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Veröffentlicht am 02.04.2026

Ein Haus, ein Neuanfang und ganz viel Sehnsucht nach einem anderen Leben

Statt aus dem Fenster zu schauen
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Ich liebs, ich liebs, ich liebs. Dieses Buch musste mich finden! Eigentlich ist damit schon alles gesagt. 😊

Das Buchcover - eine Landschaft aus Blumenwiese, Bäume, Sträucher, im Hintergrund eine Scheune ...

Ich liebs, ich liebs, ich liebs. Dieses Buch musste mich finden! Eigentlich ist damit schon alles gesagt. 😊

Das Buchcover - eine Landschaft aus Blumenwiese, Bäume, Sträucher, im Hintergrund eine Scheune – zieht mich sofort direkt in den Ort des Romans. Liebs.

Sophie - mitten im Studium, mitten im Praktikum – will aus dem täglichen Hamsterrad aussteigen. Bei der Arbeit scrollt sie durch die Kleinanzeigen. Plötzlich tippt ihr Finger auf den Button „Kaufen“: ein verfallenes, altes Haus irgendwo in Ostdeutschland, wo sich Fuchs und Henne gute Nacht sagen. Spontan packt sie das Notwendigste zusammen und macht sich auf in das Abenteuer, ohne jemanden aus ihrem Umfeld Bescheid zu geben.

Wir begleiten Sophie auf ihrem Abenteuer und durch ihre Gedankenkarusselle. Gerade Letztere kenne ich nur allzu gut, wenn auch mit anderen Themen. Bereits nach ein paar Seiten hole ich mein Handy heraus und schaue bei willhaben.at nach, welche verfallenen Häuser es in Österreich gibt.

Sophie lebt das, wovon ich schon seit Jahren träume. Und genau da holt mich der Roman total ab. Ihre Sehnsucht nach einem anderen Leben, nach einem „echteren“, kann ich spüren. Ihre Ängste und Sorgen auf diesem Weg kann ich sehr gut nachvollziehen. Anna Katharina Scheidemantel hat es geschafft, die Protagonistin authentisch und sympathisch darzustellen.

Der Schreibstil im Allgemeinen hat mir sehr zugesagt. Ich war während des Lesens regelrecht in die Geschichte hineingezogen. Das Buch zu beenden fühlte sich für mich wie ein Abschied an. Ein Abschied von Sophie und ihrem besonderen Plätzchen, das sie erschaffen hat.

Ich kann dieses Buch jeder empfehlen, die auch schon einmal den Gedanken hatte, einfach alles liegen und stehen zu lassen. Es ist ein so wohltuendes, aber nicht romantisierendes Buch (vielleicht nur ein bisschen 😊). Wenn man diesen Traum schon nicht selbst lebt, kann man ihn zumindest für 340 Seiten mit Sophie leben. Ganz große Leseempfehlung!

Vielen Dank an pola und vorablesen.de für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Gedanken zwischen Stille und Schneeflocken

Drei Tage im Schnee
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Ich bin hin- und hergerissen. Schon die Leseprobe hat meine Neugier geweckt: auf Hannah, die gestresst vom Alltag für drei Tage in eine einsame Hütte inmitten verschneiter Natur flieht, und auf Sophie, ...

Ich bin hin- und hergerissen. Schon die Leseprobe hat meine Neugier geweckt: auf Hannah, die gestresst vom Alltag für drei Tage in eine einsame Hütte inmitten verschneiter Natur flieht, und auf Sophie, das Mädchen, das sie dort immer wieder besucht. Ich freute mich auf Begegnungen, Gespräche und kleine, feine Erlebnisse. Und ja, das eine oder andere davon gab es. Es war nett zu lesen, ruhig und sanft.

Und doch fühlte es sich für mich an manchen Stellen so an, als würde mich jemand ununterbrochen vollreden. Hannah reflektiert viel: über ihr Leben, ihren Alltag, über das, was war und was noch kommen könnte. Sophie stellt Fragen, die zum Nachdenken anregen, Fragen, die wunderbar ins Journaling passen würden. Manche davon habe ich mir sogar notiert.

Aber abseits der Gedankenflüsse passierte nicht allzu viel. Ich hatte keine große Action erwartet, das braucht so ein Buch auch gar nicht. Doch ein, zwei greifbare Momente mehr zwischen Hannah und Sophie hätten der Geschichte gutgetan.

