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Veröffentlicht am 05.01.2022

Eine interessante Persönlichkeit, deren Lebensgeschichte leider sehr zäh erzählt wird

Selma Lagerlöf
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Wie wahrscheinlich Millionen andere Kinder bin ich mit den Erzählungen von Nils Holgerson groß geworden. Auch wenn ich die Bücher selbst nie gelesen oder vorgelesen bekommen habe, so kenne ich doch die ...

Wie wahrscheinlich Millionen andere Kinder bin ich mit den Erzählungen von Nils Holgerson groß geworden. Auch wenn ich die Bücher selbst nie gelesen oder vorgelesen bekommen habe, so kenne ich doch die Geschichte und vor allem die Fernsehserie. Die Titelmelodie wird wohl eine der wenigen sein, die ich auch irgendwann noch im hohen Alter mitsingen kann. Da ich ansonsten noch nie etwas von der Autorin gelesen habe und auch nicht sonderlich viel über Selma Lagerlöf wusste, war ich fasziniert mehr von ihr zu erfahren.

Hinterher kann ich jetzt sagen, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat, dass ich mich mehr mit der Frau hinter dieser wundervollen Kindergeschichte beschäftigt habe. Sie hat nicht nur zahlreiche Werke geschrieben, sondern hat mit Nils Holgerson die schulische Bildung in Schweden geprägt, einen Doktortitel erworben, sich für das Frauenwahlrecht eingesetzt und sogar einen Nobelpreis sowie zahlreiche andere Auszeichnungen erhalten. Bei all ihren Leistungen war es schon fast traurig, dass ich vorher nichts über sie wusste. Das Hörbuch eignet sich somit sehr gut, um viel über diese faszinierende und Weg weisende Persönlichkeit zu erfahren. Da fällt es mir besonders schwer zuzugeben, dass mir das Hörbuch in Summe nicht unbedingt gut gefallen hat und ich mich teilweise echt motivieren musste weiterzuhören.

Obwohl Selma so viel in ihrem Leben erreicht hat, war gibt es auch immer wieder Phase, die weniger spannend waren. Sie war nie an einer Ehe mit einem Mann interessiert, sondern hat die Gesellschaft ihrer Lebens- sowie Reisegefährtinnen vorgezogen. So war sie immer wieder zwischen der Liebe zweier Frauen hin und her gerissen. Dieses ganze emotionale Drama durchzieht das ganze Hörbuch und ich fand es irgendwann nur noch nervig. Natürlich gibt es viele Arten der Liebe und ich kann auch verstehen, dass es da schwierig sein mag, sich für eine Partnerin zu entscheiden, dennoch muss ich dies nicht in jedem Kapitel wiederholt hören. Mit etwas mehr als elf Stunden ist die ungekürzte Lesung wahrlich nicht lange, aber ich habe dennoch fast drei Wochen gebraucht, um das Hörbuch zu beenden, weil es mich nicht richtig gepackt hat. Auch wenn es nicht übermäßig lange ist, hätte es der Geschichte gut getan, wenn sie an der ein oder anderen Stelle gekürzt worden wäre. Die vielen alltäglichen Details und die abgebildeten Korrespondenzen der Autorin haben ebenfalls nicht dazu beigetragen, dass es spannender wurde.

Die Sprecherin Charlotte von Feyerabend ist zwar ein weiterer Gewinn für das Hörbuch. Sie hat eine angenehme Stimme und schafft es vor allem auch Selma mit der Zeit älter klingen zu lassen, aber sie konnte der Geschichte auch nur bedingt mehr Leben einflößen. Ich denke, dass ich bestimmt noch einmal ein Hörbuch der Sprecherin beginnen werde, aber von Selma Lagerlöf habe ich erst einmal genug gehört. Da hätte in meinen Augen ein guter Podcast gereicht, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie stark die Autorin von Nils Holgerson die damalige Zeit geprägt hat.

