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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2025

Fesselnd und überraschend

Der Tod so kalt
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Fesselnd und überraschend

Luca D’Andrea versteht es, eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Diese ist beklemmend und düster. Zum Glück gibt es immer wieder Lichtblicke in Form der fünfjährigen Tochter des ...

Fesselnd und überraschend

Luca D’Andrea versteht es, eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Diese ist beklemmend und düster. Zum Glück gibt es immer wieder Lichtblicke in Form der fünfjährigen Tochter des Protagonisten, die einfach zuckersüß und sehr aufgeweckt ist - meine Lieblingsfigur, obwohl sie mit dem Verbrechen und seiner Aufklärung gar nichts zu tun hat.

Zunächst fließt die Handlung eher gemächlich vor sich hin, es müssen erst die Voraussetzungen für die spannenden Szenen angelegt werden. Doch etwa ab der Hälfte nimmt sie dann rasant Fahrt auf.

Der Autor legt etliche falsche Fährten; es gibt viele mögliche Täter. Wer hier wirklich dreißig Jahre zuvor ein Massaker verübt hat, hat mich überrascht. Allerdings fand ich das Motiv etwas konstruiert.

★★★★☆

Veröffentlicht am 28.11.2025

Spannender deutscher Thriller

Neuntöter
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Ule Hansen ist das Pseudonym des Autoren-Duos Astrid Ule und Eric T. Hansen.

Ich fand das Buch unheimlich spannend und fesselnd und habe es trotz seiner knapp 500 Seiten in einem Rutsch durchgelesen. ...


Ule Hansen ist das Pseudonym des Autoren-Duos Astrid Ule und Eric T. Hansen.

Ich fand das Buch unheimlich spannend und fesselnd und habe es trotz seiner knapp 500 Seiten in einem Rutsch durchgelesen. „Neuntöter“ ist nichts für schwache Nerven oder schwache Mägen. Die beschriebene Todesart ist schon sehr gruselig. Die Ermittlerin war mir sehr sympathisch, aber zuweilen ist sie auch etwas naiv.

Manche Dinge erschienen mir etwas unwahrscheinlich, einiges habe ich schon früh erahnt, anderes konnte mich komplett überraschen. Der Spannungsbogen ist gut gelegt. Gerade zum Schluss zieht er noch einmal richtig an.

Insgesamt ein unterhaltsamer und spannender Thriller. Das Autoren-Duo werde ich mir auf jeden Fall merken.

Veröffentlicht am 27.11.2025

Ein rundes Finale

Luft
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Ein rundes Finale

„Luft“ ist der vierte von vier zusammengehörigen Kurzromanen aus der Feder des großen irischen Schriftstellers John Boyne. Ich würde sagen, die ersten drei können auch unabhängig von ...

Ein rundes Finale

„Luft“ ist der vierte von vier zusammengehörigen Kurzromanen aus der Feder des großen irischen Schriftstellers John Boyne. Ich würde sagen, die ersten drei können auch unabhängig von den anderen gelesen werden. Für den vierten sollte man besser Vorkenntnisse haben, denn hier werden die Handlungen der Vorgängerbände mit einem zeitlichen Abstand fortgesetzt, diesmal mit Aaron Umber in der Hauptrolle.

Das Buch beginnt eher ruhig, was aber nicht schlecht ist. Mit mysteriösen Andeutungen macht der Autor mich neugierig. Aaron ist zusammen mit seinem Teenager-Sohn Emmet auf einer Reise, von Australien, wo sie leben, nach irgendwo. Wohin genau sie wollen und warum, erfahren wir erst später. Vater und Sohn sind stundenlang auf engem Raum zusammen; das ist in dem Alter nicht einfach, zumal Aaron eine wunde Vergangenheit hat, von der Emmet nichts weiß.

Sehr einfühlsam beschreibt John Boyne die schwierige Annäherung zwischen Vater und Sohn, die Notwendigkeit der Aufarbeitung der Vergangenheit, damit die Zukunft kommen kann.

Das Buch erschien im Oktober 2025 im Piper Verlag. Übersetzt wurde es von Maria Hummitzsch.

