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Veröffentlicht am 03.03.2026

Ein Buch mit Schwächen, aber auch mit einer enormen Sogwirkung

Dire Bound
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Ein Buch mit Schwächen, aber auch mit einer enormen Sogwirkung

Sable Sorensen ist das Pseudonym der Autorinnen Eliza und Annie, die mit „Dire Bound“ einen tollen Auftaktband der Wolves-of-Ruin-Reihe geschaffen ...

Ein Buch mit Schwächen, aber auch mit einer enormen Sogwirkung

Sable Sorensen ist das Pseudonym der Autorinnen Eliza und Annie, die mit „Dire Bound“ einen tollen Auftaktband der Wolves-of-Ruin-Reihe geschaffen haben. Er erschien im Februar 2026 im Goldmann Verlag.

Die Protagonistin Meryn Cooper lebt mit ihrer kleinen Schwester Saela und ihrer Mutter in Sturmfrost, der Königsstadt von Nocturna. Seit Jahrhunderten ist das Reich schon im Krieg mit Astreonia, das von den unsterblichen Siphonen bewohnt wird. Letztere beziehen ihre Kräfte aus dem Blut der Menschen. Vor allem das der Kinder ist energiegeladen. Und so verschwinden immer wieder Kinder aus Sturmfrost. Als Saela entführt wird, schwört Meryn, sie zurückzuholen. Dafür meldet sie sich zur Armee. Doch anstatt direkt an die Front versetzt zu werden, muss sie die gefährlichen Prüfungen zur Gebundenen absolvieren. Die uralte und mächtige Schattenwölfin Anassa wählt Meryn für eine Bindung aus.

Besonders den Anfang dieses Buches fand ich ganz hervorragend. Ich fühlte mich sofort heimisch in dieser besonderen Welt und hatte keinerlei Schwierigkeiten, mir das Beschriebene vorzustellen. Der Schreibstil ist leicht und lebendig. Es gibt einige Dialoge, die mich zum Schmunzeln brachten, aber auch sehr viele spannende Szenen. Die Geschichte zog mich unweigerlich in ihren Bann und ich konnte zwischendurch kaum aufhören zu lesen. Bei mehr als 800 Seiten sind das schon mal unverzichtbare Voraussetzungen für ein tolles Leseerlebnis.

Meryn ist eine taffe junge Frau, die sich aufopferungsvoll um ihre kleine Familie kümmert und sich gegen allerlei Männer durchzusetzen weiß. Ihre Beziehung zu Lee, einem Palastkurier, fand ich ziemlich süß. Allerdings war es mir auf Dauer dann doch zu viel „Spice“, das hätte ich definitiv nicht gebraucht.

je weiter die Handlung voranschritt, desto mehr haderte ich mit den Figuren. Meryn und auch ihr Ausbilder Stark benehmen sich manchmal einfach nur dumm. Das ist zwar für den Fortgang der Geschichte gut, hat mich aber doch genervt. Auch die brutale Auslese in den Bindungsprüfungen hätte nicht sein müssen. Gewalt und Manipulation in jeglicher Form nehmen hier einen großen Raum ein. Wer auf meterweit spritzendes Blut allergisch reagiert, sollte besser die Finger von dem Buch lassen.

Auch wenn hier etliche Klischees bedient werden, hat es mir doch unheimlich viel Spaß gemacht, diesen verzwickten Fantasyroman zu lesen. Das Ende bietet mit einer überraschenden Wendung einen Zwischenabschluss, mit dem ich bis zum Erscheinen des 2. Bandes gut leben kann.

Die Wolves-of-Ruin-Reihe:
1. Dire Bound
2. Fury Bound (ET Juli 2026)

★★★★☆

Veröffentlicht am 27.02.2026

Herrlich undurchsichtige Charaktere

Witch of the Wolves - Halbmond Erbe
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Herrlich undurchsichtige Charaktere

Seit dem Tod ihrer Mutter lebt Cordelia bei ihrer Tante Lenora in London. Beide sind mächtige Hexen. Cordelia versteckt sich vor ihrem Vater Silas, dem Alpha des Albion-Rudels. ...

Herrlich undurchsichtige Charaktere

Seit dem Tod ihrer Mutter lebt Cordelia bei ihrer Tante Lenora in London. Beide sind mächtige Hexen. Cordelia versteckt sich vor ihrem Vater Silas, dem Alpha des Albion-Rudels. Doch irgendwann wird sie entdeckt und von Silas’ rechter Hand Bishop entführt, weil ihr Vater sie vor einer großen Gefahr beschützen will, von der Cordelia bis dahin gar nichts wusste, und auch ihren Vater und sein Rudel kannte sie nicht.

