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Veröffentlicht am 30.04.2018

Toller, humorvoller, aber auch spannungsreicher und leicht erotischer Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe!

Hidden Legacy - Das Erbe der Magie
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In 4 Worten: Witz-Action-Fantasy-Romantik.

Das ist, was den ersten Teil der „Hidden Legacy-Reihe“ von Ilona Andrews ausmacht.
Ilona Andrews ist das Pseudonym eines amerikanischen Autorenpaares, das seit ...

In 4 Worten: Witz-Action-Fantasy-Romantik.



Das ist, was den ersten Teil der „Hidden Legacy-Reihe“ von Ilona Andrews ausmacht.
Ilona Andrews ist das Pseudonym eines amerikanischen Autorenpaares, das seit Jahren erfolgreich im Genre Urban Fantasy publiziert. Auch „Hidden Legacy“ lässt sich in dieses Genre einordnen.

Der Inhalt:

Hidden Legacy zeichnet sich gerade dadurch aus, dass die Welt, die geschildert ist, im Prinzip die Unsere ist. Unterschied ist in der Geschichte, dass im 19. Jahrhundert ein Serum entwickelt wurde, das den Menschen magische Fähigkeiten verleiht. Diese werden von Generation zu Generation weitervererbt und zeigen sich in unterschiedlicher Stärke und Ausprägungen. Durch geplante Ehen haben einige sogenannte Häuser ihre Magie gemehrt und dadurch eine Vormachtstellung in der Gesellschaft entwickelt. Magie bestimmt praktisch alles.

In dieser Welt bemüht sich Nevada Baylor, 25, Detektivin in Houston, ihre Familie zu ernähren und gleichzeitig selbst zu überleben. Eines Tages erhält sie einen Auftrag, den sie nicht ablehnen kann: Sie soll Adam Pierce, einen hochbegabten Feuermagier aufspüren und fangen, der hobbymäßig Menschen anzündet und gerade erst eine Bank überfallen und dabei Menschen getötet hat. Pierce ist im wahrsten Sinne des Wortes „brandgefährlich“, doch ist nicht Connor „Mad“ Rogan die eigentlich größere Gefahr, ein anderer Hochbegabter Magier, der auch als „Geisel von Mexiko“ bekannt ist, den Tod vieler Menschen im Krieg zu verantworten hat und der (aus ihrer Sicht) scheinbar zufällig Interesse an Nevadas Ermittlungsarbeiten entwickelt hat? Eine spannende Jagd auf Pierce beginnt.

MEINE MEINUNG:



Die Geschichte:

Die Geschichte des Werkes ist von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd. Sie ist tempo- und actionreich und voller überraschender Wendungen. Die Welt, die Ilona Andrews beschreibt, ist farbenfroh und wirkt, trotz ihrer surrealen Elemente, irgendwie „realistisch“. Man vergisst phasenweise, dass es sich nicht um unsere Realität handelt.

Die Charaktere:

Besonders toll finde ich in diesem Werk, dass sich die Autoren selbst bei den Nebencharakteren sehr viel Mühe gegeben haben, sie mit Details und Farbe zu versehen. Ich muss sagen, manche der Nebencharaktere liebe ich fast noch mehr als die Protagonisten (Stichwort: Nevadas Knaller-Oma).
Die Protagonisten sind jeweils auf ihre Art mir sehr sympathisch, manche Züge Connors sind etwas erschreckend, aber aus irgendeinem Grund macht ihn mir das unerklärlicherweise dennoch nicht unsympathisch. Ich schätze an Nevada, dass mit ihr endlich mal eine wirklich selbstbewusste und eigenständige, erwachsene Frau (sie ist 25) die Hauptrolle spielt, die sich nicht von irgendwelchen „attraktiven Machos“ einschüchtern lässt.
Connor und Nevada harmonieren einfach super zusammen und ihre schlagfertigen Dialoge bereichern das Werk ungemein.

