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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2025

Einen Prinzen für Aschenputtel

Mayfair Ladys - Drei Junggesellen für Lady Beatrice
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Ich habe die Bücher von Georgette Heyer immer mit Begeisterung gelesen und die Inhaltsangabe hier verhieß ähnliches Leseglück. Und ja, meine Erwartungen wurden komplett erfüllt und das Lesen war für ...

Ich habe die Bücher von Georgette Heyer immer mit Begeisterung gelesen und die Inhaltsangabe hier verhieß ähnliches Leseglück. Und ja, meine Erwartungen wurden komplett erfüllt und das Lesen war für mich die reine Freude. Die Grundidee , Mauerblümchen trifft ihren Prinzen, ist nichts neues, wurde aber auf sehr amüsante Weise mit einer Prise Erotik umgesetzt. Lady Beatrice ist 27 und hat Narben von einem früheren Unfall. Damit hat sie keine Chancen auf dem Heiratsmarkt. Aber sie hat ein Gespür für Menschen , ist empathisch und hört aufmerksam zu. Das macht sie zu einer perfekten Heiratsvermittlerin und ihr vertreibt es zudem die Langeweile. Diese Saison soll sie für drei Brüder passende Ehefrauen finden. Francis, obwohl gutaussehend und der jüngste der drei, ist der Problemfall. Er scheint sich nicht für Frauen zu interessieren Beatrice fühlt sich dennoch von ihm angezogen. Er ist witzig, unkonventionell und bereitet ihr Herzklopfen. Und sie scheint ihm nicht gleichgültig zu sein., aber kann sie darauf vertrauen ? Zumal ihr mehr als einmal deutlich gezeigt wird, dass sie in den Augen der anderen nicht begehrenswert ist. Die herrschenden Konventionen machen eine Annäherung auch nicht einfach. Da muss das Glück einige Hürden nehmen bis zum erhofften Happyend.

Der Roman unterhält auf das beste und besonders gelungen fand ich, dass nicht nur Beatrice ihre Gedanken mit mir teilt, sondern auch Francis. Das gab mir einen Wissensvorsprung und ich konnte mich königlich amüsieren, während ich sie dabei beobachtete, wie sie umeinander herum schlichen. Pures Lesevergnügen !

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  • Handlung
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  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 13.11.2025

Geister der Vergangenheit

Dann ruhest auch du (Ein Fall für Maya Topelius 3)
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Eigentlich wollte Kriminalinspektorin Maya ein entspanntes Wochenende bei ihren Eltern auf Öland verbringen, ihren Freund vorstellen und ihre alte Schulfreundin Clara besuchen. Der Plan wird auf brutale ...

Eigentlich wollte Kriminalinspektorin Maya ein entspanntes Wochenende bei ihren Eltern auf Öland verbringen, ihren Freund vorstellen und ihre alte Schulfreundin Clara besuchen. Der Plan wird auf brutale Weise zerstört. Eine Journalistin wird tot aufgefunden und Maya ruft die Pflicht. Bereits kurz davor war ein weiterer Toter , der auf dieselbe Weise ermordet wurde, entdeckt worden. Fieberhaft wird nach einem Zusammenhang gesucht. Die Journalistin hat investigativ gearbeitet und hatte bereits in Deutschland im rechtsextremen Umfeld Nachforschungen angestellt. Wollte sie das erste Opfer ausspionieren ?

Bei einem Treffen mit Clara erhärtet sich der Verdacht, dass Rechtsextreme ihr Unwesen auf der Insel treiben. Als es einen weiteren Mord gibt, der ins Schema passt, muss Maya fürchten, vom Fall abgezogen zu werden. Ihre emotionale Belastungsgrenze ist erreicht, da sie glaubt, Verbindungen zu einem Jahre zurückliegenden Trauma zu erkennen. Sie ist nicht mehr objektiv und bringt sich dadurch in gefährliche Situationen. Der Krimi endet mit meinem persönlichen Highlight, dem Verhör der Hauptverdächtigen, das sehr entlarvend ist.

Ich kenne den Vorgängerband nicht, fand mich dennoch in Mayas Welt gut zurecht. Obwohl schnell klar ist, dass die Ermittlungen in rechtsradikale Kreise führen, ist der Krimi durchweg fesselnd. Das liegt daran, dass Stück für Stück das Ausmaß der Bedrohung sichtbar wird und die menschenverachtende Sichtweise der Täter und die damit verbundene Brutalität. Dennoch ist es so gut wie nicht möglich, ihnen die Taten nachzuweisen. Man weiß, dass sie lügen, kann es aber nicht gerichtsfest machen.

