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Liselottchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2025

Bildreicher historischer Roman im England des 19. Jahrhunderts

Der Wind von Yorkshire
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June lebt mit ihren beiden Schwestern, ihrer Tante und ihrem Vater in einem kleinen Ort in England. Früher war ihr Vater Pfarrer, doch nach dem Tod der Mutter verlor er den Glauben. Die Familie durfte ...

June lebt mit ihren beiden Schwestern, ihrer Tante und ihrem Vater in einem kleinen Ort in England. Früher war ihr Vater Pfarrer, doch nach dem Tod der Mutter verlor er den Glauben. Die Familie durfte bei der Schwägerin unterschlüpfen. Da der Vater sich mit kleinen Aufträgen als Hauslehrer oder Amtswegen für Mitbürger über Wasser hält, fragen auch die anderen zum Unterhalt bei. Tante Eliza ist Heilerin und fährt mit einem Pferdewagen überall hin, wo sie gebraucht wird. June hilft ihr und eignet sich dadurch Wissen an. Dhalia, die Älteste, näht und Fern kümmert sich um die Schafherde und die Wolle. Ihre Wege kreuzen die des ehemaligen Wollsortierers Frank, dessen Frau depressiv ist und ihre Zeit im Bett verbringt. Als sie bei der Geburt des ersten Kindes stirbt, verlässt auch Frank den Ort und überlässt das Neugeborene seiner Schwester ...

Es fiel mir anfangs ein wenig schwer, in den Roman hineinzukommen. Viele Bilder, Beschreibungen und sehr viele Figuren, sodass die Orientierung nicht einfach war. Doch nach und nach wurde es besser und ich lernte die Personen langsam kennen. Große Sympathien hatte ich für Franky, der mit der depressiven Frau leben muss, die ihn verachtet. Es klingt durch, dass er eine Schuld auf sich geladen hat. Starke Persönlichkeiten sind vor allem die Frauen: June, ihre Tante Elisabeth und die jüngere Schwester fern, die die Schafzucht, zur damaligen Zeit in männlicher Hand, allein bewerkstelligt. Der Vater kommt am Anfang weltfremd und schwach herüber, doch gegen Ende, als seine Tochter krank wird, zeigt er, was in ihm steckt.
Leider hört das Buch mittendrin auf. Der Klappentext verrät bereits das Ende, mehr kommt nicht, da wird man auf Band 2 vertröstet. Es sind sehr viele Handlungsstränge aufgebaut, die hoffentlich alle noch einen Abschluss finden werden.
Das Buch punktet bei mir hauptsächlich durch das Ambiente. Das Leben zu dieser Zeit wird bildhaft und eindrücklich geschildert, informativ und spannend. Fans historischer Romane werden von diesem Werk begeistert sein.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

»Keiner ist wichtiger als der andere.«

Noch einmal ...
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Ein bebildertes Buch für Erwachsene – die Idee fand ich gut. Die Gestaltung sieht wirklich aus, wie ein Buch für die Allerjüngsten: Illustrationen und wenig Text, oft nur ein Satz. Auch die Zeichnungen ...

Ein bebildertes Buch für Erwachsene – die Idee fand ich gut. Die Gestaltung sieht wirklich aus, wie ein Buch für die Allerjüngsten: Illustrationen und wenig Text, oft nur ein Satz. Auch die Zeichnungen sind sparsam eingesetzt, es bleibt viel leer und die Schrift ist kindlich, wie gekritzelt. Der Inhalt ist rasch zusammengefasst: Gedanken über den Ursprung der Menschheit und dass alle erkennen sollten, dass es nur ein Wir geben kann, denn nur gemeinsam sind wir stark. Die Zukunftsvision von einer Menschheit, die sich als Ganzes sieht und bei der alle am selben Strang ziehen, ist natürlich eine verlockende Vorstellung. Das Bild, wie Astronauten die Erde sehen, nämlich als Einheit – das gefiel mir gut. Ein Bilderbuch, das man lesen kann, schön finden mit liebevollen Gedanken - das für mich jedoch nichts Neues gebracht hat und ich bereits Lebensratgebern/Spruchkalendern davor gelesen habe. Ungewöhnlich ist nur die Gestaltung als Bilderbuch.
Das Buch selbst ist sperrig groß, schwer und unpraktisch. Schnell mitnehmen für unterwegs zu lesen, geht nicht. Ein handlicheres Format würde das Lesevergnügen vergrößern.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Plötzlich Milliardär

