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Veröffentlicht am 14.07.2025

Solider Thriller

Rotwild
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Im Gegensatz zu vielen anderen Rezensent:innen hat mir Band 1 der Reihe besser gefallen. Wir treffen wieder auf die Ermittlerinnen Sanna und Eir, die Handlung spielt drei Jahre nach dem ersten Fall.

Ich ...

Im Gegensatz zu vielen anderen Rezensent:innen hat mir Band 1 der Reihe besser gefallen. Wir treffen wieder auf die Ermittlerinnen Sanna und Eir, die Handlung spielt drei Jahre nach dem ersten Fall.

Ich habe das Buch recht zügig durchgelesen, langweilig war es nicht - viel Thrill gab es allerdings auch nicht. Bei der Auflösung dachte ich nur "achso"; wirklich damit gerechnet habe ich zwar nicht, aber jede andere Auflösung wäre genauso weit hergeholt und semi glaubwürdig gewesen. Nachdem der eigentliche Fall gelöst ist, wird es auf den letzten 20 Seiten dann nochmal etwas spannender, den Abschluss fand ich gut.

Was bei einer Übersetzung natürlich extrem blöd ist, ist eine Lösung, die auf etwas sprachlichem beruht. Ohne Schwedischkenntnisse hätte man ja niemals darauf kommen können, dass Gyr "GUL" zu Sanna sagt und die gleichzeitig die Farbe "gelb" als auch eine Autokennzeichen-Kennung meint.
Und warum Eir den Hund zu Sanna gibt, weil sie selbst kaum Zeit für ihn hat - Sanna ihn dann aber permanent bei den Nachbarn abgibt, erschließt sich mir auch nicht ganz.

Es waren mir in diesem Buch irgendwie zu viele Nebenschauplätze und unnötige Handlungen/Gespräche, sodass es mir schwerfallen würde, den gesamten Inhalt nochmal chronologisch wiederzugeben.

Für Eir tut es mir leid - da fragt man sich natürlich, ob es wirklich so "leicht" möglich ist, dass jemand einen drei Jahre lang anlügt bzw. einen riesigen Teil der Persönlichkeit verschweigt. Wenn es wirklich 10-12 Männer waren, wie konnten die ihr gesamtes toxisches Männlichkeitsbild bei jedem Treffen in den letzten Jahren (wo Eir die Männer und deren Familien nach eigener Aussage gut kennengelernt hat) so verbergen, dass NIE ein Gespräch in die Richtung ging oder eine der anderen Frauen (die ja vermutlich auch angelogen wurden) Verdacht geschöpft haben? Und jetzt ist sie auch noch schwanger ...

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Witzige Idee - mal was anderes!

Ehemänner
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Die Idee des Buches hat mir sehr gut gefallen und ich konnte mich oft gut in die Protagonistin Lauren hineinversetzen.
Sie kommt eines Nachts vom Junggesellinnenabschied ihrer besten Freundin zurück - ...

Die Idee des Buches hat mir sehr gut gefallen und ich konnte mich oft gut in die Protagonistin Lauren hineinversetzen.
Sie kommt eines Nachts vom Junggesellinnenabschied ihrer besten Freundin zurück - und stellt fest, dass sie plötzlich mit einem Ehemann zusammenwohnt, den sie noch nie zuvor gesehen hat. Mit dem Mann hat sich auch ihre Vergangenheit verändert, sie findet auf ihrem Handy bspw. Fotos von der Hochzeit, mit Freunden, die sie noch nie gesehen hat, etc.

Schnell findet Lauren heraus, dass sie die den Ehemann gegen einen neuen tauschen kann, wenn er auf den Dachboden geht. Und so hat sie im Laufe der Monate hunderte Ehemänner und mit jedem ein anderes Leben. Während die Wohnung und ein paar Konstanten (wie beste Freundin, Schwester oder Nachbarn) bleiben, ändert sich von der Einrichtung der Wohnung, über den Job bis zu ihren Hobbys mal mehr, mal weniger. Und auch die Männer sind mal netter, mal weniger, nett mal mehr, mal weniger attraktiv, witzig oder langweilig.

