Profilbild von Liselottchen

Liselottchen

Lesejury Profi
offline

Liselottchen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Liselottchen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2025

Zeitreiseroman um eine große Liebe

Sag niemals Lebewohl
0

Amanda gerät durch ein Portal ins Jahr 1724 und wird mit der Frau von Admiral Alexander Montgomery, Rebecca, verwechselt, der sie täuschend ähnlich sieht. Fast nahtlos nimmt sie deren Platz ein, obwohl ...

Amanda gerät durch ein Portal ins Jahr 1724 und wird mit der Frau von Admiral Alexander Montgomery, Rebecca, verwechselt, der sie täuschend ähnlich sieht. Fast nahtlos nimmt sie deren Platz ein, obwohl sie charakterlich komplett anders ist, wird von Alexander und dessen 6jähriger Tochter Callie akzeptiert. Doch Alexander ist ein Spion und als er auffliegt, möchte er flüchten und seine Familie mitnehmen. Kurz bevor sie das rettende Schiff erreichen, werden sie von Entführern erwischt und Amanda und Callie können sich in die Gegenwart retten. Sie hofft, dass Alex nachkommt – als sie erfährt, dass Alex angeblich im 18. Jahrhundert hingerichtet wurde, verliert sie den Mut und bei der schweren Geburt ihres Sohnes erleidet sie eine Amnesie.

Zeitreiseromane haben für mich ein besonderes Flair, weil das Zurechtfinden in einer anderen Zeit enorm spannend ist. Leider ist bei diesem Roman der Funke nicht übergesprungen. Bereits der Prolog, aus der Sicht der kleinen Callie war für mich extrem anstrengend zu lesen. Die Verwirrung hielt an, so sehr ich auch versucht habe, der Handlung zu folgen. Es waren für mich aneinandergereihte Szenen, in denen oft Unwichtiges lang ausgebreitet wurde, während wichtige Informationen auf der Strecke blieben. Die Kapitel im 18. Jahrhundert waren die besten, wie Amanda sich dort als Rebecca einfügt, leider sind sie rar gesät und ich hätte gern mehr gewusst. Alexander findet sich außerordentlich rasch in der Gegenwart zurecht, es bleibt außen vor, wie er ankommt und wie er sich seine neue Identität einrichtet. Das Buch beschäftigt sich hauptsächlich mit Amandas Amnesie und wie Alexander versucht, ihr die Erinnerung zurückzugeben. Diese Passagen sind einfühlsam und sensibel beschrieben, man spürt die Gefühle der beiden zueinander. Um die Protagonisten herum sind zahlreiche Nebenpersonen, doch ich konnte zu keiner von ihnen eine Bindung aufbauen. Es bleiben viele Fragen offen, beispielsweise hätte ich gern gewusst, wie nun das Zeitreiseportal funktioniert oder wie Amandas ursprünglicher Verfolger ums Leben gekommen ist.
Mein Fazit: Der Roman war leider nicht meins, das bedeutet aber nicht, dass andere ihn trotzdem toll finden können. Ich bedanke mich ganz herzlich für das Rezensionsexemplar.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.09.2025

Wenn man dem Leben einen Schubs gibt

So weit die Liebe uns trägt (Liebesroman)
0

Lana lebt ihr Leben schaumgebremst und wohlorganisiert in einem kleinen Ort gegenüber der Loreley. Mit Gelassenheit erträgt sie ihren cholerischen Chef in dem Cafè, in dem sie arbeitet, bis eines Tages ...

Lana lebt ihr Leben schaumgebremst und wohlorganisiert in einem kleinen Ort gegenüber der Loreley. Mit Gelassenheit erträgt sie ihren cholerischen Chef in dem Cafè, in dem sie arbeitet, bis eines Tages Anton in ihr Leben tritt. Er möchte einen Trip in einem ungebauten alten Van unternehmen und bietet ihr an, sie mitzunehmen. Erst zögert sie, doch als ihr Chef sie erneut schlecht behandelt, kündigt sie spontan. Der Roadtrip mit Anton schenkt ihr zunächst Freiheit und Frieden, bis etwas Unglaubliches ans Tageslicht kommt ...

