Ich habe zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt - einerseits habe ich den Thriller schnell gelesen, ohne dass es langweilig wurde, andererseits fehlte aber für meinen Geschmack auch etwas "Thrill" und ich ...
Ich habe zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt - einerseits habe ich den Thriller schnell gelesen, ohne dass es langweilig wurde, andererseits fehlte aber für meinen Geschmack auch etwas "Thrill" und ich habe recht früh die richtige Person verdächtigt. Für ein Debüt kann sich das Buch aber wirklich sehen lassen (da habe ich von etablierten Autor:innen schon sehr viel schlechteres gelesen).
Der Schreibstil hat mit auch gefallen, man darf aber keinen hochkomplexen Stil erwarten. Lässt sich angenehm und flüssig lesen!
Hinsichtlich der Story hatte ich recht früh eine Vermutung, der Weg zur Aufklärung konnte aber einige spannende Passagen und Elemente aufweisen, die sich zum Schluss zu einem großen Ganzen zusammengefügt haben. So blieben fast keine Fragen mehr offen und die Lösung ergibt Sinn (wenn man auch über die Glaubwürdigkeit streiten kann). Der Showdows hat mir auch gefallen.
Ich muss sagen, dass ich als erstes auf das Cover aufmerksam wurde (das ist wirklich gut gelungen, Motiv und Farben sind super gewählt). Und auch der Klappentext klang vielversprechend.
Hauptsächlich ...
Ich muss sagen, dass ich als erstes auf das Cover aufmerksam wurde (das ist wirklich gut gelungen, Motiv und Farben sind super gewählt). Und auch der Klappentext klang vielversprechend.
Hauptsächlich wird aus der Perspektive von Dani erzählt, deren beste Freundin Aiofe ihren Junggesellinnenabschied in Marbella gefeiert hat, an deren Ende sie leider gestorben ist (Bei "Aiofe" habe ich mich etwas schwergetan mit dem irischen Namen, für nicht-muttersprachliche Leser:innen hätte ich mir eine Fußnote oder so mit der Lautsprache gewünscht. Man spricht den Namen nämlich eher "Ii-va", also das englische "Eva" aus).
Dani kann sich aber nicht erinnern, was damals passiert ist, und möchte darum an Aiofes drittem Todestag nach Marbella zurückkehren, um sich zu erinnern. Mit dabei sind auch Tiff (Aiofes älteste Kindheitsfreundin), Beth und Celine (eine Arbeitskollegin, die vorher keine der anderen Frauen kannte), die auch vor drei Jahren dabei waren.
Erzählt wird abwechselnd aus der aktuellen Perspektive und der von vor 3 Jahren, sowie aus den Blickwinkeln der unterschiedlichen Frauen. So setzt sich langsam ein Bild zusammen, und man kann miträtseln, wer der/die Täter:in war. Involviert zu sein scheinen auch Aiofes damaliger kontrollsüchtiger Verlobter Nathan sowie zwei Männer, die beim Junggesellinnenabschied gewisse Rollen gespielt haben.
An sich fand ich die Geschichte interessant gemacht, der Wechsel der Perspektiven und das langsame Rekapitulieren der Ereignisse sowie die Zwiste unter den Frauen haben mir gut gefallen. Dabei hat mir aber irgendwie durchgehend Spannung gefehlt. Das Buch war zwar nie wirklich langweilig, es sind einige unerwartete Dinge passiert, aber Thrill kam auch nicht richtig auf. Irgendwie könnte zwar jede:r ein Motiv haben, so richtig wurde aber kein Strang verfolgt und am Ende zog es sich dann ein bisschen und ich wollte nur noch die Auflösung wissen.
Ich denke, hier hätte man noch mehr aus der Geschichte herausholen können, indem die Gründe, die jede:r hatte, noch mehr ausgearbeitet worden wären. Dazu kam auch noch, dass ich keine der Protagonistinnen sympathisch fand.
