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Veröffentlicht am 18.10.2019

Auch der Gott der Liebe braucht manchmal etwas Hilfe

Everlasting Love - Gefährliches Schicksal
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„Glaubst du an Seelenverwandtschaft, Lila?“, fragt er unvermittelt. Das Grinsen ist spurlos aus seinem Gesicht verschwunden. Seine Augen leuchten hell, aber dahinter sehe ich eine Sturm toben. Er versucht, ...

„Glaubst du an Seelenverwandtschaft, Lila?“, fragt er unvermittelt. Das Grinsen ist spurlos aus seinem Gesicht verschwunden. Seine Augen leuchten hell, aber dahinter sehe ich eine Sturm toben. Er versucht, aus mir schlau zu werden – er will herausfinden, ob ich das Mädchen bin, hinter dem er her ist. Sein Match. Ich halte seinem Blick stand. „Nein. Das Leben ist kein Märchen. Liebe beruht auf Freundschaft, Vertrauen und viel Arbeit. Sie ist keine magische Kraft.“

Dass der Liebesgott auch auf der Suche nach seiner großen Liebe sein sollte, das klang für mich ziemlich cool. Hey, Amor oder wie er hier heißt Cupid hat sein perfektes Match noch nicht gefunden, da haben wir normalen Menschen ja auch noch ein bisschen Hoffnung. Die Idee klang in jedem Fall so neuartig, dass ich sie unbedingt lesen wollte.

Das Buch ging los und der Leser wird direkt mit der Verkuppelungsagentur „Everlasting Love“ konfrontiert. Lila soll die perfekte Partnerin für Cupid sein und darf niemals mit ihm zusammenkommen. Wenn ich mehrfach Post von einer fragwürdigen Agentur bekommen würden, dann würde ich wahrscheinlich nicht bei ihr vorbei gehen und mir die Erklärungen von Mitarbeitern anhören – vor allem wenn sie von Göttern und unsterblichen Liebesboten reden. Das hat mich ein bisschen überrascht und da habe ich mich zunächst gefragt, was das eigentlich für eine Person ist. Ich gebe zu, ich hatte meine Startschwierigkeiten mit der Geschichte.

Relativ schnell habe ich jedoch auch gemerkt, dass die Charakter zwar manchmal ungewöhnlich reagieren, dass sie jedoch auch sehr sympathisch sind. Gerade Cupid mit seiner humorvollen, charmanten Art ist mir schnell ans Herz gewachsen. Ich weiß nicht, ob er für mich der perfekte Partner wäre, aber ich wäre sehr gerne mit ihm befreundet. Auch wenn der Klappentext sagt, dass er nie seine große Liebe finden darf, habe ich es ihm auf jeder Seite gewünscht.

Immer wieder habe ich mich gefragt, worauf das Buch hinauslaufen soll. Mir hat teilweise ein bisschen der klare rote Faden und damit auch die Spannung gefehlt. Das war für mich der größte Schwachpunkt in dem Buch. Ansonsten hat mich die Handlung mehrfach überrascht mit ihren Wendungen, was ich wiederum gut fand.

Wer gerne einmal eine ungewöhnliche Liebesgeschichte lesen möchte, der ist bei „Everlasting Love“ definitiv richtig. Die Idee ist neuartig und faszinierend. In meinen Augen ist die Geschichte mit dem ersten Band abgeschlossen. Eigentlich folgen noch zwei weitere Teile, die mit Sicherheit auch gut gefüllt werden können, da noch ein paar Fragen offen sind. Ich bin jedoch so glücklich mit dem Ende, sodass ich wahrscheinlich nicht mehr weiterlesen werde.

Veröffentlicht am 02.10.2019

Eine gute Fortsetzung trotz einiger Längen

Die Krone der Dunkelheit
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Nach dem ersten Teil habe ich direkt zu der Fortsetzung gegriffen und die Geschichte weitergelesen. Ich war echt sehr froh darüber, dass ich nicht warten musste und direkt weiterlesen konnte. Meine Erwartung ...