Küsse im Gepäck
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Max schlägt sich in seinem anstrengenden Job als Bauarbeiter durch, mit einer Chefin, die ihren Arbeitern empathielos alles abverlangt. Eines Tage stehen unbekannte Menschen vor ihm, behaupten, dass sie ...

Max schlägt sich in seinem anstrengenden Job als Bauarbeiter durch, mit einer Chefin, die ihren Arbeitern empathielos alles abverlangt. Eines Tage stehen unbekannte Menschen vor ihm, behaupten, dass sie seine Halbgeschwister sind und er Miterbe eines Milliardenimperiums. Nach anfänglichem Unglauben gewöhnt er sich an seinen neuen Status. Doch die Paparazzi sind hinter ihm her. Zu ihnen gehört auch Sarah, die von ihrem Chef gewaltig unter Druck gesetzt wird, eine möglichst skandalträchtige Story zu schreiben. Als Max sie vor dem Anwesen erwischt, handelt er einen Deal mit ihr aus. Sie darf exklusiv über ihn berichten, doch zu seinen Regeln.

Dies ist der zweite Band der Geschwister Stone, die unerwartet das Hotel-Imperium ihres ungeliebten Vaters erben. Max hat einen charismatisch angenehmen Charakter, der rundum sympathisch ist und mit seinem urplötzlichen Reichtum zu kämpfen hat. Seine Person konnte ich gut nachvollziehen, da er realistisch und plausibel reagiert. Auch Sarah ist liebenswert, kämpft mit einem Ekel von Chef, der etwas überspitzt bösartig dargestellt ist. Wieder an Bord die beiden Geschwister, Chase und Alexandra, sowie Chases Verlobte Piper, die mittlerweile hochschwanger ist.
Der Schreibstil ist wiederum angenehm flüssig. Das Buch kann weitgehend auch ohne Kenntnis des ersten Bandes gelesen werden, ich würde allerdings empfehlen, mit Band 1 anzufangen.
Da ich vom ersten Band begeistert war, waren meine Erwartungen hoch und wurden hier nicht vollständig erfüllt. Die Handlung plätschert in weiten Teilen unaufgeregt dahin, die Gegner in Firma und Vorstand unken zwar ein bisschen, es passiert jedoch nicht wirklich etwas Dramatisches. Der Plot rund um Max‹ Jugendstrafen sowie die Suche nach seiner Mutter verläuft ebenfalls relativ handzahm. Ich hätte mir ein wenig mehr Aufregung und Konflikte gewünscht, die auch in der wachsenden Beziehung zwischen Max und Sarah nur kleine Wellen schlagen.
Fazit: Ein ruhiger Wohlfühlroman, der leider nicht an den ersten Band herankommt, daher bewerte ich mit 3,5 Sternen. Band 3 werde ich jedoch trotzdem lesen, weil natürlich, wie bei einem Mittelband üblich, Fragen offengeblieben sind.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Liebenswertes Bilderbuch zum Vorlesen

Huhu und Momo – Für dich trau ich mich!
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Die Eule Huhu möchte nur eins: In ihrem Zuhause bleiben und sich einkuscheln. Da bekommt sie Besuch von der Maus Momo. Die beiden werden dicke Freunde, aber dennoch traut sich die Eule nicht hinaus. Bis ...

Die Eule Huhu möchte nur eins: In ihrem Zuhause bleiben und sich einkuscheln. Da bekommt sie Besuch von der Maus Momo. Die beiden werden dicke Freunde, aber dennoch traut sich die Eule nicht hinaus. Bis eines Tage Momo nicht erscheint und sie sich tapfer auf die Suche macht. Gerade rechtzeitig kann sie ihren kleinen Freund aus den Fängen des Fuchses retten. Eine Geschichte über Mutigsein und Freundschaft.

