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Veröffentlicht am 27.06.2025

Das Beste kommt zum Schluss

Sanditon
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Die Jane Austen Schmuckausgaben liefen so gut, da dachte sich der Coppenrath Verlag wohl, die Kuh melken wir noch ein bisschen weiter. Und warum auch nicht? Zwar sind manche Romane nie fertiggestellt worden ...

Die Jane Austen Schmuckausgaben liefen so gut, da dachte sich der Coppenrath Verlag wohl, die Kuh melken wir noch ein bisschen weiter. Und warum auch nicht? Zwar sind manche Romane nie fertiggestellt worden oder schlichtweg zu kurz für ein ordentliches Buch, aber deswegen sind sie ja dennoch lesenswert.

In 𝐒𝐚𝐧𝐝𝐢𝐭𝐨𝐧 begleiten wir die Familie Parker und Co. in den gleichnamigen Küstenort, der zum beliebten Kurziel aufsteigen soll. Dabei geht es auch darum die Gunst von Gönnern zu erlangen und den eignen Ambitionen zu folgen.
Es ist eine Schande, dass gerade ein Roman wie Sanditon nicht beendet werden konnte, denn ich habe die Geschichte sehr gern gelesen. Der für Austen typische Humor wird hier besonders deutlich (ich hatte viel Spaß mit den hypochondrischen Geschwistern) und ich hätte einfach gern gewusst wie es weitergeht. Die Autorin Marie Dobbs hat den Roman in Jane Austens Stil wohl ganz würdevoll beendet, aber das Buch gibt es nur noch gebraucht und auch nicht zu häufig.

𝐋𝐚𝐝𝐲 𝐒𝐮𝐬𝐚𝐧 dagegen gilt als abgeschlossen. Es handelt sich um einen Briefroman und die titelgebende Susan hebt sich deutlich von anderen Romanfiguren Austen‘s ab. Sie ist gemein und hinterhältig, aber vielleicht auch deswegen ist die Geschichte ungemein spannend. Man möchte einfach nicht dass sie damit durchkommt. Auch die unterschiedlichen Perspektiven werfen immer wieder ein neues Licht auf die Handlung.

Ebenfalls gut unterhalten konnte 𝐃𝐢𝐞 𝐖𝐚𝐭𝐬𝐨𝐧𝐬, wenn auch nicht so sehr wie die beiden vorherigen Geschichten. Fast ein bisschen wie bei 𝐒𝐭𝐨𝐥𝐳 𝐮𝐧𝐝 𝐕𝐨𝐫𝐮𝐫𝐭𝐞𝐢𝐥 geht es um eine Schar von Schwestern, von denen die jüngste (Emma Watson, haha) allerdings bei einer Tante aufgewachsen ist und ihr Elternhaus erst kennenlernen muss. Dabei wird sie auch von einem nicht so galanten Gentleman umgarnt, der einfach nicht locker lassen will.
Auch dieser Roman endet leider mittendrin.

Das sind die drei „großen“ gebündelten Geschichten, danach folgen die 𝐉𝐮𝐠𝐞𝐧𝐝𝐰𝐞𝐫𝐤𝐞, die in 3 Bücher unterteilt sind, in welchen sie auch ursprünglich erschienen sind.

Jedes Buch ist gut durchmischt von angemessen langen, abgeschlossenen oder offenen Geschichten, weiteren Briefromanen sowie sehr kurzen, rätselhaften Texten, mit denen ich teilweise nicht viel anfangen konnte und die scheinbar von einer sehr jungen Jane geschrieben wurden.

Es geht aber gleich ganz gut los mit einer sehr amüsanten Geschichte, die noch witziger ist als das, was man von Austen schon kennt. Ich würde fast sagen, dass was „Scary Movie“ für „Scream“ ist, trifft auch auf einige der Jugenwerke in Bezug auf die späteren Romanen zu. Ich weiß, was für ein Vergleich. Dieser Humor zieht sich auch durch sämtliche folgende Texte.

Ich konnte manchmal gar nicht glauben, was ich da lese. So viel Parodie in Geschichten aus der Regency Zeit. Da wird selbst über Mord, Selbstmord und Betrug über eine Weise geschrieben, dass man gar nicht anders kann als zu lachen, wenn die dummen, leichtsinnigen Damen von einer Ohnmacht in die nächste fallen.

Was mich wieder mal zu dem Gedanken bringt, ich wäre gut in dieser Zeit aufgehoben gewesen, denn ich bin manchmal ganz genauso wehmütig und hoffnungslos wie die hier beschriebenen Damen. Was aber auch heißt, ich habe mich sehr wohl gefühlt mit diesem Buch, dieser Sammlung von vollendeten und unvollendeten Geschichten.