Dann gibt es sie sehr persönliche Beteiligung von Maya, die ihre professionelle Sicht trübt und zu emotionalen Aussetzern führt. So sehr ich ihre Hartnäckigkeit schätze, hat mich ihr Verhalten hier unangenehm berührt. Das führt dann gegen Ende zu einer lebensgefährlichen Situation. Und dann der verbale Schlagabtausch zwischen Tätern und Beamten. Ein wenig gestört hat mich, dass sich am Schluss alle Probleme der Beteiligten in Wohlgefallen aufgelöst haben. Bis auf diesen Punkt hat mich der Krimi völlig überzeugt und mit seiner spannenden und realistischen Handlung sehr gut unterhalten .

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Familiengeschichte gestern und heute

Großmutters Geheimnis
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Meine Meinung zum Buch ist zweigeteilt wie der Roman selbst. Es gibt zwei eigenständige Erzählstränge, die nebeneinander herlaufen.

Für mich ein Grund der Freude und der Teil, der mich gefesselt, berührt ...

Meine Meinung zum Buch ist zweigeteilt wie der Roman selbst. Es gibt zwei eigenständige Erzählstränge, die nebeneinander herlaufen.

Für mich ein Grund der Freude und der Teil, der mich gefesselt, berührt und gut unterhalten hat, ist die Lebensgeschichte von Ruth, die Großmutter von Alexander, der die Hauptrolle in der Gegenwart innehat. Ruth ist Jüdin und lebte zur Zeit des Nationalsozialismus in Dänemark. Sie war eine begnadete Sängerin. Doch eine Karriere war ihr durch die politischen Umstände verwehrt. Sie wird nach Theresienstadt deportiert und schildert die erschütternden, unmenschlichen Bedingungen dort. Sie überlebt das Lager , bekommt eine Tochter, Alexanders Mutter und emigriert zusammen mit ihrem Mann, aber ohne Tochter, nach Amerika. Die Schilderungen des Lagers waren sehr eindrücklich und kaum auszuhalten. Was mir sehr gut gefallen hat, obwohl ich keine so engen Bezug zur Musik habe, waren die Beschreibungen, wie Ruth Musik empfindet und was sie für sie bedeutet.

Die Handlung in der Gegenwart hat mich zu Beginn interessiert, aber dann immer wütender gemacht. Alexander lebt zusammen mit seiner langjährigen Partnerin Gry in Dänemark. Sie wünscht sich ein Kind, konnte aber wegen medizinischen Problemen bei Alexander nicht auf natürlichem Weg schwanger werden. Nun versuchen sie es mit medizinischer Hilfe, was sehr ausführlich thematisiert wird. Alexander war mir unsympathisch. Er ist Musiker, aber mit seinem Broterwerb in einer Fernsehband unglücklich. Er möchte selbst komponieren. Er konsumiert Drogen, Alkohol und versinkt in Selbstmitleid. Schuld gibt er dafür auch seiner Mutter, die ihn nie geliebt habe. Der Autor bietet ererbte Traumata als Erklärung für Alexander Verhalten an. Das hat mich nicht wirklich überzeugt. Auch Gry blieb mir fremd, da sich bei ihr alles um ihren unerfüllten Kinderwunsch dreht.

Das Ende ist fast schon kitschig und konnte mich nicht für sich einnehmen. Wäre nicht Ruths aufwühlende Erzählstrang gewesen, hätte ich das Buch vermutlich nicht zu Ende gelesen.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Eine wunderschöne, gefühlvolle Liebesgeschichte

Christmas Cake und Glitzerschnee
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von Ursi Breidenbach

Jenny ist ein echter Grinch. Für sie ist Weihnachten Konsumterror, Resourcenverschwendung und einfach überflüssig. Also treffen zwei Welten aufeinander , als sie Mitte Dezember beruflich ...

