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Veröffentlicht am 23.04.2018

Gelungene Fortsetzung der Wikinger-Saga

Herrscher des Nordens - Odins Blutraben
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Ulf Schiewe ist einer meiner Lieblingsautoren historischer Romane. Im Moment lese ich die Wikinger Saga, deren dritter Band demnächst erscheinen wird (Feb. 2018). Im Mittelpunkt steht Harald, der Bruder ...

Ulf Schiewe ist einer meiner Lieblingsautoren historischer Romane. Im Moment lese ich die Wikinger Saga, deren dritter Band demnächst erscheinen wird (Feb. 2018). Im Mittelpunkt steht Harald, der Bruder von Olaf, König von Norwegen. Olaf hat bei dem Versuch, seinen Thron wieder zu erlangen, in der Schlacht von Stikla Stad sein Leben verloren und so soll sein minderjähriger Sohn Magnus neuer Regent werden. Harald als Onkel und Beschützer von Magnus haben Schutz bei den Rus gefunden. Nach einigen Jahren schickt Jarisleif Harald nach Kiew, das von den Petschtenegen bedroht wird. Auch andere Überraschungen erwarten Harald dort.

Meine Meinung:
Der zweite Band der Trilogie lässt sich ohne Vorkenntnisse sicherlich lesen, aber sicherlich will man wissen, wie alles begann. Die Trilogie ist schließlich auch eine Art Biografie des Lebens der realen Figur, des späteren König Haralds von Norwegen.
Natürlich findet man manches über Harald im Internet. Ulf Schiewes Recherchen gehen aber weiter und tiefer. Und wo die Literatur nicht ausreichend war, gab es die künstlerische Freiheit. Einige Figuren sind fiktiv, aber viele Personen gab es tatsächlich.
Viele Einzelheiten von Burgen, Kleidung, Militärausrüstung konnte ich mir gut vorstellen und gerade diese Details geben dem Buch Würze. Wie die Wikinger Schiffe von Fluss zu Fluss transportierten ist sehr beeindruckend.

Harald entwickelt sich in diesem Buch weiter. Er ist jetzt erwachsen. Seine Entscheidungen gefallen nicht jedem, er ist sicherlich auch kein einfacher Mann, aber mir dennoch sympatisch. Gerne hätte ich ihm den Schicksalsschlag erspart, aber sonst wäre er sicherlich nicht nach Konstantinopel gekommen.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger, aber ich bin zuversichtlich, dass Harald auch diese Aufgabe bewältigen wird. Der Folgeband ist ja schon angekündigt und dann werden alle Fragen beantwortet sein.

Von mir gibt es für diesen ausgezeichneten historischen Schmöker 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 23.04.2018

Auf dem Totenberg

Auf dem Totenberg
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Nach dem Leichenfund in einem Waldstück tappen die Kripobeamten Max Leitner und Tobias Heuward lange Zeit im Dunkeln. Erst ihre Hartnäckigkeit lässt sie die Lösung finden, die eine Bezug zu einem weiteren ...

Nach dem Leichenfund in einem Waldstück tappen die Kripobeamten Max Leitner und Tobias Heuward lange Zeit im Dunkeln. Erst ihre Hartnäckigkeit lässt sie die Lösung finden, die eine Bezug zu einem weiteren Verbrechen offenbart.

