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Veröffentlicht am 13.09.2017

Hat mir sehr gut gefallen!

Das Herz der verlorenen Dinge
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"Das Herz der verlorenen Dinge" von Tad Williams (erschienen bei Klett- Cotta) ist ein Fantasyroman. Das besondere daran ist, dass er direkt an "Das Geheimnis der Großen Schwerter", einer abgeschlossenen ...

"Das Herz der verlorenen Dinge" von Tad Williams (erschienen bei Klett- Cotta) ist ein Fantasyroman. Das besondere daran ist, dass er direkt an "Das Geheimnis der Großen Schwerter", einer abgeschlossenen Serie des Autors, anknüpft und gleichzeitig der Auftakt einer neuen Serie ist.
Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht der Nornen, einer alten Feenrasse, und der Sicht der Menschen beschrieben. Die Menschen haben das schon stark dezimierte Feenvolk in die Enge getrieben und versuchen nun, es vollständig auszulöschen. Doch die Nornen wehren sich mit allen Mitteln.
Mir gefällt, dass der Roman sowohl aus der Sicht der Menschen, als auch aus der Sicht ihrer Widersacher geschrieben ist. So kann man sich als Leser gut in die Situation beider Parteien hineinverstzen und bekommt auch ein Gespür für die Entstehung dieser verfahreben Lage. Jedoch wird dabei immer wieder Bezug auf Vergangenes genommen, weswegen ich empfehle, zuerst "Das Geheimnis der Großen Schwerter" zu lesen. Aber auch sonst kommt man gut mit dem Geschriebenen zurecht, auch wenn es einige Seiten dauert, bis man sich in dieser komplexen Welt zurechtfindet.
Mir gefielen vor allem die liebevollen Details, mit denen Tad Williams die Geschichte versehen hat. So wirkt die Nornenkommunikation gleich viel plastischer durch die eingeflochtenen Gesten, oder die Menschen gleich viel realistischer, als sie von Festen in ihrer Heimat träumen.
Der Roman ist, wenn man sich erstmal eingelesen hat, von Anfang bis Ende spannend. Es gibt immer wieder unvorhergesehene Wendungen, die zum Weiterlesen animieren. So kommt auch das Ende des Buchs unerwartet, wenn auch, für meinen Geschmack, ziemlich abrupt.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass mir dieses Buch sehr gefallen hat. Ich kann es nur jedem Fan des Fantasygenres empfehlen.

Veröffentlicht am 13.09.2017

Die Handlung war vorhersehbar

Heldenwinter
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"Heldenwinter" von Jonas Wolf (erschienen bei Piper) ist ein Fantasyroman. Hauptprotagonist ist der etwas naive Halbling Namakan. Als er und sein Ziehvater nach Hause kommen finden sie ihre Familie erstochen ...

"Heldenwinter" von Jonas Wolf (erschienen bei Piper) ist ein Fantasyroman. Hauptprotagonist ist der etwas naive Halbling Namakan. Als er und sein Ziehvater nach Hause kommen finden sie ihre Familie erstochen vor. Sofort schwören sie Rache an dem grausamen Krieger, der das zu verantworten hat. Auf ihrem Rachefeldzug finden sie immer neue Verbündete, die auch von jenem Krieger heimgesucht wurden. Was Namakan aber nicht weiß: Es lastet ein mächtiger Zauber auf ihm... Kann er dieser Macht entkommen?!
Der Roman ist flüssig geschrieben und lässt sich leicht lesen. Die verschiedenen Schauplätze sind anschaulich beschrieben, weswegen man sie sich gut vorstellen kann. Die Protagonisten sind lebendig beschrieben und ihre Sprechweise ist realistisch. Jedoch unterhalten sie sich oft in einer anzüglichen Fäkalsprache, was zwar zum einen zu dem Eindruck des Realistischen beiträgt, zum anderen aber nicht für jeden Leser geeignet ist.
Besonders gelungen finde ich die rückblickende Erzählungen der verschiedenen Protagonisten. Man erfährt so einiges über ihre Vergangenheit, ohne dass es langweilig wird. Im Gegenteil: Sie lockern die Geschichte ungemein auf.
Leider ist die Handlung ziemlich vorausschaubar. Aufgrunddessen geht die Spannung irgendwann ab der Hälfte des Romans flöten: Man kann sich das Ende schon vorstellen
Ein besonderes Highlight für den Leser sind übrigens die Danksagungen.
Als Fazit kann man sagen, dass dieser Roman ein kurzweiliges Werk ist, es ihm jedoch an Wendungen fehlt.

