Cover-Bild Meine Mutter
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 04.09.2025
  • ISBN: 9783462008494
Bettina Flitner

Meine Mutter

Roman

Als Bettina Flitner für eine Lesung aus ihrem Buch »Meine Schwester« nach Celle zurückkehrt – dorthin, wo vor 40 Jahren ihre Mutter beerdigt wurde –, springen sie mit unerwarteter Heftigkeit Fragen an, die sie lange von sich fern gehalten hatte: Fragen nach dem großen Unglück im Leben ihrer Mutter und nach einer Familienkatastrophe in einer fernen Zeit und in einem fernen Land. 

Und so begibt sich Bettina Flitner auf eine Reise voller Überraschungen und Entdeckungen in den Luftkurort Wölfelsgrund im ehemaligen Niederschlesien, dem heutigen Międzygórze, wo ihre Vorfahren bis zur dramatischen Flucht 1946 ein Sanatorium besessen und geleitet haben. Aus den Erlebnissen ihrer Reise ins heutige Polen, den Tagebüchern und Dokumenten ihrer Familienmitglieder und ihren eigenen Erinnerungen an das Leben ihrer Mutter erschafft Bettina Flitner nicht weniger als ein literarisches Meisterwerk, einen hochspannenden Familienroman, der zugleich eine nachgetragene Versöhnung mit der eigenen Mutter ist und die erlösende Kraft des Erinnerns und des genauen Erzählens demonstriert.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.09.2025

Familiengeschichte, Aufarbeitung und Zeitzeugnis

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"Stiller Gruß, lebe wohl, Ruhe in Frieden. Wie soll kann ein Gruß sein? Kann man noch Wohlleben, wenn man tot ist? Und kann man in Frieden ruhen, wenn man sich im Badezimmer erhängt hat?"

Ich lese sehr ...

"Stiller Gruß, lebe wohl, Ruhe in Frieden. Wie soll kann ein Gruß sein? Kann man noch Wohlleben, wenn man tot ist? Und kann man in Frieden ruhen, wenn man sich im Badezimmer erhängt hat?"

Ich lese sehr gern Bücher, die sich mit der eigenen Identität beschäftigen. Dazu gehört oft, sich den Schatten der Vergangenheit zu stellen, die eigene Familiengeschichte aufzuarbeiten.

Bettina Flitner tut dies in 'Meine Mutter'. Der Suizid ihrer Mutter liegt mehrere Jahrzehnte zurück, aber Bettina Flitner schreibt, als wäre die Mutter erst kürzlich gegangen. Wir tauchen beim Lesen tief in die Vergangenheit ein. Dieses Buch ist mehr als eine Mutter-Tochter-Geschichte. Es ist ein Zeitzeugnis, ein Familiendrama, ein Gesellschaftsportrait.

Nach wenigen Seiten, war ich vollkommen eingenommen, auch wenn sich das Leid durch die Seiten zieht, ist da neben der Melancholie noch so viel mehr. Obwohl das Buch eher ruhig daher kommt, spürte ich beim Lesen ein ständiges Pulsieren und war stark bewegt.

Bettina Flitners Schreibstil fesselt und 'Meine Mutter' ist eines dieser Bücher deren Inhalt lange in meinem Kopf bleiben wird.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Meine Mutter – ein bewegendes Familienporträt

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Bettina Flitner erzählt in ihrem Buch „Meine Mutter“ vom Leben ihrer Mutter, mit all seinen Höhen und Tiefen. Mir war bewusst, dass es keine leichte Lektüre sein würde, denn schon vor dem Lesen wusste ...

Bettina Flitner erzählt in ihrem Buch „Meine Mutter“ vom Leben ihrer Mutter, mit all seinen Höhen und Tiefen. Mir war bewusst, dass es keine leichte Lektüre sein würde, denn schon vor dem Lesen wusste ich, dass sich ihre Mutter das Leben genommen hat.

An was ich nicht gedacht habe: dass man beim Lesen in die Kriegszeit eintaucht. Die Familie lebt damals im letzten Eck des Deutschen Reiches, im heutigen Polen. Lange Zeit führt sie dort ein gutes Leben, auch noch während der ersten Kriegsjahre. Doch schließlich ändert sich alles. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, um nicht zu spoilern.

