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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2026

Wichtiges Sachbuch für alle Familien mit Jugendlichen

Let's talk about - Frieden und Kriege. Dein Eintragebuch
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"Let's talk about - Frieden und Kriege" von Dr. Cora Bieß habe ich für meinen 13-jährigen Sohn, aber auch für mich selbst besorgt. Wir reden oft über das Weltgeschehen und haben auch über dieses Buch viel ...

"Let's talk about - Frieden und Kriege" von Dr. Cora Bieß habe ich für meinen 13-jährigen Sohn, aber auch für mich selbst besorgt. Wir reden oft über das Weltgeschehen und haben auch über dieses Buch viel gesprochen, denn es steckt voller interessanter Fakten und Anregungen zum Thema Frieden und Kriege sowie Konflikte im Allgemeinen.
Aufgeteilt ist das Buch in vier Teilbereiche, die alle recht unabhängig voneinander gelesen werden können, was bei einem Sachbuch für Jugendliche positiv ist, da sich jede und jeder das Thema, das gerade am meisten im Kopf herumschwirrt, heraussuchen kann. Die Themenkomplexe teilen sich auf in: (1) Kriege und bewaffnete Konflikte, (2) Flucht und Migration, (3) Frieden und seine Voraussetzungen, (4) Unser Konfliktverhalten.
Jede Doppelseite behandelt eine einzelne Frage zum entsprechenden Thema, wie zum Beispiel: "Welche Auswirkungen hat Krieg?", "Was kann in einem Flüchtlingslager Hoffnung geben?", "Wie hängt Umwelt mit Frieden zusammen?" oder "Wie können wir uns entschuldigen?"
Dabei fordert fast jede Doppelseite die Jugendlichen auf, selbst aktiv zu werden, indem sie über ein Thema weiter nachdenken, recherchieren oder das Gelesene in einer Art Quiz reflektieren. Manche Anregungen haben meinem Sohn und mir sehr gefallen, zum Beispiel die Frage, welches Konflikttier wir selbst sind. Andere waren für uns persönlich weniger interessant, sprechen dafür aber vielleicht Jugendliche an, die eher kreativ veranlagt sind.
Lediglich die Gestaltung und die vergleichsweise kleine Schrift haben uns weniger gut gefallen. Dafür ist das Buch aber inhaltlich komplett überzeugend. Die Erklärungen sind für Kinder ab etwa 12 Jahren sehr gut geeignet. Die Sprache ist verständlich, aber inhaltlich durchaus anspruchsvoll. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die anschließenden Anregungen immer auch zur Reflexion und Verarbeitung des Gelesenen anregen. Außerdem wird so selbst bei den etwas bedrückenderen Themen das Gefühl hinterlassen, dass man selbst immer auch aktiv werden kann.
Besonders den letzten Abschnitt zum Konfliktverhalten fanden wir sehr interessant. Auch theoretische Konzepte werden hier sehr verständlich erklärt. So zum Beispiel das Gewaltdreieck nach Johan Galtung mit der Unterscheidung in sichtbare, direkte Gewalt und unsichtbare, kulturelle bzw. strukturelle Gewalt. Im Anschluss finden sich wieder Fallbeispiele, die dabei helfen, selbst einzuordnen, welche Gewaltform vorliegen könnte.
Ganz besonders gut gefallen hat mir persönlich, dass das Buch nicht nur über Konflikte und Kriege aufklärt, sondern immer auch einen positiven Blick behält. Es vermittelt, was für Frieden wichtig ist und dass es manchmal schon im Kleinen anfängt beispielsweise mit einer ernst gemeinten Entschuldigung.
Wir empfehlen "Let's talk about - Frieden und Kriege" allen Familien mit Jugendlichen, die sich Gedanken über das Weltgeschehen machen. Das Buch liefert nicht nur wertvolles Wissen, sondern auch Gesprächsgrundlagen und Anregungen zum Nachdenken oder Aktivwerden.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Perfekter Abschluss einer großartigen Trilogie

Sepia 3: Sepia und der Fluch des Tintendrachen
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Fast zwei Jahre ist es her, da sind wir das erste Mal in die Welt von Sepia eingetaucht und blieben fasziniert zurück. Jetzt ist endlich der dritte abschließende Band "Sepia und der Fluch des Tintendrachen" ...

Fast zwei Jahre ist es her, da sind wir das erste Mal in die Welt von Sepia eingetaucht und blieben fasziniert zurück. Jetzt ist endlich der dritte abschließende Band "Sepia und der Fluch des Tintendrachen" von Theresa Bell erschienen.
Wieder waren wir so gefesselt, dass wir das Buch nicht beiseitelegen konnten, denn es wird gefährlich für Flohall und alle seine Bewohnerinnen und Bewohner. Die Stadt versinkt in zerstörerischem Nebel, der etwas mit dem Tintendrachen und Flo, der Stadtgründerin, zu tun haben muss. Sepia, Sanzio und Niki stehen wieder vor einem atemberaubenden Abenteuer, das sie noch mehr fordert als alles je zuvor.
Ganz besonders begeistert waren wir wieder von Theresa Bells Schreibstil. Alles war so deutlich erlebbar, dass wir den tückischen Nebel und die Kälte spüren konnten. Wir haben mit Sepia und ihren Freunden gezittert, gebangt und doch wieder Mut geschöpft. Wir sind mit ihnen in eine unglaubliche Welt eingetaucht, sodass wir alles andere um uns herum vergessen haben.
Dabei hat uns wieder diese ganz besondere Art der Tintenmagie und Alchemie verzaubert, die die Sepia-Reihe so einzigartig machen. Und selbst in den dunkelsten Augenblicken gab es ruhige Momente, die vor Hoffnung nur so gestrahlt haben. Außerdem hat uns sehr gefallen, wie Sepia, Sanzio und Niki zusammen agieren, wie ihre Freundschaft noch weiter wächst und wie sie füreinander einstehen.
Besonders beeindruckend war für uns, wie Theresa Bell die vielen kleinen Hinweise und Fäden schon in den ersten beiden Bänden ausgelegt hat, die sie im abschließenden Band gekonnt zusammenführt. Alles ergibt Sinn und setzt sich zu einem kleinen Kunstwerk zusammen.
Am besten, man liest direkt alle drei Bände kurz hintereinander. Dann findet man bestimmt noch mehr Details, die uns entgangen sind, weil der Leseabstand bei uns so groß war. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um mit dieser abgeschlossenen Trilogie zu starten. Von uns gibt es von Herzen eine Leseempfehlung an alle Kinder ab etwa 10 Jahren, die fantastische Welten lieben und ein starkes Team bei einem spannenden Abenteuer begleiten wollen.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Dem Neandertaler auf der Spur - für alle geschichtsinteressierten Kinder

Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit
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Woher kommen die Menschen? Wie sahen unsere frühesten Verwandten aus? Und woher wissen wir das überhaupt? Meine Kinder und ich haben schon einiges über die Vorfahren der Menschen gelesen und Museen besucht. ...

Woher kommen die Menschen? Wie sahen unsere frühesten Verwandten aus? Und woher wissen wir das überhaupt? Meine Kinder und ich haben schon einiges über die Vorfahren der Menschen gelesen und Museen besucht. Das Buch "Dusty Diggers. Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit - Das Geheimnis vom Neandertaler" von Silke Vry und Marie Geissler ist für uns eine tolle Ergänzung.
Der Fokus des Buches liegt zunächst auf der Entdeckung des Neandertalers. Es beschreibt, wie zwei italienische Bergarbeiter auf Knochen gestoßen sind und wie diese dann von den ersten Wissenschaftlern im 19. Jahrhundert untersucht wurden. Dabei wird deutlich, vor welchen Schwierigkeiten die damaligen Forscher standen und wie sich erst langsam die Theorie der Evolution durchsetzte.
Im zweiten Teil lernt man noch mehr über die Neandertaler und ihre Lebensweise. Hier wird einiges aus der Sicht der Menschen geschildert, die sich intensiv mit dem Neandertaler beschäftigt haben. Zum Beispiel erklärt eine Archäogenetikerin, dass die Unterschiede in der DNA gar nicht groß sind, und eine Künstlerin beschreibt, wie sie das Aussehen eines Neandertalers anhand der Knochenfunde rekonstruiert. Dieser Teil hat uns besonders gut gefallen, da die Einblicke in die Forschung besonders neugierig machen und den Blick für die Wissenschaft öffnen.
Auch die Illustrationen haben uns gut gefallen. Sie zeigen natürlich die gefundenen Knochen und die Menschen, die daran beteiligt waren, aber auch immer wieder sympathische Kinder, die lustige Kommentare abgeben.
Es ist für Kinder einfach genug erklärt und zugleich voller spannender Fakten über den Neandertaler und seine Entdeckung. Alle, die sich für die Geschichte des Menschen und für die Arbeit der Forschenden interessieren, kommen hier voll auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Tolle Illustrationen - geeignet für Kinder, die wenig lesen

Nico & Daimon – Verflammt gute Freunde
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Ich war sehr gespannt auf das Buch „Nico & Daimon“ von Katja Brandis. Die Gestaltung des Buches durch den Illustrator Zapf ist sehr gelungen. Nico und Daimon sehen beide cool aus und auch die anderen Fantasyfiguren ...

Ich war sehr gespannt auf das Buch „Nico & Daimon“ von Katja Brandis. Die Gestaltung des Buches durch den Illustrator Zapf ist sehr gelungen. Nico und Daimon sehen beide cool aus und auch die anderen Fantasyfiguren haben mir von der Gestaltung her sehr gefallen.
So habe ich allein von den Bildern her eine spannende Story für Kinder ab 10 Jahren erwartet. Leider hat mich jedoch die Geschichte an sich nicht wirklich überzeugt. Sie nimmt zwar schnell an Fahrt auf und es gibt einige actionreiche Szenen. Aber echte Spannung lässt auf sich warten, da man eher von Ereignis zu Ereignis hüpft.
Auch ein wenig mehr Tiefgang habe ich vermisst. Dabei werden zwar wichtige Themen wie Mobbing, Rassismus, Obdachlosigkeit und Probleme in der Schule angesprochen. Die Behandlung bleibt aber oberflächlich und wirkt meist sehr künstlich. Auch die Lösungen, die die Geschichte bereithält, haben mir persönlich nicht gefallen. So wird eigentlich immer Daimon in den Kampf gegen die Mobber geschickt. Der kleine Drache speit etwas Feuer, was diese dann so sehr verschreckt, dass sie erst einmal Ruhe geben. Zwar werden auch andere Lösungsvorschläge angedeutet, aber diese gehen dann wegen der vielen Fantasieelemente zu sehr unter.
Leider ist aber auch der Fantasyanteil der Geschichte wenig ausgereift. Es gibt eine magische Welt, in der es Drachen gibt, die von Rittern ausgerottet werden. Daimon hat es irgendwie in unsere Welt geschafft und ist wegen eines Amuletts bei Nico gelandet. Grundsätzlich keine schlechte Ausgangslage, aber in diesem Buch lediglich grob angerissen, an einigen Stellen unlogisch und für mich nicht überzeugend.
Lediglich die Figurengestaltung hat mir ganz gut gefallen und bietet Potenzial für die nächsten Bände. Nico selbst ist ein ziemlich normaler Jugendlicher, der zwar Probleme in der Schule hat, sich aber doch viel Mühe gibt. Seine neue Freundin Mira ist ziemlich cool und bekommt in den kommenden Bänden hoffentlich noch mehr Raum. Auch der Drache Daimon ist ein interessanter Charakter und ein guter Begleiter für die Story.
Für Kinder ab 10 Jahren, die eher wenig lesen, ist die Gestaltung auf jeden Fall gelungen. Die vielen farbigen Illustrationen werten das Buch auf. Sie erleichtern das Lesen, da sie die Seiten auflockern und einzelne Comic-Elemente die Geschichte gut weitererzählen. Nico, Daimon und Mira bilden ein cooles Team, mit dem man durchaus mitfiebern kann. Allen, denen aber auch eine ausgereifte Story wichtig ist und die komplexere Bücher lesen, würde ich eher andere Drachenbücher empfehlen.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Faszinierender Weltenbau, aber erzählerisch holprig, erst ab 16 Jahren!

Cruel is the Light – Ihre Liebe ist groß, ihre Macht unendlich (Cruel is the Light 1)
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Leider war "Cruel is the Light" von Sophie Clark nicht mein Buch. Dabei finde ich tatsächlich die Grundzüge der Geschichte und den Weltenbau unglaublich spannend.
Eine Welt, die von Dämonen bedroht wird. ...

Leider war "Cruel is the Light" von Sophie Clark nicht mein Buch. Dabei finde ich tatsächlich die Grundzüge der Geschichte und den Weltenbau unglaublich spannend.
Eine Welt, die von Dämonen bedroht wird. Im Zentrum der Macht steht der Vatikan, der mit Exorzisten und anderen Kämpfern den kleinen Staat und weitere Gebiete in Italien und Frankreich beschützt. Dazwischen Selene Alleva, Exorzistin und Elitesoldatin und Jules Lacroix, einfacher Soldat, die in der Vergangenheit wühlen und Intrigen unter den Mächtigsten des Vatikans aufdecken - Lovestory natürlich inklusive.
Das Potential war da, aber leider konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen. Das lag zunächst daran, wie die Geschichte erzählt wird. Plötzliche Perspektivwechsel innerhalb eines Kapitels haben mich nach dem Zusammentreffen von Jules und Selene immer wieder rausgebracht. Später waren es dann Rückblicke, die mich überrumpelt und komplett aus dem Konzept gebracht haben.
Dazu kamen leider immer wieder Szenen, die ich mehrfach lesen musste, weil sie so vage blieben, dass ich kaum verstanden habe, was da gerade passiert ist und warum. Auch nach mehrfachem Lesen hat sich mir nicht alles erschlossen, und bei einigen Figuren frage ich mich noch immer, was ihre Intentionen waren.
Obwohl ich den Weltenbau mit Dämonen und der düsteren Magie so spannend fand, sind bei mir auch hier noch zu viele Fragezeichen im Kopf geblieben. Es gibt zu Beginn zwar einige Worterklärungen, die den Einstieg in diese komplexe Welt erleichtern, aber später kommen neue Aspekte dazu, die nicht mehr ausreichend ausgeführt werden.
Zumindest die Liebesgeschichte hat sich ganz gut entwickelt. Ich persönlich konnte mich in Selene vor allem zu Beginn nur schwer hineinversetzen, da sie sehr gefühlskalt wirkt und komplett wie eine Soldatin agiert. Es passt jedoch zu ihrem Charakter, und im Laufe der Geschichte öffnet sie sich mehr, was den Zugang zu ihr erleichtert. Mein liebster Charakter war auf jeden Fall Jules, der eigentlich durchweg ein guter Kerl ist, auch wenn er eine düstere Vergangenheit hat.
Allerdings empfinde ich die Altersempfehlung des Verlages ab 14 Jahren als zu niedrig. Es gibt einige wenige, doch recht explizite intime Szenen, die für mich eher ab 16 Jahren geeignet sind. Außerdem ist das Buch vergleichsweise brutal und blutig, weshalb ich für eine höhere Alterseinstufung bin.
Wer gerne düstere Geschichten mit Dämonen und Exorzisten liest, dem könnte "Cruel is the Light" gut gefallen. Die Finsternis, die Grundzüge der Geschichte und der Weltenbau haben mich auf jeden Fall fasziniert. Leider hat mich aber die Umsetzung nicht überzeugt, weshalb ich das Buch nur bedingt weiterempfehlen würde.

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