Veröffentlicht am 12.09.2017

Nahezu poetisch

Sungs Laden
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In dem Roman "Sungs Laden" von Karin Kalisa (erschienen bei Droemer) wird anhand eines schön gewählten Beispiels beschrieben, wie kleine Taten große Veränderungen bewirken können.
In einer kleinen prenzlauer ...

In dem Roman "Sungs Laden" von Karin Kalisa (erschienen bei Droemer) wird anhand eines schön gewählten Beispiels beschrieben, wie kleine Taten große Veränderungen bewirken können.
In einer kleinen prenzlauer Grundschule soll mehr Völkerverständigung stattfinden. Dazu soll sich jeder Schüler mit seinen Wurzeln beschäftigen. Als Sung von seinem Sohn dafür nach seiner viatnamesischen Herkunft gefragt wird, ist dieser damit zuerst überfordert. Er wurde schließlich in Deutschland geboren und ist dort aufgewachsen. Deswegen schickt er seinen Jungen zu dessen vietnamesischen Großmutter, nichtsahnend, dass er damit nicht nur das Verhältnis seiner Mutter verbessert, sondern auch sein ganzes Stadtviertel, wenn nicht sogar die ganz Berlin ein klein wenig verändert.
Der Roman beschreibt den berühmten Schmetterlingseffekt: Eine kleine Tat kann eine große Wirkung haben. Dabei ist das Beispiel, wie ein Hauch Vietnam an den Prenzlauer Berg kommt, sehr schön gewählt. Zudem ist es so realistisch, dass man glauben könnte, dass es sich so, oder so ähnlich wirklich zugetragen haben könnte.
Der Schreibstil ist sehr bildhaft. Dadurch fühlt man sich als Leser fast so, als wäre man gleich vor Ort und würde die saftig, süßen Mangos wirklich schmecken oder den harzigen Duft der Holzpuppen wirklich riechen. An manchen Stellen ist der Roman sogar nahezu poetisch.
Mir hat besonders gefallen, dass in dem Roman nicht nur eine Geschichte erzählt wird, sondern auch ein Kreis geschlossen wird: Sie beginnt kurz vor Weihnachten mit einem überforderten Schuldirektor und endet genau ein Jahr später mit diesem nun nicht mehr ganz so unzufriedenen Mann.
Alles in allem kann ich "Sungs Laden" nur jedem empfehlen, dr eine kurzweilige Geschichte über die Irrungen und Wirrungen des Alltags sucht.

Veröffentlicht am 12.09.2017

Hat mir sehr gut gefallen!

Der Krieg der Goblins
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"Der Krieg der Goblins" von Jim Hines (erschienen bei Bastei- Lübbe) ist der dritte Fantasyroman, der sich um den Goblin Jig dreht.
Jig ist nicht besonders stark oder groß, was einen Goblin eigentlich ...

