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Louella

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.01.2019

Rührend aber packt nicht

Jahre aus Seide
1

Ruth wächst in einer jüdischen Familie in Krefeld als Tochter eines Schuhhändlers auf. Ihre Kindheit scheint unbeschwert und ihre Eltern sorgen gut für sie, doch die "braune Gefahr" rückt immer näher und ...

Ruth wächst in einer jüdischen Familie in Krefeld als Tochter eines Schuhhändlers auf. Ihre Kindheit scheint unbeschwert und ihre Eltern sorgen gut für sie, doch die "braune Gefahr" rückt immer näher und bringt ihre bis dahin perfekte Welt ins Wanken.
Ulrike Renk beschreibt die Erlebnisse von Ruth einfühlsam und lebendig, sodass man die kleine einfach ins Herz schließen muss. Auch die anderen Charaktere muss man einfach mögen- und vielleicht ist das der Punkt, der stört. Gerade am Anfang des Buches ist sogut wie gar keine Spannung vorhanden, die Handlung plätschert vor sich hin und wäre da nicht der tolle Schreibstil, hätte ich mehr Probleme gehabt, am Ball zu bleiben. Auch wenn die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, die man nunmal nicht umschreiben und verändern kann, hätte man hier noch das ein oder andere Verbessern können. Im zweiten Abschnitt hat sich dann auch ein paar mal der Fehlerteufel eingeschlichen, in diesem Fall aber nur selten und trotzdem vollkommen Verständlich.
Ulrike Renk scheint sich große Mühe gegeben zu haben, das Buch korrekt in den Geschichtlichen Kontext einzuordnen- Sprache und Verhalten der Personen entsprechen dem damaligen Standart und so gewinnt die Story an Authentizität.
Wer sich für die damaligen Geschehnisse interessiert und auch gerne mal den Blickwinkel einer etwas jüngeren Hauptperson einnehmen möchte, findet an diesem Buch bestimmt gefallen, wer eher Spannung und Drama möchte, sollte auf ein Buch zurückgreifen, dass nicht auf wahren Begebenheiten beruht und somit eingeschränkte Möglichkeiten der Handlungsentwicklung hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Geschichte
  • Figuren
  • Authentizität
Veröffentlicht am 13.11.2018

Inspirierend und lehrreich

Mit 50 Euro um die Welt
0

Bei dem Buch "mit 50 Euro um die Welt" handelt es sich um einen etwas anderen Reisebericht von Christopher Schacht, der mit 19 Jahren das Vorhaben in die Tat umsetzte, mit nur 50 Euro und ohne Flugzeug ...

Bei dem Buch "mit 50 Euro um die Welt" handelt es sich um einen etwas anderen Reisebericht von Christopher Schacht, der mit 19 Jahren das Vorhaben in die Tat umsetzte, mit nur 50 Euro und ohne Flugzeug einmal um die ganze Welt zu reisen. Die Abenteuer, die er dabei erlebt, die Menschen, die er trifft, die Probleme und unangenehmen Situationen, die ihm auf der Reise zur Genüge über den Weg laufen und die allgemeinen Entdeckungen und Erfahrungen, die er dabei macht, teilt er in diesem Buch lebhaft mit dem Leser und packt dabei die ein oder andere wertvolle Weisheit aus, die man gerne beherzigt.
Fast kommt es einem so vor, als würde man mit ihm reisen, wobei er auch die unangenehmen Momente- die nunmal auch dazugehören- bereitwillig genauso mit dem Leser teilt wie auch die schönen Momente und somit viel sympatischer und menschlicher wirkt. Das so eine Reise nämlich auch Schattenseiten hat und das nicht immer alles so klappt wie man es sich ausmalt, ist vollkommen normal.
Das Buch ist in mehrere Etappen seiner Reise eingeteilt, mit Karten am Anfang jedes Kapitels, um die Route besser nachvollziehen zu können. Auch stehen immer wieder Daten den Rand und unterteilen die Kapitel so erneut, was den Eindruck eines Tagebuchs erweckt. Geziert werden die Seiten von bunten Bildern seiner Reise, der Landschaft und den Leuten, die einen dazu ermuntern, selber dorthin zu wollen.
Auch wenn ich den Schreibstil nicht allzu besonders fand, reichte er aus, um die Erfahrungen gut rüber zubringen und störte somit nicht.
Ich würde das Buch an jeden empfehlen- egal ob Reiselustiger oder nicht, jeder kann noch etwas für sein weiteres Leben mitnehmen und wer weiß, vielleicht wird der ein oder andere inspiriert, etwas ähnliches zu wagen....