von Ursi Breidenbach

Jenny ist ein echter Grinch. Für sie ist Weihnachten Konsumterror, Resourcenverschwendung und einfach überflüssig. Also treffen zwei Welten aufeinander , als sie Mitte Dezember beruflich nach Edinburgh muss und dort Callum kennenlernt. Callum ist ihr Stiefcousin und sie macht seine Bekanntschaft bei ihrer Großmutter Ingrid, die sie zum ersten Mal trifft. Ingrid hat vor ihrer Geburt ihren Sohn, Jennys Vater, verlassen und dieser lehnt seit diesem Ereignis jeden Kontakt voller Groll ab. Nun gerät Jenny immer mehr in einen Zwiespalt, denn sie findet ihre gerade gefundene Großmutter und deren Familie sehr sympathisch . Und Callum, der sie für Weihnachten begeistern will, bereitet ihr Herzklopfen.

Das Buch hat mich verzaubert. Die Autorin schafft Wohlfühlsituationen, in denen man immer mehr in die festliche Stimmung von Weihnachten eintaucht. Auch weil sie deutlich macht, wofür Weihnachten steht . Familie, Heimat, Geborgenheit und Liebe.

Jenny war mir zu Beginn eher unsympathisch. Sie war so nüchtern und nicht bereit, sich dem Zauber des weihnachtlichen Edinburgh zu öffnen. Mir haben die Beschreibungen der Stadt sehr gefallen und haben Bilder in mir wachgerufen. Callum und Ingrid samt Familie habe ich sofort ins Herz geschlossen. Ich bin sicher, so einen Zusammenhalt wünscht sich jeder.

Es wäre keine gute Weihnachtsgeschichte, wenn es kein Happyend gäbe. Bis dahin gibt es einige Momente, die mich sehr berührt haben und ich froh war, ein Taschentuch in Reichweite zu haben. Auch das Ende war ein paar Freudentränen wert. Für mich glitzert und funkelt die Geschichte gepaart mit einer ordentlichen Portion Gefühl und genau das passt für mich zu einer modernen, märchenhaften Weihnachtsgeschichte.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Ein neuer, vielschichtiger Fall für Christina Stratou

DER SCHWARZE OKTOPUS
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Die Touristensaison auf Paros neigt sich dem Ende zu und Police Officer Christina und ihre Kollegen hoffen auf ruhigere Zeiten. Ein guter Zeitpunkt für einen Besuch von Christinas Ehemann und der Tochter ...

Die Touristensaison auf Paros neigt sich dem Ende zu und Police Officer Christina und ihre Kollegen hoffen auf ruhigere Zeiten. Ein guter Zeitpunkt für einen Besuch von Christinas Ehemann und der Tochter Konstantina. Doch das Verbrechen nimmt keine Rücksicht auf private Pläne . Ein Toter wird am Strand aufgefunden. Die Tatumstände deuten auf einen gezielten Mord und das Opfer ist zudem ein angesehener Geschäftsmann. Bei ihren Ermittlungen stoßen die Beamten auf eine Mauer des Schweigens und der Angst. Dann konzentrieren sich die Nachforschungen auf die Ex-Freundin. Rache, Eifersucht liegen als Motiv nahe. Tatsächlich kommt es zu einer Verhaftung aus dem näheren Umfeld der Freundin. Christina ist nicht überzeugt. Ihr Bauchgefühl sagt etwas anderes. Durch eine zufällige Beobachtung nimmt der Fall plötzlich ganz andere Dimensionen an.

Wer einen reißerischen Thriller erwartet, könnte vom Krimi enttäuscht sein. Wer aber eine fesselnde Geschichte sucht, die sich langsam wie eine Welle aufbaut und dann einem in ihren Strudel mitreißt, wird seine helle Freude haben. Hinzu kommen anschauliche und stimmungsvolle Beschreibungen der Landschaft und Orte. Auch Christinas Privatleben spielt eine Rolle und führt gegen Ende zu einem besonderen Spannungsbogen.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Erzählweise. Immer wieder wird das Geschehen aus der Sicht des unbekannten Täters erzählt. Ich erfahre kleine Details aus seinem Leben und war ständig am Rätseln, wer von den Verdächtigen es sein könnte. Ich hatte zeitweise sogar Mitleid mit ihm, um am Ende festzustellen, dass er es nicht verdient hat . Er war einfach nur erbärmlich.

Die Auflösung hat mich völlig überzeugt und es wurden einige Informationen nachgereicht, die manches in einem anderen Licht erscheinen ließ, das mich zum Teil überrascht hat.

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