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Veröffentlicht am 11.07.2024

Ninas beeindruckende Lebensgeschichte im Vordergrund, aber nicht eine geheimnisvolle Freundschaft wie mit Cover, Titel und Klappentext suggeriert

Die geheimnisvolle Freundin
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Die Geschichte spielt in den 50er Jahren in Abruzzen. Hauptperson ist Nina, die ihre leiblichen Eltern nie kennen gelernt hat und als Findelkind im Waisenhaus lebt, welches von strengen Nonnen geführt ...

Die Geschichte spielt in den 50er Jahren in Abruzzen. Hauptperson ist Nina, die ihre leiblichen Eltern nie kennen gelernt hat und als Findelkind im Waisenhaus lebt, welches von strengen Nonnen geführt wird. Der Leser lernt sie im Alter von etwa vier Jahren kennen und kann anhand ihrer Lebensgeschichte miterleben, wie unglaublich schrecklich sich das Leben in einem Waisenhaus zur damaligen Zeit abgespielt hat. Ziel eines jeden Kindes ist es, am Vorstellungstag von einem kinderlosen Paar entdeckt und von diesen adoptiert zu werden. Im Alter von sieben Jahren trifft sie auf die etwa gleichaltrige Lucia, die nach dem Tod ihrer Eltern ins Waisenhaus aufgenommen worden ist. Nina ist sehr bemüht, dass Lucia den Verlust überwindet. Durch einen besonderen Umstand, bei dem Nina eine Rolle spielt, hat das Waisenkind schließlich das Glück, in eine Familie zu kommen. Nina verbleibt bis zur ihrem Auszug weiter im Waisenhaus. Dank Marcella, einer Leidensgenossin aus dem Waisenhaus, bekommt sie einen Job in einer Tabakfabrik. Sie erlebt hier einen Aufstand der Tabakfrauen mit, sie wirkt mit und entwickelt sich dadurch enorm. Irgendwann tritt Lucia wieder in ihr Leben.

Die Autorin Simona Baldelli war mir bis zur Leserunde nicht bekannt, in meiner Recherche habe ich erfahren, dass sie schon mehrere Frauenromane geschrieben hat und teilweise auch schon Literaturpreise für ihre Werke bekommen hat. Auch in diesem Buch geht es vornehmlich um Frauen, insbesondere um Nina. Die Leseprobe hat mich neugierig gemacht auf deren Leben, das im Waisenhaus ganz und gar nicht glücklich gewesen ist. Es hat mich zutiefst berührt, von den teilweise brutalen und unmenschlichen Zuständen im Waisenhaus zu lesen. Mit dem zweiten Handlungsstrang (Leben als Arbeiterin in der Tabakfabrik), der teilweise etwas seltsam mit dem ersten Handlungsstrang (Kindheit im Waisenhaus) verwoben ist, konnte ich zunächst wenig anfangen, dieser hat mich sogar sehr verwirrt. Natürlich war es sehr aufbauend, mitzuverfolgen, wie Nina in dieser Lebensphase an Selbstbewusstsein gewinnt, jedoch hatte ich mir von diesem Buch aufgrund des Covers, des Titels, des Klappentextes sowie der Leseprobe etwas ganz anderes vorgestellt. Von dem starken freundschaftlichen Band zwischen Nina und Lucia, von welchem im Klappentext gesprochen wird und welches auch das Cover suggeriert, habe ich leider nicht viel mitbekommen, als wahre Freundin entpuppt sich eher Marcella oder auch Carla, aber die können laut Klappentext mit dem Titel „Die geheimnisvolle Freundin“ nicht gemeint sein. Deshalb muss ich zugeben, dass ich aufgrund meiner Erwartungen von dem Buch enttäuscht war. Ich würde mir einen passenderen Titel und Klappentext wünschen und ich glaube damit hätte ich einen ganz anderen Blick auf dieses Buch gehabt.

