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Luthien_Tinuviel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2020

Berührende, unterhaltsame Geschichte, Toller Erzählstil.

Blackbird
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"Den Idioten war nie was peinlich. Schlagersängern übrigens auch nicht, wenn iwr schon mal dabei sind. Das konnte man nur werden, wenn einem überhaupt nichts peinlcih war. Sonst würde das gar nicht gehen." ...

"Den Idioten war nie was peinlich. Schlagersängern übrigens auch nicht, wenn iwr schon mal dabei sind. Das konnte man nur werden, wenn einem überhaupt nichts peinlcih war. Sonst würde das gar nicht gehen." S. 15


Blackbird von Matthias Brandt erzählt eine Alltagsgeschichte, die Geschichte eines Teenagers in den 70ern, dessen bester Freund Krebs hat und der auf dem Weg zum Erwachsen werden ist.

Mottes (der Protagonist) Leben ist an sich nicht wirklich außergewöhnlich oder wirklich spannend, aber die Erzählweise berührt irgendwie. Seine Perspektive hat Witz, wie er sein Umfeld beobachtet und bewertet. Zugleich ist es aber auch berührend, gerade wenn aus seiner Sicht erzählt wird, wie er mit der Erkrankung seines Freundes versucht, klarzukommen. Seine Entwicklung ist interessant, zu verfolgen. Das erinnert mich aus irgendeinem Grund an "Tschick".

Keine spektakuläre (im Sinne von action- oder handlungsreiche) Geschichte, aber durch ihren Erzählstil sehr unterhaltend und berührend zugleich. Liest sich sehr gut.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2020

Auftakt zu einem genialen Meisterwerk....

Die Spiegelreisende
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Ich bin nach wie vor schockverliebt und weiß gar nicht wirklich, was ich sagen soll.

Ich habe "Die Verlobten des Winters" gestern beendet und muss mich gerade wirklich zurückhalten, nicht direkt weiterzulesen ...

Ich bin nach wie vor schockverliebt und weiß gar nicht wirklich, was ich sagen soll.

Ich habe "Die Verlobten des Winters" gestern beendet und muss mich gerade wirklich zurückhalten, nicht direkt weiterzulesen (, da doch das Finale des Quartetts erst im Mai 2020 erscheinen soll).

Inhalt:


Die Welt setzt sich aus verschiedenen Archen zusammen, die jeweils von einander separat über deren Oberfläche ziehen. Ophelia, die Protagonistin, soll von ihrer Arche Anima Thorn von der Arche Pol heiraten. Zu diesem Zweck zieht sie an den Pol und merkt schnell, dass nicht überall die Welt so heil ist wie auf Anima, sondern bisweilen auch roh und gefährlich. Schnell findet sie sich in einem Netz aus Intrigen und Gefahren wieder...

Meine Meinung:


Wow, einfach nur wow. Zu Beginn war ich etwas skeptisch, wie mir das Werk wohl gefallen würde und auch die Spannung der Handlung nimmt nur langsam zu, doch dann....

Das Werk besticht durch seine geniale Grundidee: Eine Welt, die sich aus verschiedenen "Archen" (Inseln) zusammensetzt, die durch die Welt wandern und auf denen jeweils Menschen mit besonderen Gaben leben.
Die Idee ist wirklich bis ins kleinste Detail durchdacht, das Werk weist so viele kleine, liebevolle Details auf, der Traum eines jeden Fantasyfans.

Dazu kommt noch der ebenfalls sehr detaillreiche Erzählstil, der einenn geradezu in die Handlung hineinzieht und mich regelmäßig verzückt aufseufzen lassen hat.

Die Handlung selbst ist ebenfalls keineswegs vorhersehbar. So eine grobe Richtung erahnt man zwar früh, jedoch kann man gerade durch das Fantasiereichtum der Autorin nie so ganz wirklich wissen, wohin die Reise gehen wird.
Erst ab der Hälfte des Werkes nimmt diese wirklich an Fahrt auf, bis dahin bestechen mehr die ersteren beiden Punkte.

Fazit:


Ein wirklich tolles Fantasywerk für Fans leichterer Fantasy mit außergewöhnlichen Ideen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2020

Hohe Erwartungen leider nicht erfüllt.

Cold Case - Das verschwundene Mädchen
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Nachdem das Werk rasant angefangen hat, hat sich bei mir relativ schnell Ernüchterung über das Werk eingestellt. Der Thriller ist meiner Meinung nach okay, wem ich ihn empfehlen würde, weiß ich aber leider ...

Nachdem das Werk rasant angefangen hat, hat sich bei mir relativ schnell Ernüchterung über das Werk eingestellt. Der Thriller ist meiner Meinung nach okay, wem ich ihn empfehlen würde, weiß ich aber leider nicht.

Das hat mir gefallen:


+ Der Schreibstil ist spannend. Das Werk liest sich flüssig und angenehm. Stellenweise, insbesondere am Anfang sorgt dieser geradezu für atmosphärischen Nervenkitzel. Es war wirklich so, als wäre man dabei. Mitunter wirklich unheimlich!
+ Die Handlung wird vereinzelt auf mehreren Zeitebenen erzählt und teilweise aus Sicht der Opfer. Das sorgt ebenfalls für Spannung und eine andere Perspektive auf die Handlung.