Die Elemente:
1. Wasser
2. Erde
3. Feuer
4. Luft

★★★★★

Veröffentlicht am 27.11.2025

Vielversprechendes Debüt

Der unsichtbare Elefant
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Vielversprechendes Debüt
Inhalt:
Thomas Siebemorgen ist Anwalt in einer renommierten Düsseldorfer Kanzlei. Eines Abends steigt er im 18. Stock über die Brüstung zum Innenhof. Er will springen. Seine Kollegin ...

Vielversprechendes Debüt
Inhalt:
Thomas Siebemorgen ist Anwalt in einer renommierten Düsseldorfer Kanzlei. Eines Abends steigt er im 18. Stock über die Brüstung zum Innenhof. Er will springen. Seine Kollegin María Polonio sieht ihn und kann ihn von seinem Suizidgedanken abbringen. Doch Thomas stürzt trotzdem in die Tiefe.

In den nächsten Tagen versucht María herauszufinden, was in Thomas vorging. Auch Simon Nyakuri, der kanzleiintern mit der Klärung beauftragt wurde, und Viktor Kemper vom Kriseninterventionsteam machen sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Meine Meinung:
Selten hat mich eine Story gleich zu Anfang so sehr in ihren Bann gezogen wie „Der unsichtbare Elefant.“ Das Mysterium um Thomas Siebenmorgens Unfallsuizid hat mir genauso wenig Ruhe gelassen wie María, Viktor und Simon. Jeder der drei geht auf eine andere Weise an die Nachforschungen, teilweise überschneiden sie sich aber auch. Wir lernen immer mehr Menschen kennen, die mit Thomas zu tun und einen Einfluss auf ihn hatten. Auch wenn nicht alles hundertprozentig rosig war in Thomas’ Leben, erklärt doch nichts davon einen Suizid. Der Weg zur tieferen Wahrheit ist weit.

Max A. Edelmann erleichtert ihn den Lesenden durch einen fesselnden Schreibstil, eine gelungene Atmosphäre sowie plastische, tiefgründig ausgearbeitete Figuren. Perspektivwechsel zwischen María, Viktor und Simon und kurze Kapitel, die meist mit einem kleinen Cliffhanger enden, sorgen dafür, dass man immer weiter lesen möchte.

Der Autor versteht es, Erwartungen zu schüren. Leider werden meine Erwartungen am Ende nicht ganz erfüllt. Hier verzettelt sich die Geschichte ein wenig anstatt auf den Punkt zu kommen. Andere Lesende können dies natürlich anders empfinden. Ich werde mir den Namen Max A. Edelmann aber auf jeden Fall merken und hoffe, bald mehr von ihm zu lesen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 24.11.2025

Gehaltene und ungehaltene Reden

Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird
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Gehaltene und ungehaltene Reden

Sehr zu Recht wurde der deutsch-bosnische Schriftsteller Saša Stanišić schon mit vielen Preisen ausgezeichnet. In diesem Büchlein sind nun einige seiner Dankesreden sowie ...

Gehaltene und ungehaltene Reden

Sehr zu Recht wurde der deutsch-bosnische Schriftsteller Saša Stanišić schon mit vielen Preisen ausgezeichnet. In diesem Büchlein sind nun einige seiner Dankesreden sowie Reden zu anderen Anlässen und auch noch gar nicht gehaltene versammelt. Jede einzelne davon sollte man sich genüsslich auf der Zunge zergehen lassen. Nicht weil sie so lieblichen Inhalts sind, sondern weil Saša Stanišić einfach genial mit der Sprache spielt. Der Inhalt dagegen ist oft sehr ernst. Hier geht es um den Krieg in Ex-Jugoslawien, um Missstände in unserer Gesellschaft, um Menschen in Not, aber auch um Mut und Hoffnung.

Mit einem unglaublich leichten Schreibstil und pointiertem Witz wechselt der Autor zwischen Fakten und Fiktion, zwischen Erinnerungen und philosophischen Überlegungen. Stanišić nimmt dabei jeden Einzelnen von uns in die Pflicht, die Welt ein bisschen besser zu machen. Packen wir’s an!

★★★★★