An sich lässt sich das Buch aber gut lesen, es war spannend und der Erzählstil hat mir also gefallen, etwas störend waren für mich jedoch die Zeitensprünge, die meiner Meinung nach etwas unverhofft kamen. Nicht nachvollziehbar war für mich das Alter von Nina, sie kam mir immer wesentlich älter und reifer vor, als sie tatsächlich gewesen ist. Außerdem lassen sich einige Dinge für mich nicht logisch nachvollziehen, z. B. die „zufälligen“ Begegnungen mit Lucia, die Geschichte um Paola oder auch Schwester Immacolatas Rolle am Ende des Romans. Überhaupt hat die ganze Geschichte einige Versatzstücke, die irgendwie nicht optimal zusammenpassen und zu Ende gebracht worden sind, was ich wirklich schade finde.
Das eigentliche Anliegen der Autorin wird im Nachwort klar und hat mich noch einmal in meiner Meinung bestärkt, dass Titel, Cover und Klappentext einfach nicht gut zum Inhalt passen.

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Veröffentlicht am 14.06.2024

Margas wundersame Reise zu sich selbst

Das Lied der Biene
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Die weibliche Protagonistin in „Das Lied der Bienen“ ist die Anfang vierzigjährige Marga. Sie möchte eigentlich ihren langjährigen Job als Haushaltshilfe bei Paul kündigen. Doch als dessen Lebensgefährtin ...

Die weibliche Protagonistin in „Das Lied der Bienen“ ist die Anfang vierzigjährige Marga. Sie möchte eigentlich ihren langjährigen Job als Haushaltshilfe bei Paul kündigen. Doch als dessen Lebensgefährtin unerwartet stirbt, ändert sie ihre Meinung, auch, weil sie Paul nun nicht im Stich lassen möchte in dieser schwierigen Zeit der Trauer. Da sie selbst schon einen geliebten Menschen verloren hat und deshalb sehr gut nachvollziehen kann, was Paul durchmacht, schreibt sie ihm anonym eine Email, in der sie ihn tröstet und ihm schöne Worte schenkt. Er ist zunächst irritiert, antwortet dann aber doch. Langsam entwickelt sich durch den sehr emotionalen Schriftverkehr eine regelrechte Annäherung zwischen den beiden, ohne dass Paul weiß, wer sich als Absenderin hinter den Emails verbirgt. Beiden tut der Austausch gut, doch es kommt, was kommen muss: Durch einen dummen Zufall erfährt Paul, dass Marga die Emails geschrieben hat, und ist völlig außer sich, das unsichtbare Band, das sich zwischen beiden entwickelt hat, scheint zu zerreißen…
Marga ist eine wundervolle Frau, die oftmals im Leben einfach nur funktionieren musste. Dabei hat sie sich selbst vergessen, sie ist lange Zeit untätig und lässt ihr Leben an ihr vorbeiziehen, ohne selbst aktiv zu werden, doch das ändert sich im Laufe der Geschichte aus unterschiedlichen Gründen und das ist richtig gut! Paul ist auch ein sehr liebenswürdiger Mensch, der sehr gefühlvoll sein kann, wenn er aus seiner Haut kann.
Neben Marga und Paul spielen auch noch weitere Personen eine große Rolle. Conny, die Tochter von Marga, ist eine selbstbewusste Frau, die ihren Weg gehen und sich von ihrer Mutter nichts sagen lassen will, auch wenn es nur gut gemeinte Tipps sind. Sie wirft ihrer Mutter Trägheit vor und verachtet deren langweiliges Leben. Das ist ziemlich hart, jedoch macht sich Marga viele Gedanken, was u. a. dazu führt, dass sie langsam, aber sicher aus ihrem Schneckenhaus herauskommt und sich so einiges traut. Inga, die Stieftochter von Paul, mischt die Geschichte auch ganz schön auf, sie wiederum bringt ihren Stiefvater ganz schön ins Straucheln. Amüsiert habe ich mich über Kirsten und Eva, zwei Freundinnen von Marga, die unterschiedlicher nicht sein können, aber liebevoll sind, v. a. wenn es darum geht, sich gegenseitig zu unterstützen – solche Freundinnen wünscht man sich fürs Leben.
Das Cover mit seiner warmen Farbgebung und seiner Haptik sticht im Buchhandel gleich raus und hat mich direkt angesprochen. Das Titelbild hat mich gedanklich sofort in den Sommer versetzt und ich finde, dass das Buch auch gut in die Jahreszeiten Frühling und Sommer passt. So unscheinbar die Biene auch auf dem Cover ist, sie spielt in dem Buch durchaus eine große Rolle!
Der Schreibstil hat mich sehr angesprochen. Meistens wird aus der Sicht von Marga erzählt, jedoch gibt es auch ab und zu einen Perspektivenwechsel, was ich sehr interessant finde. Die Kapitel haben eine schöne Länge und das Buch liest sich wirklich ganz toll. Es sind viele wirklich sehr schöne Sätze enthalten, die einem regelrecht unter die Haut gehen, wie z. B. „Das Leben schenkt uns einen weiteren Tag“ sowie die Geschichte dahinter.
Gabriela Groß war mir bis dahin unbekannt, aber ich habe durch dieses Buch einen richtigen „Zugang“ zu ihr bekommen und es wird sicherlich nicht das einzige Buch sein, das ich von ihr lese. Ihre Art zu schreiben hat mich absolut fasziniert. Sie ist so feinfühlig und emotional und genau das bringt sie in dieser Geschichte rüber. Das Buch ist eine richtige schöne Sommerlektüre, es liest sich wunderschön und hat mich bis zum Schluss gefesselt. Außerdem weckt es die Reiselust, weil eine Passage in Lissabon spielt, man fühlt sich, als wäre man dabei und erhält viel Detailwissen über Portugal. In dem beschriebenen Hotel würde ich zu gerne mal einchecken. In diesem Buch sind so viele emotionale Momente darin, dass einem eigentlich dauernd warm ums Herz wird. Durch die Entwicklung der Figuren wurde mir der Anstoß gegeben, über viele Dinge in meinem Leben nachzudenken und das finde ich schon etwas Besonderes, das kommt nicht oft vor, wenn ich ein Buch lese. Es hat mich in der Tiefe berührt und obwohl das Thema Trauer sehr zentral ist, hat es mich richtig glücklich gemacht. „Das Lied der Biene“ ist für mich ein absolutes Highlight in diesem Jahr und ich kann es uneingeschränkt und von Herzen nur empfehlen.
Ich hatte das Glück, dieses Buch in einer Leserunde zu lesen und ich muss sagen, das war die beste Leserunde, die ich bis jetzt erlebt habe, denn die Autorin hat sie persönlich begleitet. Das hat sie so toll, mit so viel Engagement und Herzblut gemacht, das kann man gar nicht mehr toppen! Vielen lieben Dank für dieses Buch, liebe Gabriela, und für deine tolle Begleitung in der Leserunde! Ich hoffe, dass es, angeregt durch unsere vielen Gedanken, vielleicht doch einen Fortsetzungsband gibt.

