Profilbild von Lrvtcb

Lrvtcb

Lesejury Star
offline

Lrvtcb ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lrvtcb über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2020

Nicht alles ist, wie es zunächst scheint

Verloren sind wir nur allein
0

Wie bei so vielen Büchern aus dem LYX Verlag, ist dieses Buch ein echter Hingucker und mit ein Grund, warum es mir aufgefallen ist. Es verspricht eine romantische, ruhige und vielleicht auch tiefgründige ...

Wie bei so vielen Büchern aus dem LYX Verlag, ist dieses Buch ein echter Hingucker und mit ein Grund, warum es mir aufgefallen ist. Es verspricht eine romantische, ruhige und vielleicht auch tiefgründige Geschichte zu werden. Mit Skylars Vorgeschichte und Jeffs schrecklichem Erlebnis, das im Klappentext angekündigt wurde, war ich auf zwei gebrochene Seelen, die aufeinandertreffen, eingestellt.

Zunächst schien das Buch auch genau dies zu sein. Ich bin in eine schöne Geschichte eingetaucht, die realistische Dialoge und auch teilweise tolle Charaktere. Skylars Freunde kommen nicht allzu häufig vor, aber sind dennoch gut ausgearbeitet. Dies ist jedoch nicht bei jeder Figur der Fall. Skylars Mutter und ihr neuer Freund tauchen viel häufiger auf, aber blieben im Gegensatz dazu beinahe komplett farblos. Bei den beiden weiß ich selbst am Ende des Buches noch nicht, was sie eigentlich mögen oder was sie gut können.

Als Jeff und Skylar aufeinander treffen können sie sich zunächst nicht besonders gut leiden. Dieses Szenario kennt man bereits aus vielen anderen Young Adult Büchern. Bei den meisten dieser Geschichten entwickelt sich hieraus dann eine Vertrauensbasis und gegebenenfalls mehr. In diesem Fall ist es etwas anders – und leider nicht auf eine positive Art. Hier entwickelt sich aus der anfänglichen Antipathie ebenfalls etwas anderes, jedoch sind diese Entwicklungen nicht immer nachvollziehbar. So handelt die beiden in einer Szene auf eine Art und in der nächsten Szene auf eine ganz andere. Das hat nicht dazu geführt, dass ich mich als Leser mit den beiden identifizieren konnte.

Neben der Charakterentwicklung ist ebenfalls nicht nachvollziehbar, wie insgesamt die Geschichte aufgebaut ist. Ich hatte hier teilweise das Gefühl, dass die Autorin die Leser überraschen wollte und daher einige unerwartete Entwicklungen eingebaut hat. Diese waren für mich zum Teil nicht nur überraschend, sondern auch komplett bei den Haaren herbeigezogen. Da wäre es vielleicht besser gewesen, die Handlung stringenter aufzubauen.

Als letzten Kritikpunkt möchte ich den Sprachstil anbringen. Das Buch als solches ist echt gut geschrieben. Die Atmosphäre wird anschaulich beschrieben, sodass ich mich gut hineinfinden konnte. Jedoch werden relativ häufig gleiche Beobachtungen oder Informationen wiederholt. Wenn dies nur ein oder zwei Mal der Fall gewesen wäre, dann wäre das für mich kein Problem gewesen, aber hier taucht das einfach viel zu häufig auf.

Alles in allem war das Buch ganz nett zu lesen. Es ist kein literarisches Meisterwerk und es gibt eindeutig unterhaltsamere oder tiefgründigere Geschichten in dem Genre. Es war kein Fehler das Buch zu lesen, aber so schön wie das Cover war es gewiss nicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.03.2020

Ein Crescendo an Gefühlen

A Wish for Us
0

„Ich starrte auf das Klavier. Die Tasten starrten zurück, und ich spürte den vertraten, stechenden Schmerz von Verlust, der mir den Atem raubte. Die Emotionen, die ich sorgsam in mir gefangen hielt, drohten ...

„Ich starrte auf das Klavier. Die Tasten starrten zurück, und ich spürte den vertraten, stechenden Schmerz von Verlust, der mir den Atem raubte. Die Emotionen, die ich sorgsam in mir gefangen hielt, drohten sich Bahn zu brechen. Aber ich konnte mich nicht ihnen und dem hier stellen. Ich atmete Bonnies Duft ein und versuchte, nicht die Kontrolle zu verlieren.“

Der Name Tillie Cole war mir bereits bekannt. Ob bei „All your kisses“ oder den „Hades‘ Hangman“ hat es die Autorin geschafft mit ihren Geschichten viele Emotionen bei mir zu wecken. Außerdem fand ich es ansprechend, dass sie in ihrem Stil wandlungsfähig ist und es schafft zu überraschen. Da war es keine Frage, dass ich das neue Buch ebenfalls lesen wollte.