Die Biografie "Wallis Simpson" von Michaela Lindinger bietet einen tiefen Einblick in das fast 90-jährige Leben einer der umstrittensten Frauen der britischen Geschichte. Wallis Simpson, die zweifach geschiedene ...
Die Biografie "Wallis Simpson" von Michaela Lindinger bietet einen tiefen Einblick in das fast 90-jährige Leben einer der umstrittensten Frauen der britischen Geschichte. Wallis Simpson, die zweifach geschiedene Amerikanerin, die den britischen König Edward VIII. dazu brachte, 1936 zugunsten seines Bruders abzudanken, steht im Mittelpunkt dieser detailreichen Darstellung. Das Buch beleuchtet nicht nur das Leben von Wallis und Edward, sondern auch die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe der damaligen Zeit.
Lindingers Werk zeichnet sich durch sorgfältige Recherche aus und bietet den Lesern neue Einblicke in die schillernde und kontroverse Persönlichkeit Wallis Simpsons. Zahlreiche Fotografien lockern den Text auf und versetzen den Leser in die Atmosphäre der damaligen Epoche. Der Einstieg in die Biografie, der unmittelbar nach Edwards Abdankung ansetzt, könnte jedoch für Leser ohne Vorkenntnisse etwas verwirrend sein. Erst nach einem längeren Abschnitt wird die Erzählung chronologisch aufgebaut, was den Zugang zur Geschichte erleichtert.
Die lebendige und flüssige Erzählweise der Autorin macht das Buch unterhaltsam, jedoch gibt es Aspekte, die kritisch betrachtet werden sollten. Zum einen wirkt die subjektive Meinung der Autorin oft zu dominant, was der nötigen Objektivität einer Biografie abträglich ist. Auch das häufige Einstreuen von englischen Begriffen wie "Royal Family" oder "Celebrity" mag manchen Lesern unpassend erscheinen. Dies gibt der Biografie teilweise den Anschein eines populären Klatschmagazins, anstatt eines seriösen Sachbuchs.
Nichtsdestotrotz vermittelt die Biografie einen umfassenden Eindruck von Wallis Simpson und Edward VIII., wobei auch die Schattenseiten der Figuren, wie Edwards Sympathien für das Nazi-Regime, nicht verschwiegen werden. Kritiker bemängeln, dass gelegentlich Spekulationen über die Gedanken und Gefühle der Protagonisten ohne klare Quellenangaben formuliert werden, was den wissenschaftlichen Anspruch des Buches mindert.
Für Royal-Fans und diejenigen, die an einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit der britischen Monarchie interessiert sind, ist das Buch dennoch empfehlenswert. Es zeichnet ein unverklärtes Bild von Wallis Simpson, das zwar wenig Sympathie für die Protagonistin aufbringt, aber ihre Bedeutung für die Geschichte der britischen Krone nicht mindert. Vergleiche mit aktuellen Ereignissen, wie der Beziehung von Meghan Markle und Prinz Harry, bieten zudem interessante Parallelen, die das Buch in einen aktuellen Kontext setzen.
Insgesamt ist Lindingers "Wallis Simpson" eine informative, wenn auch teils unsachliche Biografie, die sich gut lesen lässt, aber nicht alle Erwartungen an Objektivität und Tiefe erfüllt. Das Werk überzeugt durch seine detailreiche Darstellung und die umfassende Beleuchtung der historischen Hintergründe, während die fehlende Neutralität und die Stilbrüche den Gesamteindruck etwas trüben.
Im Grunde eine schöne (wenn auch leider für die damalige Zeit recht unrealistische) Geschichte über starke Frauen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und anderen Frauen in misslichen Lagen beistehen.
Das ...
Im Grunde eine schöne (wenn auch leider für die damalige Zeit recht unrealistische) Geschichte über starke Frauen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und anderen Frauen in misslichen Lagen beistehen.
Das Setting erinnert schon sehr an Bridgerton, gemischt mit Enola Holmes, hier hat mir etwas die Individualität gefehlt.
