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Veröffentlicht am 08.09.2025

Zerbrechliche Hoffnung

Das Porzellanhaus
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Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass bisher in guter Regelmäßigkeit neue Romane von Laura Purcell erschienen sind. Ich hatte gar nicht so schnell mit einem neuen gerechnet, umso euphorischer ...

Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass bisher in guter Regelmäßigkeit neue Romane von Laura Purcell erschienen sind. Ich hatte gar nicht so schnell mit einem neuen gerechnet, umso euphorischer war ich, als ich die traumhaft schöne Ausgabe von „Das Porzellanhaus“ entdeckte. Und die hatte auf dem ersten Blick alles was ich mir von einem Roman wünsche.
Schauplatz England, eine abgelegene Villa und jede Menge Geheimnisse.

Hester Why ist auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit und da kommt ihr die Stelle als Krankenschwester der pflegebedürftigen Miss Pinecroft gerade recht.
Es dauert nicht lange, da beginnt Hester seltsame Vorkommnisse im Haus zu beobachten. Realität oder nur ein Resultat von Hesters Alkoholsucht?
40 Jahre zuvor diente Morvoren House mit seinen Höhlen Dr. Pinecroft und dessen Tochter Louise nicht nur als Wohnsitz, sondern auch als Versuchslabor für Schwindsüchtige. Fast die gesamte Familie an die Krankheit verloren, sucht der Arzt verzweifelt nach Heilung und kranke Sträflinge sollen ihm dabei behilflich sein. Doch das Experiment scheint zum scheitern verurteilt, als Wahnsinn und Aberglaube um sich greifen.

Wie ich mittlerweile erkannt habe, haben alle Romane von Laura Purcell eins gemeinsam. Wahnsinn oder Wirklichkeit? Diesmal fand ich die Antwort wieder eindeutiger. Und es gibt noch ein wiederkehrendes Element. Die sehr bedrückende Stimmung und keine Aussicht auf ein Happy End. Glücklich ist man nicht, wenn man das Buch zuschlägt. Aber ich mag diese melancholische Stimmung. Außerdem gibt es auch hier wieder interessante historische Hintergründe zu erforschen. Ich hoffe die Autorin bleibt ihrem Stil treu, denn ich liebe diese Kombination.

Mich hat der Roman von der ersten Seite an gefesselt. Ich hätte noch ewig weiterlesen können und genau da liegt auch mein Kritikpunkt.
Die Geschichte ist auf beiden Zeitebenen sehr spannend, wird aber an gewissen Punkten abgebrochen und vieles wird nur nebenbei erwähnt.
Es ist ein passendes Ende, aber ich hatte noch so viele Fragen und wünschte, die Autorin wäre mehr ins Detail gegangen.

Dennoch ein wundervoller Roman und sehr gute 4 Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Kunstraub leicht gemacht

Die Erfindung des Lächelns
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Viele wissen es vielleicht gar nicht, aber die Mona Lisa war mal für zwei Jahre verschwunden. Gestohlen! Aus der Louvre! Wie es dazu kam, welche Wege sie ging und wie sie wieder zurückkam, all das behandelt ...

Viele wissen es vielleicht gar nicht, aber die Mona Lisa war mal für zwei Jahre verschwunden. Gestohlen! Aus der Louvre! Wie es dazu kam, welche Wege sie ging und wie sie wieder zurückkam, all das behandelt Tom Hillenbrand in seinem neuen Roman „Die Erfindung des Lächelns“. Rein hypothetisch, versteht sich.

Los geht‘s mit einem regen Perspektivwechsel. Da haben wir einen größenwahnsinnigen Italiener, eine Gruppe von Anarchisten, eine dazugehörige russische Schneiderin, einen Inspektor und eine Reihe von Berühmtheiten der französischen Belle Epoque: Die Tänzerin Isadora Duncan, der Okkultist Aleister Crowley und der Maler Pablo Picasso.
Ein Personenregister wäre hier mehr als angebracht gewesen.

Dieses Umhergehopse zwischen den Personen hat mir den Einstieg in den Roman schwer gemacht. Dazu kommt, dass viele auch noch Pseudonyme oder Beinamen tragen und dann munter zwischen diesen hin und her gewechselt wird. Zahlreiche französische Namen und Begriffe störten auch immer wieder meinen Lesefluss. Ich gebe zu, ich war Anfangs sehr unmotiviert weiterzulesen.

Immer wieder fragt man sich, was diese oder jene Person nun mit dem Diebstahl zu tun hat. Aber ich hatte vollstes Vertrauen, dass alle losen Fäden am Ende zusammenfinden würden. Und das taten sie! Und das hat einiges herausgerissen.

Die Belle Epoque ist eine sehr ästhetische Ära und eine meiner liebsten. Wir lernen prominente Schauplätze und Personen kennen, erfahren einige schockierende Fakten über die Louvre zu jener Zeit. Wir tauchen in die Pariser Künstlerszene genauso ein, wie in die Welt der Bonnot Bande.
Es ist schon faszinierend wie es der Autor geschafft hat, all das zu einem runden Abschluss zu bringen.

Die Geschichte animiert zur Recherche und vermischt geschickt Fakten und Fiktion, sodass man sich am Ende gar nicht mehr so sicher ist, was da eigentlich in der Louvre. Oder eher von wem da was hängt.

Eigentlich wollte ich nur 3 Sterne vergeben, aber weil das Ende dann doch so gut hingebogen wurde, gibt es von mir gerade noch 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

(Un)Willkommen zu Hause

Gallant
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„Gallant“ ist ein Roman, den ich schon lange lesen wollte und er ist mir auch immer wieder auf Bookstagram aufgefallen. Schönes Cover, ein altes Haus und seine Geheimnisse, damit kriegt man mich ja. Jetzt ...

„Gallant“ ist ein Roman, den ich schon lange lesen wollte und er ist mir auch immer wieder auf Bookstagram aufgefallen. Schönes Cover, ein altes Haus und seine Geheimnisse, damit kriegt man mich ja. Jetzt habe ich mir endlich ein gebrauchtes Exemplar für nur die Hälfte (Bücher sind ja so teuer geworden) gesichert und die Geschichte war letztendlich etwas ganz anderes als ich es erwartet hatte. Aber auch gut?

Die stumme Olivia wächst im Waisenhaus auf, ohne Freunde, ohne Familie. Nur die Ghule, unvollständige Überreste Verstorbener, leisten ihr Gesellschaft. Dann scheinen Olivias Träume endlich wahr zu werden. Ein Verwandter, ihr Onkel, meldet sich, um sie zu sich nach Hause zu holen. Doch in dessen herrschaftlichen Haus Gallant scheint Olivia zunächst gar nicht willkommen. Der Onkel ist längst verstorben und der Cousin will sie schnellstens wieder loswerden. Aber wer hat dann den Brief geschrieben und warum warnt Olivias Mutter in ihren Tagebucheinträgen so eindringlich vor Gallant ? Olivia geht auf Spurensuche und entdeckt dabei die dunkle Seite ihres neuen Heims, die alles zu verschlucken droht.

Der Roman hat mich in Teilen an „Das Haus der kalten Herzen“ erinnert, ein Buch, dass ich vor Jahren mal gelesen habe. Die Stimmung ist sehr trostlos und düster, aber unsere Protagonistin Olivia ist schlagfertig und lässt sich nicht unterkriegen.

Auch die Innengestaltung des Buches kann überzeugen. Wir lesen immer wieder grafisch gestaltet Tagebucheinträge oder poetisch anmutende Texte aus der Schattenwelt. Das nimmt allerdings auch viel Platz ein, sodass der Roman von nur knapp 350 Seiten schnell ausgelesen ist.

Und genau hier liegt auch mein Kritikpunkt. Die Idee, die Geschichte, der Schauplatz – das hat mir alles super gefallen! Aber es ist eben auch so schnell vorbei. Ich hätte gern mehr über die Schattenwelt erfahren. Warum gibt es sie und warum gerade Gallant? Es kam mir fast wie eine zu lang geratene Kurzgeschichte vor, wo auch oft viele Fragen offen bleiben und es an Erklärungen fehlt.

Ich mochte das Buch, aber für 5 Sterne war es mir zu wenig.
Deswegen gute 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Ein fesselndes Abenteuer voller Magie

Die Abenteuer der Piratin Amina al-Sirafi
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Bei diesem Roman war es das bildschöne Cover, welches mich als erstes angesprochen hat. Als zweites dann der Titel, denn scheinbar sind nun auch Piraten wieder schwer im kommen. Also landete das Buch schnell ...

Bei diesem Roman war es das bildschöne Cover, welches mich als erstes angesprochen hat. Als zweites dann der Titel, denn scheinbar sind nun auch Piraten wieder schwer im kommen. Also landete das Buch schnell auf meiner Wunschliste und dank der @lovelybooks.de Glücksfee, durfte bald ein #Rezensionsexemplar bei mir einziehen.
Ob es sich lohnt an Bord zu kommen, verrate ich euch in meiner Rezension.

Eigentlich hatte Amina al Sirafi dem Piratenleben abgeschworen, um sich ganz ihrer Mutterrolle zu widmen. Als dann aber eine reiche Auftraggeberin darum bittet, ihre entführte Enkelin Dunya aufzuspüren und mit einer unglaublichen Summe als Belohnung lockt, ist der Abenteuergeist wieder geweckt. Schließlich repariert sich das Dach nicht von selbst und auch Aminas Tochter würde durch den Geldsegen ein angenehmeres Leben winken. Schweren Herzens verabschiedet sich Amina von ihrer Familie und trommelt Teile ihrer alten Besatzung zusammen.
Am Bord ihrer geliebten Marawati macht sich das Gespann auf die Jagd nach dem gefürchteten Franken Falco, in dessen Gewalt sich Dunya befindet. Auf den Weg dorthin müssen aber zunächst andere Gefahren bewältigt werden. Seeungeheuer, Dämonen und dunkle Magie lassen Amina daran zweifeln, ob es wirklich die richtige Entscheidung war, für Ruhm und Reichtum alles aufs Spiel zu setzen.

Wären Cover und Titel nicht gewesen, ich hätte mich wohl nicht auf das Buch eingelassen.
Angesiedelt im arabischen Raum, noch dazu im 12. Jahrhundert, war der Roman weit weg von dem was ich sonst so lese. Aber ich bin sehr froh, dass ich mich ins Abenteuer gestürzt habe und ich hätte nicht gedacht, dass mir die Geschichte so gefallen würde.

Das Besondere ist, dass die Abenteuer von Amina mit Einsetzen der Handlung ja eigentlich schon vorbei sind. Das ist ein ungewöhnlicher Schritt, denn so haben wir schon eine Menge verpasst. Auf die ein oder anderen Erlebnisse wird aber eingegangen und schließlich ist der gewinnversprechende Auftrag auch nur der Auftakt zu neuen Abenteuern.

Sicher ist Amina eine Romanfigur die vor allem Mütter anspricht. Alleinerziehend, stark und selbstbewusst sendet sie eine klare Botschaft. Auch die engeren Besatzungsmitglieder Tinbu, Dalila und Majed sind liebenswerte und loyale Charaktere. Es gibt sogar eine Schiffskatze, was ich sehr begrüßt habe.
Der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz. Besonders in Form und Zusammenhang mir Aminas (Ex-) Ehemann Nr. 4.

Man muss sich Aminas Welt etwas anders vorstellen als Fluch der Karibik, denn die Geschehnisse finde viel früher statt. Da auch eine ordentliche und vor allem bunte Portion Fantasy dabei ist, hat mich das ganze Setting oft an One Piece erinnert. Dabei spielen natürlich vor allem Legenden aus dem Orient eine Rolle.

Eigentlich wollte ich nur noch Romanreihen lesen, die schon beendet sind. Aber je näher ich dem Ende kam, desto mehr ahnte ich, dass dieser Roman kein Einzelband bleiben würde.
Ich bin mir aber sicher, dass ich mich gut genug an Amina und ihre Mannschaft zurückerinnern werde, wenn dann der 2. Teil rauskommt. Bin ich dann wieder an Bord? Aye!

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Fluch der Vampire

Vampyria - Der Hof der Stürme
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Es war das dekadente Cover von „Hof der Stürme“ dass mich auf die Vampyria Trilogie aufmerksam machte und was bin ich froh, dass ich mich auf die Reise eingelassen habe. Kurz nacheinander durfte ich alle ...

Es war das dekadente Cover von „Hof der Stürme“ dass mich auf die Vampyria Trilogie aufmerksam machte und was bin ich froh, dass ich mich auf die Reise eingelassen habe. Kurz nacheinander durfte ich alle drei Bände genießen, aber ist das wirklich das Ende?

Wieder einmal wird Jeannes Plan, Frankreichs Vampirkönig Ludwig umzubringen, vereitelt. Um eine Allianz zu schmieden, soll sie den Piraten Fahler Phöbus ehelichen. Der Widerstand sieht jedoch gleich die Chance, sich einen mächtigen Verbündeten zu sichern und so sticht Jeanne in See, um in den Hafen der Ehe einzulaufen. Doch auch das Meer birgt seine Gefahren. Skrupellose Piraten, abscheuliche Sirenen und nicht zuletzt Phöbus selbst, der sich als nicht ganz leichte Eroberung entpuppt.

Es zeichnete sich schon recht früh ab, dass wir mit diesem eigentlichen letzten Band keinen zufrieden stellenden Abschluss kriegen würden. Dafür war die Geschichte einfach zu vollgepackt mit neuen tollen Charakteren und Schauplätzen.

Wir befinden uns fast ausschließlich auf dem Wasser, aber mit dem gigantischen Schiff „Uranos“ haben wir tatsächlich einen Hof, der sich vor Versailles nicht verstecken muss. Wieder einmal kann der Autor mit wunderbar fantasievollen Umschreibungen punkten.

Während wir diesmal auf verschiedene Charaktere fast komplett verzichten müssen, gibt es auch ein Wiedersehen mit anderen bekannten Figuren inkl. romantischer Verwicklungen.
Neu dabei sind der herrlich bösartige Kapitän Hyacinthe (der mich verdächtig an Aemond Targaryen erinnert hat) und natürlich der Fahle Phöbus, bei dem man lange nicht weiß, auf wessen Seite er nun steht.

Ich habe mich wieder schrecklich gut unterhalten gefühlt und schon bevor ich diesen Teil anfing, wollte ich nicht, dass es danach endet. Dennoch gibt es momentan keine Neuigkeiten darüber, ob wir mit Jeanne und Co. weitere Abenteuer erleben dürfen. Es gib bereits einen Ableger, aber mit neuer Handlung.

„Der Hof der Stürme“ hat ein sehr offenes Ende. Es ist kein richtiges Ende und ohne Ausblick auf weitere Teile, ist das sehr frustrierend. So ist es zugleich Lob und Kritik für diesen vorerst letzten Band der mitreißenden Vampyria Reihe.

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