In dieser Geschichte geht es vor allem um die Musik und welche Emotionen mit ihr ausgedrückt werden können. Für Bonnie ist die Musik ihr größter Lebenstraum. Sie möchte etwas schaffen, das andere Menschen bewegt und das ihnen in Erinnerung bleibt. Cromwell hat schon einiges in seinem Leben erreicht. Für ihn ist die Musik eine Flucht vor all den Gefühlen. So unterschiedlich ihre Beweggründe auch sind, führen sie sie doch beide an den gleichen Ort.

Bei dem Buch finde ich sehr gut, dass der Klappentext noch nicht zu viel vorweggreift, sodass es für den Leser noch einige Überraschungen gibt. Teilweise dachte ich schon fast, dass es zu viele Überraschungen und zu viel Drama gibt. Dieser Eindruck hat sich jedoch schnell gelegt und ich bin vollkommen von der Handlung gefesselt gewesen. Jedes Seite hat mich weiter auf einer emotionalen Achterbahn mitgenommen. Ich habe mich in die Musik verliebt – natürlich auch ein bisschen in Cromwell und seine düstere Art – ich habe mitgefiebert sowie geweint und ich habe ganz dolle auf ein Happy End gehofft.

Auch wenn das Jahr noch jung ist, ist es definitiv schon jetzt ein Jahreshighlight für mich. Es kommt selten vor, dass ein Buch so viele Emotionen in mir weckt. Ich gehe davon aus, dass mir Cromwells und Bonnies Geschichte noch lange in Erinnerung bleiben wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.03.2020

Tisch für zwei, bitte!

The Problem With Him
0

Das Lilou als Restaurant und all seine Sterneköche habe ich schon in den anderen Büchern lieben gelernt. Wyatt kam in den anderen Teilen schon als Nebencharakter vor, sodass er bereits bekannt war. Kaya ...

Das Lilou als Restaurant und all seine Sterneköche habe ich schon in den anderen Büchern lieben gelernt. Wyatt kam in den anderen Teilen schon als Nebencharakter vor, sodass er bereits bekannt war. Kaya war da im Vergleich noch eher farblos. Dies ist jedoch nicht lange der Fall geblieben. Sie ist unabhängig, ambitioniert und einfach nur liebenswert. Auch wenn ich das gefühlt bei jedem Buch gesagt habe, waren die beiden Hauptcharaktere mein Lieblingspärchen der Reihe.

Wie bei den anderen Teilen spielt Essen eine große Rolle. Hier finde ich es immer wieder faszinierend wie es die Autorin schafft, dass man sich als Leser jedes dieser Gerichte nicht nur bildlich, sondern auch vom Geschmack her vorstellen kann. Ich würde sehr gerne die kleinen Tapas aus dem Sarita probieren oder die schick angerichteten Haute Cousine im Lilou kosten. Diese Beschreibungen sind echt eine Stärke der Autorin.

Schön war bei diesem Teil auch, dass der Leser noch mehr mitbekommt, wie es eigentlich in einer Sterneküche zugeht. Im ersten Band gab es nur den Food Truck, im zweiten das Management und hier bekommt der Leser das erste Mal einen richtigen Einblick wie stressig der Alltag eines Kochs ist und welche Aufgaben es alle in einer großen Küche gibt.

Als gute Freundin von Kaya bekommt Dillon auch einiges an Raum in dieser Geschichte. Von ihr wird auch der vierte Teil handeln. Auf diesen freue ich mich schon sehr und bin gespannt, ob dieser Band noch eine Steigerung wird – obwohl ich kaum glauben kann, dass dies noch möglich ist. Ich kann es in jedem Fall kaum noch erwarten einen weiteren kulinarischen Lesegenuss zu erleben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.02.2020

Ein außergewöhnlicher, bewegender Roman!

180 Seconds - Und meine Welt ist deine
0

„Ich wünschte, ich könnte das Leben mit offenen Armen empfangen. Ich wünsche mir so vieles, von de mich nicht weiß, ob ich es bekommen kann. Vielleicht könnte ich es versuchen, aber ich habe keine Ahnung, ...

„Ich wünschte, ich könnte das Leben mit offenen Armen empfangen. Ich wünsche mir so vieles, von de mich nicht weiß, ob ich es bekommen kann. Vielleicht könnte ich es versuchen, aber ich habe keine Ahnung, wie ich es anstellen soll.“

Allison hatte definitiv keinen leichten Start ins Leben. Sie wurde von einer Pflegefamilie zur nächsten weitergegeben und die einzige Konstante war sie selber. Schon früh hat sie gelernt, dass sie sich auf keinen verlassen hat. Dementsprechend hat sie zum Selbstschutz eine große Mauer um sich selbst errichtet. Fremde Menschen meidet sie, was ihr jedoch nicht gelingt, als sie an einem sozialen Experiment teilnehmen soll. 180 Sekundenblickkontakt soll sie mit einem völlig Fremden halten und irgendwie schafft er es sie zu berühren.

Die Kindheit von Allison ist in jedem Fall ganz anders als meine verlaufen. Ich hatte das Glück, dass ich mir immer sicher sein konnte, dass ich erwünscht bin und geliebt werde. Auch wenn mein Leben hier anders war, hat es das Buch geschafft mir die emotionalen Folgen einer Kindheit ohne Sicherheit und Liebe zu vermitteln. Mich hat damit die Geschichte von dem ersten Moment an berührt.

