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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2025

Gelungene historische Atmosphäre, der Plot ist aber wenig fantasievoll

Das Antiquariat am alten Friedhof
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Irgendwie hatte ich bei „Das Antiquariat am alten Friedhof“ das Gefühl, der Zauber um die Reihe rund ums Graphische Viertel nutzt sich nun langsam ab. Vielleicht sollte Autor Kai Meyer langsam wieder etwas ...

Irgendwie hatte ich bei „Das Antiquariat am alten Friedhof“ das Gefühl, der Zauber um die Reihe rund ums Graphische Viertel nutzt sich nun langsam ab. Vielleicht sollte Autor Kai Meyer langsam wieder etwas Neues beginnen. Was das historische Setting und die Detailgenauigkeit des Zeitgeistes betrifft, ist auch dieser Roman wieder auf den Punkt perfekt. Allerdings ist die eigentliche Handlung finde ich diesmal ziemlich profan und etwas uninspiriert. Abgesehen davon laufen diesmal viele bereits bekannte Handlungsorte und Charaktere hier zusammen. Obwohl ich alle vorherigen Bände gelesen habe, muss ich aber zugegeben, ich habe sicherlich nur einen Bruchteil der Anspielungen erkannt, auch deshalb weil die Lektüre doch schon etwas her ist. Die gut 500 Seiten hatten für mich auch immer wieder Längen, denn oft tritt die Handlung etwas auf der Stelle und es passiert nichts wirklich Neues.

Das Buch kann gut auch unabhängig von den anderen Vorgängern gelesen werden, die eigentliche Geschichte ist in sich geschlossen und auch gut verständlich. Und wer zum ersten Mal in die Welt des Graphischen Viertels in Leipzig eintaucht, wird sowohl die Vorkriegszeit, als auch den Erzählstrang um 1945 historisch interessant finden. Der Schreibstil ist wie gewohnt und an und für sich liest sich der Roman auch angenehm und hin und wieder ziemlich spannend. Die Mysterieelemente sind auch diesmal dezent vorhanden und sorgen für leichten Grusel ohne jedoch richtig unheimlich zu geraten. Mein größter Kritikpunkt ist wirklich der Plot, früherer Geschichten waren in meinen Augen komplexer und auch mit mehr Alleinstellungsmerkmalen. Insgesamt vergebe ich für ganz viel Atmosphäre und einen tollen Schreibstil, gerade so noch 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Thematisch interessant, Umsetzung aber wenig überzeugend

Großmutters Geheimnis
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„Großmutters Geheimnis“ war mein erstes Buch des Autoren Benjamin Koppel und wird wahrscheinlich auch das letzte bleiben. Dabei ist der Roman inhaltlich doch eigentlich richtig interessant. Es gibt zwei ...

„Großmutters Geheimnis“ war mein erstes Buch des Autoren Benjamin Koppel und wird wahrscheinlich auch das letzte bleiben. Dabei ist der Roman inhaltlich doch eigentlich richtig interessant. Es gibt zwei Zeitstränge, Großmutter Ruth erzählt aus ihrer Vergangenheit und Enkel Alexander begleiten wir 2015/16. An sich erst mal ein klassischer Aufbau welchen viele historische Romane nutzen. Der Einstieg war für mich allerdings in beiden Erzählsträngen holprig. Die Lebensgeschichte von Ruth ist zwar durchgehend interessant, am Anfang ist die Erzählung aber noch sehr sprunghaft und etwas diffus. Nach und nach gewinnt sie dann aber an Kraft und geht auch mehr und mehr in die Tiefe. Besonders der Aufenthalt im Durchgangslager Theresienstadt wird sehr bewegend und authentisch geschildert.

Mit dem aktuelleren Strang wurde ich im Gegenzug dazu nie richtig warm. Einfach alle drei Hauptfiguren waren mir dermaßen unsympathisch, zudem konnte ich Alexanders Verhalten Streckenweise überhaupt nicht nachvollziehen. Manches erklärt sich zwar im Handlungsverlauf, aber längst nicht alles. Dominiert wird dieser Teil der Geschichte von einer sehr detailliert geschilderten Kinderwunschbehandlung. Eigentlich ein total emotionales Thema, welches mich aber aufgrund der Charaktere wirklich kalt ließ. Nachdem mich der Roman im Mittelteil endlich auf beiden Ebenen fesseln konnte, ging es dann leider rasch wieder abwärts. Ein gelungenes Ende kann an und für sich ein Buch durchaus retten finde ich. Hier ist nun genau das Gegenteil passiert und der Autor hat es in meinen Augen einfach nur vermasselt. Ich will jetzt nicht ins Detail gehen um nicht zu Spoilern. Nur so viel, das Ende wirkt unausgegoren und schnell herunter geschrieben. Diese Auflösung wird der eigentlich tiefgründigen Geschichte in keiner Weise gerecht und ist absolut unglaubwürdig. Und so lässt mich „Großmutters Geheimnis“ leider ziemlich enttäuscht zurück. Insgesamt kann ich nicht mehr als 3 Sterne vergeben, schade denn das Thema hätte eigentlich mehr hergegeben.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Fulminantes Finale einer besonderen Thriller-Reihe

Düsteres Tal
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In „Düsteres Tal“ der Autorin Ruth Lillegraven kommt die Geschichte rund um Clara Lofthus nun zum krönenden Abschluss. Und irgendwie führten die beiden vorherigen Bände, genau zu diesem Punkt. Für Fans ...

