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Veröffentlicht am 19.11.2025

Hommage an "Hilde"!

Die Knef
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Normalerweise gehören "Graphic Novels" nicht zu meinem "Beuteschema".
Weil die am 28. 12. 1925 in Ulm geborene und in Berlin aufgewachsene Hildegard Knef zu den bekanntesten Sängerinnen und Schauspielerinnen ...

Normalerweise gehören "Graphic Novels" nicht zu meinem "Beuteschema".
Weil die am 28. 12. 1925 in Ulm geborene und in Berlin aufgewachsene Hildegard Knef zu den bekanntesten Sängerinnen und Schauspielerinnen des vergangenen Jahrhunderts gehörte, wollte ich das am 28. 10. 2025 bei der Carlsen Verlag GmbH unter der ISBN978-3-551-77038-7 veröffentlichte und 208 Seiten umfassende Werk "Die Knef" von Moritz Stetten dennoch gern lesen.
Vorne in dem mit einem die Künstlerin in typischer Pose zeigenden ansprechenden Cover versehenen Buch sind die Köpfe von 15 Personen porträtiert. Wahrend Marlene Dietrich und Joseph Goebbels immerhin eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Original aufweisen, hätte ich Romy Schneider ohne Untertitel wohl nicht erkannt, die arme Marilyn Monroe tat mir einfach nur leid und Hildes Mutter muss der jungen Elizabeth II. und deren Schwester überaus ähnlich gesehen haben.
Die Vorbemerkung des Autors dagegen gefiel mir gut.
Das thematisch ansprechende gut/böse Doppelseitenbild hätte evtl. besser quer verkleinert gewirkt, denn dann wäre Frau Knefs Nase nicht abgeklemmt gewesen.
Im Hauptteil wird ihr Leben m.M.n. mit all seinen Facetten wie historischem Hintergrund, Chansons, Ehen, Erfolgen, Filmen, gesundheitlichen Problemen, ihrer Zeit in den USA als "Hildegarde Neff", negativer Presse sowie Niederlagen gut geschildert.
Die besten Abbildungen fand ich auf den Seiten 107 und 139.
Der gesamte "Abspann" war hervorragend, besonders der Zeitstrahl am Schluss verdient besondere Erwähnung!
Mein Fazit:
Ein nicht nur für Fans empfehlenswerter unterhaltsamer Überblick über Hildegard Knefs Leben, der sich auch als Weihnachtsgeschenk eignen dürfte!

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Interessante Neuinterpretation

Queen Macbeth
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In ihrem unter der ISBN 978-3-426-56564-3 seit dem 01. 10. 2025 im Verlag Droemer Knaur erhältlichen mit einem gut passenden Cover versehenen 192 Seiten umfassendem Hardcover-Roman "Queen Macbeth" (aus ...

In ihrem unter der ISBN 978-3-426-56564-3 seit dem 01. 10. 2025 im Verlag Droemer Knaur erhältlichen mit einem gut passenden Cover versehenen 192 Seiten umfassendem Hardcover-Roman "Queen Macbeth" (aus dem Englischen von Karin Diemerling in die deutsche Sprache übersetzt) gibt die - mir bisher nicht bekannte - Schriftstellerin Val McDermid der ersten Königin Schottlands eine für die Zeit um das Jahr 1000 herum ungewöhnlich eindrucksvolle Stimme.

Nach der Widmung "Für meine Freundin Linda Riley, die weiß, wie es ist, verkannt zu werden!" folgt eine "Anmerkung der Autorin", worin wir interessante Dinge erfahren, wie beispielsweise historische Ungenauigkeiten bei Shakespeare, dass "Macbeth" eigentlich "Macbethad" hieß und seine Lady eigentlich "Gruoch".

Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen (Vergangenheit und Gegenwart), die durch Kursiv- und "Normal"schrift leicht unterscheidbar sind, in angenehm lesbarem Schreibstil und spannend erzählt. Wir lernen die junge Ehefrau eines ungeliebten Ehemannes kennen und erleben mit, wie ihr die große Liebe ihres Lebens begegnet. Im anderen Erzählstrang treffen wir die alte Königin auf der Flucht.

Anfangs eigentlich relativ begeistert, empfand ich den weiteren Verlauf weniger ansprechend. Am Ende des Romans findet sich neben "Danksagungen" ein "Glossar". Aufgrund der großen Personenanzahl und komplizierter Namen wären ein Personenverzeichnis bzw. ein Stammbaum überaus hilfreich gewesen. Auch über eine Landkarte hätte ich mich gefreut. Nichtsdestotrotz bescherte mir die Lektüre insgesamt unterhaltsame Lesestunden.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Sympathischer Sänger & Songwriter gewährt interessante Einblicke in seine frühen Jahre

Before I met Supergirl
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Als ich auf die Ankündigung zu Rea Garveys Sachbuch "Before I met Supergirl" stieß, zögerte ich nur kurz, entschloss mich dann jedoch aus Zeitgründen dagegen.
Allerdings änderte ich meine Meinung, nachdem ...

Als ich auf die Ankündigung zu Rea Garveys Sachbuch "Before I met Supergirl" stieß, zögerte ich nur kurz, entschloss mich dann jedoch aus Zeitgründen dagegen.
Allerdings änderte ich meine Meinung, nachdem ich seinen Live-Auftritt im ARD-MOMA sah.
Die Lektüre der mit der Widmung "For Aamor and Rufus" beginnenden 34-seitigen Leseprobe (LP) zeigt zunächst eine Werbung für den Soundtrack, gefolgt von einem Inhaltsverzeichnis und einem "Foreword".
Weshalb wurde nicht der gesamte Text deutsch abgefasst?
Raymond Michael „Rea“ Garvey kam am 03. 05. 1973 im irischen Tralee neben sieben(!) Schwestern als einziger Sohn eines Polizisten und einer Lehrerin zur Welt. Der Sänger und Gitarrist zog 1998 nach Deutschland, wo er sich anfangs als Veranstaltungstechniker und T-Shirt-Verkäufer auf Musiktourneen betätigte. Später wurde er Frontmann der 2010 aufgelösten deutschen Band "Reamonn". Nebenbei arbeitete er als Songwriter und Sänger auch für bzw. mit Kollegen.
In seinem 336 Seiten umfassenden, mit einem tollen Cover versehenen Buch, das am 30.10.2025 unter der ISBN 978-3-7934-0099-8 im Allegria Verlag veröffentlicht und von Franka Reinhard und Christina Hakenberg ins Deutsche übersetzt wurde, vermittelt Garvey einen unterhaltsamen Einblick in seine Kindheit und Jugend. Dabei wirkt er ehrlich, reflektierend und nichts beschönigend, schildert sowohl Erfolge als auch Niederlagen, berichtet aus seinem häufig turbulenten Familienleben berührend, aber nicht rührselig, von dramatischen Ereignissen, liefert aber auch lustige Anekdoten.
Auf die ihm im TV gestellte Frage, ob er weitere Biografien zu schreiben beabsichtige, antwortete Garvey, er wolle jetzt erst einmal die Reaktion des Publikums auf "Before I met Supergirl" abwarten, könne es sich jedoch durchaus vorstellen.
Ich würde es begrüßen!

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Veröffentlicht am 06.11.2025

Gut: Hanna Ahlanders 4. Fall

Lügennebel
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Da mir von der schwedischen Autorin Vivica Sten bereits deren erste beiden Thriller aus der Reihe "Die Åre-Morde" "Kalt und still - Der erste Fall für Hanna Ahlander" sowie "Tief im Schatten - Der zweite ...

