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Luthien_Tinuviel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2020

Fesselnde Erzählperspektive

Nussschale
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"Nussschale" von Ian McEwan ist von der Erzählung her ein klassisches Drama. Ich habe irgendwo gelesen, dass es mit Hamlet verglichen wurde und auf seine Art finde ich diesen Vergleich ganz passen.

Worum ...

"Nussschale" von Ian McEwan ist von der Erzählung her ein klassisches Drama. Ich habe irgendwo gelesen, dass es mit Hamlet verglichen wurde und auf seine Art finde ich diesen Vergleich ganz passen.

Worum geht es?

Kurz gesagt. Es geht um ein klassisches Familiendrama: Ehefrau, Ehemann, Geliebter. Drama, Trennung, Tränen, Mord... alles, was dazu gehört.

Meine Meinung:

Von der Handlung her ist Nussschale meiner Ansicht nach nichts Besonderes. Eine zerrüttete Ehe mit Geliebtem und Streit zwischen den Eheleuten. Was mich jedoch fasziniert hat, ist die Erzählperspektive. Das ist kein Spoiler, schließlich merkt man es ab Seite 1: Die Geschichte wird aus Sicht des ungeborenen Fötus im Bauch der Frau erzählt.

Wie der Penis des Liebhabers ungemocht neben dem Kopf des Kindes in den Gebärmutterhals eindringt, wie der Alkohol, den die Mutter trinkt, über die Nabelschnur mit dem Kind geteilt wird.... auf den ersten Blick seltsam, fast surreal aus Sicht des Kindes zu lesen, auf den zweiten Blick jedoch auch eine spannende Perspektive und Meinung... einfach mal was Anderes!

Dazu werden immer wieder philosophische Gedanken eingestreut (ob ein Kind in diesem Stadium bereits so denken kann und solch intellektuelle Wörter und Dinge kennt, sei mal dahingestellt)... durch die Perspektive ein wirklich einzigartiges Werk.

Das Hörbuch:

Die phasenweise beinahe schon andächtige Atmosphäre des Kindes im Mutterbauch wird durch die Leseart des Sprechers Wanja Mues noch unterstrichen. Er hat eine sehr angenehme Stimme und verleiht der Erzählung in angemessener Erzählgeschwindigkeit mit Setzung von Pausen genau an den richtigen Stellen Leben.

Fazit:

Anfangs war ich durch die Erzählperspektive etwas befremdet, doch durch den Hauch von philosophischen Denkanstößen hat mich diese fasziniert und in ihren Bann gezogen. Ein besonderes Werk!

4,5 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.01.2020

Fesselnd, überzeugend...

Der Kruzifix-Killer
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Der Kruzifixkiller hat mich vor allem durch seine Verschachteltheit überzeugt.

Zum Inhalt brauche ich eigentlich gar nicht mehr sagen, als das, das auf dem Klappentext steht.

Meine Meinung:

Der Schreibstil ...

Der Kruzifixkiller hat mich vor allem durch seine Verschachteltheit überzeugt.

Zum Inhalt brauche ich eigentlich gar nicht mehr sagen, als das, das auf dem Klappentext steht.

Meine Meinung:

Der Schreibstil und auch die Handlung fesseln direkt. Ich mag, dass durch Protagonist Robert Hunter die psychologische Ebene der Verbrechen auch beleuchtet wird. Das Ganze erhält so einen psychologischen Thrill. Auch der diabolische Täter mit seiner teils sehr brutalen Vorgehensweise sorgt für zusätzlichen Nervenkitzel.

Fazit: Fesselnder Nervenkitzel für Fans von psychologisch angehauchten Ermittlungen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.12.2019

Nach Einstiegsproblemen spannend, fesselnd und überzeugend.

Schwert & Meister 1
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Vorab: Ich hab das Hörbuch dieses Werkes gehört und kann diese Fassung wärmstens empfehlen.

Am Anfang hab ich mich mit "Mervaron: Schwerter & Meister 1" von Florian Clever etwas schwerer getan, weil ich ...

Vorab: Ich hab das Hörbuch dieses Werkes gehört und kann diese Fassung wärmstens empfehlen.

Am Anfang hab ich mich mit "Mervaron: Schwerter & Meister 1" von Florian Clever etwas schwerer getan, weil ich mir die Welt der Geschichte so gar nicht vorstellen konnte, doch bereits nach dem ersten Drittel hat mich die Erzählung in ihren Bann gezogen.

Inhalt:



Dies ist Teil 1 einer sechsteiligen Serie mit Cliffhangern, das vorweg.

