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Veröffentlicht am 21.01.2025

Tolles Buch!

The Wilderness of Girls
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Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen und gehört zu meinen Highlights 2024. Es ist ein Jugendbuch, das man aber auch als Erwachsene sehr gut lesen kann. Es werden einige sensible Themen angesprochen, ...

Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen und gehört zu meinen Highlights 2024. Es ist ein Jugendbuch, das man aber auch als Erwachsene sehr gut lesen kann. Es werden einige sensible Themen angesprochen, weshalb die Triggerwarnung zu Beginn auf jeden Fall sinnvoll ist, für alle, die diese Themen belasten könnten.

Ich finde es etwas schwer, meine Eindrücke zusammenzufassen, da es so viele wichtige, magische und eindrückliche Momente gibt, aber auch traurige, wütend und fassungslos machende. Aber ich versiche es mal.

Es geht um das Mädchen Rhi, das bei ihrem Vater und ihrer Stiefmutter zwar in sehr guten finanziellen Verhältnissen, aber in einer kalten, abweisenden, regelrecht feindlichen Atmosphäre aufwächst. Als ihr Vater wegen irgendwelcher krummen Geschäfte verhaftet wird und die Stiefmutter sich ins Ausland absetzt, kommt sie zu ihrem Onkel, dem Bruder ihrer verstorbenen Mutter.

Dort lernt sie das erste Mal wirkliche Zuneigung kennen. Lange erfährt man als Leser:in aber nicht, warum Rhi solche Schwierigkeiten hat, zu vertrauen und nicht glaubt, dass sie Glück verdient hat.

Eines Morgens trifft sie am Waldrand auf eine Gruppe von vier scheinbar verwilderten Mädchen und zwei Wölfen. Da eines der Mädchen verletzt ist, sorgt Rhi für medizinische Hilfe. Dies hat aber auch zur Folge, dass die "wilden" Mädchen jetzt Teil des "Systems" unserer modernen Welt werden. Natürlich werden sie nicht einfach wieder in den Wald gelassen, sondern psychiatrisch untergebracht.

Ich fand die Einschübe aus den Erinnerungen der Mädchen sehr interessant. Aufgewachsen sind sie mit einem Mann, den sie "Mutter" nannten, und der ihnen alles über das Leben im Wald beigebracht hat. Er hat sie auch "Magie" gelehrt, bspw. um Regen oder Jagdwild herbeizuwünschen oder Krankheiten zu heilen. Jetzt müssen sie plötzlich versuchen, sich in der Gesellschaft anzupassen, die sie gar nicht kennen und in der so viele Regeln und Zwänge vorherrschen, die sie nicht verstehen und in der magie als Spinnerei abgetan wird. Und sie müssen sich der Frage stellen, ob ihre gesamte Vergangenheit eine Lüge war.

Rhi freundet sich mit den Mädchen an und wird in das "Rudel" aufgenommen. Während sie den Mädchen hilft, in der Welt zurechtzukommen, lernt sie gleichzeitig, was es heißt, Teil einer Gruppe zu sein, sich gegenseitig zu unterstützen und zu verstehen.

Ich habe das Buch auch als eine Art Methapher verstanden. Egal, was den "wilden Mädchen" in ihrer Kindheit erzählt wurde, ob Mutter nun irgendwie gestört war oder doch gute Absichten hatte - sie waren frei und glücklich, obwohl sie aus Perspektive unserer modernen, konsumgeprägten Welt "Nichts" hatten. Wir denken oft, dass wir doch alle Freiheiten haben, letztendlich sind wir (im globalen Norden) aber doch größteteils im Kapitalismus "gefangen" und eigentlich gar nicht so frei, wie wir denken. Auch die angesprochenen Themen wie toxische Männlichkeit, Patriarchat im Allgemeinen etc. zeigen auf, was in unserer Gesellschaft falsch läuft.

Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und anhand der Geschichte der Mädchen beginnt man, auch sein eigenes Leben ein Stück weit zu hinterfragen. Gerade als Frau ist man so oft mit gesellschaftkichen Vorstellungen konfrontiert, wie man zu sein, auszusehen, sich kleiden soll etc. Das Buch schafft es, diese Fragen aus der Perspektive der unterschidelichen Mädchen zu beleuchten. Warum bleibt man in Situationen, die einem nicht gut tun? Was bedeutet Frau sein, Freiheit, Wildheit? Warum werden diese Eigenschaften oft als negativ wahrgenommen, obwohl sie doch empowernd sein sollten?

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Nicht mein Buch

Die 13 Tode der Lulabelle Rock
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Ich bin leider bis zum Ende nicht so richtig mit der Geschichte warmgeworden. Das liegt zum einen am Schreibstil, der mich nicht packen konnte, zum anderen auch am Aufbau der Geschichte. Man wird mitten ...

Ich bin leider bis zum Ende nicht so richtig mit der Geschichte warmgeworden. Das liegt zum einen am Schreibstil, der mich nicht packen konnte, zum anderen auch am Aufbau der Geschichte. Man wird mitten in ein Gespräch zwischen der Schauspielerin Lulabelle und ihrem 13. "Porträt" geworfen – also quasi einem Klon von ihr – und nach ein paar Seiten geht es direkt los mit der Mission. Nr. 13 soll alle ihre zwölf Vorgänger-Klone, die in der Stadt „Bubble City“ leben und verschiedene Aufträge ausführen, umbringen.

Berühmte Persönlichkeiten haben in "Bubble City" die Möglichkeit, Porträts von sich selbst erschaffen zu lassen. Die Porträts werden offenbar quasi "fertig" in Tanks gelagert, bis sie zum Einsatz kommen. Sie haben irgendwie Zugriff auf die Erinnerungen ihrer Erschaffer, wissen aber auch, dass sie nur Porträts sind. Sie haben bspw. auch keine Fingerabdrücke und gelten nicht als Menschen, weshalb es nicht als Mord zählt, wenn sie umgebracht werden.

Ein Porträt beispielsweise geht immer nur an Stelle von Lulabelle selbst auf Parties, eines ist für die IT zuständig, eines lebt mit ihrer großen Liebe zusammen, eines probiert ein Hobby nach dem anderen aus, um evtl. ein verborgenes Talent zu entdecken.

Ich weiß nicht richtig, was ich von der Geschichte und vor allem dem Ende halten soll. Es gab nochmal eine kleine Wendung, die überraschend hätte sein können, ich habe es aber schon vermutet. Bis zum Schluss kamen bei mir leider überhaupt keine Emotionen auf. Es wurde viel zu schnell erzählt und die einzelnen Charaktere – selbst Nr. 13 und die „Künstlerin“ – wurden nur sehr oberflächlich beschrieben. Der Schreibstil konnte mich leider gar nicht catchen und ich musste mich am Ende echt durchquälen, weil die Story sich gezogen hat - und dabei paradoxerweise trotzdem oberflächlich geblieben ist.

Vieles an diesem Buch fand ich irgendwie wirr und ich habe das Gefühl, dass hier sehr viel Potenzial verschenkt wurde. Die Idee fand ich total spannend, darum wollte ich das Buch auch so gerne lesen. Am Ende bleibe ich aber irgendwie ratlos zurück, was ich mit dem Gelesenen anfangen soll ...
Bezüglich der Klon-Thematik ergeben sich natürlich einige ethische Fragen, die aber auch nicht wirklich neu sind. Zumal die „Porträts“ in der Geschichte ja wirklich Abziehbilder des Originals sind und bspw. Zugriff auf deren Erinnerungen haben. Auch werden sie nicht als Baby geboren, sondern sind quasi schon fertige Erwachsene, können sprechen, laufen, Auto fahren etc.