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Veröffentlicht am 14.04.2024

Ein spannendes Hörbuchabenteuer für die gesamte Familie

Die geheime Drachenschule - Feuerschattens erster Reiter
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„Die geheime Drachenschule – Feuerschattens erster Reiter“ von Emily Skype ist ein spannendes Hörbuch zur „Die geheime Drachenschule“-Reihe, von der es bereits sieben Bände in Buch- und Hörbuchform gibt. ...

„Die geheime Drachenschule – Feuerschattens erster Reiter“ von Emily Skype ist ein spannendes Hörbuch zur „Die geheime Drachenschule“-Reihe, von der es bereits sieben Bände in Buch- und Hörbuchform gibt. Hier wird quasi die Vorgeschichte zu dieser Reihe thematisiert, es ist jedoch nicht nötig, die anderen Bände zu kennen. Für Fans der Reihe werden hier aber sicherlich so einige Geheimnisse zur Vorgeschichte gelöst.
Jeremias ist die Hauptperson der Geschichte. Da er ausgesetzt worden ist, ist er noch kein MItglied eines Clans. Er will endlich auch richtig „dazugehören“ und beschließt, sich auf eine Mutprobe einzulassen, um in den Clan der Murrays aufgenommen zu werden. Dafür muss er das Glutnest eines Teufelsgrinds nach einer Goldmünze durchsuchen. Er lässt sich auf dieses waghalsige Abenteuer ein und bringt sich dadurch in große Gefahr.
Mir hat die Geschichte wirklich sehr gut gefallen, obwohl ich die eigentliche Buchreihe nicht kenne. Sie war spannend und absolut kurzweilig. Beeindruckend fand ich die Ausgestaltung als Hörbuch, denn Philipp Schepmann gelingt es als Erzähler, den verschiedenen Figuren regelrecht Leben einzuhauchen und das durch ein geschicktes und immer passendes Variieren seiner Stimme. Es ist wirklich ein Genuss, ihm zuzuhören, wie er dem Geschehen die entsprechende Spannung verleiht.