In „Düsteres Tal“ der Autorin Ruth Lillegraven kommt die Geschichte rund um Clara Lofthus nun zum krönenden Abschluss. Und irgendwie führten die beiden vorherigen Bände, genau zu diesem Punkt. Für Fans der Reihe ist das Buch ein absolutes Must-Read, wobei ich die letztliche Auflösung wirklich gelungen finde. Trotz einer sehr komplexen Handlung, wirkt die Geschichte logisch und in sich stimmig. Auch thematisch, mit dem Bezug zur norwegischen Politik, sticht die Reihe positiv heraus. Für alle die psychologisch durchdachte Thriller, mit vielschichtigen Figuren mögen, ist das Buch perfekt. Der Schreibstil liest sich angenehm leicht und ich hatte keinerlei Schwierigkeiten mich wieder an alles zu erinnern, obwohl die Lektüre von "Dunkler Abgrund" gut ein Jahr her ist. Dank hohem Tempo und kontinuierlicher Spannung habe ich die Geschichte nur so verschlungen. Da ich insgesamt sehr zufrieden bin, vergebe ich natürlich gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 20.10.2025

So wird der eigenen Garten zum Wildtierparadies

Tierisch viel los!
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In diesem tollen Gartenratgeber fokussiert sich Autorin Evelyn Moser-Gattringer voll und ganz darauf wie wir Gärten, Balkone und Terrassen wildtierfreundlicher gestalten können. „Tierisch viel los! So ...

In diesem tollen Gartenratgeber fokussiert sich Autorin Evelyn Moser-Gattringer voll und ganz darauf wie wir Gärten, Balkone und Terrassen wildtierfreundlicher gestalten können. „Tierisch viel los! So wird dein Garten zum Paradies für Wildtiere“ ist erfreulicherweise sehr praxisnah und überzeugt durch sehr konkrete Projekte und detaillierte Baupläne. Für jedes Budget und jede Größe ist hier etwas dabei. Neben aktiv gestalteten Umgebungen wird aber auch viel Wissen zum Schutz von Wildtieren vermittelt. Ganz nebenbei lernt man welchen Tierarten wir in Deutschland und Österreich überhaupt begegnen können und welche Maßnahmen ihnen wirklich helfen. Wer sowieso schon naturnah gärtnert wird viele der Ideen problemlos umsetzen können. Das Buch ist zwar ganz klar kein Gartenratgeber für Pflanzen und Gemüsebau, es vermittelt aber Wissen wie sich dies mit einer wildtierfreundlichen Umgebung kombinieren lässt. Auf jeden Fall habe ich durch die Lektüre sehr viel gelernt und auch durch den angenehmen und sympathischen Schreibstil der Autorin machte das Lesen viel Spaß. Alle die nun Lust auf dieses wichtige und interessante Thema bekommen haben, sollten unbedingt zu „Tierisch viel los!“ greifen. Ein wirklich toller Ratgeber, welcher von mir verdiente 5 Sterne erhält.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Märchenhaft mit leichtem Grusel

Das Dreizehnte Kind
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„Das Dreizehnte Kind“ von Erin A. Craig war für mich auf jeden Fall ein tolles Leseerlebnis. Die Geschichte versteht auf jeden Fall zu fesseln und auch der Schreibstil gefiel mir durchgehend richtig gut. ...

„Das Dreizehnte Kind“ von Erin A. Craig war für mich auf jeden Fall ein tolles Leseerlebnis. Die Geschichte versteht auf jeden Fall zu fesseln und auch der Schreibstil gefiel mir durchgehend richtig gut. Neben einigen Dingen die ich richtig toll fand, gibt es für mich aber auch den ein oder anderen kleinen Kritikpunkt. An und für sich ist die Geschichte einfach zauberhaft. Die Atmosphäre ist wirklich sehr lebendig und es macht großen Spaß Hazel über so viele Seiten hinweg zu begleiten. Trotz der Dicke des Buches stellten sich keine Längen ein. Auch die Handlung wird wirklich nicht langweilig, da manche von Hazels Entscheidungen für mich doch überraschend kamen und ihre Persönlichkeitsentwicklung überaus spannend ist. „Die wichtigste Wendung“ im Plot, worauf die Handlung wirklich lange hin fiebert, war für mich aber ziemlich offensichtlich. Und auch das Worldbuilding ist jetzt nicht wirklich grandios und bleibt eher diffus. Die Autorin fokussiert sich mehr auf ihre Charaktere, was dadurch ein großer Pluspunkt des Buches ist. Dennoch hätte ich mir eine stärkere Ausarbeitung der magischen Details, insbesondere was den Aspekt des dreizehnten Kindes betrifft, gewünscht. Perfekt in den Herbst passten für mich die leicht gruseligen Elemente, für mich waren diese soweit angemessen und zum Glück nicht übertrieben Horrorlastig. Wer gute Unterhaltung mit jugendlichen Figuren, einem Mix aus Spannung, Dramatik und Liebe sucht und dafür auf ein allzu detailliertes Worldbuilding verzichten kann, ist hier denke ich genau richtig. Insgesamt hat mir der Roman doch ziemlich gut gefallen, weshalb ich schlussendlich gute 4 Sterne und eine eingeschränkte Leseempfehlung vergebe.

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