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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.11.2019

Unbedingt lesen – ich habe jede einzelne Seite genossen!

Wenn Weihnachten so einfach wär
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Die Handlung fand ich überaus unterhaltsam und konnte sie daher in vollen Zügen genießen. Sarah arbeitet in einem Reisebüro und ist genervt von den vielen negativen Bewertungen einer Ferienanlage und dem ...

Die Handlung fand ich überaus unterhaltsam und konnte sie daher in vollen Zügen genießen. Sarah arbeitet in einem Reisebüro und ist genervt von den vielen negativen Bewertungen einer Ferienanlage und dem abwesenden Besitzer dieser. Als dann jedoch ein weiterer Beschwerdebrief mit einer möglichen Anklage sie erreicht, ist sie wütend und versucht gar nicht mehr, den unverschämten Ressortleiter, genannt Will, zu kontaktieren. Stattdessen fährt sie über die Weihnachtszeit selber hin und sieht mit eigenen Augen die Probleme. Da ihr dieser Ort sehr am Herzen liegt, versucht sie alles, um den Bankrott abzuwenden. Nicht ohne Auseinandersetzungen, denn reibungslos verläuft an diesem Resort nichts.


Man muss sich Will als unverschämten, griesgrämigen und verbitterten jungen Mann vorstellen, der absolut nicht dazu geeignet ist, sich sozial mit seinen Mitmenschen zu arrangieren. Folglich ist er als Ansprechpartner in einer Ferienanlage genau so sehr geeignet, wie ein Stofftier am Telefon, denn immerhin redet Will fast genauso wenig mit seinem Kunden. Sarah hingegen ist eine sympathische, manchmal orientierungslose und kontaktfreudige Frau, die somit eigentlich das Gegenteil von Will ist.
Neben all den Zickerein zwischen den beiden spüren sie selbst relativ schnell, dass sie sich gegenseitig anziehen, doch abgesehen von ihrer Sturheit, funkt ihnen Wills Bruder, ebenfalls Besitzer der Anlage und Frauenschwarm, dazwischen. Er macht Sarah schöne Augen und sie scheint darauf einzugehen.


Schon vor dem Lesen war ich begeistert von diesem Roman und bin nach dem Lesen überaus glücklich, dass mich mein gutes Gefühl nicht getäuscht hat! Müsste ich ganz kurz in wenigen Worten beschreiben, warum das so ist, dann ganz gewiss, weil die Protagonisten alle zum Liebhaben sind, die Atmosphäre kuschelig und grausig zugleich ist und weil der Schlagabtausch zwischen Sarah und Will einfach zum Genießen ist.


Mein Fazit: Unbedingt lesen – ich habe jede einzelne Seite genossen!


Anmerkung: Zwar bin ich ein großer Weihnachtsliebhaber, jedoch hatte diese Geschichte nicht allzu viel mit diesem Fest zu tun. Vielmehr ist das eine „ganz normale, jederzeit“-Handlung mit winterlichem Hintergrund. Daher hätte ich diesen Roman, selbst als „Wintermuffel“, genauso gut in den wärmeren Jahreszeiten lesen können.

Veröffentlicht am 23.11.2019

Wenig erwartet, viel bekommen! Ich kann diesen Roman nur herzlich weiterempfehlen.

Gut in Schuss, mit leichten Macken
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Perfekt war gestern!


Die Handlung: Mia, so könnte man meinen, lebt das perfekte Leben. Mit einem großen Haus und einem wohl verdienenden Mann ist sie eine der vielen "Vorzeige"-Frauen im schicken Dahlem ...

Perfekt war gestern!


Die Handlung: Mia, so könnte man meinen, lebt das perfekte Leben. Mit einem großen Haus und einem wohl verdienenden Mann ist sie eine der vielen "Vorzeige"-Frauen im schicken Dahlem von Berlin. Ekelhafte grüne Smoothies und tägliche Joggingrunden mit der Clique gehören da zum Alltag dazu. Bis zu dem Moment, als sie ihren Mann beim Fremdgehen erwischt. Von heute auf morgen findet sie sich plötzlich in einer WG wieder und erkennt, dass das perfekte Leben vielleicht doch nicht so perfekt sein muss.


