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Veröffentlicht am 07.01.2026

Unterhaltsam, spannend, aber kaum originell

To Cage a Wild Bird
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Unterhaltsam, spannend, aber kaum originell

„To Cage a Wild Bird“ ist der Debütroman der jungen Autorin Brooke Fast. Dafür ist das Buch ganz gut gelungen. Allerdings besteht auch noch etwas Verbesserungspotenzial. ...

Unterhaltsam, spannend, aber kaum originell

„To Cage a Wild Bird“ ist der Debütroman der jungen Autorin Brooke Fast. Dafür ist das Buch ganz gut gelungen. Allerdings besteht auch noch etwas Verbesserungspotenzial.

Am Schreibstil gibt es wenig auszusetzen. Die Story erscheint lebendig und dynamisch und lässt sich flüssig lesen. Im Großen und Ganzen fand ich das Buch recht spannend und unterhaltsam. Es ist aber nichts für zartbesaitete Gemüter, da ziemlich abartige, gewaltlastige Szenen vorkommen. Dabei hat sich mir nicht wirklich erschlossen, wo diese Gewalt herkommt. Sie ist bei einer breiten Bevölkerungsschicht einfach so da aus Lust an Gewalt.

Die Handlung ist ziemlich geradlinig. Kaum stellen sich der Protagonistin Raven Hindernisse in den Weg, sind sie auch schon beiseite geräumt und sie kann ihren Weg weitergehen. Selbst wenn Raven an irgendwelchen Personen zweifelt, ist für die Lesenden doch klar, auf welcher Seite diese stehen. Große Überraschungen gibt es daher nicht, nur ein paar kleine.

Der Kern der Handlung erinnert stark an „Die Tribute von Panem“ und zum Teil auch an andere dystopische Reihen. Da mir die Tribute aber super gefallen haben, fand ich das hier nicht so schlimm.

„To Cage a Wild Bird“ ist der Auftakt der Divided Fates-Reihe. Das Ende empfinde ich trotz Cliffhanger als so abgeschlossen, dass man es einfach stehenlassen könnte, lässt mich aber auch gespannt auf Band 2 warten.

Da der positive Eindruck bei mir überwiegt, gebe ich wohlwollende 4 Sterne.

★★★★☆

Veröffentlicht am 05.01.2026

Nesbø in Hochform

Minnesota
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Nesbø in Hochform

Der Norweger Holger Rudi reist 2022 nach Minnesota. Er recherchiert für ein Buch über eine Attentatsserie, die sich 2016 in Jordan, Minneapolis, ereignete. Holger begibt sich auf die ...

Nesbø in Hochform

Der Norweger Holger Rudi reist 2022 nach Minnesota. Er recherchiert für ein Buch über eine Attentatsserie, die sich 2016 in Jordan, Minneapolis, ereignete. Holger begibt sich auf die Spuren des Polizisten Bob Oz und seines Gegenspielers.

Bob Oz macht es einem anfangs nicht leicht, ihn zu mögen. Er ist ein guter Polizist, aber ein gebrochener Mann. Sein Leid und seine Verzweiflung lässt er an seinen Mitmenschen aus. Seine Freunde werden immer weniger, auch bei der Arbeit kriselt es. Aber Bob hat eine Mission: Er will den Attentäter stellen und setzt alles daran.

Jo Nesbøs Schreibstil ist gewohnt klasse, klar, prägnant, gut lesbar, dabei intensiv und lebendig. Meist eher kurze Kapitel mit Perspektivwechseln und Cliffhangern sorgen für Spannung und Tempo, nachdem es zu Beginn relativ ruhig losgeht. Dabei ist die Handlung komplex aufgebaut, hinter jeder Ecke wartet eine neue Wendung.

Mit jeder Seite kann man sich besser in Bob Oz hineinversetzen und ihm seine Eigenarten und Fehler verzeihen - und ebenso in den Täter. Nesbø versteht es hier super, den Lesenden die Beweggründe der Protagonisten deutlich zu machen. So kann man gut nachvollziehen, warum sie so handeln, wie sie handeln, auch wenn man es nicht gutheißen kann.

Neben einer spannenden, unterhaltsamen Story hat der Autor auch jede Menge Gesellschaftskritik in sein Werk gepackt, was mir sehr gut gefallen hat.

Fazit:
Absolute Leseempfehlung für alle Fans von intelligenten Thrillern. Bob Oz steht Harry Hole in nichts nach!

★★★★★

Veröffentlicht am 02.01.2026

Leben und Tod

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Leben und Tod

Meine Aufmerksamkeit wurde vom Titel dieses Romans erregt, der im Januar 2026 bei btb auf Deutsch erscheint. Ich finde, er klingt sehr melancholisch, ein bisschen traurig, aber gleichzeitig ...