Glen lebt mit seinem Vater und seiner Schwester in einem freien Dorf. Er hat von seinem Vater eine seltene Gabe geerbt, er kann das seltene magische Erz Niyn hören und sehen und hat ein Gespür für dessen Handhabung. Doch genau das macht ihn und sein Dorf zur Zielscheibe für kriegerische Fürsten und Völker im Kampf um die Macht im Reich.

Meine Meinung:



Wenn man einmal in die Geschichte hineingefunden hat, ist das Hörbuch kaum zu stoppen. Dies ist lediglich der Auftakt der Serie und zumindest ging es mir so, dass ich jetzt im Anschluss gleich auch noch die anderen Teile der Reihe besorgen musste. Für sich alleine hat das Werk keine abschließende Handlung.

Doch was dieser kurze Auftakt verspricht, ist mittelalterliche Spannung mit einer Prise Magie pur. Der Schreibstil ist fesselnd, der Autor schafft es, vor allem als es um die Erzählung des Abbaus des Erzes geht, die Atmosphäre des Sich-in-einem-Stollen-Befindens so treffend zu transportieren, dass ich die Gefühle der Charaktere beinahe selbst gespürt habe.

Der 14-Jährige Protagonist und auch die vorkommenden Beschreibungen und Erzählweise legen eine Zielgruppe von Lesern ab 14 fest, jedoch sind Erwachsene nach meinem bisherigen Eindruck der Reihe keineswegs ausgeschlossen.

Das Hörbuch:



Auch wenn mir die Stimme von Sprecher Max Hoffmann direkt vertraut vorkam, kannte ich ihn nach meinen Recherchen tatsächlich noch nicht. Er liest sehr lebendig und versetzt sich hierbei (bis auf die Darstellung eines alten Priesters, der mir etwas zu jung klang) gelungen in die Charaktere hinein. Das Anhören des Hörbuchs ist eine Freude.

Fazit:



Gelungene Lesung eines spannenden Auftaktwerkes. Das Werk, auch wenn es eindeutig nur Auftakt ist, verspricht ein spannendes, mittelalterliches Fantasyerlebnis für Leser/Hörer-Innen ab circa 14 Jahren.*

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.12.2019

An sich spannend geschrieben, aber...

Die Eishexe (Ein Falck-Hedström-Krimi 10)
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... "Die Eishexe" von Camilla Läckberg konnte mich trotzdem nicht ganz zufrieden stellen.

Worum geht es?
In einem kleinen schwedischen Dorf verschwindet die vierjährige Linnea vom Hof ihrer Eltern. Das ...

... "Die Eishexe" von Camilla Läckberg konnte mich trotzdem nicht ganz zufrieden stellen.

Worum geht es?


In einem kleinen schwedischen Dorf verschwindet die vierjährige Linnea vom Hof ihrer Eltern. Das Mysteriöse: vor 15 Jahren ist genau dasselbe bereits einmal. Ein Mädchen in Neas Alter verschwand und wurde bald darauf tot im Wald gefunden. Damals gestanden zwei junge Mädchen die Tat, um das Geständnis kurz darauf zu widerrufen. Und beide Mädchen befinden sich jetzt, Jahre später, wieder vor Ort. Sowohl die Polizei, als auch die Schriftstellerin Erika ermitteln...

Meine Meinung:


Dies ist mein erstes Werk von Camilla Läckberg und nicht zwingend das Letzte. Die Autorin hat einen angenehmen, eingängigen Schreibstil und braucht nur punktuell tatsächlich Action in der Handlung, um mich an das Werk zu fesseln.

Auch die Handlung ist interessant, wenn es auch sehr, sehr viele Seitenstränge und Nebenthemen gibt: Hass gegen Flüchtlinge, Mobbing, Trauerbewältigung... es wurden wirklich viele, teilweise aktuelle Themen abgehandelt, für mich fast zu viele. Ich bezweifle, dass es die alle für die Auflösung des Falles gebraucht hat oder dass sie uns Lesern wirklich einen Mehrwert gegeben haben. Dazu gehört auch der Abstecher ins 17. Jahrhundert, dessen Bedeutung für die Geschichte, ebenso wie im Übrigen auch der Buchtitel, gar nicht bis nur kurz abgehandelt wurden.

Für Leute, die es gerne haben, wenn alles irgendwie zusammenhängt und sich am Ende der Fall aus den Einzelteilen der Handlungsstränge zu einem Ganzen zusammensetzt: Ihr werdet mit diesem Werk definitiv nicht glücklich.