Hierüber bin ich indifferent:


+/- Man ist direkt in der Handlung drin. Das Werk liest sich, als wäre es Teil einer Serie, nicht unbedingt Teil 1. Die Charaktere werden nicht einzeln vorgestellt, vielmehr wird man direkt in die Geschichte hineingeworfen und lernt sie erst nach und nach kennen. Einerseits fand ich es spannend, das so zu verfolgen, andererseits hat mich dies am Anfang und auch sonst immer wieder sehr irritiert.
+/- Teile der Ermittlungen werden sehr nüchtern realistisch dargestellt.

Das hat mich gestört:


- Wäre alles so nüchtern realistisch gewesen, hätte ich mich vielleicht damit angefreundet, aber leider meinte die Autorin, komplett übertriebene unrealistische Showdowns einzubauen, die im Kontrast zur sonstigen Erzählung irgendwie verfehlt wirken.
- Ein großer Schwerpunkt der Handlung liegt auf dem Privatleben der Ermittler. Die Fälle treten dadurch über weite Strecken in den Hintergrund.
- Die Daseinsberechtigung mancher der Charaktere ist fraglich. Viele bleiben blass.

Fazit: Der Thriller hat spannend begonnen, doch schnell war ich ernüchtert und die Spannung ging verloren. Okay, aber mehr auch nicht.

  • Spannung
  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 04.01.2020

Fesselnde Erzählperspektive

Nussschale
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"Nussschale" von Ian McEwan ist von der Erzählung her ein klassisches Drama. Ich habe irgendwo gelesen, dass es mit Hamlet verglichen wurde und auf seine Art finde ich diesen Vergleich ganz passen.

Worum ...

"Nussschale" von Ian McEwan ist von der Erzählung her ein klassisches Drama. Ich habe irgendwo gelesen, dass es mit Hamlet verglichen wurde und auf seine Art finde ich diesen Vergleich ganz passen.

Worum geht es?

Kurz gesagt. Es geht um ein klassisches Familiendrama: Ehefrau, Ehemann, Geliebter. Drama, Trennung, Tränen, Mord... alles, was dazu gehört.

Meine Meinung:

Von der Handlung her ist Nussschale meiner Ansicht nach nichts Besonderes. Eine zerrüttete Ehe mit Geliebtem und Streit zwischen den Eheleuten. Was mich jedoch fasziniert hat, ist die Erzählperspektive. Das ist kein Spoiler, schließlich merkt man es ab Seite 1: Die Geschichte wird aus Sicht des ungeborenen Fötus im Bauch der Frau erzählt.

Wie der Penis des Liebhabers ungemocht neben dem Kopf des Kindes in den Gebärmutterhals eindringt, wie der Alkohol, den die Mutter trinkt, über die Nabelschnur mit dem Kind geteilt wird.... auf den ersten Blick seltsam, fast surreal aus Sicht des Kindes zu lesen, auf den zweiten Blick jedoch auch eine spannende Perspektive und Meinung... einfach mal was Anderes!

Dazu werden immer wieder philosophische Gedanken eingestreut (ob ein Kind in diesem Stadium bereits so denken kann und solch intellektuelle Wörter und Dinge kennt, sei mal dahingestellt)... durch die Perspektive ein wirklich einzigartiges Werk.

Das Hörbuch:

Die phasenweise beinahe schon andächtige Atmosphäre des Kindes im Mutterbauch wird durch die Leseart des Sprechers Wanja Mues noch unterstrichen. Er hat eine sehr angenehme Stimme und verleiht der Erzählung in angemessener Erzählgeschwindigkeit mit Setzung von Pausen genau an den richtigen Stellen Leben.

Fazit:

Anfangs war ich durch die Erzählperspektive etwas befremdet, doch durch den Hauch von philosophischen Denkanstößen hat mich diese fasziniert und in ihren Bann gezogen. Ein besonderes Werk!

4,5 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.01.2020

Fesselnd, überzeugend...

Der Kruzifix-Killer
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Der Kruzifixkiller hat mich vor allem durch seine Verschachteltheit überzeugt.

Zum Inhalt brauche ich eigentlich gar nicht mehr sagen, als das, das auf dem Klappentext steht.

Meine Meinung:

Der Schreibstil ...

Der Kruzifixkiller hat mich vor allem durch seine Verschachteltheit überzeugt.

Zum Inhalt brauche ich eigentlich gar nicht mehr sagen, als das, das auf dem Klappentext steht.

Meine Meinung:

Der Schreibstil und auch die Handlung fesseln direkt. Ich mag, dass durch Protagonist Robert Hunter die psychologische Ebene der Verbrechen auch beleuchtet wird. Das Ganze erhält so einen psychologischen Thrill. Auch der diabolische Täter mit seiner teils sehr brutalen Vorgehensweise sorgt für zusätzlichen Nervenkitzel.

Fazit: Fesselnder Nervenkitzel für Fans von psychologisch angehauchten Ermittlungen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere