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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.09.2020

Ein 460 Seiten langer Lückenfüller

When We Fall
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„Es klingt, als hätte jemand ein Buch nur für dich geschrieben.“ Sie zögerte einen Moment, ehe sie weitersprach. „Und wenn ich es lesen würde, fände ich es bestimmt toll. Aber… das hier ist nicht fiktiv. ...

„Es klingt, als hätte jemand ein Buch nur für dich geschrieben.“ Sie zögerte einen Moment, ehe sie weitersprach. „Und wenn ich es lesen würde, fände ich es bestimmt toll. Aber… das hier ist nicht fiktiv. Ich habe Angst, dass du noch mal hinfällst und ich dir von hier aus nicht helfen kann, weil ein offenes Ohr und ein paar Worte nicht ausreichen.“

Die Geschichte von Ella und Jae-Yong hat mich in „When we Dream“ begeistert. Es hat sich hier für mich eine ganze neu Welt aufgetan. Die koreanische Kultur und von allem auch K-Pop kannte ich vorher gar nicht, von daher hat mich dieser Auftakt fasziniert. Es wird eine Welt aufgezeigt, in der ein Plattenlabel einem Star verbieten darf, eine Beziehung zu führen. Ella und Jae-Yong dürfen somit nicht zusammen sein. Der Start in den zweiten Teil ist somit nicht sonderlich glücklich.

Ella muss nicht nur über die Trennung hinweg kommen, sondern sich auch damit abfinden, dass ihre beste Freundin nach wie vor in Australien ist und dass sie ein Fach studiert, dass sie nicht mag. Dies waren alles Probleme, die bereits vor der ersten Seite dieses Buches bekannt waren. Da ich wusste, dass es sich um eine Trilogie handelt, war mir bewusst, dass nicht alle Fragen in diesem Teil geklärt werden würden. Was mich jedoch gewundert hat war, dass sich an diesen Themen einfach gar nichts ändert. Das Buch endet quasi mit genauso vielen offenen Fragen, wie es gestartet hat. Das fand ich sehr unbefriedigend, da es hier keinerlei Entwicklung gab. Damit hätte man sich dieses Buch auch sparen können und die Geschichte auf lediglich zwei statt drei Bände aufteilen können.

Die Sprache ist wieder sehr angenehme. Die Handlung ist gespickt von kleinen, amüsanten Chats. Es wirkt sehr authentisch wie die beiden Hauptpersonen miteinander umgehen. Im realen Leben ist einen Kennenlernen ähnlich und das mag ich hier. Das war für mich eigentlich das einzig Gute an diesem Buch. So schön der erste Teil auch war, konnte die Fortsetzung nicht an diese anknüpfen. Es war in Ordnung zu lesen, aber es war zugleich auch unnötig. Vielleicht wird der Abschluss der Trilogie besser, weil dann endlich ein paar Fragen geklärt werden, aber ich schätze, dass dieses Buch mir die Lust auf K-Pop verdorben hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2020

Ein Jugendbuch, das scheinbar zu keiner Zielgruppe passt

Very First Time
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„Mal ehrlich, ob man noch Jungfrau ist, sollte nicht diese große Rolle spielen. Wir machen uns alle so viel unnötigen Druck. Erst dadurch wird es so ungeheuer wichtig. Du solltest dir nicht den Kopf darüber ...

„Mal ehrlich, ob man noch Jungfrau ist, sollte nicht diese große Rolle spielen. Wir machen uns alle so viel unnötigen Druck. Erst dadurch wird es so ungeheuer wichtig. Du solltest dir nicht den Kopf darüber zerbrechen, dass du noch Jungfrau bist. Alle finden es völlig okay.“ „Aber genau das ist das Problem.“ Ich stelle meinen Kaffee auf den Tisch. „Alle wissen davon. Sie sollten es nicht alle okay finden, sie sollten es alle gar nicht erst wissen.“

Bücher zu dem Thema Jungfräulichkeit, erstes Mal und erste Liebe gibt es zu genüg und auch die Idee, das erste Mal mit seinem besten Freund zu haben, gibt es häufiger. Ein Gedanke, der auch immer wieder in Romanen sehr schön umgesetzt wird. Auch wenn ich hier schon einige Bücher zu gelesen habe, wollte ich auch gerne diese Geschichte kennenlernen. Irgendwie konnte ich mich mit Keely im Klappentext gut identifizieren. Ich bin auch eine kleine Planerin und mag es, wenn alles bis ins kleinste Detail durchdacht ist.