Bettina Flitner ist an die Orte gereist, an denen ihre Mutter lebte, und tief in die Familiengeschichte eingetaucht. Sie erzählt klar, anschaulich und nimmt mich als Leserin vollkommen mit hinein. Ich konnte die Orte, Häuser und Menschen lebhaft vor meinen Augen sehen. Besonders die Kindheit der Mutter hat mich sehr berührt und zum Nachdenken gebracht.

Die Passagen über die junge Erwachsene hingegen haben mich manchmal die Haare raufen lassen, vielleicht auch deshalb, weil ich eigene Gedankenkarusselle und graue Tage kenne. Und wieder brachte mich Bettina Flitner zum Nachdenken: Wie lebt man ein Leben, das nicht den eigenen Vorstellungen entspricht? Wie kann man weitergehen, ohne daran zu zerbrechen?

Sehr eindrucksvoll wechselt die Autorin zwischen Vergangenheit und Gegenwart, indem sie von ihren eigenen Recherchereisen und Gedanken berichtet. So verwebt sie Familiengeschichte, Zeitgeschichte und persönliche Reflexion miteinander.

Ein intensives, bewegendes Buch, das mich noch lange begleiten wird.
Eine große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Dramatische Familiengeschichte

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Der Schreibstil von Bettina Flitner ist wieder großartig, sehr flüssig und packend. Ihr Erzählstil ist gefühlvoll und gut zu lesen.
Das schlichte schwarz-weiß Cover wirkt emotional und passt gut zum Thema.

Bettina ...

Der Schreibstil von Bettina Flitner ist wieder großartig, sehr flüssig und packend. Ihr Erzählstil ist gefühlvoll und gut zu lesen.
Das schlichte schwarz-weiß Cover wirkt emotional und passt gut zum Thema.

Bettina Flitner ist für eine Lesung ihres Buches "Meine Schwester" nach Celle gekommen. Dort wurde ihre Mutter vor 40 Jahren beerdigt, als sie mit 47 Jahren Suizid begangen hat. Nun möchte Bettina doch Antworten auf die offenen Fragen zu dem Suizid ihrer Mutter erhalten. Auch schon ihre Urgroßeltern haben Suizid begangen, ebenso Bettinas Schwester vor einigen Jahren.
So begibt sie sich auf Spurensuche nach Wölfelsgrund im damaligen Niederschlesien, Recherche mit Aufzeichnungen ihres Großvaters und Vaters, Tagebüchern, Briefen und Fotos. Die Familiengeschichte reicht bis zum Jahr 1884 zurück. Sie erzählt sie im Wechsel von der Vergangenheit und Gegenwart.

Ein gelungener Biografie-Roman voller Geheimnisse und Emotionen, der feinfühlig, aber schonungslos geschrieben ist und mich tief berührt hat.
Ein schweres Thema, das zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Sehr wertvoll!

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In diesem Roman erzählt die Autorin Bettina Flitner ihre eigene Geschichte: Meine Mutter. Die Mutter hat vor 40 Jahren ihr Leben durch einen Suizid beendet. Das war im Leben von Bettina Flitner ganz in ...

In diesem Roman erzählt die Autorin Bettina Flitner ihre eigene Geschichte: Meine Mutter. Die Mutter hat vor 40 Jahren ihr Leben durch einen Suizid beendet. Das war im Leben von Bettina Flitner ganz in den Hintergrund getreten. Erst als sie im Rahmen einer Lesung zum Buch 'Meine Schwester' auf den Friedhof gefahren ist, sind viele Fragen aufgekommen. Die Autorin nimmt uns mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Wir lesen von den Großeltern und Urgroßeltern in Wölfelsgrund in Schlesien. Was das Leben dort mit sich gebracht hat. Die Flucht aus Wölfelsgrund nach Celle. Wie sich damals keiner für sie als Menschen interessiert hat, sie waren die Flüchtlinge, die nichts hatten.

Wir lesen von der Mutter, wie sie selber ihr Leben doch so anders als das ihrer Mutter gestalten wollte.

Ich finde es sehr gelungen, wie hier eine tatsächliche Familiengeschichte erzählt wird. Die Geschichte hat mich sehr mitgenommen. Ich finde es sehr wichtig, dass gerade hier - zum Thema Suizid - darüber geschrieben wird, dass versucht wird herauszufinden warum so etwas geschehen konnte. ... und sehr wichtig, dass darüber geschrieben, gelesen und gesprochen wird!

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Bewegende und fesselnde Familiengeschichte

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In ihrem vielbeachteten, im Jahr 2022 erschienenen Buch "Meine Schwester", widmet sich Bettina Flitner dem Leben ihrer Schwester, die 2017 freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Nun hat der Verlag Kiepenheuer ...

