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Veröffentlicht am 22.02.2026

Wenn die Welt endet und du nicht weißt, wer du bist.

Ich, die ich Männer nicht kannte
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„Ich, die ich Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpman ist ein packender Roman über Gefangenschaft, Geheimnisse und fragwürdige Freiheit, der einen sofort in den Bann schlägt.

Neununddreißig Frauen ...

„Ich, die ich Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpman ist ein packender Roman über Gefangenschaft, Geheimnisse und fragwürdige Freiheit, der einen sofort in den Bann schlägt.

Neununddreißig Frauen sitzen jahrelang in einem unterirdischen Gefängnis, bewacht von Männern, ohne Erinnerung an ihre Vergangenheit oder die Welt draußen – bis die Wachen verschwinden und die Tür offen steht. Die junge Erzählerin, die das Gefängnis als ihre einzige Welt kennt, tritt als Erste hinaus und entdeckt eine fremde, verwüstete Oberwelt, in der die Gruppe ums Überleben ringt.

Die flüssige Erzählung weckt Neugier – was führte zu dieser Isolation, und ist die erlangte Freiheit echt?
Das düstere Cover begeistert: Eine Gesichtshälfte im Schatten, die andere erhellt, der Kreis wie ein Lichtstrahl aus dem Wüstenverlies – pure Symbolik!

Das Buch wurde durch BookTok zu einem viralen Hit, da es als vergessener Klassiker (ursprünglich 1995 erschienen) neu entdeckt und mit modernen Themen wie Feminismus und Frauenrechten verknüpft wurde. BookTok-Videos heben die dystopische Erzählung von Isolation und weiblicher Solidarität hervor, die Parallelen zu „Der Report der Magd“ aufweist und durch Promis wie Dua Lipa beworben wurde.

Die Isolation der Frauen steht auch für die Suche nach Identität ohne soziale Spiegelung – was bleibt von Menschlichkeit, wenn Kultur, Beziehungen und Geschichte fehlen?

5 Sterne von mir, klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Interaktiver Krimispaß, großartig illustriert

Ivy und Bärlock Holmes. Fall 1: Die rätselhafte Blume
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Mit „Ivy und Bärlock Holmes. Fall 1: Die rätselhafte Blume“ ist Kristyna Litten ein rundum gelungenes Kinderbuch gelungen, das Krimispaß, Sachwissen und wunderschöne Gestaltung miteinander verbindet.

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Mit „Ivy und Bärlock Holmes. Fall 1: Die rätselhafte Blume“ ist Kristyna Litten ein rundum gelungenes Kinderbuch gelungen, das Krimispaß, Sachwissen und wunderschöne Gestaltung miteinander verbindet.

Im ersten Fall ermitteln Ivy und ihr Freund Bärlock Holmes in einem rätselhaften Blumenfall: Eine besondere Blume sorgt für Aufregung, und natürlich steckt mehr dahinter, als es zunächst scheint. Mit Spürsinn, Kombinationsgabe und Teamarbeit gehen die beiden Hinweisen nach, befragen Verdächtige und lösen Schritt für Schritt das Geheimnis. Die Geschichte ist klar strukturiert, spannend, aber nie überfordernd – ideal für Kinder im Vor- und Grundschulalter.

Besonders schön: Das Thema Bienen und Blumen wird ganz selbstverständlich in die Handlung eingebettet. Für meine Tochter, die sich gerade intensiv fragt, wie Honig entsteht, war das ein echtes Highlight. Spielerisch wird vermittelt, welche Rolle Bienen bei der Bestäubung spielen und wie wichtig sie für unsere Natur sind. So verbindet das Buch Abenteuer mit wertvollem Sachwissen.

Wie schön ist bitte dieses Buch gestaltet? Die Illustrationen ziehen sich großflächig über ganze Seiten und sind farbenfroh, detailreich und voller liebevoller Kleinigkeiten.

Der Text ist oft in Sprechblasen integriert, leicht verständlich und angenehm knackig formuliert. Für Leseanfänger ist das ideal, weil die Dialoge überschaubar bleiben und sehr zugänglich wirken. Beim Vorlesen für jüngere Kinder braucht es allerdings etwas Aufmerksamkeit: Man muss immer wieder zeigen oder dazusagen, wer gerade spricht.

Ein besonderes Plus sind die zahlreichen Rätsel, die immer wieder in die Geschichte eingebunden sind. Kinder können mitkombinieren, Hinweise suchen oder kleine Aufgaben lösen. Für Kinder ab etwa fünf Jahren sind die Rätsel gut machbar und sorgen dafür, dass sie aktiv beteiligt sind, statt nur zuzuhören. Das macht das Buch lebendig und steigert die Motivation enorm.