Tatsächlich bin ich direkt auf den ersten Seiten auf noch mehr Gemeinsamkeiten zu Keely gestoßen. Sie liebt alte Filme, kann jede Filmmusik nach wenigen Takten erkennen und steht nicht sonderlich auf Kleider, Schminke und den mädchenhaften Kram. Ihren Charakter mochte ich sehr.

Auch der Schreibstil konnte mich direkt überzeugen. Er ist locker und amüsant geschrieben. Ich konnte mir das Highschool leben sehr gut vorstellen und war zugleich erleichtert bei dem ganzen Drama selbst nicht auf diese Schule zu gehen und das Thema schon längst abgeschlossen zu haben. Die ganze Atmosphäre hat etwas extrem gemütliches, wie ein ruhiger Abend auf der Couch mit einer heißen Tasse Tee.

Direkt von Anfang an - eigentlich sogar schon nach dem Klappentext - weiß der Leser, wie sich die ganzen Geschichte entwickeln wird. Es gab hier nur sehr wenige Überraschungen für mich und die paar Wendungen wurden durch genug Hinweise früh genug angekündigt. Man sollte dieses Buch somit nicht lesen, wenn man auf unerwartete Wendungen steht.

Ehrlich gesagt finde ich es sehr schwer dieses Buch überhaupt zu empfehlen. Das Thema ist eindeutig die erste Liebe, der Umgang mit der eigenen Jungfräulichkeit und das erste Mal Sex. Wie in dem Zitat oben gibt es hier einige sehr wichtige Botschaften. Das ist ein höchst persönliches Thema und jeder kann da für sich selbst entscheiden, wann er oder sie zu was bereit ist oder nicht. In diesem Buch gibt es aber auch einige Meinungen von pubertierenden Jugendlichen, die nicht so ganz richtig oder hilfreich sind. Da wird die Jungfräulichkeit wie ein Pflaster behandelt, dass man am besten einfach schnell abreist. Ich schätze daher, dass das Buch auch junge Leser auf eine unglückliche Art beeinflussen kann. Für deutlich ältere Leser (und damit zähle ich mich selbst mit Mitte zwanzig schon dazu) ist es teilweise etwas kindisch. Es scheint somit nur eine sehr begrenzte Zielgruppe zu geben.

Von mir bekommt das Buch daher eine nur sehr eingeschränkte Leseempfehlung. Wer gerne ein Buch zu diesem Thema lesen sollte, der sollte lieber zu „Never Too Close“ aus dem LYX Verlag greifen. Diese Geschichte geht in meinen Augen besser mit dem Thema um.

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.09.2020

Ein netter Gruß aus der Unterwelt

Midnight Chronicles - Schattenblick
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Schon vor einem Jahr habe ich von Laura Kneidls und Bianca Iosivonis Schreibprojekt gehört. Schon damals hat es mich fasziniert, dass zwei Autorinnen eine ganze Buchreihe zusammen planen und je abwechselnd ...

Schon vor einem Jahr habe ich von Laura Kneidls und Bianca Iosivonis Schreibprojekt gehört. Schon damals hat es mich fasziniert, dass zwei Autorinnen eine ganze Buchreihe zusammen planen und je abwechselnd einen Band schreiben wollen. Ich konnte mir nicht so ganz vorstellen, wie sie es schaffen wollen gemeinsam die Charaktere, die Welt und auch die Handlung so zu entwickeln, dass es keine Stilbrüche gibt, wenn jeweils die andere die Geschichte weiterschreibt. Bei dem ersten Teil kann ich zunächst nur sagen, dass es ein sehr stimmiges Konzept ist. Wie gut die beiden Autorinnen zusammenarbeiten können, wird sich dann vor allem in den weiteren Teilen zeigen.

Ohne viele Erklärungen wird der Leser in die Handlung geworfen und muss einige Informationen einfach so hinnehmen. Erst nach und nach werden diese Zusammenhänge erklärt. Es hat mich jedoch gefreut, dass alle Zusammenhänge erklärt werden und beinahe alle Fragen beantwortet werden. Ein paar Geheimnisse gibt es allerdings noch, sodass es mit Sicherheit auch noch spannend bleibt die weiteren Teile zu lesen.