In ihrem vielbeachteten, im Jahr 2022 erschienenen Buch "Meine Schwester", widmet sich Bettina Flitner dem Leben ihrer Schwester, die 2017 freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Nun hat der Verlag Kiepenheuer & Witsch "Meine Mutter", das neue Werk der Autorin, veröffentlicht, in dem diese nicht nur den Selbstmord ihrer Mutter thematisiert, sondern auch - basierend auf zahlreichen Gesprächen und schriftlichen Erinnerungen ihres Vaters, des Großvaters, der Urgroßmutter und einer Großtante sowie Briefen und Zeitdokumenten - die Geschichte ihrer Familie erzählt. 

Die Ich-Erzählerin Bettina befindet sich anlässlich einer Lesereise in Celle, dem Ort, in dem sie aufgewachsen ist, und sucht spontan den Friedhof auf, auf dem vor 40 Jahren ihre Mutter Gisela, als Kind "Gila" genannt, beigesetzt wurde. Ein Sparbuch und ihr bisher unbekannte Fotos, die kurz vor dem Suizid ihrer Mutter entstanden sind, veranlassen sie dazu, über sie nachzudenken. Wer war ihre Mutter, und warum hat sie sie vergessen? Sie beschließt, sich auf Spurensuche zu begeben und nach Wölfelsgrund im damaligen Niederschlesien zu fahren, wo Gisela 1936 geboren wurde und bis 1946 lebte ...

Bettina Flitners Roman führt uns zurück bis ins Jahr 1884, als ihr Ururgroßvater Heinrich im Luftkurort Wölfelsgrund, am Fuß des Riesengebirges, ein Sanatorium für Nervenkranke errichtete. Im benachbarten Doktorhaus lebte Urgroßvater Richard mit seiner Frau Elfriede und den fünf Kindern, später Bettinas Großvater Api und die Großmutter Ami mit ihren sechs Kindern. Eines der Kinder war Gisela, die Mutter der Autorin. Als Folge des Zweiten Weltkriegs musste die Familie 1946 ihre Heimat verlassen und baute sich in Westdeutschland ein neues Leben auf.

Die Geschichte ist in beeindruckend schöner Sprache auf mehreren, sich abwechselnden Zeitebenen erzählt und liest sich sehr flüssig. Nach und nach blättert sich die Vergangenheit einer Familie auf, in der es über mehrere Generationen Höhen und Tiefen gab - und mehrere Selbsttötungen. Wir lernen die kleine Gila kennen, die bereits früh mit den Familientragödien konfrontiert wird, und wir erleben die erwachsene Gisela, die mit 21 Jahren den Juristen Hugbert heiratet. Das Paar bekommt zwei Töchter, doch die Ehe ist nicht glücklich. Hugbert hat das Gefühl, nicht mit Gisela reden zu können, es ist keine Beziehung auf Augenhöhe. Es gibt Affären und Streitigkeiten, und Gisela leidet zunehmend unter schweren Depressionen. Glücklich ist sie immer dann, wenn sie allein nach Sylt fahren kann. 

Ich habe das Buch sehr gern gelesen, es hat mich fasziniert, berührt und betroffen gemacht. Sehr gut gefallen hat mir, dass Bettina Flitner eine eher sachliche Erzählweise gewählt hat. Sie stellt Fragen, aber sie erhebt keine Vorwürfe, keine Schuldzuweisungen. Manches ist fast nüchtern erzählt, und doch sind ihre Ausführungen sehr bewegend. 

Die Thematik der Vertreibung durch die Russen und das polnische Militär war mir bisher nur oberflächlich bekannt. Die Familie der Autorin musste innerhalb von 24 Stunden ihre Heimat verlassen und die beschwerliche 18-tägige Reise antreten, die sie durch zerbombte Städte und zerstörte Landschaften nach Celle führte. Diese Folgen des Zweiten Weltkriegs bekamen damals sehr viele Menschen zu spüren, allein aus Schlesien sind nach Kriegsende mehr als drei Millionen Menschen geflohen bzw. wurden vertrieben.

Absolute Leseempfehlung für das mit großer Offenheit verfasste sehr persönliche Buch, in dem die Autorin ihre Familiengeschichte verarbeitet und einen Weg gefunden hat, sich nachträglich mit ihrer Mutter auszusöhnen.

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