Nach dem ersten Teil habe ich direkt zu der Fortsetzung gegriffen und die Geschichte weitergelesen. Ich war echt sehr froh darüber, dass ich nicht warten musste und direkt weiterlesen konnte. Meine Erwartung war hier, dass auch die Geschichte nahtlos weitergeht und ich quasi direkt wieder in der Welt drinnen bin. Daher war ich sehr überrascht, dass dies nicht der Fall war. Ich habe doch wieder einige Kapitel gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, da hier direkt am Anfang noch neue Personen und auch neue Sichten vorgestellt wurden. Den Charakter Elroy kennt der Leser zwar schon aus dem ersten Teil jedoch war ich überrascht, dass er hier eine deutlich größere Rolle spielt.

Außer den neuen Figuren gibt es auch zwischen beiden Teilen einen Zeitsprung. Zuletzt hatten sich noch alle Charaktere in Nihalos aufgehalten und nun musste ich mich erst einmal orientieren, wer sich jetzt eigentlich wo aufhält und was in der Zwischenzeit passiert ist. Freya ist beispielsweise wieder in ihrer Heimatstadt und Larkin läuft alleine durch die Wälder. Da hätte ich mir fast schon ein Kapitel mit einer kleinen Zusammenfassung für die Zwischenzeit gewünscht.

Nach den ersten hundert Seiten bin ich jedoch auch wieder in der Geschichte angekommen. Die Handlung ist ähnlich komplex wie im ersten Teil und schön ist auch, dass es hier noch die ein oder andere Überraschung gibt. Manche Wendungen zeichnen sich auch früh ab, sodass sie nicht vom Himmel fallen und damit herrlich nachvollziehbar sind. Ich war immer wieder glücklich, wenn ich wo eine richtige Ahnung hatte. Im Verlauf des Buches ist mir jedoch immer wieder aufgefallen, dass es phasenweise sehr still um einzelne Charakter ist. Es konnte passieren, dass Larkin, Leigh oder auch Weylin mal fast 150 Seiten nicht mehr erwähnt wurden. So durchlaufen diese Charaktere kaum eine Entwicklung, was ich wiederum sehr schade fand.

Wie auch im ersten Teil hatte ich hier ganz stark Lieblingscharaktere. In meinen Augen ist die Geschichte von Ceylan und auch von Kheeran die interessanteste. So habe ich ihre Kapitel mit am Liebsten gelesen und war enttäuscht, wenn ich mal länger nichts von ihnen gehört habe - vor allem da es Laura Kneidl hier gemeistert hat sogar die Kapitel mit einem Cliffhanger zu beenden. Der Wunsch Weiterzulesen wurde dadurch noch verstärkt und auch wenn mal eine eher zähe Passage kommt, habe ich das Buch nur ungerne weggelegt. Leider gab es gerade im Mittelteil einige langwierigere Abschnitten. Im Auftakt hatte ich das Gefühl, dass die Handlung schneller voran geht. Hier gab es durchaus Momente, in den einzelne Charaktere auf der Stelle standen und sich in ihrem Leben wenig getan hat.

Trotz der Längen habe ich die Fortsetzung gerne gelesen und habe mich unterhalten gefühlt. Es ist wieder eine schlüssige, komplexe Geschichte, die Lust auf mehr macht. Leider muss ich jetzt etwas länger warten, da der dritte Teil wahrscheinlich erst im Jahr 2021 erscheinen wird.

Veröffentlicht am 30.09.2019

Ein wirklich schöner, lustiger und bewegender Liebesroman

Never Too Close
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"Du verdienst für das erste Mal einen Märchenprinzen. Einen sanften Mann, der dich wie eine Prinzessin behandelt. Aber dieser Märchenprinz bin ich nicht." Lüge. Sie hebt eine Augenbraue und fordert mich ...

"Du verdienst für das erste Mal einen Märchenprinzen. Einen sanften Mann, der dich wie eine Prinzessin behandelt. Aber dieser Märchenprinz bin ich nicht." Lüge. Sie hebt eine Augenbraue und fordert mich mit Blicken heraus, was sie lieber nicht tun sollte, wenn ich ihr so nah bin. „Klingt gut, aber ich glaube dir nicht.“

Es gibt so unheimlich viele schöne New Adult Bücher und "Never Too Close" ist definitiv einer davon. Auf eine lockere, amüsante Art beschreibt dieser Roman wie aus besten Freunden plötzlich mehr werden kann. Nachdem Loan und Violette zusammen in einem Fahrstuhl feststecken bleiben, werden sie beste Freunde, um nicht zu sagen Seelenverwandte. Es ist so schön zu sehen, wie die beiden miteinander umgehen, ihre Macken gegenseitig hinnehmen und einfach nur füreinander da sind. So wie ihre Freundschaft ist, so ist auch die generelle Grundstimmung in dem Buch. Es ist positiv, angenehm und an vielen Stellen amüsant.