Insgesamt leider kein Tiefgang, keine Charakterentwicklung, keine Emotionen.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Solider Thriller

Nachtfahrt
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Ich habe zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt - einerseits habe ich den Thriller schnell gelesen, ohne dass es langweilig wurde, andererseits fehlte aber für meinen Geschmack auch etwas "Thrill" und ich ...

Ich habe zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt - einerseits habe ich den Thriller schnell gelesen, ohne dass es langweilig wurde, andererseits fehlte aber für meinen Geschmack auch etwas "Thrill" und ich habe recht früh die richtige Person verdächtigt. Für ein Debüt kann sich das Buch aber wirklich sehen lassen (da habe ich von etablierten Autor:innen schon sehr viel schlechteres gelesen).

Der Schreibstil hat mit auch gefallen, man darf aber keinen hochkomplexen Stil erwarten. Lässt sich angenehm und flüssig lesen!

Hinsichtlich der Story hatte ich recht früh eine Vermutung, der Weg zur Aufklärung konnte aber einige spannende Passagen und Elemente aufweisen, die sich zum Schluss zu einem großen Ganzen zusammengefügt haben. So blieben fast keine Fragen mehr offen und die Lösung ergibt Sinn (wenn man auch über die Glaubwürdigkeit streiten kann). Der Showdows hat mir auch gefallen.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Mehr Thrill, bitte!

Die Villa
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Ich muss sagen, dass ich als erstes auf das Cover aufmerksam wurde (das ist wirklich gut gelungen, Motiv und Farben sind super gewählt). Und auch der Klappentext klang vielversprechend.

Hauptsächlich ...

Ich muss sagen, dass ich als erstes auf das Cover aufmerksam wurde (das ist wirklich gut gelungen, Motiv und Farben sind super gewählt). Und auch der Klappentext klang vielversprechend.

Hauptsächlich wird aus der Perspektive von Dani erzählt, deren beste Freundin Aiofe ihren Junggesellinnenabschied in Marbella gefeiert hat, an deren Ende sie leider gestorben ist (Bei "Aiofe" habe ich mich etwas schwergetan mit dem irischen Namen, für nicht-muttersprachliche Leser:innen hätte ich mir eine Fußnote oder so mit der Lautsprache gewünscht. Man spricht den Namen nämlich eher "Ii-va", also das englische "Eva" aus).

Dani kann sich aber nicht erinnern, was damals passiert ist, und möchte darum an Aiofes drittem Todestag nach Marbella zurückkehren, um sich zu erinnern. Mit dabei sind auch Tiff (Aiofes älteste Kindheitsfreundin), Beth und Celine (eine Arbeitskollegin, die vorher keine der anderen Frauen kannte), die auch vor drei Jahren dabei waren.

Erzählt wird abwechselnd aus der aktuellen Perspektive und der von vor 3 Jahren, sowie aus den Blickwinkeln der unterschiedlichen Frauen. So setzt sich langsam ein Bild zusammen, und man kann miträtseln, wer der/die Täter:in war. Involviert zu sein scheinen auch Aiofes damaliger kontrollsüchtiger Verlobter Nathan sowie zwei Männer, die beim Junggesellinnenabschied gewisse Rollen gespielt haben.

An sich fand ich die Geschichte interessant gemacht, der Wechsel der Perspektiven und das langsame Rekapitulieren der Ereignisse sowie die Zwiste unter den Frauen haben mir gut gefallen. Dabei hat mir aber irgendwie durchgehend Spannung gefehlt. Das Buch war zwar nie wirklich langweilig, es sind einige unerwartete Dinge passiert, aber Thrill kam auch nicht richtig auf. Irgendwie könnte zwar jede:r ein Motiv haben, so richtig wurde aber kein Strang verfolgt und am Ende zog es sich dann ein bisschen und ich wollte nur noch die Auflösung wissen.

