagegen vermutlich enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Toxische Beziehung

Silhouette des Wahnsinns
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Mich hat das Cover angesprochen, aber eher im negativen Sinne. Ich fand es erschreckend und es ließ mich an einen Horrorroman denken. Zwischen den Buchdeckeln hat mich tatsächlich eine Horrorgeschichte ...

Mich hat das Cover angesprochen, aber eher im negativen Sinne. Ich fand es erschreckend und es ließ mich an einen Horrorroman denken. Zwischen den Buchdeckeln hat mich tatsächlich eine Horrorgeschichte erwartet, aber eine eher realistische, die für zu viele Frauen die bittere Realität bedeutet.

Die Autorin lässt Summer ihre Geschichte selbst erzählen und das lässt mich tief in ihre Seele blicken, was an manchen Stellen kaum auszuhalten war. Summer lebt mit ihrem Freund Chuck zusammen. Was zu Beginn wie ein Sechser im Lotto für sie war. Er war liebevoll und aufmerksam und gab Summer damit die Sicherheit, das sich ihr schwaches Selbstbewusstsein so dringend wünschte. Der Liebestraum wird schnell zum Alptraum und Summer träumt sich in ein besseres Leben und das war jedes Mal sehr berührend.

Am Arbeitsplatz wird sie gemobbt. Zuspruch erhält sie von der Diner - Mitarbeiterin Emma, die immer mehr zu ihrem Rettungsanker wird. Und dann ist da noch Dean, der sie hoffen lässt, dass es doch ein gutes Ende für sie geben könnte. Aber Chuck, der Summer als sein Eigentum betrachtet, hat andere Pläne. Die weiteren Ereignisse sind dann sehr dramatisch und auch traumatisch.

Die Geschichte berührt und hat mich auch wütend gemacht, weil niemand sollte sich das geschilderte Verhalten gegenüber einem anderen anmaßen und auch, weil solche Dinge tatsächlich passieren und in den meisten Fällen Frauen die Opfer sind. Ich finde es wichtig, dass die Autorin den nüchternen Zahlen ein Gesicht und eine Stimme gibt.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Ein verwirrender Todesfall beschert unruhige Ostern

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
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Zwar ist dies meine erste Ermittlung mit dem neapolitanischen Commissario Gaetano, aber der Einstieg fiel mir leicht. Der Krimi hatte mich bereits am Haken mit seiner lebendigen Schilderung des neapolitanischen ...

Zwar ist dies meine erste Ermittlung mit dem neapolitanischen Commissario Gaetano, aber der Einstieg fiel mir leicht. Der Krimi hatte mich bereits am Haken mit seiner lebendigen Schilderung des neapolitanischen Karfreitags, der so ganz anders ist, als ich ihn kenne . Und auch für Gaetano läuft das Osterfest so ganz anders als geplant.

Seine junge Kollegin Beppa Bellucci sieht sich einer Wasserleiche gegenüber und ist voller Eifer, ihren ersten Mordfall zu lösen. Nur schießt sie mit ihren Aktionen etwas über das Ziel hinaus, was Gaetano auf den Plan und aus dem Urlaub holt. Er neigt dazu, den Fall als Unfall oder Selbstmord zu betrachten. Bellucci beharrt auf Mord. Um sicher zu gehen, ordnet Gaetano nun doch umfangreiche Ermittlungen an. Das war unterhaltsam und spannend zu lesen und gab immer wieder auch Einblicke in die neapolitanische Seele. Die Fakten sprechen mehr für Selbstmord, aber es gibt auch Ungereimtheiten. Gaetanos Hartnäckigkeit schreckt seinen Vorgesetzten auf, denn der Tote war Mitarbeiter eines erfolgreichen Start-ups, das kurz vor dem Börsengang steht. Alles andere als ein Selbstmord würde das gefährden.

Im Laufe der Nachforschungen gibt es mehr Lügen als Wahrheiten. Mich hat das genauso aufgeregt wie das Team und manchmal hatte ich den Eindruck, Gaetano verrennt sich in was. Zumal er durch den menschlichen Aspekt des Falles auch persönlich berührt ist.

Die Auflösung des Falles war richtig gute Teamarbeit und hat mich komplett überzeugt. Der Krimi hat mich sehr gut unterhalten . Die Handlung war fesselnd und perfekt in die örtlichen Gegebenheiten eingebettet. Das Ermittlungsteam ist eine gute Mischung aus unterschiedlichen Temperamenten und war mir sehr sympathisch. Für mich ein sehr gelungener und lesenswerter Krimi

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Ein Agentenroman aus der Zeit der Perestroika

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Rom zu Beginn der 90ziger Jahre. Die Sowjetunion gibt es nicht mehr . Endlich beginnt das Zeitalter ewigen Friedens und der Kalte Krieg ist Geschichte .Jakob Dreiser, Anfang 20, Poet , lebt in Rom und ...