Veröffentlicht am 23.10.2018

Mit viel Humor und Charme

Rettungsgasse ist kein Straßenname
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Inhalt:
Der Autor erzählt von seinen (teilweise sehr komischen) Einsätzen als Feuerwehrmann und Rettungssanitäter und gewährt dem Leser einen Einblick in die etwas besonderen Momente seines Alltags, wenngleich ...

Inhalt:
Der Autor erzählt von seinen (teilweise sehr komischen) Einsätzen als Feuerwehrmann und Rettungssanitäter und gewährt dem Leser einen Einblick in die etwas besonderen Momente seines Alltags, wenngleich man bei manchen geschilderten Situationen nur den Kopf über die Menschheit schütteln kann und hofft, dass der Autor ein wenig übertreibt, da manche Situationen so brüllend komisch sind.

Schreibstil:
Jörg Nießen schreibt wunderbar flüssig und mit viel Witz, der einen einfach nicht kalt lassen kann. Seine Sprache ist sehr angenehm zu lesen und die Nutzung von etwas ungebräuchlichen Redewendungen geben dem ganzen mehr Pfiff ohne ins lächerliche zu gehen.

Meine Meinung:
Auf jeden Fall lesenswert! Es gab Momente, in denen ich das Buch zuklappen musste, da ich vor lachen die Buchstaben nicht mehr entziffern konnte. Der Autor und sein Kollege haben einen wunderbar komischen Humor und schaffen es auch, diesen gegen sich selbst anzuwenden. Man muss am Ende eines Kapitels einfach weiterlesen, denn auch wenn diese unabhängig voneinander sind, möchte man einfach keinen Moment verpassen und wartet nur noch auf den nächsten Flotten Spruch.

Veröffentlicht am 08.09.2018

Nostalgisch und rührend

Sommer in Super 8
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Clara lebt als mittleres von fünf Kindern in Schallerup der 70er-Jahre. Von außen wirkt ihre Familie perfekt, eine hübsche Mutter, der Vater ist Arzt. Aber bald muss Clara erkennen, dass in ihrer Familie ...