Mit Lana wurde ich sofort warm, konnte ihre Gefühle und Ängste deutlich spüren. Ihr Zurückgesetzt-Fühlen, weil der Vater sie mit acht verlassen hat, prägt ihr Leben und ihre Entscheidungen. Die Autorin hat einen bildhaften emotional hochwertigen Schreibstil, der mich tief in die Handlung eintauchen ließ. Die Nebenfiguren wie Lanas Mutter und ihre Freundin Moni runden die Story ab, doch im Mittelpunkt stehen die beiden Protagonisten. Auch Anton hat ein Päckchen zu tragen, hier finde ich es schade, dass seine Geschichte nur kurz angerissen und nicht vertieft wird. Ihm hätte ich eine Aussprache mit den Eltern gewünscht. Es wird ausschließlich aus der Sicht von Lana in Ich-Form erzählt, daher bleibt der Focus auf ihr. Die Annäherung zwischen den beiden, Lanas langsames Öffnen für die Welt und der Start für einen Neubeginn – all das hat die Autorin flüssig und nachvollziehbar beschrieben. Ein wunderschönes Wohlfühlbuch, das ich sehr gern weiterempfehle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.09.2025

Bildreicher historischer Roman im England des 19. Jahrhunderts

Der Wind von Yorkshire
0

June lebt mit ihren beiden Schwestern, ihrer Tante und ihrem Vater in einem kleinen Ort in England. Früher war ihr Vater Pfarrer, doch nach dem Tod der Mutter verlor er den Glauben. Die Familie durfte ...

June lebt mit ihren beiden Schwestern, ihrer Tante und ihrem Vater in einem kleinen Ort in England. Früher war ihr Vater Pfarrer, doch nach dem Tod der Mutter verlor er den Glauben. Die Familie durfte bei der Schwägerin unterschlüpfen. Da der Vater sich mit kleinen Aufträgen als Hauslehrer oder Amtswegen für Mitbürger über Wasser hält, fragen auch die anderen zum Unterhalt bei. Tante Eliza ist Heilerin und fährt mit einem Pferdewagen überall hin, wo sie gebraucht wird. June hilft ihr und eignet sich dadurch Wissen an. Dhalia, die Älteste, näht und Fern kümmert sich um die Schafherde und die Wolle. Ihre Wege kreuzen die des ehemaligen Wollsortierers Frank, dessen Frau depressiv ist und ihre Zeit im Bett verbringt. Als sie bei der Geburt des ersten Kindes stirbt, verlässt auch Frank den Ort und überlässt das Neugeborene seiner Schwester ...

Es fiel mir anfangs ein wenig schwer, in den Roman hineinzukommen. Viele Bilder, Beschreibungen und sehr viele Figuren, sodass die Orientierung nicht einfach war. Doch nach und nach wurde es besser und ich lernte die Personen langsam kennen. Große Sympathien hatte ich für Franky, der mit der depressiven Frau leben muss, die ihn verachtet. Es klingt durch, dass er eine Schuld auf sich geladen hat. Starke Persönlichkeiten sind vor allem die Frauen: June, ihre Tante Elisabeth und die jüngere Schwester fern, die die Schafzucht, zur damaligen Zeit in männlicher Hand, allein bewerkstelligt. Der Vater kommt am Anfang weltfremd und schwach herüber, doch gegen Ende, als seine Tochter krank wird, zeigt er, was in ihm steckt.
Leider hört das Buch mittendrin auf. Der Klappentext verrät bereits das Ende, mehr kommt nicht, da wird man auf Band 2 vertröstet. Es sind sehr viele Handlungsstränge aufgebaut, die hoffentlich alle noch einen Abschluss finden werden.
Das Buch punktet bei mir hauptsächlich durch das Ambiente. Das Leben zu dieser Zeit wird bildhaft und eindrücklich geschildert, informativ und spannend. Fans historischer Romane werden von diesem Werk begeistert sein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.09.2025

»Keiner ist wichtiger als der andere.«

Noch einmal ...
0

Ein bebildertes Buch für Erwachsene – die Idee fand ich gut. Die Gestaltung sieht wirklich aus, wie ein Buch für die Allerjüngsten: Illustrationen und wenig Text, oft nur ein Satz. Auch die Zeichnungen ...