Lauren hat sozusagen eine Arte "Real Life Tinder"; mit jedem neuen Mann bekommt sie einen Einblick in ein Leben, das sie hätte haben können (oder in einem anderen Universum vielleicht führt). Damit werden einige "Probleme" angesprochen, die wahrscheinlich jede:r kennt, der oder die schon mal Dating-Apps genutzt hat. Man durchläuft so viele potenzielle Partner und mit jedem Match könnte ein anderes Leben anfangen. Und damit geht auch die ständige Frage einher, ob nicht noch jemand kommt, der/die besser passt.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen und es war wirklich interessant zu sehen, wie viele verschiedene Männer Lauren potenziell hätte heiraten können und wie anders ihr Leben jeweils ausgesehen hätte. Es gab einige witzige Momente, an ein paar Stellen fand ich es aber etwas zu langgezogen und so ein richtiger Spannungsmoment/Wendepunkt hat gefehlt. Das Ende war auch nicht so ganz meins, mich hätten die beiden alternativen Enden interessiert.

Insgesamt aber ein kurzweiliges Buch, das sich leicht lesen lässt und auch Stoff zum Nachdenken bietet.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Kein Thriller

Die Haushälterin
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Von Joy Fielding ist man ja eigentlich Thriller gewohnt, das Buch war in der Buchhandlung auch in diesem Genre einsortiert - ich habe es aber eher als leicht bis mittelmäßige spannendes "Familiendrama" ...

Von Joy Fielding ist man ja eigentlich Thriller gewohnt, das Buch war in der Buchhandlung auch in diesem Genre einsortiert - ich habe es aber eher als leicht bis mittelmäßige spannendes "Familiendrama" empfunden.

Die Grundhandlung ist schnell erzählt: Jodi, Anfang 40-jährige Familienmutter, sucht eine Haushälterin für ihren alternden Vater und ihre an Parkinson erkrankte, pflegebedürftige Mutter. Elyse scheint perfekt zu sein und auch der erst wenig begeisterte Vater scheint sie zu mögen. Sie kocht, backt, putzt, kümmert sich um Mutter und Kinder, ist einfühlsam etc.

Jodi wollte ich manchmal echt schütteln, weil ich ihr Verhalten nicht nachvollziehen konnte. Eigentlich ist sie eine "Powerfrau": Erfolgreiche Maklerin, sorgt alleine für den Lebensunterhalt ihrer gesamten Familie und versucht gleichzeitig, eine gute Mutter, Ehefrau, Schwester und Tochter zu sein. Sie lässt sich aber von fast jedem in ihrem Leben schlecht behandeln, angefangen von ihrem Mann, der sie permanent gaslightet, die Realität verdreht, jammert, nörgelt und offensichtlich neidisch auf sie ist (er selbst hat vor 10 Jahren mal einen Bestseller veröffentlicht, seitdem schreibt er an Buch 2 und steuert nichts zum Einkommen bei. Das kann er offenbar nicht mit seinem fragilen Ego vereinbaren). So, wie er sie behandelt, hätte sie ihn schon längst verlassen sollen.

[Angemerkt werden muss hier, dass alls Figuren sehr stereotyp geschrieben sind.

Jodi: Unermütlich arbeitende, sich aufopfernde Familienmutter, ungeliebte Tochter, immer im Schatter der schöneren, schlankeren und von den Eltern bevorzugten Schwester.

Ihr Mann Harrison: Untreuer Ehemann, der sie anlügt, ständig runtermacht und ihre beruflichen Verpflichtungen diskreditiert.

Vater: Despotischer Narzisst, der seine Frau und Kinder kontrollieren will und vermutlich noch nie jemanden geliebt hat. Der aus unerfindlichen Gründen ständig gemein zu Jodi ist und sie bodyshamed.

Tracy: Im Gegensatz zur hart arbeitenden, besonnenen Jodi die gedankenlose Schwester, deren Leben mit Ende 40 noch komplett vom Vater finanziert wird und die nie einen richtigen Job hatte.]

Kein Wunder, dass Jodi so anfällig für jeden ist, der mal ein nettes Wort an sie richtet.