Ich denke, hier hätte man noch mehr aus der Geschichte herausholen können, indem die Gründe, die jede:r hatte, noch mehr ausgearbeitet worden wären. Dazu kam auch noch, dass ich keine der Protagonistinnen sympathisch fand.

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Veröffentlicht am 27.09.2024

Eine schillernde Figur im Schatten der Krone

Wallis Simpson
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Die Biografie "Wallis Simpson" von Michaela Lindinger bietet einen tiefen Einblick in das fast 90-jährige Leben einer der umstrittensten Frauen der britischen Geschichte. Wallis Simpson, die zweifach geschiedene ...

Die Biografie "Wallis Simpson" von Michaela Lindinger bietet einen tiefen Einblick in das fast 90-jährige Leben einer der umstrittensten Frauen der britischen Geschichte. Wallis Simpson, die zweifach geschiedene Amerikanerin, die den britischen König Edward VIII. dazu brachte, 1936 zugunsten seines Bruders abzudanken, steht im Mittelpunkt dieser detailreichen Darstellung. Das Buch beleuchtet nicht nur das Leben von Wallis und Edward, sondern auch die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe der damaligen Zeit.

Lindingers Werk zeichnet sich durch sorgfältige Recherche aus und bietet den Lesern neue Einblicke in die schillernde und kontroverse Persönlichkeit Wallis Simpsons. Zahlreiche Fotografien lockern den Text auf und versetzen den Leser in die Atmosphäre der damaligen Epoche. Der Einstieg in die Biografie, der unmittelbar nach Edwards Abdankung ansetzt, könnte jedoch für Leser ohne Vorkenntnisse etwas verwirrend sein. Erst nach einem längeren Abschnitt wird die Erzählung chronologisch aufgebaut, was den Zugang zur Geschichte erleichtert.

Die lebendige und flüssige Erzählweise der Autorin macht das Buch unterhaltsam, jedoch gibt es Aspekte, die kritisch betrachtet werden sollten. Zum einen wirkt die subjektive Meinung der Autorin oft zu dominant, was der nötigen Objektivität einer Biografie abträglich ist. Auch das häufige Einstreuen von englischen Begriffen wie "Royal Family" oder "Celebrity" mag manchen Lesern unpassend erscheinen. Dies gibt der Biografie teilweise den Anschein eines populären Klatschmagazins, anstatt eines seriösen Sachbuchs.

Nichtsdestotrotz vermittelt die Biografie einen umfassenden Eindruck von Wallis Simpson und Edward VIII., wobei auch die Schattenseiten der Figuren, wie Edwards Sympathien für das Nazi-Regime, nicht verschwiegen werden. Kritiker bemängeln, dass gelegentlich Spekulationen über die Gedanken und Gefühle der Protagonisten ohne klare Quellenangaben formuliert werden, was den wissenschaftlichen Anspruch des Buches mindert.

Für Royal-Fans und diejenigen, die an einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit der britischen Monarchie interessiert sind, ist das Buch dennoch empfehlenswert. Es zeichnet ein unverklärtes Bild von Wallis Simpson, das zwar wenig Sympathie für die Protagonistin aufbringt, aber ihre Bedeutung für die Geschichte der britischen Krone nicht mindert. Vergleiche mit aktuellen Ereignissen, wie der Beziehung von Meghan Markle und Prinz Harry, bieten zudem interessante Parallelen, die das Buch in einen aktuellen Kontext setzen.

Insgesamt ist Lindingers "Wallis Simpson" eine informative, wenn auch teils unsachliche Biografie, die sich gut lesen lässt, aber nicht alle Erwartungen an Objektivität und Tiefe erfüllt. Das Werk überzeugt durch seine detailreiche Darstellung und die umfassende Beleuchtung der historischen Hintergründe, während die fehlende Neutralität und die Stilbrüche den Gesamteindruck etwas trüben.

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