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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2026

Psychothriller für Jugendliche (und Erwachsene)

Happy Head
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Psychothriller für Jugendliche (und Erwachsene)

Das Buch ist wohl eher für Jugendliche ab ca. 14 Jahre gedacht, konnte mich als Erwachsene aber auch gut fesseln. Der Schreibstil ist relativ einfach, wirkt ...

Psychothriller für Jugendliche (und Erwachsene)

Das Buch ist wohl eher für Jugendliche ab ca. 14 Jahre gedacht, konnte mich als Erwachsene aber auch gut fesseln. Der Schreibstil ist relativ einfach, wirkt durch die Chatnachrichten und einige Ausdrücke aus der Jugendsprache aber sehr lebendig und authentisch.

Der siebzehnjährige Sebastian wurde ausgewählt, um an einem Programm für mentale Gesundheit von Jugendlichen teilzunehmen - HappyHead. Zusammen mit 99 anderen Teenagern wird er zwei Wochen irgendwo in Schottland verbringen, um den Startstein für sein weiteres - glückliches - Leben zu legen. Täglich warten neue Challenges auf die Teilnehmer. Schon bald ergeben sich Zweifel am Sinn der Maßnahmen, und noch schlimmer: Die Jugendlichen scheinen sogar in Gefahr zu sein.

Seb ist ein angenehmer Charakter, den ich gerne begleitet habe. Seine Charakterentwicklung hat mir gut gefallen. Noch besser fand ich allerdings den rebellisch erscheinenden Finneas, der sich von Anfang an nicht aufzwingen lässt. Beide zusammen sind ein tolles Protagonistenpaar. Ich habe beide ganz schnell in mein Herz geschlossen und mit ihnen gebangt, dass sie aus dieser Sache heil wieder raus kommen.

Die Story ist unglaublich spannend und rätselhaft. Was steckt wirklich hinter diesem Programm und dieser Einrichtung? Welche Rolle spielen die Betreuer? Und warum werden die Teenager bis aufs Blut getriezt? Seite für Seite deckt diese rasant erzählte Geschichte Unglaubliches auf, das einem schier das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ein echter Pageturner, den ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Auf die Fortsetzung freue ich mich jetzt schon.

Die Dilogie:
1. Happy Head
2. Dead Happy (zum ET der deutschen Ausgabe habe ich leider keine Info)

★★★★★

Veröffentlicht am 07.02.2026

Neue Reihe mit einigen alten Bekannten

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Neue Reihe mit einigen alten Bekannten

„Ungelöst. Die erste Zeugin“ knüpft an ein früheres Werk von Arno Strobel an, „Das Wesen“. Einige der damaligen Protagonisten spielen auch im aktuellen Buch wieder ...

Neue Reihe mit einigen alten Bekannten

„Ungelöst. Die erste Zeugin“ knüpft an ein früheres Werk von Arno Strobel an, „Das Wesen“. Einige der damaligen Protagonisten spielen auch im aktuellen Buch wieder eine große Rolle, die ermittelnden Polizisten sind aber neu. Man muss auch überhaupt keine Vorkenntnisse mitbringen. Was man über die einzelnen Charaktere von damals wissen muss, wird hier gesagt.

Nachdem Bernd Menkhoff den Psychiater Dr. Joachim Lichner ins Gefängnis gebracht hat, ist er nun wieder entlassen worden und prompt verschwinden erneut kleine Mädchen. Natürlich fällt der Verdacht sofort wieder auf Lichner. Luisa Menkhoff, die Tochter des inzwischen verstorbenen Bernd Menkhoff, bietet der Polizei ihre Hilfe an. Durch ihr eidetisches Gedächtnis hat sie unendlich viele interessante Erinnerungen, die zur Aufklärung der Fälle führen könnten. Doch bald geschieht etwas, was darauf hinweist, dass Lichner doch nicht der Täter sein kann …

Von der ersten bis zur letzten Seite hat mich dieses Buch gepackt. Ich wollte es kaum aus der Hand legen, denn die Spannung empfand ich als kontinuierlich hoch. Durch sympathische Protagonist*innen, aber auch durch schwer durchschaubare, war ich durchgehend von der Handlung gefesselt und habe mit den Ermittlern um die Entführungsopfer gebangt und gerätselt, wie alles tatsächlich zusammenhängt. Hierbei warten eine Menge überraschende Wendungen auf die Lesenden. Kaum meint man zu wissen, wer was und warum, dreht sich die Geschichte wieder komplett in eine andere Richtung. Für mich war hier kaum etwas vorhersehbar. Die einzelnen Fakten erkannte ich meistens erst, wenn der Autor mir den entscheidenden Hinweis gab.