Und trotzdem: Ich weiß, dass Bücher manchmal einfach den richtigen Moment brauchen. Vielleicht war jetzt nicht meine Zeit für „Drei Tage im Schnee“. Deshalb bekommt das Buch einen besonderen Platz in meinem Bücherregal, griffbereit für später. Irgendwann, vielleicht an einem stillen Wintertag, wenn draußen Schneeflocken tanzen, werde ich es noch einmal zur Hand nehmen. Mit einem weißen Kakao und ein paar Haferkeksen.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Meine Mutter – ein bewegendes Familienporträt

Meine Mutter
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Bettina Flitner erzählt in ihrem Buch „Meine Mutter“ vom Leben ihrer Mutter, mit all seinen Höhen und Tiefen. Mir war bewusst, dass es keine leichte Lektüre sein würde, denn schon vor dem Lesen wusste ...

Bettina Flitner erzählt in ihrem Buch „Meine Mutter“ vom Leben ihrer Mutter, mit all seinen Höhen und Tiefen. Mir war bewusst, dass es keine leichte Lektüre sein würde, denn schon vor dem Lesen wusste ich, dass sich ihre Mutter das Leben genommen hat.

An was ich nicht gedacht habe: dass man beim Lesen in die Kriegszeit eintaucht. Die Familie lebt damals im letzten Eck des Deutschen Reiches, im heutigen Polen. Lange Zeit führt sie dort ein gutes Leben, auch noch während der ersten Kriegsjahre. Doch schließlich ändert sich alles. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, um nicht zu spoilern.

Bettina Flitner ist an die Orte gereist, an denen ihre Mutter lebte, und tief in die Familiengeschichte eingetaucht. Sie erzählt klar, anschaulich und nimmt mich als Leserin vollkommen mit hinein. Ich konnte die Orte, Häuser und Menschen lebhaft vor meinen Augen sehen. Besonders die Kindheit der Mutter hat mich sehr berührt und zum Nachdenken gebracht.

Die Passagen über die junge Erwachsene hingegen haben mich manchmal die Haare raufen lassen, vielleicht auch deshalb, weil ich eigene Gedankenkarusselle und graue Tage kenne. Und wieder brachte mich Bettina Flitner zum Nachdenken: Wie lebt man ein Leben, das nicht den eigenen Vorstellungen entspricht? Wie kann man weitergehen, ohne daran zu zerbrechen?

Sehr eindrucksvoll wechselt die Autorin zwischen Vergangenheit und Gegenwart, indem sie von ihren eigenen Recherchereisen und Gedanken berichtet. So verwebt sie Familiengeschichte, Zeitgeschichte und persönliche Reflexion miteinander.

Ein intensives, bewegendes Buch, das mich noch lange begleiten wird.
Eine große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Zwischen Dunkel und Hell: ein Buch, das berührt.

feeling lost (and other weird feelings)
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Vanessa Ihmann nimmt uns in ihren Texten mit auf ihre Reise durch die Depression: mit all den Gedankenkarussellen, Stimmungen und Zweifeln, die dazugehören. Sie zeigt, wie Beziehungen sich verändern können, ...

Vanessa Ihmann nimmt uns in ihren Texten mit auf ihre Reise durch die Depression: mit all den Gedankenkarussellen, Stimmungen und Zweifeln, die dazugehören. Sie zeigt, wie Beziehungen sich verändern können, wie schwer Loslassen ist, und doch, wie wichtig es für die mentale Gesundheit sein kann. In ihren poetischen Texten setzt sie sich intensiv mit sich selbst, ihrem Umfeld, der Gesellschaft und den Erwartungen auseinander.

Schon beim ersten Aufschlagen hat mich dieses Buch beeindruckt. Der Bucheinband ist hochwertig gestaltet: zarte Pflanzenmotive, das Spiel von Dunkel und Hell. Es passt einfach gut zum Inhalt. Auf manchen Seiten sind nur drei, vier Zeilen gedruckt. Wie es bei poetischen Texten oft der Fall ist. Und doch reichen diese wenigen Zeilen völlig aus. Das macht diese Art von Text so besonders. Anfangs war ich unsicher, wie ich die fast leeren Seiten mit nur wenigen Zeilen finden sollte. Platzverschwendung? Doch bald habe ich gemerkt, dass gerade dieser Raum den Texten und Gedanken Tiefe verleiht. Es sind oft die Leerzeichen und Zwischenräume, die etwas mit einem machen – die berühren.