Meine Meinung:
"Auf dem Totenberg" ist der Debütroman von Dirk M. Staats. Sehr angetan war ich von den verschiedenen Zeitebenen, in denen das Buch spielt. Jedes Kapitel ist überschrieben mit Orts- und Zeitangabe, die in der Gegenwart noch genauer hätten sein dürfen. Wieviele Zeit bei den Ermittlungen in der Gegenwart vergeht, bekommt man nur so am Rande mit. In den ersten Kapiteln werden die Protagonisten vorgestellt, von denen einer gleich verstirbt, bei den anderen weiß man noch nicht, wo es enden wird.
Die Kriminaler ermitteln hartnäckig, auch wenn ihnen Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Die beiden machen ihre Arbeit, bleiben sonst aber wenig im Gedächtnis. Eher schon das andere Mordopfer bzw. ein Frauenduo.
Insgesamt habe ich gerne mitgerätselt und wurde durch die eine oder andere Wendung überrascht, vergebe aber dennoch nur 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 23.04.2018

Protestantismus vs. Katholizismus

Das Fundament der Ewigkeit
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Hatten mich die beiden Vorgängerbücher schon in ihren Bann gezogen, tat es "A Column of Fire" auf andere Art und Weise.
Während es bei den Vorgängerbänden mehr um mittelalterliche Lebensweise ging, den ...

Hatten mich die beiden Vorgängerbücher schon in ihren Bann gezogen, tat es "A Column of Fire" auf andere Art und Weise.
Während es bei den Vorgängerbänden mehr um mittelalterliche Lebensweise ging, den Bau der Kathedrale und geniale Baumeister, ist das neue viel politischer. Die Bücher sind völlig unabhängig voneinander.
Als Nachfolgerin von Heinrich VIII, der sich von Rom losgesagt und die anglikanische Kirche gegründet hatte, ist seine Tochter Maria Tudor Königin von England. Sie ist überzeugte Katholikin und lässt Protestanten, die ihren Glauben leben, verbrennen.
Ned Willard, der in Kingsbridge mit seiner Mutter, einer Kauffrau lebt, erfährt die Repressalien auf sehr drastische Weise. Seine geliebte Margery darf nur einen Katholiken heiraten und das Geschäft seiner Mutter wird in den Ruin getrieben. Ned setzt alles auf die Nachfolgerin von Maria Stuart, Elizabeth, die Religionsfreiheit will.
Der Streit um die wahre Religion ist der rote Faden im Buch und findet nicht nur in England, sondern in ganz Europa statt.
Die verschiedenen Schauplätze fand ich sehr gut eingebunden, z. B. die Bartholomäusnacht in Paris und die Hugenottenverfolgung.
Mit den Protagonisten habe ich gerne mitgefiebert und bin froh, in einem Land leben zu können, das christliche Meinungsverschiedenheiten friedlich austragen will. Ein bisschen gewundert hat mich, dass der Name Martin Luther nie erwähnt wird, immerhin taucht Calvin auf.
Alles in allem ist auch dieses Buch wieder ein Muss für Ken Follett Fans bzw. Geschichtsinteressierte und auch auf Englisch gut zu lesen.

Veröffentlicht am 23.04.2018

Kein Null-Acht-Fünfzehn Jugendbuch

Wie die Sonne in der Nacht
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Ein etwas anderes Jugendbuch ist "Wie die Sonne in der Nacht" von Antje Babendererde. Die Autorin hat bereits viele Bücher geschrieben, die mir von einer Freundin empfohlen worden sind. Als nun das neueste ...

Ein etwas anderes Jugendbuch ist "Wie die Sonne in der Nacht" von Antje Babendererde. Die Autorin hat bereits viele Bücher geschrieben, die mir von einer Freundin empfohlen worden sind. Als nun das neueste Buch als Hörbuch erschien, konnte ich nicht widerstehen und ließ mich entführen in eine ganz andere Welt. Eine Welt, in der Zeit und Raum eine ganz andere Bedeutung haben. Die Welt der Pueblo-Indianer in New Mexiko

Marie Johanna, genannte Mara aus Erfurt hat ihr Auslandjahr in Taos, New Mexiko fast hinter sich. Sie hat sich schon in Erfurt für andere Dinge als ihre gleichaltrigen Freundinnen interessiert und hat mit ihrem Freund Nils lieber Umweltschutzaktionen durchgeführt als sich die Nägel lackiert.
Gerade mit diesem Nils wollte sie auf das Haus ihrer Gastfamilie aufpassen, während diese in Paris Urlaub machten. Aber dann kommt alles anders als gedacht und Mara findet einen sprachlosen, jungen Mann am Straßenrand und sich bald in einer ganz anderen Welt wieder...