Ja, ich glaube dies ist insgesamt mein bisher liebstes „Buch“ von Jane Austen, denn ich fand es auch sehr flüssig zu lesen.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Es war einmal ein Schloss

Die fernen Stunden
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Neben 𝐃𝐞𝐫 𝐯𝐞𝐫𝐛𝐨𝐫𝐠𝐞𝐧𝐞 𝐆𝐚𝐫𝐭𝐞𝐧, ist 𝐃𝐢𝐞 𝐟𝐞𝐫𝐧𝐞𝐧 𝐒𝐭𝐮𝐧𝐝𝐞𝐧 mein zweitliebster Roman von Kate Morton. Waren das noch Zeiten, als alte Schlösser und ehrwürdige Familien die Hauptrolle in ihren Romanen spielten….

Im ...

Neben 𝐃𝐞𝐫 𝐯𝐞𝐫𝐛𝐨𝐫𝐠𝐞𝐧𝐞 𝐆𝐚𝐫𝐭𝐞𝐧, ist 𝐃𝐢𝐞 𝐟𝐞𝐫𝐧𝐞𝐧 𝐒𝐭𝐮𝐧𝐝𝐞𝐧 mein zweitliebster Roman von Kate Morton. Waren das noch Zeiten, als alte Schlösser und ehrwürdige Familien die Hauptrolle in ihren Romanen spielten….

Im Jahr 1993 leben die drei greisen Schwestern Blythe in dem zunehmend verfallenen Schloss Milderhurst. Vom einstigen Glanz ist nicht viel übrig, von unerfüllten Hoffnungen umso mehr.
Von der Welt fast vergessen, werden sie von der jungen Lektorin Edie überrascht. Diese folgt einem vor Jahren verschwundenen Brief ihrer Mutter, welche in den 30ern als Evakuierte im Schloss lebte. Um ihrer entfremdeten Mutter näher zu kommen, beschließt sie dem geheimnisvollen Brief auf den Grund zu gehen. Dieser führt sie zur jüngsten der drei Schwestern und ihrer traurigen Vergangenheit.

Schloss Milderhurst ist ein wahr gewordener Traum für alle, die den morbiden Charme alter Gemäuer lieben. Man sollte einige Schlösser genauso konservieren, wie sie um 1900 ausgehen haben.

Kate Morton beschreibt, und ich finde das wird in diesem Roman besonders deutlich, die Atmosphäre eines alten Schlosses so perfekt, dass man förmlich selbst durch die staubigen Flure wandelt, in denen das Echo der Vergangenheit widerhallt.

Da war ich manchmal fast beleidigt, als zwei der Schwestern das Schloss am liebsten für immer hinter sich lassen würden. Warum Milderhurst aber für sie mit so viel Schrecken verbunden ist, wird natürlich aufgeklärt und führt uns zu dem typischen melancholischen Ende, das wir von Kate Morton so gut kennen.

Ich mag solche Enden ja, auch wenn sie mir manchmal zu traurig sind. Hier hat es für mich aber gepasst, da ein kleiner Teil des Romans dermaßen romantisch war, dass ich den tragischen Ausgang der Liebesgeschichte als Ausgleich brauchte.

Ausgangspunkt des ganzen Unglücks ist der Roman im Roman, „Die wahre Geschichte vom Modermann“, geschrieben vom Vater der drei Schwestern, einem Autor, der später den Verstand verloren hat. Ähnlich wie in „Der verborgene Garten“, stellt Kate Morton auch hier ihr Talent als Märchenerzählerin unter Beweis. Nur handelt es sich dieses mal um ein wahres Horrormärchen, dessen Ursprung noch grauenvoller ist.

Rückblickend ist es wohl eher ein Buch für den Herbst, aber da der Sommer bis vor kurzem eh sehr herbstlich war, hat es doch irgendwie gepasst.

Schloss Milderhurst konnte mich erneut in seinen Bann ziehen und bekommt von mir

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Einfach feentastisch

Emily Wildes Enzyklopädie der Feen
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Feen sind so gar nicht mein Ding. Trotzdem hatte ich diesen Roman aufgrund des schönen Covers und der vielen positiven Bewertungen immer wieder in der Hand, zuletzt auf der Buchmesse. Aber das Thema Fee ...

