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Veröffentlicht am 09.03.2023

Auf der Suche nach Glück

Das Mädchen aus Ostpreußen
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Lüneburg 1945:
Familie Schlewitz ist auf der Flucht aus Ostpreußen in Lüneburg
gelandet. Die Hansestadt ist förmlich überfüllt mit Flüchtlingen.
Nicht nur der ewige Hunger macht ihnen zu schaffen. Es ist ...

Lüneburg 1945:
Familie Schlewitz ist auf der Flucht aus Ostpreußen in Lüneburg
gelandet. Die Hansestadt ist förmlich überfüllt mit Flüchtlingen.
Nicht nur der ewige Hunger macht ihnen zu schaffen. Es ist auch
geradezu unmöglich, eine Unterkunft zu finden.
Agnes Schlewitz, genannt Netti, gibt aber nicht auf und macht das
unmögliche Möglich. Sie ergattert ein ungeheiztes Zimmer auf einem
Bauernhof. Willkommen sind sie dort aber nicht. Es wird ein langer
Weg, bis sich die Situation für Netti und ihre Familie bessert.

Sehr authentisch und bildhaft schildert die Autorin nicht nur die Folgen der Vertreibung
aus Ostpreußen, sondern auch die Veränderungen der Lebensbedingungen durch die
britische Armee mit ihren Auswirkungen auf die Bevölkerung.

In klaren Worten wird das Leben einer Flüchtlingsfamilie geschildert, die Auf und Abs.,
immer mit einer gewissen Spannung im Text.
Es wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Das Jahr 1945 verdeutlicht, unter was für Bedingungen
Netti und ihre Familie leben mussten, dass sie das wenigste vom wenigstens hatten und doch
nie die Hoffnung aufgegeben haben. Wie schwer es war, den Tag lebend zu überstehen.
Der flüssige und sehr angenehm zu lesen Schreibstil macht das ganze erträglich.
Unprätentiös und lebensnah wird erzählt, sodass es nie rührselig oder kitschig wird.
Man merkt, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat.
Die Charaktere und Ihre Entwicklungen sind wunderbar beschrieben
und man kann sich sehr gut mit ihnen identifizieren.
Hier wird Zeitgeschichte aus Sicht einer Familie spannend vermittelt.

Das Buch ist traurig und fröhlich, bitter und süß und einfach nur schön.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2023

Gesund und Lecker

Iss dich fit mit Caro
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Das Cover ist sehr ansprechend und macht Lust auf die gesunde Küche.

Es beginnt mit einer kurzen Einführung über gesunde Ernährung und bewusstes Essen.

Caros stellt ihre gesunden Favoriten vor und präsentiert ...

Das Cover ist sehr ansprechend und macht Lust auf die gesunde Küche.

Es beginnt mit einer kurzen Einführung über gesunde Ernährung und bewusstes Essen.

Caros stellt ihre gesunden Favoriten vor und präsentiert ihren Mix&Match Bowl – Bauplan.

Das ist eine gute Idee, um sich selbst ein ausgewogenes Menü zusammenzustellen.

Auch der Smoothie Baukasten ist für Smoothie Fans sicher nicht uninteressant.

Die Rezepte:

Jedes Rezept ist schön bebildert.

Die reichliche Auswahl an Rezepten animieren zum Nachkochen.

Zubereitung und Zutaten sind gut unterteilt und man kann sich darauf verlassen, dass die Mahlzeit gelingt..

Auch der Tipp oder eine Variante dazu ist immer interessant.

Hier gibt es für jeden Geschmack etwas. Egal ob warm oder kalt.

Ein Kritikpunkt ist aber, dass es doch etliche Produkte aus den Rezepten gibt, die man nicht im Haus hat und erst besorgen muss.

Das gilt auf alle Fälle für Menschen, die nicht glutenfrei oder vegan essen.

Auch dass die Vielzahl der Zutaten nicht regional sind, fiel mir unangenehm auf.

Heimische Zutaten und kurze Transportwege werden hier so gut wie nicht berücksichtigt.

Nährwertangaben findet man leider nirgends.

Fazit:

Die Gerichte, die ich probiert habe, sind alle gelungen.

Sie sind einfach zuzubereiten, ideenreich und schnell gemacht.

Ich habe einige Denkanstöße bekommen.

Ein gelungenes Kochbuch für die gesunde Küche mit schmackhaften Gerichten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 20.02.2023

Mechanismen der Macht

Männer sterben bei uns nicht
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Auf dem riesigen Anwesen wohnt die gesamte weibliche Familie in vier kleinen Häusern. Drei Generationen Frauen. Nur das fünfte Haus steht leer.
Ihre Männer sind ihnen nach und nach abhandengekommen.
Großmutter ...

Auf dem riesigen Anwesen wohnt die gesamte weibliche Familie in vier kleinen Häusern. Drei Generationen Frauen. Nur das fünfte Haus steht leer.
Ihre Männer sind ihnen nach und nach abhandengekommen.
Großmutter hat das Sagen und bestimmt, wer sich ihrer Gunst würdig erweist.
Sie alleine weiß, wie zahlreich die dunklen Schatten ihrer Geschichte sind.
Traditionen werden hochgehalten und als sich die Enkelin
Leni weigert das zu tun wird sie still und heimlich verstoßen.
Zurück bleibt ihre Schwester, die nun alleine gegen eine verhängnisvolle
Tradition ankämpfen muss.
Das ändert sich schlagartig als die Großmutter stirbt.