Der Schreibstil:

Ilona Andrews hat einen tollen Schreibstil. Mir ist an keiner Stelle aufgefallen, dass hinter dem Werk 2 Autoren stecken und nicht nur einer. Der Stil ist sehr bildlich, es wird viel mit Metaphern und darstellerischen Beschreibungen gearbeitet. Hierdurch wird Nevadas Welt insgesamt farbenfroh und lebendig und der Leser kann eigentlich gar nicht anders, als die Handlung vor seinem inneren Auge wie einen Film zu sehen.
Erzählt wird aus der Sicht Nevadas in der dritten Person. Hierdurch erhält man konstant Einblicke in ihre Gedankenwelt. Ihre humorvolle, teils sarkastische Art machen das Werk trotz actionreicher Handlung zu einem leichten und amüsanten Lesevergnügen.
Ein Zitat aus dem Text, um erahnen zu lassen, was euch erwartet: ein Ausschnitt aus einem Gespräch zwischen Connor und Nevada (beide befinden sich unfreiwillig „aneinandergefesselt“ wieder):

„ ‚Kannst du dich vielleicht drehen, so dass dein Körper nicht an meinen gepresst wird?‘ ‚Könnte ich‘, er klang äußerst amüsiert, ‚Aber dann müsstest du auf mir liegen.‘ Mein Gehirn sagte NEIN. Und mein Körper so: Woohooo!“

Das Cover:

Ich muss zugeben, wegen des Covers hätte ich das Werk nicht gekauft. Ich finde es einfach zu unruhig und nicht wirklich aussagekräftig. Es ist allerdings um Welten besser als das Cover der Originalausgabe, das meiner Ansicht komplett irreführend ist. Daher möchte ich mich hierzu nicht weiter mit Kritik äußern.
Was dieses Werk wirklich ausmacht, ist sein Inhalt. Jeder, der zweifelt, ob das Werk etwas für ihn/sie ist, sollte sich auf jeden Fall von der Leseprobe überzeugen lassen. Zumindest bei mir hat es geklappt.


Zusammengefasst:

Warum solltest du „Hidden Legacy“ lesen? Weil das Werk in einfach genialem Schreibstil geschrieben ist. Das Werk besticht durch Witz und detaillierte Schilderungen, die die Geschehnisse geradezu real werden lassen. Die Charaktere sind spannend und vielschichtig und das Werk weist überraschende und dadurch spannende Wendungen auf.

Wer bist du? „Du“ ist jeder Leser/ jede Leserin, der/die Fantasywerke liebt, die trotz des Fantasyanteils dennoch die Bodenhaftung nicht verlieren und dadurch in sich „realistisch“ wirken. Du schätzt Bücher, die in ihrem Schreibstil vor Witz und Sarkasmus sprühen. Du magst Action und hast auch kein Problem mit ein bisschen Gewalt, magst aber auch gerne eine Prise erotisch-prickelnde Romantik, jedoch keine komplette Schnulze (ein bisschen Kitsch ist aber auch dabei, also solltest du keine komplette Allergie dagegen haben). Du möchtest mit diesem Werk leichtere Literatur lesen, die dennoch nicht seicht ist.

Was könnte dich davon abhalten, das Werk zu lesen? Eigentlich nichts, meiner Ansicht nach. Vielleicht willst du es nicht sofort lesen, weil Band 2 und 3 noch nicht auf Deutsch erschienen sind und du am Ende gerne gleich weiterlesen willst, aber ansonsten...


Mich hat das Werk jedenfalls komplett überzeugt und gehört auf jeden Fall zu meinen leichten Lesehöhepunkten 2018.

Veröffentlicht am 05.11.2018

Vielseitige Anthologie

Weihnachten und andere Amtsangelegenheiten
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Der Amtsbericht des Bundesamts für magische Wesen drehte sich 2017 um die Geschehnisse der Vorweihnachtszeit. Über alle Arten von Geschöpfen wurde in Kurzgeschichtenform berichtet, die verschiedensten ...

Der Amtsbericht des Bundesamts für magische Wesen drehte sich 2017 um die Geschehnisse der Vorweihnachtszeit. Über alle Arten von Geschöpfen wurde in Kurzgeschichtenform berichtet, die verschiedensten Genres wurden abgedeckt.

Meine Meinung:
Bei Kurzgeschichten-Bänden finde ich es wirklcih schwer, diese im Ganzen zu bewerten. Mehrere Geschichten haben mir sehr zugesagt, manche eher weniger. Das Buch fasst 9 Kurzgeschichten und eine Leseprobe zu einem Fantasybuch, die sich mit den verschiedensten Themen auseinandersetzen. Allen gemein ist der Bezug zum Fantastischen. Und wie der Titel "Weihnachten und andere Angelegenheiten" schon zeigt- alle spielen in der Vorweihnachtszeit. DIes bedeutet jedoch keinesfalls, dass alle Geschichten Bezug zum Feiertag haben, manche haben diesen mehr, manche weniger. Bei manchen muss ich leider sogar sagen, dass die Jahreszeit für die Handlung komplett ohne Bedeutung war, sie hätten ebenso im Hochsommer spielen können. Das finde ich etwas schade, da so der Gesamtbezug des Werkes irgendwie verloren gegangen ist und es so im Gesamten kein wirkliches Gesamtwerk bildet. Andererseits ist das ja bei Arbeitsberichten auch manchmal einfach so...

Doch nun kurz zu den einzelnen Kurzgeschichten:

Chris Schlicht: Die Heiligen der Nacht

Die Geschichte war für mich ein klassisches Weihnachtsmärchen mit historischen und fantastischen Bezügen. Toll fand ich den Erzählstil, die Idee der Geschichte und einfach das herrlich Weihnachtliche inmitten der historischen Geschehnisse (auch wenn diese etwas ernster waren).

Margarete Alb: Das Thomasturnier

An dieser Geschichte hat mir der unterhaltsame Schreibstil und die Idee hinter der Geschichte sehr gut gefallen, die Mythen in Zusammenhang gesetzt und alten Sagengestalten Leben eingehaucht hat. Ich habe gehört, es gibt da noch andere Perspektiven der Handlung dieser Geschichte, die muss ich mir unbedingt noch anschauen.

Anne Zandt: Wintermond

Tolle Idee. Nach der vorherigen Geschichte hat diese wieder einen größeren Realitätsbezug, was mir aber auch sehr zugesagt hat. Auch wenn man als Fantasyfan schnell hinter Thomas Geheimnis kommt (oder vom Klappentext gespoilert wurde), sind seine Erfahrungen doch interessant und man fiebert mit ihm mit.

Tina Becker: Blutmond um Mitternacht

Leider war das für mich die schwächste Geschichte des Bandes, da mir zu viele Fragen offengeblieben sind und der Fokus der Geschichte einfach nicht meins war.

Markus Watolla: Das Geheimnis des Peter Gennersheim

Etwas kürzere, eher an ein Schauermärchen erinnernde Geschichte, die man sicher auch noch mehr ausgestalten hätte können, aber auf keinen Fall musste.

Dorothe Reimann: Jahr und Tag

In einen Jahresbericht muss auch ein Bericht über die Arbeit des Amtes hinein. Dieser ist hier der Bericht über das Drachengeschwader. Eine sehr unterhaltsame und toll geschriebene Geschichte, auch wenn ich mir da fast schon ein Buch gewünscht hätte, bei dem offenen Ende.

Carmilla DeWinter: Ruhige Feiertage

Fantastisch, Herzerwärmend, ein toller SInn für Humor der Erzählperspektive. Es geht im Wesentlichen um Incubi/ Succubi und deren Alltagsprobleme.