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Veröffentlicht am 01.01.2022

Nach einem langsamen Start ein wunderschönes Buch über Selbstfindung

Felix Ever After
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„Kann man ohne Identität leben? Einfach existieren, ganz ohne Label, das besagt, wer ich bin oder wer nicht? Vielleicht funktioniert das für manche Leute gut, aber ich fühle mich wie ein luftleerer Raum ...

„Kann man ohne Identität leben? Einfach existieren, ganz ohne Label, das besagt, wer ich bin oder wer nicht? Vielleicht funktioniert das für manche Leute gut, aber ich fühle mich wie ein luftleerer Raum – als ob ich dahintreibe und niemand mir sagen kann, ob das, was ich empfinde, real ist.“

In der aktuellen Welt gibt es so viele Probleme und Krisen, dass es schon sehr verwunderlich ist, wenn da jemand ganz ohne Unsicherheiten durchs Leben gehen kann. Als Cis-Frau habe ich mich immer wohl gefühlt und war mir meiner Geschlechtsidentität immer sicher. Somit war dies wenigstens eine Sicherheit, die ich hatte. Für Felix sieht dies ganz anders aus. Mit fünfzehn Jahren wird ihm vollends bewusst, dass er männlich ist und beginnt seine Transformation. Auch zwei Jahre später ist es sich über vieles noch unsicher und hinterfragt sich immer wieder.

Zunächst hat mich Felix Unsicherheit und vor allem auch seine Trägheit ziemlich gestört. Damit meine ich nicht, dass er sich mit seiner Identität auseinandersetzt. Das konnte ich vollkommen verstehen. Wenn man alle zwei Wochen eine Testosteronspritze bekommt, wird einem immer wieder die Transformation bewusst und so muss man sich deutlich stärker mit seiner Geschlechtsidentität auseinandersetzen, als wenn man ein Cis-Gender und damit glücklich ist. Was mich gestört hat, war seine Unentschlossenheit im Bezug auf sein komplettes Leben und seinen Werdegang. Er schwänzt die Schule, er weiß noch nicht, was er für ein Abschlussprojekt machen soll und alle scheinen ihn zu nerven, aber er ist dennoch zu unmotiviert, um sich einmal mit seiner Zukunft auseinanderzusetzen.

Der Start ist mir somit etwas schwer gefallen und ich habe direkt all die positiven Rezensionen hinterfragt. Nach ein paar Kapiteln habe ich mich erst einmal damit abgefunden und wollte das Buch gedanklich schon für mich abschreiben, als es mich angefangen hat zu überraschen. Auch wenn Felix mir zunächst nicht sympathisch war, habe ich doch angefangen mich gedanklich mit ihm zu beschäftigen. Er hat die grundlegenden Sorgen, die die meisten Teenager haben, und darüber hinaus noch viele Themen, die vor allem ihn als Transgender betreffen. Ich habe neue Begriffe wie beispielsweise Deadname gelernt und auch ein paar Sachen gegoogelt. Beim Lesen habe ich neue Denkansätze bekommen und mich mehr mit dem Thema Geschlechtsidentität auseinandergesetzt. Wenn ein Buch einen zum Nachdenken anregt, dann kann es erst einmal nicht so schlecht sein.

Im Verlauf der Handlung habe ich Felix immer besser verstanden, was vor allem der transparenten Charakterentwicklung geschuldet ist. So wie ich mich als Leser mit den Themen auseinandergesetzt habe, so hat es Felix in der Geschichte auch getan. So gibt es hier auch ein paar wirklich emotionale Szenen. Mir hat besonders gut gefallen, dass die Handlung so realistisch gewirkt hat und dass sie nicht so vorhersehbar war. Ich war mir zeitweise nicht sicher, wie es weitergeht und habe auch meine Ideen immer wieder verworfen. Ich mochte, dass auch weitere Sichtweisen in die Handlung einfließen, dass der Leser auch versteht, wie ein Umfeld wie beispielsweise der Vater oder Freunde auf so eine Transformation reagieren. In meinen Augen hat dies dem Roman noch mehr Komplexität gegeben. Alles in allem hat das Buch sich nach einem etwas holprigem Start zu einer wunderschönen sowie tiefgründigen Liebesgeschichte entwickelt. Ich bin froh, dass ich sie gelesen habe.