Feen sind so gar nicht mein Ding. Trotzdem hatte ich diesen Roman aufgrund des schönen Covers und der vielen positiven Bewertungen immer wieder in der Hand, zuletzt auf der Buchmesse. Aber das Thema Fee war mir einfach zu heikel und ich wusste, meine Bücherei hat ein Exemplar. Also habe ich es mir nur geliehen. Vorerst.

Das Buch hat mich gleich zu Anfang positiv überrascht, denn es spielt 1909. Die Professorin Emily Wilde erforscht ein eher ungewöhnliches Gebiet, nämlich Dryadologie – Feenkunde. Um ihre Enzyklopädie zu vervollständigen, reist sie in ein nordisches Dorf und eckt sogleich bei den eigenwilligen Bewohnern an. Wie gut und schlecht zugleich, dass ihr nerviger Kollege, der umwerfende Wendell Bambleby hinterher reist und buchstäblich für Ordnung sorgt.
Zusammen stellen die beiden nach und nach fest, dass es die Bewohner mit nicht ganz so netten Elfen zu tun haben und so vereint das ungleiche Team Forschungsreise mit Rettungsaktion.

Ich war total überrascht, wie gut mir dieser Roman gefallen hat.
Das historische Setting hat sehr geholfen und auch, dass es, zumindest am Anfang, nicht zu sehr ins Fantastische geht. Ich liebe außerdem das Stilmittel, von Fabelwesen auf eine Weise zu schreiben, als würde sie wirklich existieren.

Die Legenden, Mythen und hier auch Tatsachen rund ums Feenreich habe mir gut gefallen. Alles sehr naturverbunden und mystisch im winterlichen Gewand. Ich war davon ausgegangen, die Geschichte spiele im Frühling, aber es ist tatsächlich ein schöner Herbst/ Winter Roman.

Die Feen sind größtenteils ziemlich gemein, nicht immer schön und äußerst vielfältig. Besonders ins Herz schließt man den Brownie Poe, den ich mir erstaunlich gut vorstellen konnte. Geholfen bei meiner Vorstellungskraft, hat mir auch ein Buch das ich vor Jaaaahren mal geschenkt bekommen habe (Tipp: Elfen, Goblins und Spukgestalten).

Emily – Wissbegierig, unsozial und stets genervt, ist eine wunderbare Protagonistin, abgerundet von ihrem liebreizend-arroganten Begleiter Wendell. Ich habe den Humor zwischen den Beiden geliebt und konnte ihm auch einfach nie böse sein, dem Wendell.

Zum Ende hin wurde es mir leider etwas zu fantastisch, aber damit muss man ja rechnen. Auch...haben sich diverse romantische Verwicklungen meiner Meinung nach überschlagen. Von den neckischen Flirtereien mal abgesehen, gab es für mich keinen Grund zur Annahme, dass wir in diesem Teil schon SO weit sind.

Ansonsten ist es aber ein richtig tolles Buch und ich werde die Nachfolger auf jeden Fall noch lesen. Das heißt dann aber auch, dass ich mir den ersten Teil, auch wenn ich ihn nun schon gelesen habe, leider noch nachkaufen muss….denn wie doof sieht es aus, wenn man nur Teil 2 und 3 einer Reihe im Regal stehen hat.

Trotz kleiner Abzüge vergebe ich gerade noch 5 Sterne.
Einfach auch, weil es für mich ein Überraschungshit war.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Roh und schonungslos und nichts für Jugendliche

Girl in Pieces
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Vom Cover her ist 𝗚𝗶𝗿𝗹 𝗶𝗻 𝗣𝗶𝗲𝗰𝗲𝘀 kein Buch, dem ich große Beachtung geschenkt hätte. Aber der Titel hat mich bewogen den Klappentext zu lesen und den fand ich dann doch ganz interessant.

Unsere Protagonistin ...

Vom Cover her ist 𝗚𝗶𝗿𝗹 𝗶𝗻 𝗣𝗶𝗲𝗰𝗲𝘀 kein Buch, dem ich große Beachtung geschenkt hätte. Aber der Titel hat mich bewogen den Klappentext zu lesen und den fand ich dann doch ganz interessant.

Unsere Protagonistin Charlotte sitzt in einer psychiatrischen Anstalt für Frauen, nachdem sie sich mit allerlei Schnitten in Lebensgefahr gebracht hat. Zusammen mit anderen obdachlosen Jugendlichen führte sie ein erbärmliches Dasein auf der Straße, welches schließlich im Haus von F*cking Frank und mit ihrem Zusammenbruch endete. Doch dies war nur der Höhepunkt von Charlottes Leidensweg.
Nach ihrer Entlassung versucht sie einen Neustart in Arizona. Hoffnungen wechseln sich mit Enttäuschungen ab. Gute Bekanntschaften mit schlechten.Wird es Charlotte schaffen, ihren Dämonen endgültig den Rücken zu kehren?

