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Veröffentlicht am 18.09.2021

Ein Kater, ein Mistkäfer – pardon: Skarabäus und ein verschwundenes Amulett im Pharaonenpalast – ein Detektivroman voller Humor und Wärme

Ein Fall für Katzendetektiv Ra Das verschwundene Amulett
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Kater Ra - faul, verwöhnt, verfressen und seines Zeichens Pharaos Lieblingstier – liegt am liebsten den lieben langen Tag in der Sonne Ägyptens, im Hof des Palasts seines Pharaos und interessiert sich ...

Kater Ra - faul, verwöhnt, verfressen und seines Zeichens Pharaos Lieblingstier – liegt am liebsten den lieben langen Tag in der Sonne Ägyptens, im Hof des Palasts seines Pharaos und interessiert sich für nichts, außer dafür, wann ihm die nächste Mahlzeit kredenzt wird. Selbst das verschwundene Amulett und die Tatsache, dass das kleine Mädchen Tedimut beschuldigt wird, es gestohlen zu haben, kratzt ihn anfangs nur wenig. Bis sein bester Freund, Skarabäus Khepri, ihm das ganze schmackhaft macht, in dem er ihm Honig ums Maul schmiert, welches noch größere Ansehen der ohnehin von fast allen verehrte Kater des Pharao damit erreichen könnte. Dann ist da auch noch die gewöhnliche Katze Miu, die ihm einfach keinen Respekt zollt – ihn aber sehr beeindruckt. Zu dritt machen sie sich an die Lösung des Falls und stoßen dabei auf so manche Ungereimtheiten im Palastleben, ebenso wie auf (verdächtige) Tiere und Menschen, die ihnen nicht wirklich wohlgesonnen sind.

Im Ernst: wer kommt auf die Idee, einen Käfer und eine Katze als Ermittlerteam im alten Ägypten auftreten zu lassen? So skurril das ist, so genial ist es! Zumal beide derart liebenswerte Geschöpfe sind, dass einem das Herz aufgeht. Ra – verfressen, faul, von sich überzeugt und neunmalklug – und Khepri – mistkugelliebend, intelligent, empathisch und ein echtes Herzkäferchen. Ein Team aus zwei besten Freunden, das zusammensteht und sich perfekt ergänzt. Die Story ist einfach, aber mit einigem an Hintergrundwissen aus dem alten Ägypten gespickt und daher super interessant. Es wird nie langweilig, ist immer rasant und äußerst amüsant und die Auflösung des Falles war zumindest für mich nicht wirklich vorhersehbar. Die Charaktere sind allesamt bildhaft beschrieben, jeder hat seinen eigenen Charakter, der wunderbar hervorkommt und die Geschichte zu einem Erlebnis macht. Ich spürte förmlich die Sonne Ägyptens auf mich herunterbrennen und hatte den Pharaopalast vor Augen. Was sicher auch zum Teil an den vielen, sehr schönen SW-Zeichnungen liegt, die über das gesamte Buch verteilt sind.

Ich freue mich mega auf die Fortsetzung, die voraussichtlich im Frühjahr 2022 erscheint und die ich mir keinesfalls entgehen lasse. Ich möchte auf jeden Fall mehr vom frechen, coolen, verfressenen Ra und seinem Freund, dem schlauen, herzensguten Khepri lesen.

Fazit: ein Abenteuer/Katzenkrimi im alten Ägypten mit viel Humor, Spannung, interessanten Fakten und ganz viel Spaß für Kinder und Junggebliebene jeden Alters.

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Veröffentlicht am 17.09.2021

Ein etwas anderes Katzenbuch – Mischung aus Sachbuch und Biografie

Pfoten vom Tisch!
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Neben vielen autobiografischen Erzählungen rund um die eigenen Katzen erfährt man hier auch einiges Grundlegendes generell über Katzenhaltung, das Leben mit Katzen und auch über diverse Katzenrassen und ...

Neben vielen autobiografischen Erzählungen rund um die eigenen Katzen erfährt man hier auch einiges Grundlegendes generell über Katzenhaltung, das Leben mit Katzen und auch über diverse Katzenrassen und deren Eigenarten. Man hat hier also ein Sachbuch vor sich, aber auch sehr wohl eine Autobiografie. Eine sehr gute Mischung, wie ich finde. Doch ich bin wohl nicht ganz objektiv, weil ich Herrn Kerkeling einfach schon immer sehr verehre und ihn für einen ganz großartigen Menschen halte. Gewohnt witzig erzählt er katzengeprägte Begegnungen aus seinem Leben, teils sehr persönlich und damit sehr berührend. Schließlich lässt er auch den Verlust des einen oder anderen geliebten Katzentieres dabei nicht außen vor. Die Anekdoten sind großartig, humorvoll, witzig und auf den Punkt. Für meinen Geschmack hätte man den Sachbuchanteil gerne etwas kleiner halten können und auch die Rasseprotraits hätte es für mich nicht gebraucht. Dafür gern mehr und ausführlichere Schilderungen der persönlichen Begegnungen rund um die Katzen – die eigenen und die der anderen. Hier springt einen aus jeder Zeile förmlich die große Katzen- und Tierliebe Kerkelings entgegen, überhaupt seine Liebe zum Leben selbst. Einfühlsam, sehr persönlich, voller Liebe und mit ganz viel Herz.