Rom zu Beginn der 90ziger Jahre. Die Sowjetunion gibt es nicht mehr . Endlich beginnt das Zeitalter ewigen Friedens und der Kalte Krieg ist Geschichte .Jakob Dreiser, Anfang 20, Poet , lebt in Rom und ist erleichtert über die Zeitenwende. Da trifft er auf einem Sommerfest in der russischen Botschaft Dieter Germershausen . Der kann der neuen Weltordnung nichts gutes abgewinnen, denn er war Doppelagent und fürchtet nun , enttarnt zu werden . Ein letzter großer Coup soll ihm Geld und damit ein neues Leben bescheren. Dafür braucht er Jakob mit seinem offenen gewinnenden Wesen. Es beginnt ein wahnwitziges Abenteuer, das so nur in einer Welt möglich ist, die sich neu erfinden muss.

Gemeinsam reisen die beiden nach Kasachstan. Dort will Germershausen sein großes Geschäft abwickeln. Das führt zu absurd anmutenden Begegnungen , Dialogen und Wendungen. , die ich so nicht erwartet habe. Und immer bleibt die Frage, wer arbeitet für welchen Geheimdienst und wer ist Freund und wer Feind.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Sprachlich ist es ein Fest mit wunderbaren Bildern und herrlichen Dialogen. Wer die Zeit nicht miterlebt hat, dem wird die Geschichte wie ein modernes Märchen anmuten. Wer die Umbrüche miterlebt hat, weiß , dass vieles einen realen Hintergrund hat. Auch in dieser Hinsicht hatte der Roman seinen Reiz für mich. Gut gefallen hat mir, dass sowohl Jakob als auch Germershausen im Grunde in etwas hinein gestolpert sind, womit sie beide nicht gerechnet haben. Improvisieren ist angesagt und das beherrscht Jakob perfekt., sehr zum Ärger vom Berufsagenten Germershausen. Das Ende lässt in meinen Augen Raum für Spekulationen und das fand ich auch angemessen . Für mich bietet der Roman gute Unterhaltung mit einer guten Portion Tragikkomik.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Der Dreikönigenschrein und sein Erbauer

Der Schrein der Könige
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Wie oft steht man staunend vor einem Kunstwerk, egal ob weltlich oder sakral und weiß nichts über seinen Erschaffer. So ist es auch beim Dreikönigenschrein in Köln, der bis heute jedes Jahr Millionen von ...

Wie oft steht man staunend vor einem Kunstwerk, egal ob weltlich oder sakral und weiß nichts über seinen Erschaffer. So ist es auch beim Dreikönigenschrein in Köln, der bis heute jedes Jahr Millionen von Besuchern in seinen Bann zieht. Die Autorin gibt nun dem Künstler ein Gesicht und eine bewegte Familiengeschichte, die zugleich einige Informationen zu den damaligen politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen liefert.

Nikolaus von Verdun ist ein begnadeter Goldschmied und so ist es nicht verwunderlich, dass die Wahl des Kölner Erzbischofs auf ihn fällt. Von dieser Tatsache ausgehend erzählt die Autorin seine zum Teil fiktive Lebensgeschichte, die sich so zugetragen haben könnte. Die Kölner Goldschmiede sind nicht begeistert, dass ein Fremder diesen prestigeträchtigen Auftrag bekommt. Zum Glück steht der Mönch Gilles Nikolaus und seiner Familie zur Seite, hilft Probleme zu lösen und gibt Zuspruch, wenn es notwendig ist. Nikolaus ältester Sohn Louis ist ein Tunichtgut, der immer mehr dem Vater entgleitet und erhebliche Probleme bereitet. Er war definitiv eine Person, die ich von Herzen verabscheut habe und dessen Schicksal die Ernte seines Verhaltens war. Nur gut, dass Nikolaus noch den jüngeren Sohn Bastien hat, der zwar kränklich ist, aber große Begabung für das Handwerk zeigt. Nikolaus ist Witwer und hätte gerne wieder eine Ehefrau. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihm. Hingegen gewinnt er immer mehr an Ansehen für seine Arbeit am Schrein. Die Arbeit geht schleppend voran. Mal fehlt das Geld, mal sind die Mächtigen mit ihren kriegerischen Auseinandersetzungen beschäftigt oder haben Sonderwünsche und machen die Arbeit vieler Monate zunichte.

Beide Handlungsstränge konnten mich fesseln. Mir war nicht bewusst , wie viel Mühe und widrige Umstände, die Herstellung des Schreins begleiten haben. So ist es nicht überraschend, dass bis zu seiner Fertigstellung fast 40 Jahre vergangen sind. Auch Nikolaus Familiengeschichte fand ich interessant und oft bewegend. Beides hat sich für mich gut ergänzt und mir einige unterhaltsame Lesestunden beschert.

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