Mein Fazit: Eine spannendes Hörbucherlebnis für die gesamte Familie, welches Lust macht, die gesamte Buchreihe zu lesen oder anzuhören.

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Veröffentlicht am 22.03.2024

Ein neues Abenteuer in der Bücherwelt

Das Buch der gefährlichen Wünsche
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Das Cover hat mich total angesprochen, als ich dann den Klappentext sowie die Leseprobe gelesen habe, wusste ich: Dieses Buch muss sein! Die Trilogie „Das Buch der gelöschten Wörter“ kannte ich zu dem ...

Das Cover hat mich total angesprochen, als ich dann den Klappentext sowie die Leseprobe gelesen habe, wusste ich: Dieses Buch muss sein! Die Trilogie „Das Buch der gelöschten Wörter“ kannte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Da ich so neugierig war, habe ich diese dann komplett durchgelesen, bevor ich „Das Buch der gefährlichen Wünsche“ gelesen habe, deswegen war ich quasi mittendrin in der Bücherwelt und musste nicht,wie manch anderer Fan der Trilogie, auf eine „Fortsetzung“ warten, wobei man sagen muss, dass es sich nicht um eine „richtige“ Fortsetzung handelt. Natürlich ist es von Vorteil, wenn man sich schon ein bisschen in der Bücherwelt auskennt und vom geheimen Bund weiß, jedoch gibt es auch in dem neuen Band von Mary E. Garner entsprechende Erklärungen dazu, sodass man schnell Bescheid weiß und sich zurechtfinden kann. Außerdem ist wie schon in den anderen Bänden ein Glossar mit allen wichtigen Begriffen vorhanden. Die Kenntnis von der Trilogie „Das Buch der gelöschten Wörter“ ist also kein Muss – trotzdem kann ich sie jedem nur von ganzem Herzen empfehlen!
Die Leser/-innen treffen auf jeden Fall auf viele bekannte Figuren aus der Trilogie, doch in „Das Buch der gelöschten Wörter“ steht Izzi Amazing im Mittelpunkt. Sie ist die Protagonistin im Bestsellerroman „Sehnsuchtserfüllung“. Weil sie ein magisches Buch besitzt, kann sie in ihrer Wünsche-Agentur Sehnsüchte und Träume ihrer Kunden erfüllen. Als draußen, in der nicht-literarischen Welt, auch Zwillingswelt genannt, immer mehr bösartige Wünsche in Erfüllung gehen, liegt der Verdacht nahe, dass diese Erscheinungen etwas mit Izzis Wünschebuch zu tun haben könnten. Und genau aus diesem Grund wird der geheime Bund aktiv und versucht, zusammen mit Izzi und ihrem schusseligen Gehilfen Higgs dem Rätsel auf die Spur zu kommen.
Ich habe Izzi Amazing, Higgs und auch die anderen „neuen“ Figuren gleich ins Herz geschlossen! Gefreut habe ich mich natürlich auch, alte Bekannte wie Hope, Rufus, Gwen und Lance wieder zu treffen, jedoch spielten diese eine Nebenrolle, trotzdem schön, dass sie da waren – sie gehören einfach in die Bücherwelt, genauso wie M, Cupido und weitere Konsorten! Der Schwerpunkt der Story lag dieses Mal auf jeden Fall auf den neuen Figuren, insbesondere auf Izzi und Higgs. Erzählt wird aus der Perspektive von Izzi, die, genauso wie die Leser/-innen, die die Trilogie nicht kennen, erst langsam in die Bücherwelt hineinkommt und die nötigen Erklärungen erhält, weil sie, bevor der geheime Bund Kontakt zu ihr aufgenommen hat, keine Ahnung von der Existenz eines solchen Bündnis hatte. Ich finde, dass dies ein sehr geschickter Gedanke von der Autorin war, um dieses Buch unabhängig von der Trilogie lesbar zu machen.
Der Schreibstil von Mary E. Garner hat mich wieder total in den Bann genommen. Ich finde, sie hat eine ganz besondere Art, die Leser/-innen mitzureißen. Von Beginn an fand ich das Buch sehr spannend und kurzweilig, am liebsten hätte ich es in einem Rutsch durchgelesen! Überraschende Momente gibt es allemal! Außerdem ist es sehr reizvoll, hinter die Kulissen des ein oder anderen literarischen Klassiker zu schauen.
Ich kann dieses Buch, genauso wie die Trilogie „Das Buch der gelöschten Wörter“, uneingeschränkt empfehlen für diejenigen, die gerne Fantasybücher lesen. Danke, Mary E. Garner für die geniale Idee der Reisen in die Bücherwelt. Ich würde mir so sehr wünschen, auch in meine Lieblingsbücher reisen zu können ... Da dies scheinbar nicht geht, hoffe ich, dass Mary E. Garner noch ganz viele andere Abenteuer in der Bücherwelt erschafft! Ich stehe in den Startlöchern und bin auf jeden Fall wieder mit dabei!