Besonders schön fand ich auch die kleinen sozialen Experimente begeistert, die immer wieder mal auftauchen. Es gibt viele Menschen, die einem beim Sprechen nicht in die Augen schauen, da kann es durchaus eine Herausforderung sein, jemanden für ganze drei Minuten in die Augen zu schauen. Es gibt hier natürlich noch mehr solcher kleinen Experimente.

Die Charakterentwicklung war hier sehr glaubhaft. Es ist nicht so, dass Allison an einem Tag aufwacht und ein geselliger Mensch ist. Es gibt keine Liebe auf den ersten Blick oder plötzlichen Wendungen, die quasi von dem Himmel gefallen. Das hat mir hier ausgesprochen gut gefallen. Alles wirkt authentisch und realistisch.

In meinen Augen war dies eine wunderschöne und bewegende Geschichte. Wer das Buch liest, sollte vielleicht auch ein Paket Taschentücher griffbereit halten, da hier durchaus mal die Augen feucht werden können. Von mir gibt es für diese gefühlvolle Romanze in jedem Fall eine Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2020

Viele Seiten für ausgesprochen wenig Handlung

Shadowscent - Die Blume der Finsternis
0

So gerne würde ich behaupten, dass ich mich bei meiner Buchauswahl nie von einem hübschen Cover beeinflussen lasse, aber das wäre eindeutig gelogen. „Shadowscent“ ist hierfür definitiv ein weiteres Beispiel. ...

So gerne würde ich behaupten, dass ich mich bei meiner Buchauswahl nie von einem hübschen Cover beeinflussen lasse, aber das wäre eindeutig gelogen. „Shadowscent“ ist hierfür definitiv ein weiteres Beispiel. Die Aufmachung des Buches ist in jedem Fall ein Hingucker, einzigartig und ein wahres Schmuckstück. Ein Buch, das einem direkt ins Auge fällt und das man sich auch immer wieder gerne anschaut. In meinen Augen sah es ein bisschen orientalisch und in jedem Fall fantastisch aus.

Zunächst beginnt das Buch auch außergewöhnlich. Dass Farben oder Geräusche mal stärker in den Fokus rutschen, das habe ich schon häufiger gelesen, aber dass es primär um Düfte geht, das war für mich neu. Es ist faszinierend, wie viele Eindrücke sonst in Handlungen verloren gehen, wenn diese ganzen Gerüche nicht erwähnt werden. Plötzlich war die Szenerie viel greifbarer. Der Leser bekommt nicht nur einen Eindruck, wie es beispielsweise auf einem Marktplatz aussieht, sondern auch wonach es riecht, wie wohl die dargebotenen Speisen schmecken und wie hart die Arbeit sein muss, wenn der ein oder andere nach Schweiß riecht. Das hat mir sehr gut gefallen.

Nachdem der Reitz des Neuen etwas abgeklungen war, habe ich darauf gewartet erneut überrascht zu werden und gehofft, dass die Handlung ebenso spannend ist wie der Schreibstil. In diesem Sinne wurde ich jedoch enttäuscht. Nach wenigen Kapiteln hat der Leser einen Eindruck, in welche Richtung die Geschichte gehen soll. Wie schon der Klappentext verrät, muss die Hauptperson ein Gegengift finden, um den Prinzen zu retten. Da diese Tatsache schon vorab verraten wird, bin ich davon ausgegangen, dass dies nur wenige Kapitel ausmacht und es danach vielleicht mit anderen Themen weitergeht. Es hätte ja einen große Verschwörung geben können, einen großen Masterplan, einen geplanten Krieg oder so. Das ist der Grund, warum ich so enttäuscht war.

Über die Hälfte des Buches wurde dafür verwendet die Suche nach verschiedenen Zutaten zu beschreiben. Das mag bei einer wichtigen, seltenen Zutat interessant gewesen, aber nicht bei fast 300 Seiten. Da erwarte ich mehr Spannung und mehr Abwechslung. Die Beschreibung der Gerüche wurde auch immer weniger, sodass ich sogar nicht mehr dieses Merkmal hatte, um die Geschichte als außergewöhnlich wahrzunehmen. Er ging so weit, dass ich teilweise gar keine Lust mehr hatte, das Buch weiterzulesen. Irgendwann habe ich es dann nur noch beendet, weil ich schon mehr als die Hälfte gelesen hatte und echt nicht gerne Bücher abbreche, ansonsten wäre dies eindeutig ein Kandidat dafür gewesen.

Leider war dieses Buch für mich wieder ein Beispiel dafür, dass man sich nicht von einem schönen Cover beeinflussen lassen sollte. Ich habe dies leider erfahren müssen und habe fast eine Woche gebraucht, um mich durch diese Geschichte zu kämpfen. Aus dem Fantasy-Genre gibt es eindeutig bessere Bücher.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere