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Veröffentlicht am 13.03.2025

Einer von vielen

Wer war Jack the Ripper?
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Auch wenn es so einige Verdächtige gibt, wer Jack the Ripper war, wissen wir mit Bestimmtheit immer noch nicht. Ein Name der mir bisher nicht untergekommen ist, ist Walter Sickert, ein in Deutschland geborener ...

Auch wenn es so einige Verdächtige gibt, wer Jack the Ripper war, wissen wir mit Bestimmtheit immer noch nicht. Ein Name der mir bisher nicht untergekommen ist, ist Walter Sickert, ein in Deutschland geborener Maler. Diesen bezichtigt die Autorin Patricia Cornwall als berüchtigten Serienmörder und zwar mit absoluter Gewissheit.

Wenn sich jemand einer Sache so sicher ist, an der sich seit über einem Jahrhundert Historiker und Wissenschaftler die Zähne ausbeißen, zeugt das schon von einer gewissen Arroganz. Und tatsächlich, viele Anhänger dieser Theorie hat Cornwall nicht. Das Buch ist von 2002 und daran hat sich auch nicht viel geändert.

Was man auch von der Theorie hält, in jedem Fall bekommt man ein höchst interessantes Buch, dass nicht nur Sickert, sondern auch das schwere Leben armer Leute im Londoner East End um 1888 behandelt. Diese Abschnitte habe ich auch mit dem größten Interesse gelesen.

Ein großer Teil beschäftigt sich natürlich auch mit der Person Walter Sickert selbst. Was könnte ihn zum Mörder gemacht haben? Welche Umstände in seiner Kindheit haben eventuell dazu geführt? Dabei wird auch ausführlich auf eine potenzielle Missbildung hingedeutet,welche mörderische Neigungen hervorgerufen haben könnten. Jedenfalls weiß ich jetzt mehr über Penis-Operationen, als ich je wissen wollte…

Fakt ist, für vieles gibt es einfach keine eindeutigen Beweise. Die Autorin legt sich das meiste so zurecht wie sie es braucht und hat dafür auch Unmengen als Geld ausgegeben. Jedes mal wenn sie Sickert als den Ripper höchstpersönlich erwähnt, habe ich mit den Augen gerollt.

Ich persönlich glaube ja, wenn man nur lange genug sucht, kombiniert und seine eigenen Schlüsse zieht, findet man sicher noch einen neuen Verdächtigen, der Jack the Ripper gewesen sein könnte.

Überzeugt, dass Sickert der Ripper war, bin ich jedenfalls nicht. Wenn man dann über Sickert etwas recherchiert, stellt man fest, dass manche ihrer Thesen nicht nur Spekulation, sondern schlichtweg falsch sind. Irgendwann geht einem die Autorin einfach nur noch gehörig auf die Nerven mit ihrem fanatischen Wunsch, ein lange ungeklärtes Mysterium gelöst zu haben.

Wer sich davon aber nicht beirren lässt und gerne mehr zum Thema Jack the Ripper erfahren will (inklusive grausiger Details), kann sich das Buch gerne einmal zu Gemüte führen.
Ich selber habe mir nun ein anderes Buch zugelegt, das mehr auf das Leben der fünf Opfer eingeht...

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Guter Roman mit etwas verworrener Mischung

Der Vertraute
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Eigentlich wollte ich mir das Buch kaufen, aber nachdem‘s mich mehrmals in der Bücherei angelacht hat, dachte ich mir: Ach, Geld gespart. Fantasy ist bei mir nämlich immer ein heikles Thema. Manchmal mag ...

Eigentlich wollte ich mir das Buch kaufen, aber nachdem‘s mich mehrmals in der Bücherei angelacht hat, dachte ich mir: Ach, Geld gespart. Fantasy ist bei mir nämlich immer ein heikles Thema. Manchmal mag ich es, dann wieder nicht.
Aber 𝐃𝐞𝐫 𝐕𝐞𝐫𝐭𝐫𝐚𝐮𝐭𝐞 hatte einfach eine so außergewöhnliche Handlung zu bieten, da musste ich es einfach versuchen.

Die Geschichte spielt im Spanien des 17. Jahrhunderts. Wir begleiten das Dienstmädchen Luzia, dass sich trotz ihrer magischen Begabung herumschubsen lassen muss. Als dann ihre Herrin Luzia‘s kleines Geheimnis entdeckt, erhofft sie sich damit den sozialen Aufstieg. Und tatsächlich wird Luzia ausgewählt an einem Wettkampf teilzunehmen, um die Gunst des Königs zu erlangen.
Dabei wird ihr ein Lehrmeister an die Seite gestellt, Santángel, auch „Der Skorpion“ genannt.
Diesen umgibt selbst ein Geheimnis, welches das Schicksal Luzia‘s besiegeln könnte.

Ich fand den Roman wirklich besonders.
Von der Magie und den kleinen Zaubern wird auf eine Weise erzählt, dass man das Ganze für bare Münze hält. Es war toll beschrieben und hat in meinem Kopf sowohl schöne, als auch grausige Bilder erzeugt. Dennoch kam es mir so vor, als konnte man sich hier nicht zwischen Fantasy-, Historien- und Liebesroman entscheiden.