Katrin Minert: Schneeflöckchen

Eine fantastische Kriminalgeschichte mit Wermäusen und alten Gottheiten in modernem Setting. Eine schöne Geschichte, die sicher auch für Kinder geeignet ist.

Carola Jürchott: Das Buch der Weihnacht

Mit dieser weihnachtlichen Kurzgeschichte ist auch was für die Kleinsten dabei.

Hagen Ulrich: Sebastians blutige Prüfung

Eine Leseprobe, die mich von ihren Ideen her neugierig gemacht hat, aber leider aus Teil 5 oder 6 einer Reihe stammt, wodurch ich gespoilert wurde. Außerdem gibt es schrecklich viele Namen und verschiedene Figuren. Für eine solche Anthologie daher eher weniger geeignet.

Fazit:
In diesem Buch ist wirklich für jeden Fantasyliebhaber eine Kurzgeschichte dabei. Schade fand ich, dass das Gesamtmotto Vorweihnachtszeit nicht in jeder Geschichte Relevanz hatte, sondern nur in Einzelnen. Dennoch hat mir die Mehrzahl der Kurzgeschichten gefallen.

Veröffentlicht am 27.10.2018

Spannender Thriller voll unvorhersehbarer Wendungen.

Die perfekte Unschuld
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„Es gab schlechtere Orte zum Sterben. Aber nur wenige entsetzlichere Arten.“

„Die perfekte Unschuld“ ist Helen Fields 2. Krimi und handelt erneut von DI Luke Callanach und Ava Turner von Police Scottland.
Teil ...

„Es gab schlechtere Orte zum Sterben. Aber nur wenige entsetzlichere Arten.“

„Die perfekte Unschuld“ ist Helen Fields 2. Krimi und handelt erneut von DI Luke Callanach und Ava Turner von Police Scottland.
Teil 2 lässt sich sehr gut unabhängig vom 1. Roman und ohne Vorkenntnisse zu den Charakteren lesen.

Inhalt:


Edinburgh wird von einer Reihe Morde erschüttert, die an Grausamkeit kaum zu überbieten sind. Erst wird bei einem Festival ein junger Mann hinterrücks erstochen, wenige Stunden später wird eine Frau grausam erdrückt gefunden. Für beide Morde fehlen die Motive, beide Menschen waren karitativ tätig. Besteht ein Zusammenhang?
Zugleich wird auch Callanachs Privatleben erschüttert. Ava scheint sich ohne jeden Grund seltsam zu verhalten und sozial zu isolieren. Auch taucht eine Gestalt aus ihrer Vergangenheit im Dezernat auf. Was hat es hiermit auf sich?

Meine Meinung:


„Die perfekte Unschuld“ wird von zwei Haupterzählsträngen dominiert. Zum einen geht es natürlich um die Mordermittlungen, zum anderen aber steht auch das Privatleben der Protagonisten im Vordergrund. Ob einem dies gefällt, darüber kann man sich streiten. Ich für meinen Teil mochte die privaten Krisen und Einblicke, die durch ihre Brisanz über das teilweise langsame Fortschreiten der Ermittlungen hinwegtrösteten. Helen

Inhaltlich geht es von Beginn an voll zur Sache. Die Fallidee ist innovativ (sofern man Verbrechen als innovativ bezeichnen darf, unvertraut ist wahrscheinlich der bessere Ausdruck). Als Leser sollte man jedoch keine Scheu vor sehr brutalen und blutigen Szenarien haben. Zu viel Vorstellungskraft und ein schwacher Magen sind in Kombination hier unter Umständen keine Freunde. Dennoch, was man Fields zugutehalten muss: Die Brutalität, die Teil der Handlung ist, wird nicht zu sehr aufgebauscht. Es wirkt in keinem Zeitpunkt reißerisch oder gar gewaltglorifizierend.