Beide Hauptpersonen machen es einem leicht sich in sie zu verlieben. Sie sind eben nicht perfekt, was sie nur umso menschlicher und greifbarer macht. Dennoch haben sie auch eine Vorgeschichte, in Loans Fall einen anspruchsvollen Job und teilweise eine schwierige Familie. Zunächst fand ich genial, wie viele Themen hier auch mit angeschnitten werden, ohne dass das Buch überladen wirkt. Die erste Hälfte war keinesfalls zu dramatisch und die Grundstimmung ist durchweg positiv geblieben. Irgendwann hatte ich jedoch das Gefühl, dass zu viele Probleme nur angeschnitten werden. Sie wurden angeschnitten und direkt wieder verworfen. Dadurch hat mir etwas der Tiefgang gefehlt. Nicht jedes Problem soll in jeder Facette diskutiert werden, dann wäre dies eher ein psychologisches Fachbuch, aber an der ein oder anderen Stelle hätte ich mir noch mehr Aufarbeitung gewünscht. Nach hinten raus war die Geschichte mir somit zu locker.

Neben Violette und Loan gibt es hier auch noch eine tolle Clique, in der jede Figur auch mit ihrer eigenen Geschichte vorgestellt wird. Die anderen waren mir auch sehr bald sehr sympathisch. Der Leser kann auch zwei der Nebenfiguren, Zoe und Jason, wieder begegnen, da von den beiden der zweite Teil handelt. Dieser erscheint bereits im März 2020. Da ich den Freundeskreis sehr mochte und auch hoffe, dass ich noch mehr über Violette und Loan erfahre, werde ich diesen bestimmt auch lesen.

Veröffentlicht am 27.09.2019

Eine neue Lieblingswelt!

Die Krone der Dunkelheit
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Laura Kneidl war mir vor allem ein Begriff aus dem New Adult Bereich. Wer solche Bücher mag, kommt quasi nicht an der Autorin vorbei. Sehr überrascht war ich als ich gesehen habe, dass die Autorin quasi ...

Laura Kneidl war mir vor allem ein Begriff aus dem New Adult Bereich. Wer solche Bücher mag, kommt quasi nicht an der Autorin vorbei. Sehr überrascht war ich als ich gesehen habe, dass die Autorin quasi mehr Fantasy- als Liebesromane geschrieben hat und ich davon keinen einzigen kenne. "Die Krone der Dunkelheit" ist ein High Fantasy Roman, was für mich quasi zur Königsklasse der Fantasy gehört. Nur wenige Autoren schaffen es schlüssige, spannende neue Welten zu erschaffen und den Leser auf den meist vielen Seiten zu fesseln. In meinen Augen hat dies Laura Kneidl grandios geschafft.

Die Geschichte ist insgesamt aus fünf verschiedenen Sichten geschrieben. Am Anfang wechseln sich jedoch vor allem zwei Perspektiven immer wieder ab, was den Einstieg in die Handlung erleichtert. Auch wenn der Leser am Anfang ein paar Kapitel braucht, um den Aufbau der Welt sowie die ganzen Charaktere kennenzulernen, fand ich die Geschichte dennoch von der ersten Seite an spannend. Die fehlenden Puzzlesteine haben sich schnell zusammengefügt, sodass recht bald ein roter Faden erkennbar war. Schön fand ich auch, dass ich bei manchen Wendungen einen richtigen Riecher hatte, dafür aber bei anderen komplett überrascht wurde. Es war somit für mich in keiner Weise vorhersehbar.

Wenn es fünf Hauptpersonen und dazu noch vier größere Nebencharaktere gibt, dann bleibt es nicht aus, dass man als Leser manche lieber mag als andere. So habe ich vor allem zwei Sichten besonders gerne gelesen. Bei den anderen war es so, dass ich keinen komplett unsympathisch fand, aber dass der Funke hier eben nicht so schnell übergesprungen ist. Vielleicht habe ich mir mal den ein oder anderen Kapitelende und dem einhergehenden Sichtwechsel geflucht, weil ich lieber Ceylans Handlungsstrang als Freyas weiterlesen wollte, aber das gute war dann ja, dass nach einigen Seiten wieder die Sicht gewechselt hat. Ich schätze, dass hier jeder Leser auf seine Kosten kommt und seine eigenen Lieblinge findet.