Erholung: Da ich im Moment einen turbulenten Alltag habe, war ich auf der Suche nach einem entspannenden Buch mit viel Humor und Leichtsinn. Den Humor habe ich in leichter Form gefunden. Gelacht habe ich also nicht dauerhaft, aber das musste ich auch gar nicht, denn eine Leichtigkeit besitzt der Roman allemal. Ich konnte entspannt das Buch nach jedem Satz ablegen, ohne den Faden zu verlieren. Daher, und weil ich durch die nie langweilig werden Handlung genauso gut auch alles in einem Rutsch hätte lesen können, kann ich überzeugt sagen, dass sich Mias Geschichte für jedermann in jeder Situation zum Lesen eignet.


Warum die fehlende Romantik ein Pluspunkt ist: Dadurch, dass sich das Buch nicht auf das Finden eines neuen Mannes spezialisiert (was ich zum einen erwartet und zum anderen nicht schlimm gefunden hätte), hatte die Geschichte meiner Meinung nach eine erfrischende Ungewissheit im Hinblick auf die Handlung. Viel mehr Wert wurde auf Mias komplett neues Leben gelegt, immerhin ist so ziemlich alles ihr vertraute nicht mehr vorhanden. Vor allem wird über ihre neuen und allesamt liebenswürdigen Freunde und ihr Modelabel, das sie sich langsam selbst aufbaut, berichtet. Mir persönlich hat es sehr gefallen, dass die Liebe im Hintergrund steht und ich somit ausführlich über viel originelles lesen durfte.


Mein Fazit: Wenig erwartet, viel bekommen! Ich kann diesen Roman nur herzlich weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 23.11.2019

Der Roman bietet sehr viel mehr, als der Leser anfangs vermuten würde!

Die schönste und die traurigste aller Nächte
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Ausschnitt aus dem Klappentext: „Ich habe ein Geheimnis, das ich mit niemandem teilen kann: Starke Gefühle bringen meine Zeit manchmal durcheinander. Wenn ich glücklich bin, springe ich zurück in die Vergangenheit. ...

Ausschnitt aus dem Klappentext: „Ich habe ein Geheimnis, das ich mit niemandem teilen kann: Starke Gefühle bringen meine Zeit manchmal durcheinander. Wenn ich glücklich bin, springe ich zurück in die Vergangenheit. Wenn ich traurig bin, geht es in die Zukunft. Das kann Sekunden oder Minuten dauern, höchstens ein paar Stunden. Ich kann keinen Einfluss nehmen auf den Verlauf der Geschichte. Aber es hat mir schon so viel Ärger eingebracht, dass ich mich ans Ende der Welt zurückgezogen habe und versuche, nie wieder glücklich oder traurig zu sein.“

Mich persönlich hat die Inhaltsangabe so sehr angezogen, dass ich nicht anders konnte, als dieses Buch zu lesen. Ich war also voreingenommen und habe sehr viel erstaunliches, mitreißendes und außergewöhnliches erwartet. Jetzt, nach dem Lesen, kann ich bestätigen, dass ich tatsächlich eine etwas andere Geschichte vorgefunden habe, was vor allem daran liegt, dass die Handlung nebenher unerwartet viel an Hintergrundinformation bietet. So gibt es mehrere separate Stränge, die parallel erzählt werden und jeder bietet genug Inhalt für ein eigenes Buch.

Vorwiegend handelt der Roman von Victor, der als Weingutbesitzer ein einsames Leben führt, denn wegen seines „Zeitproblems“ hat er sich emotional stark zurückgezogen. Der Grund dafür ist seine große, einzige und wahre Liebe Amanda. Doch diese ist bei einem Terroranschlag vor 20 Jahren verstorben, glaubt zumindest er. Doch tatsächlich ist sie quicklebendig und kämpft mit den schlimmen Erinnerungen und einem Ehemann, von dem sie sich gerne trennen würde.

Positiv überrascht war ich von dem Tiefgang, den Amanda besitzt. Da das Buch hauptsächlich parallel aus ihrer oder Victors Sicht geschrieben ist und sich beide sehr lange nicht sehen, konnte ich viel über ihren Charakter und ihre Vorgeschichte erfahren. Außerdem ließ die Inhaltsangabe nicht auf ihre Geschichte schließen und so wurde ich regelrecht überwältigt!

Mein Fazit: Der Roman bietet sehr viel mehr, als der Leser anfangs vermuten würde!

Veröffentlicht am 23.11.2019

Durch viel Familiendrama wird der Horizont des Lesers erweitert!

Ziemlich wunderbares Leben
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Die Handlung: Abi hat den Krebs besiegt und möchte fortan jeden Tag bestmöglich nutzen. Doch sie steht vor einem großen Problem: Ihre Erkrankung hat nicht nur sie verändert, sondern auch ihre ganze Familie ...