Schreibstil: Fields schafft es hier wieder einmal, trotz langsamem Fortschritt der Handlung die Spannung nicht abflauen zu lassen. Auch wenn der Erzählstil anders ist als in Teil 1 der Serie, hat mich die Geschichte doch irgendwie in ihren Bann gezogen. Alles wirkt für sich sehr unaufgeregt, dennoch ist es das keinesfalls.
Man merkt, dass Fields zugleich als Drehbuchautorin tätig ist, so wie sie die verschiedenen Themengebiete verwebt und die Handlungsstränge entwickelt. Für Fernsehserienliebhaber hat dies seinen ganz eigenen Reiz.

Charaktere: Es werden neue Charaktere eingeführt, die einem teilweise sympathisch, teilweise weniger sympathisch sind. Teilweise haben sie dennoch das Potenzial, in Folgeteilen zu Protagonisten zu lancieren. Die altbekannten Charaktere haben sich authentisch fortentwickelt. Teilweise sind Wendungen unvorhergesehen, im Nachhinein doch zumindest entfernt nachvollziehbar. Schade fand ich, dass manche offenen Fragen aus Teil 1 nicht wieder aufgegriffen wurden, was jedoch für Neueinsteiger in die Serie gut ist.

Cover: Kritik habe ich lediglich in größerem Umfang zum Cover zu äußern. Ich finde es schön, dass es zum 1. Buch der Reihe passt, doch wie schon bei diesem ist mir der Zusammenhang zum Inhalt der Geschichte schleierhaft.

Fazit:


„Die perfekte Unschuld“ ist ein spannender Thriller, der vor allem durch seine Erzählstränge „Kriminalfall“/ „Privatleben“ dominiert wird. Man merkt, dass Helen Fields auch als Drehbuchautorin arbeitet, denn die Handlungsverläufe und Dramen könnten durchaus auch einer Krimiserie stammen.
Alles in allem hat mich „die perfekte Unschuld“ durch die Idee hinter dem Kriminalfall und die unerwarteten Verwebungen augenscheinlich unzusammenhängender Themengebiete einmal mehr fesseln und von Helen Fields als Autorin überzeugen können.

Veröffentlicht am 15.10.2018

Gelungene Fortsetzung in interessantem Setting.

Last Haven – Die Liga der Mutigen
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"Da sitzen wir drei-die Mörderin von Rex Jenkins, der Mörder von Greg Livingston und der Anführer der Aufständischen, die die Regierung gestürzt haben- und essen zu Abend, als wäre nichts gewesen."

Der ...

"Da sitzen wir drei-die Mörderin von Rex Jenkins, der Mörder von Greg Livingston und der Anführer der Aufständischen, die die Regierung gestürzt haben- und essen zu Abend, als wäre nichts gewesen."

Der 2. Teil der Last Haven Reihe "Die Liga der Mutigen" von Lisbeth Jarosch zeichnet sich dadurch aus, dass er eine Phase in den Mittelpunkt des Geschehens rückt, die in den meisten Dystopien oder Revolutionsbüchern irgendwie nur zur Nebenhandlung degradiert wird: Wie geht es nach einer Revolution in einem Land weiter? Wie baut man ein neues System auf?

Das Buch steht in unmittelbarem Zusammenhang zu Teil 1, man kann es meiner Ansicht nach nicht unabhängig lesen.

Inhalt:



Nachdem die Regierung von Last Haven, einem Staat in der Zukunft, der bisher vom Motto "Disziplin, Kontrolle, Mut" geprägt gewesen ist, gestürzt ist, steht die Revolution an einem Scheideweg: Wie soll es weitergehen? Klar ist, dass nicht zu Massentötungen "gesellschaftlich wertlosen" Lebens zurückgekehrt werden soll. Doch: " Wie soll man diesen Kampf gewinnen, wenn die Menschen ihn gar nicht kämpfen wollen?"

