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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.06.2026

Gelungener Reihenauftakt vor bildgewaltiger Kulisse

Moorland. Die Zwillinge
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Als bekennender Fan von Andreas Winkelmann war der Auftakt seiner neuen Reihe, „Moorland-Die Zwillinge“, ein absolutes Must-Read für mich.
Die Prämisse ist ebenso unheimlich wie spannend: Die Zwillinge ...

Als bekennender Fan von Andreas Winkelmann war der Auftakt seiner neuen Reihe, „Moorland-Die Zwillinge“, ein absolutes Must-Read für mich.
Die Prämisse ist ebenso unheimlich wie spannend: Die Zwillinge Nike und Jana verschwinden bei einem Fotoausflug in einem Moor, das sie eigentlich gut kennen. Die Suche verläuft im Sande. Parallel dazu kehrt Kommissarin Malia Gold nach Jahren in ihre alte Heimat zurück, um den Dienst anzutreten.
Der Plot entwickelt schnell eine rasant Dynamik. Statt schneller Antworten liefert Winkelmann ein Verwirrspiel aus Verdächtigungen und Entlastungen, das die Spannung konsequent hochhält. Besonders fasziniert hat mich die Integration der Landschaft: Das Moor wird hier fast schon zu einem eigenen Charakter – lebendig, greifbar und herrlich düster. Der durchdachte Aufbau, bei dem sich Geheimnisse erst nach und nach entschlüsseln, und die gelungenen Charaktere runden das Leseerlebnis perfekt ab. Ein in sich geschlossener, starker Fall, der große Vorfreude auf den nächsten Band weckt.

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Atmosphärisch, authentisch und voller Nostalgie

Little Hollywood
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Ich habe „Little Hollywood“ unheimlich gerne gelesen. Inga Hanka gelingt hier ein wunderbarer Coming-of-Age-Roman, der das Lebensgefühl der 90er-Jahre perfekt einfängt. Die Mischung aus Filmzitaten, Musik ...

Ich habe „Little Hollywood“ unheimlich gerne gelesen. Inga Hanka gelingt hier ein wunderbarer Coming-of-Age-Roman, der das Lebensgefühl der 90er-Jahre perfekt einfängt. Die Mischung aus Filmzitaten, Musik und der typischen Melancholie der Zeit zwischen Schulabschluss und Erwachsenwerden hat mich sofort abgeholt.
Die Geschichte von Leo, die zwischen ihren eigenen Träumen (einem Studium) und den familiären Problemen – einer überforderten Mutter und der latenten Bedrohung durch den Vater – feststeckt, ist berührend und authentisch. Ihre Rettung ist die Videothek „Little Hollywood“ und der anfangs unnahbare Jo, der zu ihrem Halt wird.
Die Protagonisten sind tiefgründig und lebensecht gezeichnet. Themen wie die erste Liebe, Selbstzweifel und der Aufbruch in ein neues Leben werden sprachlich wunderschön umgesetzt. Wer Filme und die Popkultur der 90er liebt, wird dieses Buch ohnehin Elliott-winken (bzw. lieben). Lediglich das Ende war mir einen Tick zu harmonisch und passte nicht ganz zum sonst so realistischen Ton. Trotzdem ein großartiges Buch!

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Anspruchsvoller Historien-Fantasy-Mix mit atmosphärischer Tiefe

Die Geister von La Spezia
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Oliver Plaschkas „Die Geister von La Spezia“ wirft einen faszinierenden Blick auf das Jahr 1822 und das Schicksal von Mary Shelley nach dem mysteriösen Tod ihres Mannes Percy. Der Clou der Geschichte ist ...

Oliver Plaschkas „Die Geister von La Spezia“ wirft einen faszinierenden Blick auf das Jahr 1822 und das Schicksal von Mary Shelley nach dem mysteriösen Tod ihres Mannes Percy. Der Clou der Geschichte ist die Ermittlerin Pat Colombari, deren unkonventionelle Methode darin besteht, in die Erinnerungen von Zeugen einzutauchen – ein narratives Verwirrspiel aus Erinnerungen in Erinnerungen.
Diese Perspektivwechsel ermöglichen ein intensives Eintauchen in die Epoche und die Gesellschaft rund um Lord Byron, dessen Keller düstere Geheimnisse birgt. Die Dynamik zwischen Pats moderner Denkweise und dem historischen Setting hat für mich den besonderen Reiz des Buches ausgemacht.
Man sollte jedoch wissen, worauf man sich einlässt: Der Roman fordert eine hohe Aufmerksamkeit. Die komplexe Struktur aus wechselnden Figuren, Zeiten und Situationen macht das Zuordnen manchmal zu einer Herausforderung. Auch wenn die schaurig-geheimnisvolle Atmosphäre meisterhaft eingefangen ist, machten sich im Mittelteil spürbare Längen bemerkbar.
Insgesamt ist diese Verwebung von realer Historie und fantastischen Elementen ebenso anspruchsvoll wie spannend – mir hat dieses literarische Experiment gut gefallen.