Die Handlung: Abi hat den Krebs besiegt und möchte fortan jeden Tag bestmöglich nutzen. Doch sie steht vor einem großen Problem: Ihre Erkrankung hat nicht nur sie verändert, sondern auch ihre ganze Familie und den Freundeskreis. Sie weiß, dass sie nicht da weitermachen kann, wo sie aufgehört hat. Finanzielle Sorgen und die Tatsache, dass sie emotional nicht mehr an Mann oder Sohn herankommt, machen ihr zu schaffen, doch sie lässt sich nicht entmutigen und versucht, nachdem sie sich retten konnte, nun auch ihre Familie zu retten.

Besonders interessant finde ich, dass sich die Handlung nicht auf die Zeit der Erkrankung richtet, sondern auf die danach. Man könnte meinen, dass sich Abi wieder in die Vergangenheit zurückteleportiert und ihr Leben so weiterführt, wie sie es vor ihrer Krebserkrankung tat, doch es hat sich viel verändert. Nicht nur sie hat Angst und ist vorsichtiger, auch ihre Freunde und sogar ihre Familie verhalten sich anders und das ist ein Problem, dem sich Abi stellen muss. Sie dabei zu erleben, war ein spannendes und gefühlvolles Erlebnis, das ich jedem Leser nur wärmstens empfehlen kann.

Dennoch empfand ich vermehrt ab der Mitte des Buchs viele Längen, die mir das Lesen manchmal erschwert haben, denn auch wenn die Geschichte haufenweise Dramen beinhaltet, hat sich die Handlung oft im Kreis gedreht. Dadurch habe ich eine Weile gebraucht, um den Roman zu Ende zu lesen, doch bereut habe ich es nicht. Abi hat mir viele Gedanken mit auf den Weg gegeben und meine Gedankenwelt erweitert. Mir wäre nie das Ausmaß einer schweren Krankheit so sehr bewusst geworden, wie es jetzt nach dem Lesen ist.

Mein Fazit: Durch viel Familiendrama wird der Horizont des Lesers erweitert!

Veröffentlicht am 23.11.2019

Erstaunlich und höchst interessant zu lesen

Tagebuch eines Buchhändlers
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Die Handlung: Diese Autobiografie erzählt vom Leben, des Shaun Bythell, der als Besitzer des größten Secondhand-Bücherladens in Schottland so einige Probleme zu bewältigen hat. Dabei erzählt er jeweils ...

Die Handlung: Diese Autobiografie erzählt vom Leben, des Shaun Bythell, der als Besitzer des größten Secondhand-Bücherladens in Schottland so einige Probleme zu bewältigen hat. Dabei erzählt er jeweils in kurzen Abschnitten – von meistens ein bis zwei Seiten – über seinen Tag und den vielen Problemen und Nachteilen, die er in seinem Geschäft täglich erlebt. Das beinhaltet neben unhöfliche Kunden, Menschen, die über seine Preise feilschen und problematischen Angestellte, auch einen streunenden Kater und die benötigenden Erneuerungen des alten Gebäudes, die typischerweise nur im Winter auftauchen.

Die Erzählweise ist durchgängig sachlich und hat oft einen bitteren Beigeschmack, was dem Buch seinen besonderen Charme verleiht. Dafür ist der trockene, fast schon köstlich-sarkastische Schreibstil verantwortlich der es schafft, die Miseren von Shaun Bythell perfekt einzufangen. Trotz der Sachlichkeit bieten die Geschehnisse oft genug Momente in denen ich den Kopf nur lachend schütteln konnte.

Besonders interessant fand ich die Einblicke, die der Autor im Bezug auf die frühere Zeit gibt. Er erzählt, welche Unterscheide es macht, ein Buch zu verkaufen und geht dabei auf die Zusammenarbeit mit dem großen Anbieter „Amazon“ ein. Welche Bedingungen sie haben, wie der Versand abgerechnet wird und welche bedeutenden Konsequenzen die Verkäuferbewertung haben kann, wird lebhaft und mit einer abwägenden Haltung dem Leser nahegebracht. Dabei geht er vermehrt auf die Aussichtslosigkeit ein, Bücher im Internet ohne diesen Anbieter verkaufen zu wollen.

Mein Fazit: Es ist erstaunlich und höchst interessant zu lesen, wie unsere „buchverrückten“ Mitmenschen sich oftmals benehmen. Eine herrliche Lektüre über den täglichen Wahnsinn eines Buchhändlers.