Berührende, historische Schicksalsgeschichte ♥
Der Weg nach Zion „Ich bin Mosche Sachar, und ich bin ein Jude, der glaubt, dass der, den wir Jeschua nennen, der Messias ist. Darauf vertraue ich.“
Seite 323
Jerusalem, 1947: Packend schildert Bodie Thoene das Schicksal ...
„Ich bin Mosche Sachar, und ich bin ein Jude, der glaubt, dass der, den wir Jeschua nennen, der Messias ist. Darauf vertraue ich.“
Seite 323
Jerusalem, 1947: Packend schildert Bodie Thoene das Schicksal mutiger Menschen, die alles dafür riskieren, dass die Juden nach dem Holocaust ein neues Zuhause finden.
Ellie ist eine amerikanische Journalistin, die bei ihrem Onkel in Jerusalem zu Gast ist. Die Unruhen des Landes setzen ihr sehr zu und sie entschließt sich mit ihren Bildern für Aufklärung zu sorgen. Doch dann fotografiert sie etwas, was nicht für ihre Augen bestimmt war und gerät ins Fadenkreuz finsterer Machenschaften. Die Bekanntschaft zu Mosche, einem Universitätsprofessor hilft ihr da nicht wirklich, den Mosche gehört einer Untergrundorganisation der Juden an. Und dann ist da noch David, Ellies ehemaliger Verlobter, der gekommen ist, um sie zurück zu gewinnen und Rahel, die das KZ überlebt hat, aber deren Kampf immer noch nicht vorbei ist.
„Von mir ist nichts geblieben, was man verletzten könnte. Ich habe mein Gefängnis mitgebracht.“
Seite 91
Das neue Cover ist einfach so schön und die Haptik gefällt mir richtig gut ♥
Der Einstieg in die Geschichte ging ganz gut, allerdings sind es direkt super viele Eindrücke und Personen. Historisch war es für mich wirklich alles sehr greifbar, die Geschichte finde ich es richtig gut dargestellt und recherchiert. Ich hatte das Gefühl mitten drin im Geschehen zu sein und die Hilflosigkeit der Menschen zu fühlen, ebenso wie die Boshaftigkeit einiger von ihnen. Das Land ist gespalten, Juden gegen Muslime, Hass und Angst regieren in einem Kampf, der bis heute kein Ende gefunden hat.
Dazu immer wieder Hintergründe des jüdischen Glaubens, was ich sehr spannend fand. Einige Unterschiede zum christlichen Glauben werden aufgezeigt und die Gespräche darüber fand ich sehr gut geschrieben. Besonders der Rabbi ist mein heimlicher Held in diesem Buch!
Durch die Umstände ist das Buch traurig und bedrückt, viel Grausames passiert, aber die Autorin hat es geschafft, dass die Stimmung nicht zu sehr ins Negative schlägt. Allerdings hat mich das Buch auch sehr nachdenklich zurückgelassen, weil es eben nicht nur Fiktion ist.
Die Figuren sind schön gestaltet und kommen bald nacheinander ins Bild. Sie sind junge, haben Ziele und Ideale, jede Menge Fehler und schlimme Schicksale und sie wachsen in dieser Geschichte. Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die Liebesgeschichten und die Liebesbeziehungen untereinander. Es war sehr durcheinander und teilweise etwas zu leichtfertig. Ich mag grundsätzlich keine Dreiecksgeschichten und hier gab es einige Stellen, die mich gestört haben.
Die Hintergründe der Charaktere sind toll und verleihen ihnen eine schöne Tiefe, die für mich ruhig noch etwas ausgefeilter hätte sein können. Zwischendurch hatte ich beim Lesen richtig Gänsehaut. In dem Buch passiert sehr viel, die Übergänge sind sprunghaft und ich bin mir ziemlich sicher, dass sich mir nicht alle Hintergrunde vollkommen erschlossen haben, aber das hat meinen Lesefluss nicht gestört.
„Verrücktheit ist doch nur eine Sache der Perspektive, oder nicht?“
Seite 304
Alles in allem ist das Buch historisch wirklich wertvoll, aber auch anspruchsvoll und verworren. Ich hab nicht immer alles durchblickt und es ist bedrückend. Da mich die Liebesgeschichte nicht überzeugt hat, konnte die leider nicht auflockern. Nichts desto trotz steckt in diesem Buch unglaublich viel Arbeit und ich finde es sehr gelungen ♥