„feeling lost“ ist kein Buch, das man in einem Zug durchliest. Es ist ein Buch, das Zeit und Raum braucht. Für mich ist es keines, das im Bücherregal verschwindet, sondern griffbereit bleibt, auf dem Wohnzimmertisch oder am Nachtkästchen. Immer wieder möchte ich es aufschlagen, einen Text lesen und wirken lassen.

Die poetischen Texte von Vanessa Ihmann sprechen mich sehr an. Sie beschönigt nichts, sondern teilt ihre Gedanken ehrlich und authentisch. Im Laufe des Lesens wird spürbar, dass sie auch die schlechten Tage akzeptiert, auch wenn die guten nach und nach mehr Raum gewinnen. Diese Haltung, Akzeptanz und Selbstakzeptanz, hat sie mir als Leserin mitgegeben.

Oft habe ich mich in einzelnen Zeilen wiedergefunden, habe mir Sätze herausgeschrieben, die sich ganz nach mir anfühlen, obwohl sie aus einer anderen Feder stammen. Manche Texte haben mich sogar dazu angeregt, selbst zum Stift zu greifen und meine eigenen Gedanken aufzuschreiben.

„feeling lost“ ist für mich ein sehr persönliches, berührendes und wertvolles Buch. Ich kann es mir sehr gut als Geschenk vorstellen. Für Menschen, die diese Worte gerade brauchen. Schön finde ich zudem, dass es wahrscheinlich auch Jugendliche anspricht. Das ist sicher sehr wertvoll und wichtig.

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Wenn ein Buch nach Sommer, Fluss und Freundschaft schmeckt …

Ja, nein, vielleicht
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Oh, dieses Buch! Das Lesen war wie ein paar Tage Urlaub bei einer sehr guten Freundin: ausschlafen, gemütlich vor dem Haus unter dem Sonnenschirm frühstücken, gemeinsam am Fluss chillen und dabei ganz ...

Oh, dieses Buch! Das Lesen war wie ein paar Tage Urlaub bei einer sehr guten Freundin: ausschlafen, gemütlich vor dem Haus unter dem Sonnenschirm frühstücken, gemeinsam am Fluss chillen und dabei ganz viel quatschen.

Ob mir das Buch gefallen hat? Ja, nein, vielleicht … Eindeutig: Jaaaa!

Die Protagonistin lebt teils in einem gemütlichen, schon etwas in die Jahre gekommenen Haus am Land, teils in einer Single-Wohnung in Wien. Die Zwillinge sind aus dem Haus, und auch der Mann hat sich in Luft aufgelöst. Sie ist zufrieden mit ihrem Leben, es fehlt ihr an nichts.

Doch dann beginnt alles mit einem wackeligen, schmerzenden Zahn, und das Gedankenkarussell fängt an, sich zu drehen: Gedanken übers Älterwerden, Sorgen um eine Schwester, die plötzlich ihre Wohnung in Beschlag nimmt, Überlegungen, ob sie mit ihrem nach Jahren wiedergetroffenen Jugendgspusi eine Beziehung eingehen sollte, und nebenbei die Hochzeitsplanung ihrer besten Freundin.

Doris Knecht erzählt all das in einem sehr unterhaltsamen Ton. Es fühlte sich an, als würde ich mit der Protagonistin Sommertage verbringen, während sie mir von all ihren Gedankengängen erzählt. Viele davon konnte ich gut nachvollziehen, nicht zuletzt, weil auch in meinem Kopf immer wieder Gedankenkarusselle am Werk sind.

Ich habe das Schwimmen im Stausee, das Chillen am Fluss und die Hunderunden im Wald genossen. Gegen Ende des Buches habe ich sehr mit ihr mitgefiebert. Verraten, worum es ging, werde ich allerdings nicht.
Ach ja, und dann gab es auch noch einen kurzen gedanklichen Ausflug zu Ingeborg Bachmann, das habe ich besonders geliebt.

Also, ihr seht schon: ganz große Leseempfehlung!
Eine richtig schöne Sommerlektüre.

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