Meine Meinung:
Schnell habe ich mich eingehört in das Hörbuch. Die beiden Sprecher wechseln sich ab, um die Erzählperspektive Mara bzw. Kayemo einzunehmen. Beide Stimmen gefielen mir gut, die weibliche passte noch ein wenig besser als die männliche.
Mara ist auf jeden Fall eine sehr engagierte Heldin, die manchmal Grenzen überschreitet und dann auch in Gefahr gerät. Auf jeden Fall hat sie das Herz am rechten Fleck und in Kayemo einen guten Helfer - wie auch umgekehrt. Spannend ist es, wie sich die Liebe zwischen den beiden aller Widerstände zum Trotz entwickelt.
Die Hörbuchfassung ist gegenüber dem Buch gekürzt worden, was zu Fehlern in kleinen Details geführt hat. Dem Hörerlebnis tut das aber keinen Abbruch.
Die Welt der Pueblo-Indiander und die Konflikte mit der Lebensweise der Weißen wurde sehr gut dargestellt. Auch die Problematik im Umgang mit physischen und psychischen Krankheiten ist eine weiterer Pluspunkt in diesem Buch.
Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ob die Leseempfehlung (ab 12 Jahren) passt, weiß ich nicht genau, ich würde es eher ab 14 empfehlen.

Veröffentlicht am 23.04.2018

Abschluss der Trilogie

Herrscher des Nordens - Die letzte Schlacht
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Nahtlos an den Vorgängerband anschließend, ist Harald Hadrada im dritten Teil der Trilogie "Herrscher des Nordens" noch in Byzanz und bereitet die Erstürmung zur Befreiung der ehemaligen Kaiserin Zoe vor. ...

Nahtlos an den Vorgängerband anschließend, ist Harald Hadrada im dritten Teil der Trilogie "Herrscher des Nordens" noch in Byzanz und bereitet die Erstürmung zur Befreiung der ehemaligen Kaiserin Zoe vor. Nach vollbrachter Tat ist er ein gefeierter Held, muss aber später wieder Rückschläge hinnehmen und entschließt sind, in den Norden zurückzukehren. Doch was erwartet ihn dort? Lebt seine Mutter noch? Wie wird ihn Magnus, sein Neffe und jetztiger König von Norwegen aufnehmen?

Meine Meinung
Dieser Abschluss der Trilogie ist natürlich ein Muss. Wieder gelingt es Ulf Schiewe einen Roman um die historischen Tatsachen herum zu schreiben, dass Geschichte lebendig wird. Klar, dass es dabei die eine oder andere zusätzliche Person gibt, die nicht historisch belegt ist, die aber für den Fortgang der Handlung wichtig ist.
Die Trilogie ist eine Biografie von Harald Hadrada. Eckdaten seines Lebenslaufes kann man im Internet finden, hier aber in dem Buch lebt Harald mit all seinen Stärken und Schwächen.
Die Entscheidungen, die er trifft sind doch sehr menschlich und über mögliche Nebenwirkungen macht er sich wenig Gedanken.
Gerade die Rückkehr nach Norwegen hat mir sehr gut gefallen, werden doch hier ein paar Kreise geschlossen.
Ich hätte Harald einen ruhigen Lebensabend im Kreise seiner Familie gegönnt, aber das wollte er nicht. Ehrlich gesagt, war ich dann ganz froh, dass die Schlachten endlich ein Ende hatten.
Das Personenverzeichnis aus den Vorgängerbänden wurde wieder erweitert und nimmt eine Einteilung in historische und fiktive Personen vor.
Von mir bekommt das Buch noch 5 Sterne.