Meine fünf Enkelkinder sind zwischen zwei und sieben Jahren alt, sie waren alle begeistert. Vor allem die Zeichnungen sind entzückend gelungen, Eule und Maus sind zum Verlieben. Es ist ein Bilderbuch zum Vorlesen, aufgrund der etwas verschnörkelten Schrift hat sich meine älteste Enkelin (erste Klasse) beim Selbstlesen schwergetan. Es ist also eher nicht für Erstleser/innen. Doch alle meine Enkel waren sich einig, dass das Buch die Höchstnote bekommen muss, mittlerweile kann ich nicht mehr zählen, wie oft ich es vorlesen musste.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Spannender Thriller mit tollen Charakteren

Die Maske des Zorns
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Der Fall, zu dem die beiden Wiener Ermittler Richard und Paul gerufen werden, ist makaber: Eine Leiche, die statt ihres eigenen Kopfes mit einem aufgenähten Schrumpfkopf bestückt ist. Das gibt Rätsel auf, ...

Der Fall, zu dem die beiden Wiener Ermittler Richard und Paul gerufen werden, ist makaber: Eine Leiche, die statt ihres eigenen Kopfes mit einem aufgenähten Schrumpfkopf bestückt ist. Das gibt Rätsel auf, zumal bald eine weitere Leiche auftaucht, wieder mit Schrumpfkopf, nur, dass diesmal der Kopf zur ersten Leiche passt. Der Fall verlangt dem Ermittlerteam alles ab, und dabei kämpft Paul mit einem drohenden Burnout und Richie mit seiner Liebe zur Gerichtsmedizinerin Emily, die jedoch nur eine Affäre im Verborgenen möchte. Zudem ist da seine Faszination zu Psychologin Theres, die bedroht wird und statt ihrem überkorrekten Verlobten Stocker ausgerechnet Richie ihre geheimsten Ängste anvertraut hat. Die Morde lassen das Team kaum zur Ruhe kommen, Richie hat nicht einmal Zeit, sich um seine Schwester Sarah zu kümmern, in deren Zirkus es zu einem Unfall kommt, der eventuell auch ein Anschlag gewesen sein könnte.

Lange habe ich auf eine Fortsetzung der Richard-Schwarz-Reihe gewartet und die Autorin hat mich nicht enttäuscht. Die Story wird in mehreren Handlungssträngen erzählt, was es anfangs nicht ganz einfach macht, der Geschichte zu folgen. Aber es lohnt sich definitiv, dranzubleiben. Man erlebt den Ermittler Richie, der mit Vehemenz versucht, Licht in die aktuellen Fälle rund um die kopflosen Leichen zu bringen. Der zweite Blickwinkel ist der von der Psychologin Theres, die im Krankenhaus liegt und weiterhin bedroht wird, danach switchen wir in den Zirkus zu Sarah, die mit ganz eigenen Problemen kämpft. Und die Autorin führt uns auch ins »Haus des Bösen«, dort erleben einen fanatischen »Bastler«, der mit menschlichen Präparaten experimentiert, Schrumpfköpfe herstellt und sogar Innereien verspeist. Vor allem dieser Strang ist nichts für schwache Nerven und sollte womöglich nicht gerade nach einer Mahlzeit gelesen werden.
Beeindruckt hat mich erneut der hautnah bildhafte Schreibstil sowie die Lebendigkeit der Personen mit Ecken und Kanten. Faszinierend und besonders hervorheben möchte ich auch, wie penibel die Autorin recherchiert, sodass man zusätzlich viel Wissenswertes mitnehmen kann.
Ein Thriller – nichts für schwache Nerven, spannend und mit tollen Wendungen – beeindruckend wie sämtliche Handlungsstränge am Schluss zusammengeführt werden und keine Frage offen bleibt. Klare Leseempfehlung für Thrillerfans, den ich sehr empfehlen kann.

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