Erzählt wird aus der Sicht von Luise und es beginnt am Tag
der Beerdigung.
In Rückblenden wird nach und nach immer klarer, welche Rollen die Frauen spielen.
Was es für die Großmutter bedeutet, immer die Haltung zu wahren.
Vor allem nach außen hin.
Da mussten alle mitspielen, ob sie wollten oder nicht.

Optisch und vom Titel her ist dieses Buch ein Hingucker.
Die Schreibweise ist sehr angenehm und vor allem auch bildhaft.
Alles wird in wunderschönen und einfühlsamen Worten beschrieben.
Das Buch liest sich wirklich gut.
Der Schauplatz ist sehr gut gewählt. Regt die Fantasie des Lesers an.
Kommt sehr authentisch und auch mal beklemmend rüber.
Leider sind die Charaktere alle etwas unnahbar und es fällt schwer, sich mit
ihnen zu identifizieren.
Das Familientrauma, das so belastend und generationsübergreifend ist, bleibt größtenteils ein Geheimnis.
Das ist schade, wo es doch so viele Fragen aufwirft, die es verdient hätten beantwortet zu werden.
Am Ende hat mich die Geschichte verloren und das Gefühl bleibt, nicht alles verstanden zu haben.
Die Rückblenden konnten mir bedauerlicherweise wenig Klarheit verschaffen.
So bleibt es für mich eine gut geschriebene Familiengeschichte.
Mehr enttäuschenderweise nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2023

Netter Schmöker

Die Frauen vom Lindenhof - Ein Neuanfang für uns
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Deutschland, Hohenlohe 1953
Marianne und ihre Familie kommen nach dem Tod des Vaters schlecht
über die Runden. Die alte Schreinerei verfällt langsam. Sie war
früher der Stolz der Familie. Marianne will ...

Deutschland, Hohenlohe 1953
Marianne und ihre Familie kommen nach dem Tod des Vaters schlecht
über die Runden. Die alte Schreinerei verfällt langsam. Sie war
früher der Stolz der Familie. Marianne will den Familienbetrieb
wieder aufleben lassen. Die Wärme des Holzes spüren, den unverkennbaren
Duft einatmen. Das ist aber nicht einfach, denn einer Frau wird das
nicht zugetraut. Marianne lässt sich aber nicht beirren und geht das
Wagnis ein. Sie ist bereit, um ihren Traum zu kämpfen.

Die Schreibweise ist angenehm und unterhaltsam.
Man spürt förmlich die Kraft, die Marianne ausstrahlt.
Ihre Leidenschaft, ihren Willen, sich gegen eine Männerwelt zu behaupten.
Wie sie sich gegen die gesellschaftlichen Regeln auflehnt und sich
selbst immer dabei treu bleibt.
Das Lebensgefühl und der Zeitgeist der 1950er Jahre wird gut wiedergegeben
und in die Geschichte eingebunden.
Es geht um die Liebe, um Träume, Machtkämpfe und um ein selbstbestimmtes Leben.
Zwei Schwestern, jede ist auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück.
Das ist nicht einfach, denn die Gleichberechtigung ist noch nicht so im Alltag angekommen.

Leider bleibt alles für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich.
Auch die Nebencharaktere können mich nicht überzeugen.
Ich kann mich schwer mit ihnen identifizieren.
Der Roman ist schnell gelesen, ist mir aber an vielen Stellen zu schwarz/weiß.
Seichter Start der Lindenhof-Saga, der mich bedauerlicherweise nicht überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 26.01.2023

Die Geschichte einer starken Frau

Caroline Märklin - Sie brachte Kinderaugen zum Leuchten, doch kämpfte um ihr eigenes Glück
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Die Autorin erzählt den Lebensweg der Caroline Märklin, geb. Hettich über einen Zeitraum von 34 Jahren, von 1858 bis 1892.
Ein Leben, das in dieser Zeit alles andere als einfach war.
Denn damals hatte ...

Die Autorin erzählt den Lebensweg der Caroline Märklin, geb. Hettich über einen Zeitraum von 34 Jahren, von 1858 bis 1892.
Ein Leben, das in dieser Zeit alles andere als einfach war.
Denn damals hatte die Frau immer hinter ihrem Mann zu stehen, ihn und seine Karriere zu fördern.
Sie selbst war anfangs auch „nur“ Gattin und Mutter.
Caroline war bereits 33 Jahre alt, als sie ihren den Flaschner Wilhelm Märklin heiratete. Sie war allerdings nicht bereit, nur als Gattin zu fungieren.
Caroline wollte arbeiten und sie hatte große Pläne.
So reiste sie u. a. als Handelsvertreterin durch Deutschland und macht Geschäftsabschlüsse.
Das war zu dieser Zeit mehr als ungewöhnlich.
Sehnsüchte und Sorgen einer früheren Epoche leben noch einmal auf.
Lassen eine längst vergangene Zeit wieder auferstehen und laden in eine Reise in die Vergangenheit ein. Sehr gut recherchiert und umgesetzt.
Ein Buch über eine eigenwillige und starke Frau, die ihren Weg gegangen ist.
Aufgrund des Untertextes - Sie brachte Kinderaugen zum Leuchten - dachte ich, dass es hauptsächlich um die Entwicklung der Märklin Eisenbahn geht.
Aber die wurde von ihren Söhnen Carl und Eugen konstruiert.
Die beiden erfanden das variable Schienen- und Weichensystem, das heute noch hergestellt wird.
Ein wunderbarer Roman über eine starke Frau, die sich in einer sehr dominierenden
Männerwelt behauptet hat.

Noch zu erwähnen:
Hinten im Buch gibt es sehr informative Anmerkungen.

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