Ende des 19. Jahrhunderts waren Frauen leider sehr von den Männern in ihrem Leben (sei es der Vater, Bruder, Cousin oder Ehemann) abhängig und ihren Machenschaften ausgeliefert. Mrs. Finch und ihre "Finken", wie sich die Frauen selbst nennen, arbeiten in einer geheimen Detektei zusammen, um anderen Frauen zu helfen.
Die Hauptprotagonistin Izzy wird rekrutiert, weil sie von ihrem Vater das Schlösser knacken gelernt hat und nach dessen Tod fast den gesamten Hausstand verkaufen musste, da er der Familie Schulden hinterlassen hat. Als Junge verkleidet hat sie schon zahlreiche Fälle gelöst.
Im ersten Band geht es um Lord Morland, der anscheinend seine Frau in den Wahnsinn treiben will, einen gutaussehenden Duke und die ein oder anderen weitere Verwicklung. Die Geschichte lässt sich gut lesen, der Schreibstil ist ansprechend.
Mich hätten aber die weniger "stereotypen" Charaktere wie Joe, der als Josephine geboren wurde, oder Maud und Winnie, die anscheinend in einer lesbischen Beziehung leben, noch mehr interessiert. So wirkt es, als hätte die Autorin ein bisschen Diversität einstreuen wollen, am Ende läuft es dann aber doch auf zwei heteronormative Hochzeiten hinaus.
Mir hat auch teilweise ein bisschen die Spannung gefehlt, die Erzählung hatte ein paar Längen und das Ende war sehr voraussehbar. Ich hätte mir noch mehr Einblick in die Lebensrealität der Frauen damals gewünscht; so ging es zum Großteil am Ende doch "nur" um die Liebesgeschichte - das hinterlässt einen ganz leicht faden Beigeschmack, dass eine Frau am Ende doch einen Mann in ihrem Leben "braucht".
Die Autor:innen haben sich während des Psychologiestudiums kennengelernt und wollen mit dem Buch nun ihr Wissen und ihre Erfahrungen zum Thema Beziehungen weitergeben.
Jede:r hatte wahrscheinlich schon ...
Die Autor:innen haben sich während des Psychologiestudiums kennengelernt und wollen mit dem Buch nun ihr Wissen und ihre Erfahrungen zum Thema Beziehungen weitergeben.
Jede:r hatte wahrscheinlich schon negative Beziehungserfahrungen - aber viele wissen nicht, wie sie Bindungsmuster durchbrechen können, um glückliche, langfristige Beziehungen haben zu können.
Das Buch bietet viele Übungen, beispielsweise zur Reflexion, um über sich und das eigene Leben nachzudenken. Weitere Themen sind bspw. persönliche Ziele, Gefühle, Gedanken, Vorstellungen über die ideale Beziehung, Werte, den eigenen Bindungsstil, Schutzstrategien, Glaubenssätze und Bedürfnisse. Außerdem geht es um den eigenen Selbstwert, Grenzen erkennen und setzen, und sich selbst zu akzeptieren.
Die praktischen Übungen sollen einem dabei helfen, diese Aspekte über sich selbst herauszufinden und zu vergegenwärtigen, um zu lernen, wie man das in eine gute Beziehung umwandeln kann.
Mir waren es etwas zu viele Bilder der Autor:innen, am Ende sind solche Ratgeber natürlich immer auch Selbstdarstellung und die beiden wollen auch sich und ihre Angebote verkaufen. Bei den Übungen waren viele dabei, die nicht unbedingt bahnbrechend waren - vielleicht aber neu für jemanden, der/die sich vorher noch nie mit diesen Themen auseinandergesetzt hat.
Generell ist das Buch ein ganz guter Ansatzpunkt, wenn man sich zum ersten Mal mit Themen wie Bindungsstile etc. auseinandersetzt, kann aber am Ende auch keine Therapie ersetzen, weil man oft Anstöße von außen braucht, um wirklich nachhaltig etwas zu ändern.