Clara lebt als mittleres von fünf Kindern in Schallerup der 70er-Jahre. Von außen wirkt ihre Familie perfekt, eine hübsche Mutter, der Vater ist Arzt. Aber bald muss Clara erkennen, dass in ihrer Familie eben doch nicht alles so läuft, wie es sollte und alles andere als perfekt ist...
Anne Müller hat einen lebendigen, bildlichen Schreibstil mit dem sie geschickt die verschiedenen Ereignisse und Anekdoten aus Claras Leben verbindet und den Charakteren Leben einhaucht. Der Roman ist biographisch geschrieben, wirkt nicht übertrieben oder verschönernd sondern erzählt nüchtern von dem- nicht ganz so normalen- Alltag eines jungen Mädchens. Einen wirklichen Spannungsaufbau gibt es so nicht, dennoch wird das Buch nicht langweilig. Man genießt die kreativen Erklärungen und Beschreibungen, die Gedanken der Protagonistin und schwelgt in Erinnerung an die "guten alten Zeiten", die dieses Buch wieder zum Leben erweckt. Auch hat es die Autorin geschafft, den Wortlaut und Stil auf die Protagonistin anzupassen, die sich ab und an in kleinen Details verliert, charmant erzählt und die ein oder andere in ihren Augen wichtige Sache begeistert auch mal wiederholt, wenn es sie sehr beschäftigt hat. Von vorne bis hinten ist die Geschichte eine Achterbahnfahrt in Carlas Gefühlswelt- der eines jungen Teenagers- von fröhlich zu wütend, verliebt, traurig. Gestört haben lediglich die hin und wieder eingestreuten "aber da wusste ich noch nicht, dass..." die vollkommen überflüssig waren, ich hätte auch ohne den Versuch, zusätzliche Neugier zu erzeugen auf jeden Fall weiter gelesen. Über dem gesamten Roman lag eine verzaubernde Nostalgie.
Empfehlen würde ich das Buch für alle, die gerne die Zeiten ihrer Kindheit aufleben lassen wollen, oder die 70-er gar nicht erlebt haben und gerne erfahren würden, wie es damals so zuging. Aber auch für alle anderen ist das Buch auf jeden Fall einen Versuch wert, die Hauptperson lässt einen ab der ersten Seite nicht mehr gehen und drängt regelrecht danach, ihre Geschichte berichten zu dürfen. Und man lässt sie gewähren, denn man kann gar nicht anders als Seite für Seite zu verschlingen.

Veröffentlicht am 05.09.2018

Kaum unter EINEM Schirm

Zwei unter einem Schirm
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Lotta kauft einmal die Woche ein Los bei dem Trafikanten Konrad, in den sie verliebt ist. Er allerdings scheint sie kaum wahrzunehmen und als sie dann überraschenderweise den Hauptgewinn erzielt legt sie ...

Lotta kauft einmal die Woche ein Los bei dem Trafikanten Konrad, in den sie verliebt ist. Er allerdings scheint sie kaum wahrzunehmen und als sie dann überraschenderweise den Hauptgewinn erzielt legt sie alles daran um aus ihrem bisherigen, nicht zufriedenstellenden Leben auszubrechen und ihn mit ihrem neu erlangten Reichtum zu beeindrucken.
Gülcan hat einen Fehler begangen und ist überstürzt eine Ehe eingegangen, wegen der sie aus der Türkei weg nach Österreich zu ihrem neuen Mann ziehen muss der sie allerdings nicht gut behandelt und ausnutzt.
Nachdem Lotta bemerken musste, dass ihr neues Leben und ihre neuen "Freunde" doch nicht so toll sind und Gülcan vor ihrem Ehemann von Salzburg nach Wien floh, treffen die beiden eines Nachts aufeinander und Lotta nimmt die nun Obdachlose Gülcan bei sich auf.

Nicht wie vielleicht aus dem Klappentext hervorgeht, erzählt das Buch im größten Teil von den getrennten Leben der beiden Frauen, was mit Kapiteln in wechselnder Perspektive gut und schwungvoll gelungen ist. Der Part des Buches, in dem die beiden sich kennen lernen und zusammen Zeit verbringen nimmt sowohl Seiten- wie auch Zeitmäßig einen sehr kurzen Abschnitt ein.
Ich fand es teilweise ein wenig schwierig, die Sichtweisen der einzelnen Personen nachvollziehen zu können, da diese an manchen stellen etwas speziell oder übertrieben sind. Dennoch ist der Schreibstil des Autors unglaublich erfrischend und bildlich, für mich also sehr angenehm zu lesen.
Der Anfang und das Ende sind schnell verschlungen, lediglich im Mittelteil gibt es einige Längen, die etwas Überwindung kosteten, aber es handelte sich nur um ein paar Seiten, nach denen die Leselust wieder aufkam.
Alles in allem fand ich das Buch ganz gut, auch wenn die Geschichte an sich nicht so spannend und freundschaftslastig ist, wie man es sich vielleicht wünschen würde, ist es sehr schön geschrieben und die Entwicklung der Persönlichkeiten ist schön zu beobachten.

  • Cover
  • Geschichte
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Thema