Ein bebildertes Buch für Erwachsene – die Idee fand ich gut. Die Gestaltung sieht wirklich aus, wie ein Buch für die Allerjüngsten: Illustrationen und wenig Text, oft nur ein Satz. Auch die Zeichnungen sind sparsam eingesetzt, es bleibt viel leer und die Schrift ist kindlich, wie gekritzelt. Der Inhalt ist rasch zusammengefasst: Gedanken über den Ursprung der Menschheit und dass alle erkennen sollten, dass es nur ein Wir geben kann, denn nur gemeinsam sind wir stark. Die Zukunftsvision von einer Menschheit, die sich als Ganzes sieht und bei der alle am selben Strang ziehen, ist natürlich eine verlockende Vorstellung. Das Bild, wie Astronauten die Erde sehen, nämlich als Einheit – das gefiel mir gut. Ein Bilderbuch, das man lesen kann, schön finden mit liebevollen Gedanken - das für mich jedoch nichts Neues gebracht hat und ich bereits Lebensratgebern/Spruchkalendern davor gelesen habe. Ungewöhnlich ist nur die Gestaltung als Bilderbuch.
Das Buch selbst ist sperrig groß, schwer und unpraktisch. Schnell mitnehmen für unterwegs zu lesen, geht nicht. Ein handlicheres Format würde das Lesevergnügen vergrößern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.08.2025

Plötzlich Milliardär

Küsse im Gepäck
1

Max schlägt sich in seinem anstrengenden Job als Bauarbeiter durch, mit einer Chefin, die ihren Arbeitern empathielos alles abverlangt. Eines Tage stehen unbekannte Menschen vor ihm, behaupten, dass sie ...

Max schlägt sich in seinem anstrengenden Job als Bauarbeiter durch, mit einer Chefin, die ihren Arbeitern empathielos alles abverlangt. Eines Tage stehen unbekannte Menschen vor ihm, behaupten, dass sie seine Halbgeschwister sind und er Miterbe eines Milliardenimperiums. Nach anfänglichem Unglauben gewöhnt er sich an seinen neuen Status. Doch die Paparazzi sind hinter ihm her. Zu ihnen gehört auch Sarah, die von ihrem Chef gewaltig unter Druck gesetzt wird, eine möglichst skandalträchtige Story zu schreiben. Als Max sie vor dem Anwesen erwischt, handelt er einen Deal mit ihr aus. Sie darf exklusiv über ihn berichten, doch zu seinen Regeln.

Dies ist der zweite Band der Geschwister Stone, die unerwartet das Hotel-Imperium ihres ungeliebten Vaters erben. Max hat einen charismatisch angenehmen Charakter, der rundum sympathisch ist und mit seinem urplötzlichen Reichtum zu kämpfen hat. Seine Person konnte ich gut nachvollziehen, da er realistisch und plausibel reagiert. Auch Sarah ist liebenswert, kämpft mit einem Ekel von Chef, der etwas überspitzt bösartig dargestellt ist. Wieder an Bord die beiden Geschwister, Chase und Alexandra, sowie Chases Verlobte Piper, die mittlerweile hochschwanger ist.
Der Schreibstil ist wiederum angenehm flüssig. Das Buch kann weitgehend auch ohne Kenntnis des ersten Bandes gelesen werden, ich würde allerdings empfehlen, mit Band 1 anzufangen.
Da ich vom ersten Band begeistert war, waren meine Erwartungen hoch und wurden hier nicht vollständig erfüllt. Die Handlung plätschert in weiten Teilen unaufgeregt dahin, die Gegner in Firma und Vorstand unken zwar ein bisschen, es passiert jedoch nicht wirklich etwas Dramatisches. Der Plot rund um Max‹ Jugendstrafen sowie die Suche nach seiner Mutter verläuft ebenfalls relativ handzahm. Ich hätte mir ein wenig mehr Aufregung und Konflikte gewünscht, die auch in der wachsenden Beziehung zwischen Max und Sarah nur kleine Wellen schlagen.
Fazit: Ein ruhiger Wohlfühlroman, der leider nicht an den ersten Band herankommt, daher bewerte ich mit 3,5 Sternen. Band 3 werde ich jedoch trotzdem lesen, weil natürlich, wie bei einem Mittelband üblich, Fragen offengeblieben sind.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere