Raue Bergwelt
KaltblutWolfgang Maria Bauer, bekannt aus der Theater- und Fernsehwelt, präsentiert in seinem Debütroman 'Kaltblut' die Gemeinschaft einer rauen Bergwelt, die in ihrer durch hohe schroffe Felswände ein eher abgeschiedenes ...
Wolfgang Maria Bauer, bekannt aus der Theater- und Fernsehwelt, präsentiert in seinem Debütroman 'Kaltblut' die Gemeinschaft einer rauen Bergwelt, die in ihrer durch hohe schroffe Felswände ein eher abgeschiedenes Leben führt. Man kennt und bewertet sich gern untereinander, drückt den Menschen seinen Stempel auf. Es gibt natürlich auch die dorfbekannte Klatschtante, Meinungsmacher, Rituale, Aberglaube. Ungewöhnliche oder nicht erklärbare Dinge werden in eine Außenseiterposition des alltäglichen Geschehens gedrängt. Das Leben selbst ist herausfordernd in der von extremen Wetterbedingungen bestimmten Landschaft.
Als bei einer nächtlichen Sprengung in einer Berghütte elf Menschen ums Leben kommen, wird zunächst der eigenwillige, aber durchaus sich für die Extreme menschlicher Charaktere zu begeisternde Sprengmeister Stubber verdächtigt. Doch der junge, sehr siegessicher wirkende Staatsanwalt verfolgt die falsche Spur, wie sich nach einer dramatischen Wendung des Geschehens herausstellt.
Der Autor spricht Themen wie abnormes krankheitsbedingtes Verhalten, gestörtes Sozialverhalten und Suizid an, die zum Teil sehr verstörend wirken, die jedoch die Ausweglosigkeit des Ausbrechens aus dem eingefahrenen Kreislauf des Lebens widerspiegeln sollen. Die sehr kurzen Kapitel springen im zeitlichen Verlauf der Handlungsschiene, verlangen ein konzentriertes Lesen und tasten sich Stück für Stück heran an die Darstellung des exzentrischen Gesamtbildes.