"Der Krieg der Goblins" von Jim Hines (erschienen bei Bastei- Lübbe) ist der dritte Fantasyroman, der sich um den Goblin Jig dreht.
Jig ist nicht besonders stark oder groß, was einen Goblin eigentlich ausmacht. Dafür ist er klug, was für einen Goblin eher selten ist und er hat Beistand von einem vergessenen Gott. Das alles hilft ihm aus der Gefangenschaft der Menschen zu fliehen. In der kurzen Zeit, der Sklaverei dort, hörte er von einer heldenhaften Ork, die die unterdrückenden Menschen in ihre Schranken weißen möchte. Ihr möchte sich Jig anschließen. Doch kaum ist er dort angekommen stellt er fest, dass ihre Bestrebung auch nicht ganz ehrlich ist.
Der Roman hat mir sehr gefallen. Er ist witzig geschrieben und besonders die Dialoge und Gedanken Jigs brachten mich beim Lesen zum Lachen. Am besten haben mir jedoch die Anspielungen auf andere Fantasyromane gefallen. Es hat mich sehr gefreut diese kurzen Passagen zu entdecken und den Romanen zuzuordnen. Das war ein echtes Highlight.
Die Handlung ist voller Wendungen und bleibt dadurch konstant spannend. Die Charaktere sind plastisch beschrieben, wobei jeder seine individuellen Eigenheiten hat.
Kurzum: Ein sehr gelungener Roman.

Veröffentlicht am 02.06.2017

Die Emotionen sind gut beschrieben

Das unglaubliche Leben der Jessie Jefferson
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"Das unglaubliche Leben der Jessie Jefferson" von Paige Toon (erschienen bei Harper Collins) ist der dritte Jugendroman dieser Reihe.
Wie man sich sicherlich nach dem Lesen des Titels vorstellen kann, ...

"Das unglaubliche Leben der Jessie Jefferson" von Paige Toon (erschienen bei Harper Collins) ist der dritte Jugendroman dieser Reihe.
Wie man sich sicherlich nach dem Lesen des Titels vorstellen kann, ist Jessie Jefferson die Hauptprotagonistin. Ihr Leben hat sich in kürzester Zeit gewandelt: Sie zog zu ihrem Vater in die USA, wurde Sängerin in einer Band und wurde praktisch über Nacht berühmt. Dass das nicht nur Vorteile hat merkt sie schnell und ihre Gefühle fahren Achterbahn. Da wünscht sie sich eine starke Schulter zum Anlehnen, aber gerade das ist auch ein Problem: Kann sie sich ihrem Freund vollkommen anvertrauen, oder spielt er nur mit ihr?
Der Roman besitzt viel Tiefgang. Jessie trauert um ihre Mutter und muss damit umgehen, dass sie in der Familie ihres Vaters praktisch unvorbereitet hineingeplatzt ist. Zudem muss sie sich damit auseinandersetzen, dass Freundschaften gepflegt werden müssen und dass trotzdem viele Personen auf ihren Erfolg eifersüchtig sind. Das alles wird sehr gut beschrieben. Besonders Jessies Emotionen stehen dabei im Vordergrund. Ihre Intensität und die Ambivalenz, die Jessie teilweise empfindet sind gut eingefangen und wirken dadurch sehr realistisch. Trotzdem stehen die negativen Emotionen, wie die Trauer, nicht so sehr im Zentrum, dass das Buch melancholisch wird. Im Gegenteil: Man merkt, dass Jessie eine fröhliche, junge Frau ist. Meiner Meinung nach ist sie zwar etwas naiv, aber es passt gut zur Handlung des Buchs.
Alles in allem ist "Das unglaubliche Leben der Jessie Jefferson" ein gut gelungenes Jugendbuch. Es ist für Heranwachsende gut geeignet, ist jedoch durch die lebendige Schreibweise auch ein gutes "Weglesebuch" für Erwachsene. Ich denke, dass Leser, die die vorangegangenen Bände nicht kennen, sich in diesem Buch auch gut zurechtfinden werden. Einziger Kritikpunkt ist meiner Meinung nach nur, dass die Distanz zwischen den USA und England heruntergespielt wurd. Jessie und ihre Freunde fliegen ständig für ein paar Tage hin und her. Zwar mögen sie es sich leisten können, aber für die Umwelt hat das auf jeden Fall einen verheerenden Einfluss. Da ist dieses Buch nicht gerade vorbildlich.