Mir hat es großen Spaß gemacht, über Hexen und Werwölfe sowie andere übernatürliche Wesen zu lesen. Die Mischung ist gut gelungen, der Schreibstil in der Regel flüssig, nur an einigen wenigen Stellen etwas holprig, was icb aber nicht weiter schlimm fand.

Die Ausarbeitung der verschiedenen Charaktere ist toll. Cordelia ist eine wirklich taffe junge Frau, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, sondern für ihre Rechte kämpft und sich nichts vorschreiben lässt. Aus ihrer Perspektive erleben wir die Handlung und sind ihr so ganz nah, bekommen ihre Gedanken und Gefühle hautnah mit. Von ihrem Gegenpart Bishop wissen wir hingegen kaum, welche Absichten er wirklich verfolgt, ob er auf Cordelias Seite ist oder auf der ihres Vaters oder gar auf seiner eigenen. Diese Unsicherheit macht die Sache spannend, auch weil die beiden sich unweigerlich zueinander hingezogen fühlen. Die Romanze entwickelt sich dabei recht schnell, auch wenn beide es erst mal abstreiten - hier sehen die Lesenden einfach mehr. Ein paar moderate Sexszenen fügen sich gut in die Handlung ein, wären für mich aber nicht so ausführlich notwendig gewesen.

Auch wenn die Handlung in kleinen Details vorhersehbar ist, ergeben sich für das große Ganze doch immer wieder überraschende Wendungen. Es fließt einiges an Blut, auch viel Gewalt ist im Spiel. Wer das nicht erträgt, sollte eher die Finger von diesem ansonsten recht unterhaltsamen Buch lassen.

Das Ende ist für den Moment einigermaßen abgeschlossen, aber eine Fortsetzung bietet sich an. Wann diese erscheinen wird, ist mir noch unbekannt. Die deutsche Ausgabe von „Witch of the Wolves. Halbmond Erbe“ erschien im Februar 2026 bei HarperCollins.

★★★★☆

Veröffentlicht am 26.02.2026

Zwischen Coming of Age und Thriller

Kala
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Zwischen Coming of Age und Thriller

„Kala“ ist der Debütroman von Colin Walsh. Das merkt man diesem Werk keineswegs an. Ich empfand die Story von Anfang bis Ende als ausgefeilt und rund, dabei auch sprachlich ...

Zwischen Coming of Age und Thriller

„Kala“ ist der Debütroman von Colin Walsh. Das merkt man diesem Werk keineswegs an. Ich empfand die Story von Anfang bis Ende als ausgefeilt und rund, dabei auch sprachlich sehr schön präsentiert. Auf Deutsch erschien das Buch im Februar 2026 im Gutkind Verlag.

2003, Kinlough, Irland. Eine Clique von Fünfzehnjährigen genießt den Sommer. Die Jugendlichen machen allerlei Blödsinn, probieren sich aus, gehen an die Grenzen - Pubertät eben. Kala, Helen, Aoife, Mush, Joe und Aidan gehen zusammen scheinbar durch Dick und Dünn. Doch wenn man genau hinsieht, bemerkt man die Risse. Und dann verschwindet im November Kala von einem auf den anderen Tag spurlos. Die Zurückgebliebenen müssen mit diesem Verlust fertigwerden und sich fragen, ob sie eine Schuld an Kalas Verschwinden tragen.

2018 treffen sich Helen, Mush und Joe anlässlich der Hochzeit von Helens Vater wieder. Aiden ist inzwischen verstorben, Aoife weggezogen. Helen flüchtete nach Kalas Verschwinden nach Kanada, Joe wurde ein berühmter Musiker. Nur Mush blieb stets in Kinlough, wo er seiner Mutter im Café hilft. Als auf einer Baustelle ein Skelett gefunden wird, stellt sich schnell heraus, dass es sich um Kala handelt. Die sterblichen Überreste weisen Anzeichen von massiven Verletzungen auf. Was ist mit Kala vor fünfzehn Jahren geschehen? Vor allem die Journalistin Helen bohrt nach, nicht wissend, dass sie dadurch sich und ihre Freunde in höchste Gefahr bringt.

Der Roman beginnt ziemlich gemächlich. Aus verschiedenen Perspektiven lernen wir die Gruppe mitsamt ihrer Dynamik kennen. Heute, fünfzehn Jahre später, hängt die Vergangenheit immer noch wie ein Damoklesschwert über den jungen Menschen. Vieles wurde verdrängt, will nun aber an die Oberfläche. Mit jeder gelesenen Seite entwickelt die Handlung einen immer stärkeren Sog, werden die Figuren immer greifbarer. Nachdem Colin Walsh uns zunächst viele rätselhafte Andeutungen vorlegt, serviert er uns schließlich häppchenweise die Fakten, knüpft ein Netz von unerwarteten Verbindungen und Ereignissen.