„Ivy und Bärlock Holmes. Fall 1: Die rätselhafte Blume“ ist ein liebevoll gestaltetes, klug aufgebautes Kinderbuch, das Spannung, Humor und Wissen auf wunderbare Weise verbindet. Die interaktiven Elemente fördern das Mitdenken, die Illustrationen begeistern auf jeder Seite, und das Thema Bienen trifft – zumindest bei uns – genau ins Schwarze. Ein wunderschöner Auftakt zu einer Reihe, von der man gerne mehr lesen möchte.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Mit neuen Augen auf das eigene Zuhause blicken

Besser wohnen - gesünder leben
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Der Ratgeber „Besser wohnen gesünder leben“ von Manuela Stengls öffnet die Augen dafür, wie stark unser Wohnumfeld unser Wohlbefinden, unseren Schlaf und unsere Psyche beeinflusst. Das Buch sensibilisiert ...

Der Ratgeber „Besser wohnen gesünder leben“ von Manuela Stengls öffnet die Augen dafür, wie stark unser Wohnumfeld unser Wohlbefinden, unseren Schlaf und unsere Psyche beeinflusst. Das Buch sensibilisiert dafür, dass Räume weit mehr sind als nur funktionale Orte – sie wirken täglich auf uns ein.

Besonders gelungen finde ich den Einstieg mit praktischen Übungen. Man reflektiert bewusst, wo und wie man wohnt, was einem gefällt oder stört und welche eigenen Bedürfnisse und Wünsche man eigentlich hat. Eine beispielhafte Auswertung hilft dabei, die eigenen Gedanken besser einzuordnen – das empfand ich als sehr hilfreich.

Auch das Kapitel „Den richtigen Platz finden“ bietet viele wertvolle Tipps für die Wohnungs- oder Haussuche. Hinweise wie Besichtigungen zu unterschiedlichen Tageszeiten, Gespräche mit Nachbarn oder ein Blick auf Klingelschilder und das Kommen und Gehen im Haus sind praxisnah und gut umsetzbar.

Motivierend ist zudem das Thema „Ausmisten und Aufräumen“. Selbst wenn man sich damit schon beschäftigt hat, schafft es das Buch, neuen Antrieb zu geben – am liebsten möchte man direkt nach dem Lesen loslegen.

Der Schreibstil von Manuela Stengls ist persönlich, informativ und durch zahlreiche Beispiele sehr praxisnah. Das Buch liest sich flüssig und angenehm.

Einen sehr großen Raum nimmt allerdings das Thema Elektrosmog ein. Dadurch kommt man kaum umhin, das eigene Nutzungsverhalten und die Anzahl der Geräte im Haushalt kritisch zu hinterfragen. Viele Fakten werden in Bullet Points aufgeführt und beziehen sich auf Internetquellen, die jedoch nicht immer vollständig mit Dokumentnamen im Quellenverzeichnis angegeben sind, sodass ein späteres Nachschlagen teilweise schwierig ist. Zudem wird das DAC7-Gesetz nicht ganz korrekt wiedergegeben.

Schade finde ich, dass das Buch nur sparsam illustriert ist. Gerade bei einem Wohnratgeber hätte ich mir mehr visuelle Inspiration gewünscht. Insbesondere in den Kapiteln „Wohnraum optimieren“ und „Den eigenen Wohnstil finden“ hätten Bilder die Inhalte noch anschaulicher gemacht.

Insgesamt nehme ich dennoch einige wertvolle Impulse für mich mit, die ich auch umsetzen möchte. Ich empfehle das Buch allen, die ihre Wohnqualität bewusst verbessern und ihr Zuhause gesünder gestalten möchten.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Wenn selbst Mäuse keine Abenteuerlust wecken

Fine und die Linden
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Das Bilderbuch „Fine und die Linden – Die Geschichte mit der Maus“ von Karl-Heinz Nebel möchte eine spannende Sommer- und Krimigeschichte für Kinder erzählen: Das Mäusemädchen Fine plant ein Sommerfest, ...

Das Bilderbuch „Fine und die Linden – Die Geschichte mit der Maus“ von Karl-Heinz Nebel möchte eine spannende Sommer- und Krimigeschichte für Kinder erzählen: Das Mäusemädchen Fine plant ein Sommerfest, doch plötzlich wird die geheime Gästeliste gestohlen. Eigentlich ein vielversprechender Ausgangspunkt – gerade für Kinder im Kindergartenalter, die Geheimnisse, Feste und kleine Detektivgeschichten lieben. Leider bleibt die Umsetzung hinter dieser Idee deutlich zurück.