„Ungelöst. Die erste Zeugin“ ist der Auftaktband einer neuen Reihe um Cold Cases. Ich bin schon sehr gespannt, wann und womit es weitergeht.

Fazit:
Sehr spannende Unterhaltung für alle Thrillerfans, die nicht unbedingt tiefschürfende Kost brauchen, sondern einfach mal vom Alltag abschalten wollen.

★★★★★

Veröffentlicht am 04.02.2026

Hat mich absolut gefesselt

Die Insel meiner Schwester
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Hat mich absolut gefesselt

Im Alter von vierzehn Jahren erfährt Mirjam, dass sie eine fast gleichaltrige Halbschwester hat. Die beiden lernen sich heimlich kennen und werden beste Freundinnen, bis sie ...

Hat mich absolut gefesselt

Im Alter von vierzehn Jahren erfährt Mirjam, dass sie eine fast gleichaltrige Halbschwester hat. Die beiden lernen sich heimlich kennen und werden beste Freundinnen, bis sie sich wieder aus den Augen verlieren. Als Nia dann nach längerer Zeit sich wieder meldet und Mirjam zu ihrem vierzigsten Geburtstag auf die Familieninsel einlädt, hat diese schon ein ungutes Gefühl …

Sara Bergmark Elfgren packt hier schwierige Themen an, meistert die Gratwanderung zwischen bedrückenden Situationen und leichter Erzählung einfach klasse. Mirjams Lebensgefährte hat sich nach zehn Jahren gerade von ihr getrennt; sie ist am Boden zerstört. Doch noch mehr Sorgen macht sie sich um ihre Schwester Nia, die seit Jahren in einer toxischen Beziehung feststeckt und es einfach nicht schafft, sich von ihrem Mann zu lösen.

Behutsam erzählt die Autorin die Geschichte der beiden Frauen aus der Ich-Perspektive von Mirjam. Dadurch bekommt man alle Gedanken und Gefühle aus erster Hand mit und kann leicht nachvollziehen, warum sie so handelt, wie sie handelt. Aber auch an Nia fühlte ich mich ganz nah dran und konnte sehr gut verstehen, wie sie an diesen Mann geraten ist und warum sie ihn nicht einfach verlassen kann, obwohl vielleicht sogar ihr Leben in Gefahr ist. Dies wird sehr schön durch Rückblenden/Erinnerungsfragmente gelöst.

Die Atmosphäre ist dabei von Anfang an untergründig spannend. Man hat den Eindruck, dass jeden Augenblick etwas passieren muss, doch hier spannt Sara B. Elfgren uns etwas auf die Folter. Der große Knall kommt erst später, dann aber mit aller Wucht! Ich war total erstaunt über die Wendungen, die die Handlung nimmt. Dieser Roman weist mehr Spannung auf als so mancher Thriller.

★★★★★

Veröffentlicht am 03.02.2026

Stellenweise langatmig

Loki − Her Twisted Heart
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Stellenweise langatmig

Der Klappentext hat mich gleich gefangen genommen. Loki hat mich schon immer fasziniert. Interessant fand ich, dass hier die verschiedenen Mythologien vermischt werden: Loki als ...

Stellenweise langatmig

Der Klappentext hat mich gleich gefangen genommen. Loki hat mich schon immer fasziniert. Interessant fand ich, dass hier die verschiedenen Mythologien vermischt werden: Loki als nordischer Gott sowie weitere Götter aus der nordischen, der römischen und der griechischen Mythologie. Davon versprach ich mir viel Spannung, aber leider haben alle Götter und Göttinnen außer Loki nur Kurzauftritte, wobei ihre Herkunft auch keine große Rolle spielt.

Harlow hasst die Götter. Doch als ihre Freundin Asra und andere Bewohnerinnen ihres Lagers von einer tödlichen Krankheit befallen werden, wird sie für die Suche nach einem Heilmittel in die Götterwelt Abyssos zu Loki geschickt. Loki, der Gott des Chaos und der Täuschung. Und tatsächlich weiß Harlow nie, woran sie mit ihm ist, ob sie ihm trauen kann oder besser doch nicht. Als die beiden dann auch noch von Amors Pfeil getroffen werden, sind sie aneinander gebunden - verflucht, auf ewig zusammen zu sein. Das ergibt einige spritzige Dialoge zwischen den beiden „Kontrahenten“. Dies hat mir gut gefallen.