Die Charaktere wiederum waren sehr gut gezeichnet, man hat sie relativ schnell kennengelernt, auch wenn manche schlicht zu überzeichnet waren. Manches wirkte dadurch schlicht konstruiert.

Und wenn wir schon bei Charakteren sind: Was wirklich schwer für mich war, war die Vielzahl verschiedener Charaktere, die in dem Buch auftreten. Annika, Eva, Erika, Marie, Hellen, Peter- und wie sie alle heißen.

Bei jedem Abschnittwechsel, die da häufig vorkommen, lief das bei mir dann in etwa so ab: Ah ja es geht um Basse... ratter, ratter, ratter.... wer war das nochmal... ratter, ratter, ratter... ah, jetzt kommt Nils vor, an den erinnere ich mich noch grob, dann hat der wohl was mit der Generation zu tun.

Die Zahnräder meines Hirns wurden beim Hören ganz schön gefordert, weshalb ich irgendwann aufs Buch gewechselt habe, auch wenn selbst das nur bedingt helfen konnte. Unglaublich viele Personen und keinen wirklichen Protagonisten. Einerseits toll für die Schaffung eines umfassenden Bildes, aber definitiv nichts, bei dem man beim Lesen/Hören auch mal unaufmerksam sein kann.

Das bearbeitete Hörbuch selbst ist an sich gut gesprochen, das Werk selbst ist indes nicht unbedingt für dieses Medium prädestiniert wegen besagtem Namenproblem. Auch waren die Pausen zwischen den Szenewechseln beim Sprechen immer recht kurz.

Fazit: Ein an sich guter Krimi, jedoch für mich von allem zu viel... zu viele Personen, unzusammenhängende Themen, zu viele verschiedene offene Baustellen. Eher nichts für das Medium Hörbuch. Und am Ende die Frage: Wo war die Eishexe?

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.12.2019

Deutliche Steigerung zu Teil 1

Eden
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Nachdem mich Teil 1 der Reihe um Eden Archer und ihren Partner Frank Benett enttäuscht hatte, bin ich nun wirklich positiv von Teil 2 "Eden" überrascht.

Ich habe das Buch eigentlich nur gelesen, weil ...

Nachdem mich Teil 1 der Reihe um Eden Archer und ihren Partner Frank Benett enttäuscht hatte, bin ich nun wirklich positiv von Teil 2 "Eden" überrascht.

Ich habe das Buch eigentlich nur gelesen, weil mir in den höchsten Tönen von diesem vorgeschwärmt wurde.

Inhalt:



Drei Junge Frauen sind verschwunden. Ihre Gemeinsamkeit: eine einsame Farm im Outback, auf der sich eine Menge zwielichtiger Gestalten herumtreiben. Während Eden sich als verdeckte Ermittlerin unter die Wölfe vor den Toren Sydneys wagt, muss Frank mit den Geistern des letzten Falles fertig werden. Hierbei hilft ihm das Befassen mit anderen Geistern der Vergangenheit: Niemand anderes als Hades Archer, Edens ZIehvater und kriminelles Superhirn bittet Frank, in seiner Vergangenheit herumzugraben und ihm die Antwort zu besorgen, die er seit Jahren sucht...

Meine Meinung:



Was mich gleich zu Anfang gefreut hat, was bei Band 1 nicht der Fall war: Der Klappentext hält diesmal, was er verspricht. Eden ist von Anfang bis Ende ein spannender Krimi. Wieder einmal bedient sich Candice Fox unterschiedlicher Perspektiven und Sprüngen in die Vergangenheit eines Charakters, den wir Leser besser kennen lernen.
Über Frank und Eden erfährt man in diesem Teil nicht wirklich mehr, als man bereits aus Teil 1 wusste. Beide sind selbstständige, selbstbewusste Charaktere mit einem teils etwas seltsamen Sinn für Humor.


Die Reihe ist jedoch eindeutig keine Reihe, die von einer Fortentwicklung der Persönlichkeiten ihrer Charaktere lebt. Stattdessen liegt der Fokus klar auf den Ermittlungen. Diese werden spannend beschrieben, das Szenario einer ganzen Farm dubioser Charaktere und verdeckter Ermittlungen hat etwas für sich.

Einzig das Ende wurde wieder einmal sehr abrupt abgehandelt, dafür gibt es bereits einen Vorgeschmack auf Band 3 der Trilogie.

Fazit: Fesselnder Krimi und Schreibstil, der für den schwächeren Teil 1 entschädigt.

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