Die Grundidee, dass es eine Welt gibt, in der Menschen vor Dämonen, Vampiren und Geistern beschützt werden müssen, ist nicht neu. Ich habe hier zum Teil gelesen, dass die Reihe auch mit der Fernsehserie „Supernatural“ verglichen wird, aber da ich diese Serie nicht kenne, kann ich dies nicht beurteilen. Mich hat der Aufbau eher an die „Chroniken der Unterwelt“ erinnert. Da der Verlauf der Handlung jedoch anderes ist, hat es mich nicht sonderlich gestört.

Roxy muss nach einem Fehler 449 entflohene Seelen in ebenso vielen Tagen in die Unterwelt zurückschicken. Ich war mir hier nicht sicher, ob das nicht eine recht eintönige Handlung werden würde, die quasi nur aus Exorzismus und kleinen Kämpfen besteht. Tatsächlich ist die Handlung jedoch viel größer als nur die einfache Jagd nach den entflohenen Seelen, das hat mich positiv überrascht und so gibt es auch ein schönes Rahmenkonzept für die weitere Reihe.

Bei den Charakteren hat mir gut gefallen, dass sie ziemlich realitätsnah erschaffen worden. Mir ist Roxy mit ihrer Schwäche für Fast Food und Süßigkeiten ans Herz gewachsen. Obwohl sie eine Jägerin ist und eine gute Kondition braucht, mag sie Sport nicht sonderlich. Das ist vielleicht nicht die beste Kombination, aber macht sie in meinen Augen sehr menschlich.

Was ich jedoch bei dem Buch etwas vermisst habe, ist irgendetwas außergewöhnliches. Viele Bücher der Autorinnen sind so genial wegen den tiefgründigen Emotionen oder auch wegen einem sehr starken Spannungsbogen. Hier haben ich beides etwas vermisst. Die Handlung ist gut, aber nicht übermäßig fesselnd. Er gibt zwar ein paar Gefühle, aber auch nicht besonders viele. In meinen Augen ist somit diese Geschichte nett zu lesen, aber auch kein Bestseller. Hier habe ich schon von beiden Autorinnen bessere Urban Fantasy Romane gelesen.

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Veröffentlicht am 06.09.2020

Manchmal muss man erst eine andere Geschichte erzählen, bevor man die Eigene erzählen kann

Never Doubt
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„Dich spielen zu sehen war, als würde man durch eine Tür in eine andere Welt sehen. Einen Ort, wo außergewöhnliche Dinge passieren. Ich konnte weg von hier, weil ich dich gesehen habe. Anstatt dir also ...

„Dich spielen zu sehen war, als würde man durch eine Tür in eine andere Welt sehen. Einen Ort, wo außergewöhnliche Dinge passieren. Ich konnte weg von hier, weil ich dich gesehen habe. Anstatt dir also einfach ein Kompliment zu machen, will ich dir dafür danke, dass du mich für eine Weile an einen anderen Wort transportiert hast. Ich hab’s echt gebraucht.“

Emma Scott hat mich schon mehrfach mit ihren sehr emotionsgeladenen Geschichte und ihren unvorhergesehenen Wendungen überzeugt. Bei diesem Buch hatte ich mich nach dem Klappentext darauf einstellt, dass ich eine Hauptperson, Willow, kennenlerne, die eine tragische Vergangenheit hat und durch das Theater eine Stimme erhalten möchte. Ich hätte damit gerechnet, dass erst recht spät herauskommt, was eigentlich mit Willow geschehen ist, aber dem ist hier nicht so.

Im Gegensatz zu anderen Büchern erfährt der Leser direkt am Anfang, was Willow widerfahren ist. Bereits die Widmung des Buches deutet darauf hin, dass der Leser mit der #metoo-Bewegung in Berührung gerät. Wem dieser Hinweis nicht reicht, der erfährt direkt im ersten Kapitel, dass Willow vergewaltigt wurde und seitdem Schwierigkeiten hat sich anderen zu öffnen. Das hat mich sehr verwundert und so habe ich mich lange gefragt, ob die Handlung nicht zu geradlinig verlaufen würde.

Dadurch, dass Willows Vergangenheit kein Geheimnis ist und sie so erst einmal keine zu großen Probleme hat, haben mir hier etwas die Emotionen gefehlt. Ich hatte einige Schwierigkeiten mich in Willow hineinzuversetzen und in die Geschichte einzutauchen. Das hat sich verändert, als Willow anfängt Theater zu spielen. Die Darstellung des Dramas und wie hier die Parallelen gezogen werden, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Auch die einzelnen Auszüge aus Hamlet, die hier zitiert werden, mochte ich und sie haben auch in keinem Fall überhandgenommen. Im Gegenteil, sie haben mir sehr viel Vorfreude bereitet das Drama über den dänischen König und seine Ophelia einmal selbst zu lesen.