Schon die erste Doppelseite sorgt für Ernüchterung. Es passiert visuell – nichts. Keine erkennbare Handlung, keine überraschende Situation, kein humorvoller Moment, der neugierig macht. Gerade bei jüngeren Kindern, wie meinen (3 und 5 Jahre), entscheidet oft der erste Eindruck darüber, ob sie sich auf eine Geschichte einlassen. Wenn bereits der Einstieg ohne Dynamik und erzählerischen Impuls daherkommt, ist es schwer, ihre Aufmerksamkeit zu halten. Tatsächlich wollten sie nach der ersten Seite nicht weiter zuhören – was bei uns äußerst selten vorkommt.

Auch im weiteren Verlauf zieht sich die Geschichte eher schleppend dahin. Die Krimiidee rund um die gestohlene Gästeliste hätte Potenzial für Spannung, Miträtseln oder kleine überraschende Wendungen. Doch stattdessen wirkt die Handlung konstruiert und wenig mitreißend. Es fehlt an Tempo, an emotionaler Beteiligung und an Momenten, die Kinder wirklich packen. Die Auflösung kommt ohne echtes Aha-Erlebnis daher und hinterlässt keinen bleibenden Eindruck.

Die Illustrationen konnten uns ebenfalls nicht überzeugen. In einem Bilderbuch tragen sie maßgeblich dazu bei, Atmosphäre zu schaffen und die Geschichte lebendig werden zu lassen. Hier jedoch wirken die Szenen stellenweise statisch und wenig ausdrucksstark. Es fehlt an Detailreichtum, an Humor im Bild oder an kleinen visuellen Nebengeschichten, die Kinder zum Entdecken einladen. Gerade bei einer eher ruhigen Erzählweise wären starke Illustrationen besonders wichtig gewesen.

Insgesamt bleibt „Fine und die Linden – Die Geschichte mit der Maus“ hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Grundidee ist charmant, doch weder erzählerisch noch visuell gelingt es dem Buch, Spannung oder Begeisterung zu erzeugen. Für sehr geduldige kleine Zuhörer mag die Geschichte funktionieren, doch für lebhafte Drei- bis Fünfjährige, die schnell in eine Welt eintauchen möchten, bietet sie leider zu wenig Anreiz.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Ein Kinderbuch-Highlight!

Judiths kleine Farm, Band 3,
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Was für ein wunderschönes, liebevoll gestaltetes Kinderbuch! Charlies großes Fohlen-Abenteuer aus der Reihe Judiths kleine Farm der Autorin Judith Rakers ist für unsere Familie ein echtes Highlight. Wir ...

Was für ein wunderschönes, liebevoll gestaltetes Kinderbuch! Charlies großes Fohlen-Abenteuer aus der Reihe Judiths kleine Farm der Autorin Judith Rakers ist für unsere Familie ein echtes Highlight. Wir haben bereits alle Bände gelesen – jeder ist besonders auf seine Weise. Für meinen Sohn ist Band 2 der Favorit, doch meine Tochter, die Pferde über alles liebt, ist ganz verliebt in Band 3.

Das Buch ist außergewöhnlich authentisch: Die Tiere, die in der Geschichte vorkommen, gibt es wirklich, und durch die echten Fotos entsteht eine ganz besondere Verbindung zur Farmwelt von Judith Rakers. Obwohl das Bilderbuch eine etwas längere Lesezeit hat, bleibt selbst unser dreijähriger Sohn bis zum Ende aufmerksam – die spannenden Erlebnisse rund um das Fohlen Charlie fesseln einfach vom ersten Moment an.

Besonders schön ist die Kombination aus Geschichte und praktischen Tipps: Ganz nebenbei lernen Kinder, wie man Kartoffeln pflanzt und daraus kreative Stempel basteln kann – perfekt zum Nachmachen zu Hause! Auch die Seite mit den Pferdeputz-Tipps hat meiner Tochter großen Spaß gemacht.

Charlies großes Fohlen-Abenteuer ist ein herzerwärmendes, lehrreiches und wunderschön illustriertes Kinderbuch, das Begeisterung für Tiere und Natur auf ganz natürliche Weise weckt. Für uns ein absolutes Lieblingsbuch – von Herzen volle 5 Sterne und eine klare Empfehlung an alle Familien!

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