Zerbrechliche Hoffnung
Das PorzellanhausWir können uns wirklich glücklich schätzen, dass bisher in guter Regelmäßigkeit neue Romane von Laura Purcell erschienen sind. Ich hatte gar nicht so schnell mit einem neuen gerechnet, umso euphorischer ...
Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass bisher in guter Regelmäßigkeit neue Romane von Laura Purcell erschienen sind. Ich hatte gar nicht so schnell mit einem neuen gerechnet, umso euphorischer war ich, als ich die traumhaft schöne Ausgabe von „Das Porzellanhaus“ entdeckte. Und die hatte auf dem ersten Blick alles was ich mir von einem Roman wünsche.
Schauplatz England, eine abgelegene Villa und jede Menge Geheimnisse.
Hester Why ist auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit und da kommt ihr die Stelle als Krankenschwester der pflegebedürftigen Miss Pinecroft gerade recht.
Es dauert nicht lange, da beginnt Hester seltsame Vorkommnisse im Haus zu beobachten. Realität oder nur ein Resultat von Hesters Alkoholsucht?
40 Jahre zuvor diente Morvoren House mit seinen Höhlen Dr. Pinecroft und dessen Tochter Louise nicht nur als Wohnsitz, sondern auch als Versuchslabor für Schwindsüchtige. Fast die gesamte Familie an die Krankheit verloren, sucht der Arzt verzweifelt nach Heilung und kranke Sträflinge sollen ihm dabei behilflich sein. Doch das Experiment scheint zum scheitern verurteilt, als Wahnsinn und Aberglaube um sich greifen.
Wie ich mittlerweile erkannt habe, haben alle Romane von Laura Purcell eins gemeinsam. Wahnsinn oder Wirklichkeit? Diesmal fand ich die Antwort wieder eindeutiger. Und es gibt noch ein wiederkehrendes Element. Die sehr bedrückende Stimmung und keine Aussicht auf ein Happy End. Glücklich ist man nicht, wenn man das Buch zuschlägt. Aber ich mag diese melancholische Stimmung. Außerdem gibt es auch hier wieder interessante historische Hintergründe zu erforschen. Ich hoffe die Autorin bleibt ihrem Stil treu, denn ich liebe diese Kombination.
Mich hat der Roman von der ersten Seite an gefesselt. Ich hätte noch ewig weiterlesen können und genau da liegt auch mein Kritikpunkt.
Die Geschichte ist auf beiden Zeitebenen sehr spannend, wird aber an gewissen Punkten abgebrochen und vieles wird nur nebenbei erwähnt.
Es ist ein passendes Ende, aber ich hatte noch so viele Fragen und wünschte, die Autorin wäre mehr ins Detail gegangen.
Dennoch ein wundervoller Roman und sehr gute 4 Sterne von mir!