Schön war außerdem, wie Willow später mit den Folgen der Vergewaltigung umgeht. Ich finde es hier fortschrittlich, dass sie nicht den Fehler bei sich selbst sucht oder hinterfragt, was sie an dem Abend getragen hat. Solche Fragen werden viel zu häufig gestellt und es sollte eigentlich keinen Unterschied machen. Wenn eine Frau nicht ausdrücklich „ja“ sagt, dann darf sich hier keiner irgendwas nehmen oder einfordern. So ein Umgang mit dieser Thematik sollte es viel häufiger geben.

In meinen Augen wäre es für die Entwicklung der Geschichte gut gewesen, wenn Willows Geheimnis länger geheim geblieben wäre. Auch hätte ihr Sicht noch emotionaler sein können, aber ansonsten hat mich auch dieses Buch von Emma Scott wieder überzeugt. Ich mochte diese tiefgründige Liebesgeschichte und freue mich auf weitere Bücher der Autorin.

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Veröffentlicht am 02.09.2020

Wenn man keine große Erwartungen hat und von einem Jahreshighlight überrascht wird

Celestial City - Akademie der Engel
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Wie leider so häufig ist der Klappentext zu „Celestial City“ nicht sonderlich aussagekräftig. Ich hatte Lust noch einmal ein Urban Fantasyroman zu lese und dachte mir mehr oder weniger nur, warum nicht ...

Wie leider so häufig ist der Klappentext zu „Celestial City“ nicht sonderlich aussagekräftig. Ich hatte Lust noch einmal ein Urban Fantasyroman zu lese und dachte mir mehr oder weniger nur, warum nicht dieser. Wirkliche Erwartungen hatte ich nicht an dieses Buch und habe nur auf eine nette Lektüre gehofft. Ich bin sehr selten so positiv von einem Buch überrascht worden. Von der ersten Seite an war diese Geschichte spannend sowie äußerst fesselnd. Innerhalb eines Tages hatte ich es beendet.

Der Leser taucht ein in eine Welt, in der es Engel und Dämonen gibt. Mit der Volljährigkeit wird jeder Jugendlicher einem Test unterzogen, zu welcher Gruppe er gehört und welche Ausbildung er beginnen darf. Obwohl Brielle einem Dämon versprochen ist und pechschwarze Flügel hat, darf sie an der Akademie der Engel ihre Ausbildung beginnen. Als Außenseiterin ist dies ein härteres Leben als gedacht. Vor allem als immer wieder Attentate geschehen und Brielle immer wieder zwischen die Fronten von Hell und Dunkel gerät.

Bei dem Buch hat mir besonders gut gefallen, dass der Leser direkt in die Geschichte eintaucht. Von dem ersten Kapitel an ist die Handlung spannend und ich wollte immer wissen, wie es weiter geht. Für mich war die Handlung nicht vorhersehbar und ich bin ein paar Mal sehr überrascht worden. Es ist immer wieder schön, wenn der Aufbau eines Buches nicht zu gradlinig ist.

Außerdem bin ich ein großer Fan von Brielle geworden. Sie ist ein schlüssiger Charakter, der trotzdem interessant ist. Sie ist aufopferungsvoll, realistisch, taff und auch lustig. Alles schöne, abwechslungsreiche Eigenschaften. Abgerundet wird dies durch ein paar Schwächen, die Brielle realistisch wirken lassen. Neben ihr gibt es eine Hand voll Nebenfiguren, die ebenso stark skizziert werden. Besonders Brielles beste Freundin ist mir ans Herz gewachsen. Ihre offene, draufgängerische Art hat die Geschichte aufgelockert. Von ihrer Sorte sollte es in jedem Fall mehr Menschen geben.

Mein Loblied auf dieses Buch könnte ich noch lange fortsetzen. Es ist genial geschrieben, außergewöhnlich und ein wahrer Pageturner. Ich freue mich tierisch, dass es noch mindestens drei weitere Teile dieser Reihe geben wird und ich wünsche mir ganz dolle, dass die anderen Bände genauso gut sind.

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