Der Schreibstil ist fesselnd, atmosphärisch dicht und bildhaft. Mein Kopfkino hatte ordentlich zu tun. So liebe ich das! Was als Coming of Age-Roman beginnt, endet schließlich als spannender Thriller.

★★★★★

Veröffentlicht am 26.02.2026

Leichte Literatur

Wir Freitagsmänner
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Leichte Literatur

Eigentlich lese ich solche Bücher eher selten. Diesmal habe ich nur zugegriffen, weil ich den Klappentext und auch die Hörprobe klasse fand. Der Sprecher Christoph Maria Herbst macht ...

Leichte Literatur

Eigentlich lese ich solche Bücher eher selten. Diesmal habe ich nur zugegriffen, weil ich den Klappentext und auch die Hörprobe klasse fand. Der Sprecher Christoph Maria Herbst macht seine Sache wirklich gut, liest gut betont und verleiht den verschiedenen Figuren Charakter. Ich habe ihm sehr gerne gelauscht. Das Hörbuch ist ungekürzt und hat eine Laufzeit von 6 h 34 min.

Trotz des ernsten Themas - die Wechseljahre des Henri Albers - ist der Roman dank seines leichten Schreibstils sehr locker zu genießen. Der Humor ist fast genau auf meiner Wellenlänge. Immer wieder musste ich schmunzeln oder gar laut lachen. Henri fand ich größtenteils sympathisch. Und auch seine Hündin Bobby ist herzallerliebst.

Henri ist geschieden, aber aktuell wieder auf der Suche nach einer Partnerin. Bei einem sehr kuriosen Date lernt er zufällig Emily kennen und ist quasi schockverliebt. Doch Emily hat ganz andere Interessen. Mit diversen Tricks versucht Henri, sie für sich zu gewinnen. Das war zunächst ganz lustig, am Ende war mir Henris Aufdringlichkeit aber definitiv zu viel. Darüber konnte ich dann nicht mehr lachen.

Interessant fand ich jedoch die Gedanken zu den Wechseljahren des Mannes. Als Frau habe ich mir da ehrlich gesagt noch keine großen Gedanken dazu gemacht. Hier konnte ich einiges dazulernen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 24.02.2026

Atmosphärisch dicht

Fünf Fremde
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Atmosphärisch dicht

Nordseeinsel Neuwerk, August 1995. Während eines Schullandheimaufenthalts verschwinden die Teenager Isa und Janosch. Nach Tagen wird Isa gefunden, so traumatisiert, dass sie kein Wort ...

Atmosphärisch dicht

Nordseeinsel Neuwerk, August 1995. Während eines Schullandheimaufenthalts verschwinden die Teenager Isa und Janosch. Nach Tagen wird Isa gefunden, so traumatisiert, dass sie kein Wort spricht. Was mit Janosch geschah, bleibt ungelöst.

Dreißig Jahre später treffen verschiedene Personen auf Neuwerk aufeinander. Manche kennen sich von früher, andere sind sich bis dahin fremd, doch alle haben irgendwie mit dem Fall von damals zu tun. Ihr Zusammentreffen ist kein Zufall …

Der Anfang dieses Buches ist einfach großartig. Es hat mich sofort gepackt und ich fand mich auf der kleinen Nordseeinsel wieder, die ich zwar nicht in Wirklichkeit kenne, aber nach dieser Lektüre zu kennen glaube, so lebensecht wird sie und ihre Bewohner beschrieben.

Die Ereignisse werden so intensiv und atmosphärisch geschildert, dass man meint, mittendrin dabei zu sein. Nicht nur die ungeklärten Vorkommnisse in der Vergangenheit, sondern auch solche in der Gegenwart lassen einen hin und wieder zusammenzucken. Ein Übriges tut ein fürchterlicher Orkan, der das Fortkommen auf und von der Insel unmöglich macht.

Aus wechselnden Perspektiven und in zwei Zeitebenen (1995 und 2025) setzt sich nach und nach ein komplexes Bild der ganzen Handlung zusammen. Man kann dabei sehr gut miträtseln, wer und was hinter der ganzen Geschichte steckt. Einiges habe ich dabei schon früh vermutet, anderes konnte mich überraschen. Aber leider erschien mir die Auflösung zu konstruiert und unwahrscheinlich. Da spielen schon ziemlich viele Zufälle und nicht nachvollziehbares Handeln mit.

Nichtsdestotrotz hat mir das Buch aufgrund seiner vielen spannenden Elemente und der lebendigen Erzählweise gut gefallen.

★★★★☆

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