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Spannend und voller Wendungen

Tödliche Freundinnen
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„Tödliche Freundinnen“ von Tess Sharpe ist mal wieder ein Thriller, der mich mit seinen Wendungen und auch dem Ausgang der Geschichte richtig überraschen konnte – das passiert mir mittlerweile nicht mehr ...

„Tödliche Freundinnen“ von Tess Sharpe ist mal wieder ein Thriller, der mich mit seinen Wendungen und auch dem Ausgang der Geschichte richtig überraschen konnte – das passiert mir mittlerweile nicht mehr oft.
Mel und Chloe waren enge Freundinnen (und mehr als das), bis Chloe spurlos verschwand. Jahre später erhält Mel den beruflichen Auftrag, sie wiederzufinden. Allerdings ist sie nicht die Einzige, die Jagd auf Chloe macht, und die jeweiligen Motive der Jäger sind extrem geheimnisvoll und spannend
Die Erzählung spielt mit unterschiedlichen Perspektiven und rasanten Zeitsprüngen. Obwohl alles in den Kapitelüberschriften angegeben ist, muss man sich gedanklich jedes Mal kurz neu einfinden. Dadurch täuscht das Buch ein gewisses Tempo vor, das eigentlich gar nicht da ist.
Der Schreibstil hat mir ausgesprochen gut gefallen; alles ist anschaulich beschrieben und oft schwingt ein feiner, unterschwelliger Humor mit, den ich sehr mochte. Ein Thriller mit starken, taffen Frauenfiguren, den ich nur empfehlen kann – die Spannung bleibt durchweg hoch!

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Generationen im Schwarzwald

Die Riesinnen
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„Die Riesinnen“ von Hannah Häffner ist eine feinfühlige Erzählung, die die Frauen der Familie Riessberger über mehrere Generationen hinweg begleitet. So unterschiedlich diese Mütter und Töchter auch sein ...

„Die Riesinnen“ von Hannah Häffner ist eine feinfühlige Erzählung, die die Frauen der Familie Riessberger über mehrere Generationen hinweg begleitet. So unterschiedlich diese Mütter und Töchter auch sein mögen – die unsichtbaren Bande zwischen ihnen sind unverkennbar. Ihr Lebensmittelpunkt ist ein kleines Dorf tief im Schwarzwald; eine Kulisse, die weit mehr als nur ein Ort ist, sondern eine ganz eigene Rolle im Leben der Frauen spielt.
Die Geschichte beginnt mit Liese, die es an der Seite ihres Mannes, eines Metzgers, nicht leicht hat. Als sie statt des erhofften Sohnes eine Tochter, Cora, zur Welt bringt, wird das Mädchen zu ihrem ein und alles. Nach dem Tod ihres Mannes wächst Liese über sich hinaus: Sie führt die Metzgerei nicht nur weiter, sondern baut für sich und ihre Tochter etwas ganz Besonderes auf. Cora hingegen zieht es in die Ferne – sie will ein anderes Leben. Und doch treibt das Schicksal auch sie wieder zurück in den Schwarzwald, im Gepäck ihre eigene Tochter Eva.
Ich habe dieses Buch unglaublich gerne gelesen. Hannah Häffner hat hier wundervolle, starke und zutiefst liebenswerte Frauengestalten erschaffen. Sie alle haben Ecken, Kanten und echte Persönlichkeit. Sie träumen ihre eigenen Träume, beweisen aber auch den Mut, sie an die Realitäten des Lebens anzupassen. Beim Lesen spürt man den Wandel der Zeitgeschichte, während in diesem kleinen Schwarzwaldort, in dem jeder jeden zu kennen glaubt, scheinbar vieles beim Alten bleibt.
Der Schreibstil passt perfekt zur Dynamik der Geschichte – er schafft mal intime Nähe, mal die nötige Distanz. Ein wunderbares Buch und eine echte Herzensempfehlung!

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