Natürlich verraten Titel und Klappentext schon, dass etwas mit Elyse nicht stimmt. Ich persönlich mag es aber nicht, wenn ständig sowas gesagt wird wie: "da wusste ich noch nicht, was passieren würde" o. ä. - das kann man sich ja denken. Und dann passiert die ersten 200-300 Seiten erstmal überhaupt nichts sonderlich spannendes. Ab Seite 350 etwa wird es langsam interessanter - ein paar gut konstruierte Verwicklungen - wirklich spannende Momente, in denen man auch nur ansatzweise mit den Figuren bangt oder Beklemmung empfindet, gibt es aber nicht. Auch keine überraschende Wendung.

Der Schreibstil ist ganz gut, das Buch lässt sich zügig lesen. Wer Thrill erwartet, ist hier aber falsch.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Eine Geschichte für Millenials

Die Sache mit Rachel
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Rachel als Hauptprotagonistin bietet an vielen Stellen Identifikationspotenzial und es werden einige Themen angesprochen, die zum einen den Zeitgeist widerspiegeln und zum anderen gesellschaftlich einfach ...

Rachel als Hauptprotagonistin bietet an vielen Stellen Identifikationspotenzial und es werden einige Themen angesprochen, die zum einen den Zeitgeist widerspiegeln und zum anderen gesellschaftlich einfach wichtig sind (vor allem die Abtreibungsdebatte und Queerness in den frühen 2000/2010ern).

Im Grunde geht es um eine junge Frau Anfang 20 und ihren schwulen besten Freund, die mitten in der Rezession 2010/11 zusammenziehen und sich zwischen verschiedenen Männergeschichten, billigem Alkohol und schlechtbezahlten Jobs irgendwie durchschlagen und erwachsen werden. Ich habe nie ganz verstanden, warum Rachel und James beste Freunde geworden sind - zunächst wirkt es eher wie eine Zweckgemeinschaft, aus der eine Co-Abhängigkeit entsteht, in der beide die jeweils andere Person idealisieren.

(James Geschichte bzw. Perspektive hätte ich eigentlich auch oft interessanter gefunden. Er scheint die Dynamik derganzen Beziehung zu bestimmen und ich hätte gernegewusst, was er sich die ganze Zeit so denkt.)

Was genau "die Sache mit Rachel" ist, kann hier natürlich nicht vorweggenommen werden, "die Sache" zieht sich aber durch das ganze Buch und beeinflusst den Verlauf von Rachels und James Leben.

Am Ende ist es eine nette Art Coming-of-Age-Geschichte, die sich gut lesen lässt, aber nicht unbedingt ein Highlight ist (vielleicht muss man dafür Ire:in oder wenigstens Engländer:in sein).

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Tolles Buch mit wichtiger Thematik

Die Schwester
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Lange hat mich ein Krimi nicht mehr so gepackt wie "Die Schwester", sodass ich die halbe Nacht wach war, weil ich es unbedingt zuende lesen musste. Ich würde sogar fast sagen, dass dies eher ein (PsychThriller ...

Lange hat mich ein Krimi nicht mehr so gepackt wie "Die Schwester", sodass ich die halbe Nacht wach war, weil ich es unbedingt zuende lesen musste. Ich würde sogar fast sagen, dass dies eher ein (PsychThriller ist, da die Geschichte zu einem Großteil aus Ich-Perspektive der Schwester Mara erzählt wird. Im Wechsel erfährt man aus personaler Sicht die Ermittlerinnenperspektive.

Ich fand das Buch sehr gut aufgebaut, bis kurz vor Schluss habe ich nicht geahnt, was passiert sein könnte. Ich möchte nicht viel vom Plot erwähnen, weil dies zu viel spoilern würde. Aber es wird ein sehr wichtiges (leider immer noch Tabu-)Thema behandelt.

Die Figuren waren gut ausgearbeitet, man blickt hinter die "perfekte" Fassade einer gutbürgerlichen Familie, hinter der sich einige Abgründe auftun.

Ich könnte mir gut eine Reihe mit Ermittlerin Pia vorstellen (Oliver kann gerne verschwinden).

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