Meine Meinung:



Bei mir war es schon etwas her, dass ich Teil 1 der Reihe gelesen hatte, dennoch habe ich sofort wieder in die Geschichte hineingefunden. Ich finde toll, dass die Geschichte sich mal mit einer Phase befasst, die häufig einfach ausgespart wird. Wie kann man ein System und auch Menschen davon überzeugen, dass das alte System nicht gut war? Mir gefällt, wie in dem Buch gerade auch auf die Probleme einer Revolution eingegangen wird und eben doch nicht alles nur schwarz-weiß ist. Auch ist mit Aida als Protagonistin Lisbeth Jarosch mal eine andere Art Protagonistin gelungen. Mir persönlich war Aida über weite Strecken nicht sympathisch. Sie ist häufig egoistisch und schrecklich naiv. Aber gerade dadurch wird man als Leser auch irgendwie zum Denken und zur kritischen Auseinandersetzung mit den Themen des Werkes angestoßen.
Die Handlung ist durchgehend spannend, die Charaktere sind komplex und erst nach und nach dringt man Schicht für Schicht in ihr Inneres vor. Der Erzählstil ist gewohnt darstellerisch und angenehm zu lesen.

Fazit:



"Die Liga der Mutigen" ist eine gelungene Fortsetzung und auch wenn mir die Protagonistin, aus deren Sicht erzählt wird, nicht immer sympathisch war, bin ich doch auf den finalen Teil der Trilogie gespannt.

Veröffentlicht am 17.09.2018

Gelungenes Thrillerdebüt!!!

Die perfekte Gefährtin
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"Die perfekte Gefährtin" von Helen Fields ist ein wirklich gelungenes Thrillerdebüt, mit dem mich die Autorin voll überzeugen konnte.

Inhalt:
Luc Callanach, halb Schotte und Franzose, kommt von Interpol ...

"Die perfekte Gefährtin" von Helen Fields ist ein wirklich gelungenes Thrillerdebüt, mit dem mich die Autorin voll überzeugen konnte.

Inhalt:
Luc Callanach, halb Schotte und Franzose, kommt von Interpol aus Lyon nach Edinburgh, um dort als Detective dem Polizeidienst beizutreten. Von Anfang an hat man das Gefühl, dass der Wechsel nicht ganz freiwillig von statten ging. Als Leser begleiten wir ihn und seine Kollegen bei seinen Ermittlungen um den Mord an einer jungen Frau, deren Leiche unidentifizierbar verbrannt aufgefunden wird. Nur ein paar Zähne lassen die Feststellung ihrer Identität zu.
Doch warum befindet sich vermeintlich selbige Frau zur gleichen Zeit quicklebendig gefangen im Keller eines mysteriösen Dr. King?

Meine Meinung:
Das Buch ist in sich abgeschlossen und wird von Anfang an aus zwei Perspektiven erzählt: Zum Einen begleiten wir Luc bei seiner Arbeit mit seinem neuen Team, zum anderen verfolgen wir Dr. King und seine Opfer in ihrem Alltag/Martyrium. Durch die Perspektivwechsel wird man geradezu an die Geschichte gefesselt. Sowohl King als auch Luc sind spannende Charaktere, die sich erst im Laufe der Geschichte immer mehr erklären. Die Charaktere werden sehr detailliert beschrieben, toll finde ich die Lebensechtheit der sozialen Verhältnisse, die durch die Ausarbeitung verschiedenster Charaktere mit positiven und negativen Eigenschaften erzeugt wird. Es wirkt wie der Alltag in einer realen schottischen Polizeistation.
Auch wenn die Protagonisten zu einem gewissen Grad literarischen Stereotypen entsprechen, ist die Geschichte durch ihren Aufbau und Schreibstil keineswegs unorginell oder weniger fesselnd.

Fazit:
Mich hat "Die perfekte Gefährtin" gefesselt.
Auch wenn teilweise die Gewaltschilderungen sehr plastisch waren und man den Täter beinahe von Beginn an kannte, hat mich die Geschichte doch bis zur letzten Seite in ihren Bann gezogen.