Fazit: ein Muss für katzenverrückte Menschen und Fans von Kerkelings Schreibe – beides trifft auf mich zu und daher bin ich von dem Buch ziemlich begeistert. Auch mein Mann hat es gelesen und seine Meinung zum Buch stimmt mit meiner überein. Ganz viel Tierliebe zwischen zwei Buchdeckeln.

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Veröffentlicht am 16.09.2021

Entzückendes Such-Buch für die Allerkleinsten

Welches Tier ist anders hier?
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Klappentext:
Alle Frösche sitzen im Teich, alle Hühner legen Eier und alle Häschen fressen Möhren. Ja, wirklich alle? – Nicht ganz! Denn hier tanzt auf jeder Seite ein Tier aus der Reihe. Kannst Du es ...

Klappentext:
Alle Frösche sitzen im Teich, alle Hühner legen Eier und alle Häschen fressen Möhren. Ja, wirklich alle? – Nicht ganz! Denn hier tanzt auf jeder Seite ein Tier aus der Reihe. Kannst Du es finden?

Auf insgesamt 11 Doppelseiten müssen die kleinen Entdecker*innen das Tier finden, welches sich von allen anderen unterscheidet. Neben den Bildern ist auf jeder Doppelseite ein Zweizeiler in Reimform, so dass man weiß, wonach man suchen muss. Beispiel: „Alle Kühe tragen Glöckchen, außer einer, die trägt Söckchen“ oder „Alle kleinen Hunde laufen, doch nur einer macht ´nen Haufen“.

Die lustigen Reime können sich die Kleinen sicher bald merken und mit aufsagen und das genau Hinsehen fördert die Konzentrationsfähigkeit und die Aufmerksamkeit. Das Buch besteht aus abgerundeten, dicken Pappseiten aus unbedenklichen Materialien/geprüfte Sicherheit. Hier können schon die ganz Kleinen spielerisch an Bücher herangeführt werden und dabei mit viel Spaß etwas Lernen.

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Veröffentlicht am 14.09.2021

Wirtschaftskrimi im Berliner Immobilienmilieu – sehr interessant, etwas nüchtern erzählt

Eigenbedarf
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Das alte Ehepaar Szymanski wohnt seit 40 Jahren in der Birkenstraßen in Berlin. Alles ein bisschen heruntergekommen, aber dennoch: ihr Zuhause. Daraus sollen sie nun vertrieben werden. Das komplette Wohnhaus ...

Das alte Ehepaar Szymanski wohnt seit 40 Jahren in der Birkenstraßen in Berlin. Alles ein bisschen heruntergekommen, aber dennoch: ihr Zuhause. Daraus sollen sie nun vertrieben werden. Das komplette Wohnhaus wurde aufgekauft und soll kernsaniert werden. Ziel: Verkauf der Wohnungen als Luxusappartements an zahlungskräftige Kunden. Doch die Szymanskis wollen es nicht so hinnehmen und suchen Hilfe bei der Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen. Das ist eine unkonventionelle Einsatztruppe, die sich für die Wehrlosen und Unschuldigen einsetzt und denen jedes Mittel recht ist – unblutig, aber mit Nachdruck. Die Gesellschaft ist geheim, besteht aus einigen gerechtigkeitsliebenden Menschen – u.a. einem türkischen Ladeninhaber, eine Vorzimmerdame, ein Rentner mit viel Geld, einem Handwerker und so weiter. Gemeinsam schmieden sie einen Plan, wie man den Miethaien das Handwerk legen kann. Nicht immer ganz legal, aber doch sehr kreativ und wirkungsvoll.

Es hat etwas gedauert, bis ich in die Story hineingefunden habe. Der Schreibstil ist sachlich, trocken, streckenweise ein wenig humorvoll. Die Handlung super interessant und spannend. Ich war jedoch von den vielen Charaktere zeitweise überfordert und habe – bis zum Schluss – nicht so recht verstanden, warum dieser oder jener nun überhaupt im Buch vorkam. Denn außer für Verwirrung hat der eine oder andere nicht wirklich zu Handlung beigetragen. Auch waren mir die Figuren selbst zu oberflächlich beschrieben – ich konnte mit keinem so recht warm werden, habe den einen oder anderen oft mal verwechselt, was dann wieder zu Verwirrung führte und die Lesefreude ein wenig schmälerte. Erst, als es dann wirklich ans Eingemachte ging, als die Mitglieder der Gesellschaft endlich anfingen, sich in den Fall hineinzuhängen, wurde es spannend. Die Lösung des Problems war dann sehr kreativ und humorvoll – auch wenn es am Ende jemandem dafür an den Kragen ging.