Jetzt am Ende des Buches ist für mich am schönsten, dass der zweite Teil bereits Zuhause liegt und danach noch zwei weitere Teile folgen werden. Ich muss mich somit noch nicht allzu bald von der Welt verabschieden und kann die Geschichte der Wächter, Fae und Menschen noch ein bisschen länger mitverfolgen. Ich freue mich schon sehr darauf!

Veröffentlicht am 21.09.2019

Aus dem Leben eines Löwenritters

Teufelskrone
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Historische Romane können sehr anstrengend sein. Es gibt unzählige Personen, Jahreszahlen, Verflechtungen und der Leser braucht meist einige Kapitel, um in der Handlung anzukommen. Das sind alles Gründe, ...

Historische Romane können sehr anstrengend sein. Es gibt unzählige Personen, Jahreszahlen, Verflechtungen und der Leser braucht meist einige Kapitel, um in der Handlung anzukommen. Das sind alles Gründe, warum ich nur sehr selten zu einem historischen Roman greife. Wenn ich ein Buch anfange, dann werde ich am liebsten von der ersten Seite an von der Geschichte gefesselt.

Eigentlich war es meine Mutter, die mich dazu überredet hat, noch einmal diesem Genre eine Chance zu geben. Da ich bereits die ersten vier Teile aus der Waringham-Saga kenne und den Stil von Rebecca Gablé mag, habe ich zu „Teufelskrone“ gegriffen. Tatsächlich habe ich nur zwei Kapitel gebraucht, um in der mittelalterlichen Welt anzukommen, was mich sehr positiv überrascht hat.

Als Leser begleitet man Yvain von Waringham, der die Laufbahn eines Ritters anstrebt. Von seiner Kindheit bis hin zum hohen Alter bekommt man viele Einblicke in sein Leben und die damalige Zeit. Tatsächlich gab es diese Person in der Geschichte nicht, aber dafür so viele andere Persönlichkeiten, die in dem Buch auftauchen. Die Handlung beginnt als noch Richard Löwenherz auf dem englischen Thron sitzt. Auch wenn ich in der englischen Geschichte nicht sonderlich bewandert bin, war sogar mir dieser Name bekannt. Es ist schön zu wissen, dass die Autorin gut recherchiert und dass die vielen geschichtlichen Fakten stimmen. Somit war die Lektüre auch noch ein Exkurs in die englische bzw. französische Geschichte und ich habe auf eine sehr angenehme Art noch einiges gelernt.

Obwohl hier viele Hintergründe vermittelt werden, war es für mich nicht zu viel. Es bleibt neben den zahlreichen Kriegen sowie Intrigen auch noch genug Raum für alltägliche Szenen und Emotionen. Es war eine gelungene Mischung aus allem. Obwohl ich gut unterhalten wurde, gibt es in meinen Augen jedoch zwei Kritikpunkte an dem Buch. Der eine sind die Zeitsprünge. Teilweise springt die Handlung mal ein paar Monate oder sogar ein Jahr. Das ist eigentlich nichts Schlechtes, weil das Buch sonst wahrscheinlich noch 300 Seiten mehr hätte, aber dadurch bin ich immer wieder aus dem Lesefluss herausgekommen und musste mich erst wieder zurechtfinden. Wo befinden sich gerade die Charaktere? Was ist in der Zwischenzeit passiert? Und welche Figuren sind gerade am gleichen Ort?

Der andere Kritikpunkt ist tatsächlich die Länge des Buches. Ich mag gerne dicke Bücher und habe auch keine Angst vor einer Geschichte mit mehr als tausend Seiten, aber hier gab es einige Längen. In der zweiten Hälfte hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Spannung fehlt oder sich gerade die Handlung zieht. Mir fehlte ein bisschen die Idee, worauf die Handlung hinausläuft. Da hätte in meinen Augen die ein oder andere Passage gestrichen werden können.

Insgesamt bin ich sehr froh, dass ich noch einmal zu einem historischen Roman gegriffen haben und mochte den Ausflug in das englische Mittelalter. Ich habe einiges gelernt und wurde ausgesprochen gut unterhalten.