Leben und Tod

Meine Aufmerksamkeit wurde vom Titel dieses Romans erregt, der im Januar 2026 bei btb auf Deutsch erscheint. Ich finde, er klingt sehr melancholisch, ein bisschen traurig, aber gleichzeitig auch hoffnungsvoll. Auch der Klappentext hat mich gereizt, allerdings habe ich den hier erwähnten Witz in diesem Roman nicht gefunden.

Mit seinen 89 Jahren möchte Bo noch nicht akzeptieren, dass er nicht mehr alles selbst erledigen kann, obwohl er es immer wieder erfahren muss. Sei es, dass er das Schraubdeckelglas nicht aufbekommt oder das Wasser nicht halten kann. Der körperliche Verfall ist im Vormarsch. Halt geben ihm sein treuer Hund Sixten und die Pflegerin Ingrid, die ihn anscheinend besser versteht als sein eigener Sohn. Letzterer möchte, dass Bo den Hund abgibt, weil er angeblich nicht mehr gut genug für ihn sorgen kann. Für den alten Herrn fühlt sich das aber wie ein Todesstoß an und er kämpft mit den wenigen ihm verbliebenen Mitteln darum, dass der Hund bei ihm bleiben kann.

In den langen Stunden zwischen den Besuchen des Pflegedienstes lässt Bo sein Leben in Gedankengesprächen mit seiner Frau, die er vor Kurzem in ein Pflegeheim für Demenzerkrankte verabschieden musste, Revue passieren. Er erinnert sich an einzelne Episoden in seinem Elternhaus, an sein schlechtes Verhältnis zu seinem Vater und seine liebevolle Mutter, an seinen Sohn Hans, zu dem die Beziehung auch gerade nicht rosig ist, da Bo sich wegen Sixten, dem Hund, unverstanden fühlt. Voller Liebe denkt er an seine Enkelin Ellinor und seinen besten Freund Ture.

Lisa Ridzén schreibt unglaublich einfühlsam und authentisch. Man kann sich in Bo sehr gut hineinversetzen und leidet direkt mit ihm, und das, obwohl er nicht durch und durch sympathisch erscheint. Der Roman entfaltet sich langsam und ruhig. Große Action darf man nicht erwarten, aber ein paar berührende Szenen auf jeden Fall. Mir gingen vor allem die letzten Seiten sehr zu Herzen (Taschentuchalarm!).

★★★★☆

Veröffentlicht am 27.12.2025

Super spannend und aktuell

Oxen. Interregnum
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Super spannend und aktuell

„Oxen. Interregnum“ ist bereits der siebte Band der Reihe um den dänischen ehemaligen Elitesoldaten Niels Oxen. Wer die ersten Bände gelesen hat, wird der Handlung leichter ...

Super spannend und aktuell

„Oxen. Interregnum“ ist bereits der siebte Band der Reihe um den dänischen ehemaligen Elitesoldaten Niels Oxen. Wer die ersten Bände gelesen hat, wird der Handlung leichter folgen können; es ist aber auch ein Neueinstieg in die Reihe mit diesem Band denkbar. Das Wichtigste aus der Vergangenheit wird noch einmal kurz angerissen.

Axel Mossman hat interimsmäßig wieder die Leitung des PET inne und bittet seine Mitarbeiterin Margrethe Franck sowie Niels Oxen, ihm zu helfen: Er hat Kenntnis darüber, dass das alte Machtnetzwerk Danehof, das als zerschlagen galt, neu aufgebaut werden soll. Dies gilt es mit allen Mitteln zu verhindern.

Die in Schweden aufgefundene Leiche eines dänischen Generalstaatsanwalts, der Tod eines chinesischen Studenten in Kopenhagen, ein Studentenpaar auf der Flucht - was die Polizei für Einzelfälle hält, offenbart sich den Lesenden sehr schnell als zusammenhängende Fäden desselben Handlungsgeflechts. Oxen und Franck werden von den aus früheren Bänden bekannten Christian Sonne und Sally Finnsen unterstützt. Von der Polizei Aalborg kommt noch die smarte Dajana Djukic dazu, die mir auch sehr gut gefallen hat.

Jens Henrik Jensen versteht es sehr gut, die Spannung von vorne bis hinten sehr hoch zu halten. Die Handlung ist temporeich, verzwickt und sehr aktuell. Alles wirkt beängstigend wirklichkeitsnah. Vieles beruht auf Fakten, was die Intrigen und den Machtmissbrauch umso schlimmer erscheinen lässt. Auch die einzelnen Charaktere wirken authentisch und sind tiefgründig ausgearbeitet. Mit ihren Ecken und Kanten wirken sie sehr nahbar. Selbst die „Guten“ haben ihre dunklen Seiten und müssen gegen ihre inneren Dämonen angehen.

Das Ende wirkte auf mich erstaunlich abgeschlossen, als ob es auch das Ende der Reihe sein sollte - aber das dachte ich nach den dritten Band auch schon. Und so hoffe ich jetzt, dass noch viele weitere Bände mit Oxen und Franck folgen werden.

Die Reihe:
1. Oxen. Das erste Opfer
2. Oxen. Der dunkle Mann
3. Oxen. Gefrorene Flammen
4. Oxen. Lupus
5. Oxen. Noctis
6. Oxen. Pilgrim
7. Oxen. Interregnum (ET Januar 2025 bei dtv)

★★★★★

Veröffentlicht am 22.12.2025

Krass-geniale Fortsetzung

Rostiges Grab
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Krass-geniale Fortsetzung

Inhalt:
Leo Asker sieht eine Chance, ihre Karriere bei der Polizei wieder anzukurbeln. Sie hat eine Beförderung in Aussicht, die sie aus dem Keller mit der „Abteilung für hoffnungslose ...

Krass-geniale Fortsetzung

Inhalt:
Leo Asker sieht eine Chance, ihre Karriere bei der Polizei wieder anzukurbeln. Sie hat eine Beförderung in Aussicht, die sie aus dem Keller mit der „Abteilung für hoffnungslose Fälle und verlorene Seelen“ wieder in ein oberes Stockwerk bringen soll. Doch dann wird ihr ein Cold Case untergejubelt, der ihr das Genick brechen könnte: Vor etwa zehn Jahren wurde die junge Elena im Rostskogen ermordet; von ihrem tatverdächtigen Ehemann fehlt seitdem jede Spur. An Elenas Leiche fehlte damals ein Finger, der nicht wieder auftauchte - bis heute …

Meine Meinung:
Nachdem Band 2 dieser Reihe mich nicht so recht abholen konnte aufgrund seines in meinen Augen abstrusen Inhalts, hatte ich ein bisschen Sorge, wie mir „Rostiges Grab“ gefallen würde. Die Sorgen waren absolut unbegründet! Anders de la Motte konnte mich mit dem 3. Band der Reihe um Leonore Asker und Martin Hill - von klitzekleinen unwesentlichen Ungereimtheiten abgesehen - vollkommen begeistern.

Aufgrund der Vielzahl der Personen und der Fortentwicklung der privaten und beruflichen Situation der Protas haben Lesende mit Kenntnis der ersten beiden Bände einen Vorteil, zumal sehr oft Personen oder Ereignisse aus Band 1 und 2 erwähnt werden. Nichtsdestotrotz kann dieser Band auch für sich gelesen werden. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen.

Der Autor versteht es sehr gut, eine unheilvolle Atmosphäre heraufzubeschwören. Er beschreibt den Rostskogen (zu deutsch Rostwald), mit seinem Torfmoor so düster und geheimnisvoll, spinnt Mythen um den Wald und seine Bewohner, sodass ich beim Lesen des Öfteren eine Gänsehaut bekam.

Leo Asker bittet mal wieder ihren Freund, den Urbexer Martin Hill, um Mithilfe bei der Lösung des Falles. Dieser leidet noch an den Folgen der Ereignisse mit dem Glasmann (Band 2), ist daher arbeitsunfähig, und da ihm zu Hause bald die Decke auf den Kopf fällt, stürzt er sich begeistert in die Ermittlungen.

Die „Guten“ haben es allerdings mit unberechenbaren Gegnern zu tun, und deren Anzahl ist nicht zu knapp. Ob Polizisten, unsympathische Grundbesitzer oder die eigene Familie - von allen Seiten weht Leo und Martin ein harter Wind entgegen. Doch zum Glück hat Leo von ihrem Vater eines gelernt: sich nicht unterkriegen zu lassen. Ich war wieder mal restlos begeistert von dieser toughen Frau, die mit den schwierigsten Situationen fertig werden kann, wobei es auf mich trotzdem nicht übertrieben oder gar unrealistisch wirkt.

Anders de la Motte baut eine unglaubliche Spannung auf. Diese beruht zum Teil auf Perspektivwechseln mit Cliffhangern, hauptsächlich zwischen Leo und Martin, aber auch dem „Graumädchen“, dessen Identität erst am Ende klar wird, und selten Leos Kontrahenten Jonas Hellman. Andererseits tragen auch die ganzen Intrigen, bösartige Charaktere und geheimnisvolle Mythen dazu bei. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen, und das von Anfang bis Ende.

Die Reihe:
1. Stille Falle
2. Eisiges Glas
3. Rostiges Grab

★★★★★

Triggerwarnung (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
HCUARBSSIMSEDNIK EREITNEGEGTLAWEG