Da mir von der schwedischen Autorin Vivica Sten bereits deren erste beiden Thriller aus der Reihe "Die Åre-Morde" "Kalt und still - Der erste Fall für Hanna Ahlander" sowie "Tief im Schatten - Der zweite Fall für Hanna Ahlander" überaus gut gefallen hatten, war ich nach der Lektüre der Buchbeschreibung auf die Leseprobe (LP) zu "Lügennebel - Ein Fall für Hanna Ahlander" (Originaltitel: "Vilseledaren", aus der schwedischen in die deutsche Sprache von Dagmar Lendt übersetzt) natürlich ganz besonders gespannt.
Diese umfasst 53 Seiten, führt uns durch die ersten 12 Kapitel und beginnt mit einem kursiv gedruckten Prolog, in welchem der Fund einer Leiche beschrieben und dabei bereits eine kalt-gruselige Atmosphäre geschaffen wird.
Das "Freitag" überschriebene 1. Kapitel führt nach Uppsala, wo wir auf dem Bahnhof die Freund*innen Fanny, Olivia, Amir, Emil, Pontus und Wille kennenlernen, die sich auf eine Woche Skiurlaub freuen. In Kapitel 2 sitzen wir mit Hanna und dem Milliardär Henry Sylvester in dessen Privatjet. Sie wurde von ihm anlässlich ihres 37sten Geburtstages eingeladen. Über diese Beziehung hat sie bisher mit keinem Menschen gesprochen, nicht einmal mit ihrer Schwester Lydia oder ihrem engsten Kollegen Daniel, der in Kapitel 3 thematisiert wird.
In Kapitel 4 sitzen wir mit der Reisegruppe im Zugabteil, wo Alkohol und Drogen die Runde machen. In Kapitel 5 landen Hanna und Henry bei der Niehku Mountain Villa. Wieder zeigt sich Frau Steins Begabung, mittels ihres tollen Schreibstils Kopfkino zu schaffen. Man spürt auch förmlich die frostige Luft und hört das Knirschen des Schnees. In Kapitel 6 ist Fanny sich nicht ganz sicher, ob sie vergewaltigt wurde oder einen Rauschzustand durchlitt. Im "Samstag" überschriebenen Kapitel 7 ist die Gruppe an ihrem Reiseziel angelangt. Fanny ist immer noch verwirrt. Kapitel 8 handelt wieder von Daniel. In Kapitel 9, "Gruppe", wird die Stimmung immer düsterer. In Kapitel 10 ärgert sich der berentete "Eingeborene" Åke Carlsson über die "ungezogenen Halbstarken", die rücksichtslos, nackt und lautstark im Schnee herumtoben. In Kapitel 11 stellt Hanna überrascht fest, dass Henry und sie die einzigen Gäste in diesem Riesenluxusschuppen sind. Hoffnung weckt in mir, dass sie sich innerlich dazu zwingen muss, nicht an Daniel Lindskog zu denken. Sie erhält ein sonderbares Geburtstagsgeschenk. Im letzten Kapitel taucht ein gewisser Staffan auf. Und wieder kreisen die Drogen.
Ich war sehr froh, dass die LP dort endete, weil die Spannung kaum noch auszuhalten war.
Das 528-seitige, mit einem Wiedererkennungswert besitzenden und hübschen Cover ausgestattete Buch wurde von der dtv Verlagsgesellschaft unter der ISBN 978-3-423-28495-0 am 16. 10. 2025 veröffentlicht.
Es erfüllte meine Erwartungen voll und ganz: Fannys Tod wird, nachdem Hanna ihren Urlaub abgebrochen hat, ebenso überraschend wie überzeugend aufgeklärt. Die Mischung zwischen beruflicher Ermittlungstätigkeit - auch Anton ist wieder mit an Bord - und Einblicken in das Privatleben der Ermittler ist ebenfalls wieder angenehm ausgewogen. Offen bleibt jedoch, was aus der (mir nicht sonderlich gefallenden) Beziehung Hanna - Henry wird. Mit meinem Harmoniebedürfnis hoffe ich weiterhin auf ein Happy End mit Daniel. Vielleicht klappt das ja in Band 5. Band 4 enthält zum Verständnis für Neueinsteiger übrigens gut dosierte Rückblenden
. LESEEMPFEHLUNG!

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Fikt. Milieustudie im Bonn der 1970er Jahre

Die Frau der Stunde
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Die Historikerin Heike Specht legt nach Biografien und Sachbüchern mit dem 352-seitigen Buch "Die Frau der Stunde" (seit dem 01. 10. 2025 unter der ISBN 978-3-426-56513-1 bei Droemer Knaur) ihren ersten ...

Die Historikerin Heike Specht legt nach Biografien und Sachbüchern mit dem 352-seitigen Buch "Die Frau der Stunde" (seit dem 01. 10. 2025 unter der ISBN 978-3-426-56513-1 bei Droemer Knaur) ihren ersten Roman vor.
Dieser ist mit einem originellen Cover versehen und in einem angenehmen Schreibstil verfasst. Eine 31 Seiten umfassende Leseprobe führt uns durch 3 Kapitel des "Herbst 1978" sowie "Stayin’ Alive" überschriebenen 1. Teils.
Sie und die Buchbeschreibung vermochten rasch mein Interesse zu wecken.
Die fiktive Protagonistin Catharina Cornelius hatte in der damaligen Hauptstadt Bonn während der vergleichsweise leicht angestaubt wirkenden Atmosphäre der 1970er Jahre eine für eine Frau beachtliche politische Karriere "hingelegt", wenn sie auch von ihren dominanten Kollegen meist nicht ganz ernst genommen wurde und die ebenfalls überwiegend männlich besetzte Presse sich häufig zu süffisanten Kommentaren hinreißen ließ.
So bedurfte es dann leider auch erst eines zu einem Rücktritt führenden Fehlverhaltens ihres Vorgesetzten, um Catharina Cornelius zur Außenministerin und Vizekanzlerin avancieren zu lassen.

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