Für mich waren Figuren und Setting schlicht zu blass, zu wenig individuell, zu gleichförmig. Ein bisschen mehr Ausschmückung und Detailliebe hätte der Story gutgetan. So war es sicher ein guter Wirtschafskrimi mit realem Hintergrund (was mir per se immer gut gefällt) aber mit nur sehr wenig Spannung. Sehr nüchtern erzählt – für meinen Geschmack zu nüchtern. Das Hintergrundwissen rund um die teils schmutzigen Immobiliengeschäfte, die sicher auch in unserem Land Gang und Gäbe sind, ist gut recherchiert und beschrieben. Ein bisschen erzählerischer verpackt, hätte mir der Krimi sicher richtig gut gefallen. So fand ich ihn ein wenig blass, trocken und „unberührend“.

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Veröffentlicht am 13.09.2021

Tiefschwarz, brüllend komisch, berührend - die Geschichte einer Ehe

Barbara stirbt nicht
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Walter Schmidt wacht eines Morgens auf und wundert sich über den fehlenden Duft frisch aufgebrühten Kaffees. Verwirrt steht er auf und findet seine Ehefrau Barbara im Bad liegend vor. Er hilft ihr zurück ...

Walter Schmidt wacht eines Morgens auf und wundert sich über den fehlenden Duft frisch aufgebrühten Kaffees. Verwirrt steht er auf und findet seine Ehefrau Barbara im Bad liegend vor. Er hilft ihr zurück ins Bett, immer in dem Glauben, sie müsse sich nur ein bisschen ausruhen, dann wird sie wieder gesund. Doch Barbara steht nicht mehr auf. Das bedeutet: Herr Schmidt ist ab sofort für den Haushalt verantwortlich. Da er bisher noch nie auch nur einen kleinen Finger gerührt hat (schließlich war Barbara immer die Hausfrau und Mutter), wird er vor diverse Probleme gestellt wie z.B. wie kocht man Kaffee? Was bekommt der Hund zu fressen? Was und wie koch ich für uns? Genervt und grantig versucht er sein Bestes und stößt dabei mit so manchen seiner Mitmenschen zusammen. Eines Tages entdeckt er über Barbaras Account die Facebook-Seite von TV-Koch Medinski und gibt dort in den Kommentaren seine Fragen ein, wie man was kocht, welche Zutaten benötigt werden etc. Durch die vielen Antworten beginnt sein neuer Lebensabschnitt als Koch der Familie. Die ehemalige Bäckereiverkäuferin Luna, die er kurzerhand in Heike umbenennt (wer heißt denn bitte schon Luna?) stellt er als Pflegekraft und Haushaltshilfe ein. Er weigert sich strikt anzuerkennen, dass Barbara wohl nie mehr aufstehen wird und gerät so auch mit seinen Kindern immer wieder in Konflikt. Im Lauf dieser anstrengenden, aber auch erhellenden Zeit wird Herrn Schmidt so manches über sich, über Barbara, über die Familie, die Liebe und Freundschaften klar.

Was für ein grantiger, unfreundlicher, egoistischer, unangenehmer, voreingenommener Macho! Herr Schmidt ist der Anti-Held par excellence! Wie die Autorin in ihrem sachlichen, trockenen und wunderbar fesselnden Schreibstil beschreibt, wie Herr Schmidt so völlig auf dem Schlauch steht, was Haushalt & Co betrifft, wie er voller Abneigung in den Austausch mit seinen Mitmenschen geht, weil sich das einfach mal nicht vermeiden lässt, wie er dann kleine Erfolge erlebt, was seine Kochkünste betrifft und wie er sein Familienleben bisher wahrgenommen hat und wie das im Gegensatz seine Kinder taten… hervorragend! Von Seite 1 an war ich so gebannt von diesem miesepetrigen, unhöflichen Ekel, der mir zwischendurch immer mal ans Herz wächst, nur um sich dann wieder ganz schnell daraus wegzuschießen durch eine weitere ungehobelte Bemerkung oder Tat. Immer schön im Wechsel. Sein Blick auf Barbara, der zunächst eher abwertend ist, dann aber immer wertschätzender und liebevoller wird, das komplizierte Verhältnis zu seinen Kindern, sein Fremdenfeindlichkeit, obwohl er und Barbara ursprünglich selbst aus einem anderen Land kommen und die Art und Weise, wie er merkt, dass er seine ewig gestrige Einstellung nicht aufrecht erhalten kann, weil ihm dazu schlicht seine Barbara fehlt – all das ist so gekonnt, auf den Punkt und brüllend komisch in Szene gesetzt, dass es eine Freude ist! Ich musste permanent laut lachen ob der Dreistigkeit dieses Kotzbrockens und des – pardon – furztrockenen Humors auf fast jeder Seite. Ich habe meinem Mann noch nie so viele Passagen aus einem Buch vorgelesen wie hier – mit dem Ergebnis, dass er Barbara jetzt auch lesen will.

Das Ende des Buchs ist dann ein kleiner Hammer und sehr berührend. Leider hat das Buch nur 256 Seiten – ich hätte sehr gerne immer weitergelesen. Furchtbar witzig, wunderbar fesselnd mit einem Haupt-Charakter, den man hasst und liebt. Ganz großes Kino und volle Empfehlung! Lest das Buch – es ist so gut!

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