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Veröffentlicht am 01.01.2022

Wenn ein Mauerblümchen aufblüht

Bridgerton – Penelopes pikantes Geheimnis
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Schon vor der ersten Seite hatte ich Penelope ins Herz geschlossen. Bei den Büchern taucht sie bis jetzt zwar nur am Rande auf – da ist ihre Rolle in der Fernsehserie deutlich größer – aber auch in den ...

Schon vor der ersten Seite hatte ich Penelope ins Herz geschlossen. Bei den Büchern taucht sie bis jetzt zwar nur am Rande auf – da ist ihre Rolle in der Fernsehserie deutlich größer – aber auch in den wenigen Szenen musste ich sie einfach bemitleiden. Wie kann man als Mutter nur seine Tochter dazu zwingen immer gelbe Kleider zu tragen, wenn man so wie eine verdorbene Zitrone aussieht? Mir tat sie leid, dass sie sich so viele Gemeinheiten anhören und bei Feierlichkeiten immer am Rande stehen musste. Ich muss gestehen, dass ich immer ein Herz für die Außenseiter habe. Dass sie seit ihrer Einführung in die Gesellschaft in Colin Bridgerton heimlich verliebt ist, war wohl eher ein offenes Geheimnis, das es jedem bewusst zu sein scheint, der sich die Mühe macht sie länger zu beobachten. Mit ihrer scheinbar unerwiderten Liebe und nun im Alter von 28 Jahren hat sich Penelope mit ihrem Dasein als alte Jungfer abgefunden.

Dennoch ist sie für mich eine der stärksten Hauptcharaktere der Serie und das liegt vor allem daran, dass sie so viel Rückgrat und vor allem auch so viel Humor besitzt. Wenn selbst Lady Danbury der Meinung ist, dass Penelope eine würdige Konversationspartnerin ist, dann scheint mein Eindruck von ihr in jedem Fall richtig zu sein. Sie wurde bereits von ihrer Familie als hoffnungslosen Fall abgestempelt und wir von ihnen nicht immer gut behandelt, aber trotzdem verliert sie kein böses Wort über sie. Das ist bei alle dem Klatsch und Tratsch, der in London verbreitet wird, schon eine Meisterleistung.

Colin ist im Vergleich zu Penelope zunächst deutlich weniger tiefgründig und für mich war er auch nicht direkt so ein großer Sympathieträger, weil er nicht so viele Emotionen und so viel Mitgefühl hervorruft. Er ist einfach charmant, immer gut gelaunt und scheint das Leben sehr locker zu nehmen. Wenn es in London zu viel wird, dann geht er eben wieder auf Reisen. Dennoch wird er im Laufe der Geschichte vielschichtiger und ich rechne ihm hoch an, dass er sich nicht zu fein ist, seine eigenen Gefühlsregungen zu ergründen und diese auch offen anzusprechen. Es ist nicht leicht zuzugeben, wenn man neidisch auf seinen gegenüber ist.

Wie der Titel bereits verrät, geht es in dem Buch nicht nur um eine Liebensgeschichte, sondern auch um Penelopes Geheimnis. Damit ist nicht gemeint, dass erklärt wird, wie sie zwischen ihrer ersten und ihrer zweiten Saison so viel abnehmen konnte. Die Fans der Netflix Serie kennen dieses Geheimnis bereits, aber für die Leser wird es wohl eine ziemliche Überraschung sein. Obwohl ich schon wusste, worum es geht, war ich mir zeitweise sogar selbst nicht sicher und hatte die Vermutung, dass die Serie vielleicht von den Büchern abweicht. Ich mochte sehr, dass es nicht so offensichtlich ist und dass es auch nicht zu früh gelüftet wird.