Allerliebst war auch der kleine Wassergeist Kaia. Kaia konnte mir bei jedem ihrer Auftritte eine Lächeln ins Gesicht zaubern. Loki empfand ich als eine sehr zwiespältige und dadurch unheimlich interessante Figur. Bei ihm muss man stets auf der Hut sein. Er bleibt undurchsichtig bis zum Schluss. Der Situation geschuldet, wirkt Harlow anfangs ein bisschen jammernd und selbstmitleidig. Das ist nicht so ganz meins, aber zum Glück entwickelt sie sich ganz schnell in eine andere Richtung.

Der Schreibstil ist gut zu lesen, relativ einfach und ohne Schnörkel. Manchmal erschien er mir etwas zu flapsig angesichts jahrtausendealter Götter, zumal das nicht durchgehend der Fall ist. Sonst hätte ich es tolerieren können.

Eigentlich ist die Story ganz interessant und spannend. Stellenweise hat die Erzählung aber auch ziemliche Längen, wo ich mich regelrecht zum Weiterlesen zwingen musste.

Die Loki-Dilogie:
1. Loki. Her Twisted Heart
2. Loki. His Dark Soul (ET: Juli 2026)

★★★☆☆


Veröffentlicht am 02.02.2026

Lesenswert, wenn auch mit Luft nach oben

Hazel sagt Nein
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Lesenswert, wenn auch mit Luft nach oben

„Hazel sagt Nein“ ist der Debütroman von Jessica Berger Gross, die wie Hazel in New York aufgewachsen und dann nach Maine gezogen ist. Auch weitere einzelne Aspekte ...

Lesenswert, wenn auch mit Luft nach oben

„Hazel sagt Nein“ ist der Debütroman von Jessica Berger Gross, die wie Hazel in New York aufgewachsen und dann nach Maine gezogen ist. Auch weitere einzelne Aspekte ihres eigenen Lebens hat sie in diesem Buch verarbeitet. Es ist aber bei Weitem kein autobiografischer Roman.

Der Anfang des Romans gefiel mir ausnehmend gut. Hazel wird an ihrem ersten Tag an der neuen Senior High School ins Büro des Direktors Richard White beordert, wo dieser ihr mitteilt, dass er jedes Jahr mit einer seiner Schülerinnen Sex und für das aktuelle Jahr Hazel ausgewählt hat. Wie vor den Kopf gestoßen, sagt Hazel das einzig Richtige: Nein! Damit will sie es eigentlich bewenden lassen, doch die Szene lässt sie in Gedanken nicht los, und so vertraut sie sich ihrer Mutter Claire an. Diese ist entsetzt und telefoniert sofort mit Hazels Vater Gus. Der kleine Bruder Wolf bekommt sowieso immer alles mit. Und so kommt die Lawine ins Rollen. Die Sache wird publik gemacht. Für Familie Greenberg Blum beginnt eine Zeit der Anfeindungen, denn White streitet alles ab und schiebt den Schwarzen Peter Hazel zu. Da er ein angesehenes Gemeindemitglied ist, sind viele der Bewohner auf seiner Seite.

Jessica Berger Gross erzählt diese unfassbare Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Alle Familienmitglieder kommen fast gleichermaßen zu Wort und wir dürfen miterleben, wie das Geschehen ihre jeweilige kleine Welt beeinträchtigt.

Die einzelnen Charaktere gefielen mir recht gut. Sie sind alle ungewöhnlich, haben ihre Ecken und Kanten, aber auch ganz viele liebenswürdige Seiten. Auf eine gewisse Weise mochte ich jede der Figuren sehr gerne, wobei die Szenen mit Wolf regelmäßig am witzigsten waren. Dieser Witz war auch sehr positiv, sonst wäre die Story zu negativ ausgefallen. Dabei ist der Autorin die Gratwanderung zwischen Ernsthaftigkeit und Witz gut gelungen.

Der Schreibstil war leider nicht so ganz nach meinem Geschmack. Ich empfand ihn mit seinen relativ kurzen Sätzen als zu einfach. Ein paar mehr Emotionen hätte ich mir auch gewünscht. Gerade Hazel als die Hauptbetroffene erschien mir oft zu abgeklärt.

Trotzdem fand ich diesen Roman absolut lesenswert, wenn auch durchaus noch Luft nach oben ist.

★★★★☆