Ich finde es überhaupt nicht gut, dass dieses Buch in der Jugendabteilung steht. Es ist viel zu ernst, viel zu dunkel. Ich weiß, dass Teenagerleben manchmal so sind, aber mir persönlich hat es nie geholfen, als Jugendliche solche Dinge zu lesen. Sie haben mich viel mehr bestärkt in meiner Einsamkeit. In meiner Dunkelheit. Und in all den Dingen die man sich antut. Deswegen eine große Triggerwarnung von mir, die hat das Buch nämlich auch nicht.

Trotz des sehr düsteren Themas, hat mich das Buch gut unterhalten. Gern gelesen klingt falsch, aber ich fand es sehr mitreißend. Man möchte wissen, wie es mit Charlotte ausgeht und ob sie es schaffen wird. Man möchte wissen, was mit ihrer besten Freundin passiert ist und wie es ihren Mitpatientinnen in der Klinik ergeht.

Der Roman behandelt auch eine sehr ungesunde Beziehung und ist an vielen Stellen recht unangenehm zu lesen. Sei es das SvV oder die nicht selten beschriebene mangelnde Körperhygiene. Auch die Abhängigkeit von verschiedenen Substanzen spielt keine unwesentliche Rolle.

Das ist alles harter Tobak, es ist wirklich kein leichtes Buch. Es ist trotzdem lesenswert und...hoffnungsvoll. Wenn auch nicht für jeden in diesem Buch.

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Veröffentlicht am 31.05.2025

Kreuzfahrt in den Tod

Escaping from Houdini
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Es ist schon ein bisschen her, seit ich den letzten Teil der Audrey Rose Reihe gelesen habe. In Band Nr. 1 ging es um Jack the Ripper, im 2. um Dracula. Nun ist der berühmt berüchtigte Magier Houdini dran. ...

Es ist schon ein bisschen her, seit ich den letzten Teil der Audrey Rose Reihe gelesen habe. In Band Nr. 1 ging es um Jack the Ripper, im 2. um Dracula. Nun ist der berühmt berüchtigte Magier Houdini dran. Und eine Kreuzfahrt gibt‘s noch obendrauf.

Gerade erst die aufregende Zeit auf der rumänischen Akademie hinter sich, jagen Audrey und Thomas auch schon das nächste Abenteuer. Am Bord des Luxusliners Etruria warten nicht nur Glamour und eine beeindruckende Show, sondern auch noch ein waschechter Mord. Gefangen auf dem Atlantik, bleibt den beiden Detekiv-Lehrlingen nicht anderes übrig, als die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen. Hat vielleicht sogar der Entfesselungskünstler Harry Houdini etwas damit zu tun?

Als erstes musste ich noch einmal das letzte Buch zu Rate ziehen, denn außer Dracula und Akademie, hatte ich mir fast nichts gemerkt. Dieser Roman beginnt nämlich Neujahr 1889 und die Ripper Morde endeten im Herbst 1888, dazwischen noch die Akademie...Mensch, das geht ja Schlag auf Schlag hier!

Die Motivation für den Roman war zwar nicht groß, aber was mich sofort packen konnte waren die umwerfenden Beschreibungen des Schiffs und des Ambientes, ganz passend zum verlockenden Cover.

Audrey und Thomas sind in diesem Teil als Paar vollends etabliert, aber angemessen zur viktorianischen Zeit, bleibt es zwischen den beiden verhältnismäßig züchtig. Mit dem Zeremonienmeister Mephisto entwickelt sich eine Dreiecksgeschichte, die anfangs noch aufregend, später aber vor allem nervig ist.

Sowieso finde ich, dass der Roman ein Stück zu lang geraten ist.
Die Morde sind zwar brutal und spektakulär zugleich, aber Spannung will nicht so richtig aufkommen. Ich habe es zwischendurch immer wieder gern gelesen, aber genauso oft hatte ich auch keine Lust weiterzulesen.

Dennoch will ich den Roman nicht zu schlecht bewerten, denn das ganze Konzept der Romanreihe ist einfach sooo gut. Punkte gibt es wie gesagt auch für das Setting und durchaus witzige Dialoge, obwohl es mir besser gefallen hätte, das Buch hätte einen ernsteren Ton gehabt. Aber die Zielgruppe ist nun mal YA, insofern passt es.

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