Die Geschichte wird, wie schon zuvor bei den Bänden, durch die faszinierende Kolumne der Lady Whistledown begleitet. Sie rückt sogar noch mehr in den Vordergrund als ein Preis für denjenigen ausgerufen wird, der sie demaskiert. Als wenn es nicht schon genug Gerüchte geben würde, kurbelt dies die Gerüchteküche noch mehr an und Lady Whistledown hat mehr denn je zu kommentieren.

Wieder war es ein sehr gelungener Roman und gerade durch den zweiten Epilog freue ich mich nun umso mehr auf Eloises Geschichte.

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Veröffentlicht am 22.12.2021

Eine schöne Geschichte über die Anfänge des 19. Jahrhunderts, wenn auch mit klein Makeln

Die zerbrochene Feder
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Auf die Empfehlung meiner Mutter hin habe ich mir einmal einen Roman von Sabine Ebert ausgesucht. Sie scheint wohl eine sehr begnadete Autorin im Bereich der historischen Romane zu sein, auch wenn ich ...

Auf die Empfehlung meiner Mutter hin habe ich mir einmal einen Roman von Sabine Ebert ausgesucht. Sie scheint wohl eine sehr begnadete Autorin im Bereich der historischen Romane zu sein, auch wenn ich mir bis dato von ihrem Können kein Bild machen konnte. Dies war tatsächlich das erste Hörbuch, das ich von ihr angefangen habe. Auch über die Zeit des 19. Jahrhundert in Deutschland habe ich noch nicht sonderlich viel gehört und meine geschichtlichen Kenntnisse waren leider gar nicht vorhanden, sodass ich mich auch in diesem Sinne auf Neuland gewagt habe.

Zunächst einmal lernt der Leser bzw. Hörer Henriette kennen, die noch die Geschehnisse aus dem Krieg über das Schreiben verarbeitet muss. Sie hat im Lazarett als Ersthelferin geholfen und im Krieg auch ihren Mann verloren. Als Witwe muss sie bald Preußen verlassen, da ihre Schriftstücke der Zensur zum Opfer fallen und auf politischer Ebene Missfallen auslösen. In Sachsen muss sie somit einen Neuanfang wagen. Als Frau wird sie mittellos von ihrem Onkel und ihrer Tante aufgenommen und muss nun wieder eine neue Existenzgrundlage aufbauen.

Zunächst einmal war ich bei dem Hörbuch überrascht, dass es mit wirklich wenig Handlung und auch nur wenigen Personen auskommt. Es werden immer wieder alltägliche Details wie die Mode, die sich von dem englischen Stil zurück zu dem konservativeren, französischen Stil mit Korsetts und ausgestellten Röcken zurückentwickelt. Es werden viele Details der politischen Entwicklungen in Berlin oder Weimar in die Geschichte eingeflochten, sodass auch weniger geschichtlich bewanderte Leser einen guten Eindruck in die deutsche Geschichte bekommen. Wer somit eine actionreiche Handlung erwartet, ist hier fehl am Platz.

Die Darstellung der damaligen Zeit fand ich sehr interessant und basierend auf dem Renommee der Autorin gehe ich davon aus, dass die Fakten authentisch sind. Da ich hier nicht bewandert genug bin, konnte ich leider die Authentizität nicht selbst beurteilen. Henriette als Persönlichkeit ist wirklich interessant, allerdings fehlte mir ein bisschen ihre Entwicklung. Sie hat im Krieg schlimme Dinge gesehen und kämpft damit diese Bilder zu verarbeiten. Das gibt ihr den Stempel politisch schwierig zu sein, aber auch Jahre später scheint sie immer noch als Querdenkerin angesehen zu werden. Sie scheint hier ihre Erlebnisse immer noch nicht verarbeitet zu haben. Das fand ich etwas schade. Ich bin mir sicher, dass man solche Bilder nicht einfach vergisst und dass sie die Gedankenmuster langfristig prägen, aber ich hätte mir gewünscht, dass sie im Laufe der Geschichte vom Charakter her komplexer wird oder sich in irgendeiner Form weiterentwickelt. Sie ist ein Familienmensch und schreibt über den Krieg. Zwei Fakten allein machen in meinen Augen keinen kompletten Charakter aus.

Vielleicht war dies nicht das beste Buch der Autorin, aber ich konnte mit diesem Roman den guten Ruf nicht nachvollziehen. Bis dato habe ich schon bessere historische Romane von anderen Autoren gehört. Das Hörbuch war kurzweilig und nett zu hören, allerdings glaube ich nicht, dass es einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat.

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Veröffentlicht am 22.12.2021

Eine schöne, ruhige Geschichte über die positive Energie, die man aus guten Taten ziehen kann

24 gute Taten
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Mit dem Titel „24 gute Taten“ habe ich direkt an ein Adventskalenderbuch gedacht und das, obwohl ich erst ein solches gelesen habe. Auch mit dem Klappentext hat sich bei mir der Eindruck gefestigt, dass ...

Mit dem Titel „24 gute Taten“ habe ich direkt an ein Adventskalenderbuch gedacht und das, obwohl ich erst ein solches gelesen habe. Auch mit dem Klappentext hat sich bei mir der Eindruck gefestigt, dass dieses Buch 24 Kapitel für die Adventszeit haben würde und in jedem würde eine gute Tat beschrieben. Auch wenn dies etwas monoton klingt, habe ich mit dieser Erwartung das Buch begonnen. Schnell wurde mir klar, dass es sich hier nicht um einen Adventskalender, sondern um eine ganz normale weihnachtliche Geschichte handelt.

Emma hat vor zwei Jahren ihren Ehemann Niklas bei einem Autounfall verloren. Seitdem versucht sie einfach nur einen Tag nach dem anderen zu überstehen. Dies ist ihrer Schwester nicht genug, die sie immer wieder dazu drängt wieder mehr am Leben teilzunehmen und sich ein weiteres Hobby zu suchen. Als Emma einem Autofahrer, der im Schnee liegen geblieben ist, hilft, beschließt sie jeden Tag eine gute Tat zu tun. Vielleicht einer alten Dame über die Straße zu helfen oder einem Fremden ein Kompliment zu machen? So schwer kann dies ja eigentlich nicht sein.

Bei diesem Roman hat mir vor allem die Atmosphäre gefallen. Emma arbeitet in einem kleinen Laden in Stockholm, sie lebt in einem Mehrfamilienhaus und läuft abends häufiger durch die Straßen der Stadt, um ihre Einkäufe zu erledigen. Es ist eine sehr ruhige Atmosphäre, aber ich mochte die Stimmung von dem weihnachtlichen sowie verschneiten Schweden. In Deutschland schneit es nicht so häufig, sodass ich jeden Schnee gerne nehme, und wenn er auch nur literarisch ist. Obwohl alles so weihnachtlich dargestellt ist, konnte ich auch gut nachvollziehen, warum sich Emma so gar nicht weihnachtlich fühlt. Ein sehr gelungener Gegensatz.

Einen weiteren Gegensatz findet man auch bei Emma und ihrer Schwester, die sehr unterschiedliche Ansichten bei vielen Dingen hatten. Genial ist hier von der Autorin, dass der Leser nach und nach beide Sichtweisen versteht und am Ende gar nicht mehr sagen kann, wer eigentlich im Recht war. Am Anfang hatte ich den Eindruck, dass die Schwester viel zu aufdringlich ist und sich in Sachen einmischt, die sie gar nichts angehen und am Ende war ihr handeln äußerst schlüssig. Das nenne ich eine gelungene Charakterdarstellung.

Für einen Weihnachtsroman hätte ich mir noch ein bisschen mehr von dem Geist der Weihnacht gewünscht. Ansonsten war dies allerdings ein sehr gelungener Roman über einen Neustart, die Selbstfindung und die ganze positive Energie, die man aus einer guten Tat ziehen kann. Wenn man etwas Gutes tut, dann macht man die Welt ein kleines bisschen besser.

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