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Veröffentlicht am 14.01.2024

Wie schön muss es erst im Himmel sein, wenn er von außen schon so schön aussieht!“ (Astrid Lindgren)

Die Wolkengucker
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Wolken zu betrachten, sich Gedanken über die Verschiedenartigkeit bzw. über die Formen zu machen – das ist ein ganz besonderes Hobby zweier alten Damen, Margarete und Wilma, gewesen. Nach Margaretes Tod ...

Wolken zu betrachten, sich Gedanken über die Verschiedenartigkeit bzw. über die Formen zu machen – das ist ein ganz besonderes Hobby zweier alten Damen, Margarete und Wilma, gewesen. Nach Margaretes Tod gibt diese Wilma ein ganz besonderes Erbe mit auf dem Weg: Die alte Dame soll einen Wolkenguckerclub gründen und mit Gleichgesinnten in regelmäßigen Abständen in die Wolken gucken, so wie das die beiden Damen auch immer gemacht haben. Durch ein Werbeplakat für diesen ganz besonderen Club kommen sich verschiedene Personen mit unterschiedlichen Schicksalen näher: Ayla, die ehemalige Haushälterin von Margarete, die natürlich ihrer ehemaligen Chefin noch sehr nachtrauert, Matt mit seiner Tochter Mia, dessen Leben seit dem Tod seiner Ehefrau ganz aus den Fugen geraten ist sowie die schrullige alte Dame Wilma, die natürlich auch ihre Freundin Margarete vermisst. Im Laufe der Zeit kommen noch weitere Personen zum Club dazu, dabei kommt es zu ganz besonderen Begegnungen und Überraschungen.
Dieses Buch hat mich wirklich total überrascht und mich im Innersten berührt, von Null auf Hundert hat es sich auf einen der vordersten Plätze meiner Lieblingsbücher geschmuggelt! Der Grundgedanke, dass so verschiedene Menschen sich in einem neu gegründeten Club näher kommen, ist einfach toll. Besonders gut gefallen hat mir der Perspektivenwechsel – die Geschehnisse ergeben nach und nach ein sinnvolles Ganzes, präsentiert durch den Blickwinkel unterschiedlicher Personen – jedes einzelne Kapitel ist nämlich jeweils einem Protagonisten gewidmet. Selbst die verstorbene Margarete meldet sich noch einmal zu Wort, was mich positiv überrascht und mir sehr gut gefallen hat. Sämtliche Figuren in diesem Buch sind äußerst sympathisch, selbst Wilma, die erst einen ganz eigenen, schrulligen Charakter zeigt, entpuppt sich immer mehr zu einer liebenswerten Person mit einem ganz besonderen Blick für ihre Mitmenschen und einem großen Herzen. Der Schreibstil ist sehr schön und flüssig, es macht richtig Spaß, das Buch zu lesen. Für mich ist es wirklich ein ganz besonderes Buch, am liebsten wäre es mir gewesen, es hätte nie geendet! Dass Wolken eine faszinierende Wirkung haben, hat ja schon Astrid Lindgren erkannt. Beim Lesen des Buches kommt man gar nicht umhin, immer wieder mal in den Himmel zu schauen und die wunderschönen Wolkenbilder auf sich wirken zu lassen.
Ich bin total begeistert von diesem Buch und kann es wirklich nur empfehlen! Sämtliche Gefühlsebenen werden hier angesprochen, das hält man kaum für möglich, es ist aber so! Und gäbe es einen Wolkenguckerclub wie diesen – ich wäre sofort dabei!

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