Natürlich kann ein Roman auch alles zusammen sein, aber hier kam es mir immer etwas abgehackt vor. Da ein bisschen Inquisition und Religion, dann wieder Magie und zack weiter zur Romantik.

Die Liebesgeschichte, die aus dem Nichts kam, hätte ich nicht haben müssen, obwohl sie für den Verlauf nicht unwichtig ist und im letzten Drittel sogar einen Großteil der Handlung ausmacht. Für mich hat die Erotik auch gar nicht zum Rest der Geschichte gepasst, vor allem nicht, wenn dann aus heiteren Himmel mit vulgären Begriffen um sich geworfen wurde.

Im Gegensatz dazu gab es dann wieder wunderschön geschriebene Absätze, die fast wie Märchen anmuteten. Schade, dass sich der Roman nicht mehr nach diesem Stil gerichtet hat.

Also ein ziemliches Durcheinander. Aber ich habe es trotzdem gern gelesen, es fehlte nur leider der Feinschliff.

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Veröffentlicht am 01.03.2025

Wer ist der wahre Feind?

Der Gott des Waldes
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𝘈𝘭𝘴 𝘡𝘶𝘨𝘢𝘣𝘦 𝘸𝘰𝘭𝘭𝘵𝘦 𝘴𝘪𝘦 𝘸𝘪𝘴𝘴𝘦𝘯, 𝘰𝘣 𝘫𝘦𝘮𝘢𝘯𝘥 𝘷𝘰𝘯 𝘪𝘩𝘯𝘦𝘯 𝘸ü𝘴𝘴𝘵𝘦, 𝘸𝘰𝘩𝘦𝘳 𝘥𝘢𝘴 𝘞𝘰𝘳𝘵 𝘬𝘰𝘮𝘮𝘦.
„𝘞𝘦𝘭𝘤𝘩𝘦𝘴 𝘞𝘰𝘳𝘵?“, 𝘧𝘳𝘢𝘨𝘵𝘦 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳.
„𝘗𝘢𝘯𝘪𝘬“, 𝘴𝘢𝘨𝘵𝘦 𝘛.𝘑.
𝘕𝘪𝘦𝘮𝘢𝘯𝘥 𝘩𝘰𝘣 𝘥𝘪𝘦 𝘏𝘢𝘯𝘥.
𝘚𝘪𝘦 𝘦𝘳𝘻ä𝘩𝘭𝘵𝘦, 𝘥𝘢𝘴 𝘞𝘰𝘳𝘵 𝘬𝘰𝘮𝘮𝘦 𝘷𝘰𝘮 𝘨𝘳𝘪𝘦𝘤𝘩𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘎𝘰𝘵𝘵 ...

𝘈𝘭𝘴 𝘡𝘶𝘨𝘢𝘣𝘦 𝘸𝘰𝘭𝘭𝘵𝘦 𝘴𝘪𝘦 𝘸𝘪𝘴𝘴𝘦𝘯, 𝘰𝘣 𝘫𝘦𝘮𝘢𝘯𝘥 𝘷𝘰𝘯 𝘪𝘩𝘯𝘦𝘯 𝘸ü𝘴𝘴𝘵𝘦, 𝘸𝘰𝘩𝘦𝘳 𝘥𝘢𝘴 𝘞𝘰𝘳𝘵 𝘬𝘰𝘮𝘮𝘦.
„𝘞𝘦𝘭𝘤𝘩𝘦𝘴 𝘞𝘰𝘳𝘵?“, 𝘧𝘳𝘢𝘨𝘵𝘦 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳.
„𝘗𝘢𝘯𝘪𝘬“, 𝘴𝘢𝘨𝘵𝘦 𝘛.𝘑.
𝘕𝘪𝘦𝘮𝘢𝘯𝘥 𝘩𝘰𝘣 𝘥𝘪𝘦 𝘏𝘢𝘯𝘥.
𝘚𝘪𝘦 𝘦𝘳𝘻ä𝘩𝘭𝘵𝘦, 𝘥𝘢𝘴 𝘞𝘰𝘳𝘵 𝘬𝘰𝘮𝘮𝘦 𝘷𝘰𝘮 𝘨𝘳𝘪𝘦𝘤𝘩𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘎𝘰𝘵𝘵 𝘗𝘢𝘯, 𝘥𝘦𝘮 𝘎𝘰𝘵𝘵 𝘥𝘦𝘴 𝘞𝘢𝘭𝘥𝘦𝘴. 𝘌𝘳 𝘭𝘪𝘦𝘣𝘵𝘦 𝘦𝘴, 𝘔𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘻𝘶 𝘵ä𝘶𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘪𝘩𝘳𝘦 𝘚𝘪𝘯𝘯𝘦 𝘻𝘶 𝘷𝘦𝘳𝘸𝘪𝘳𝘳𝘦𝘯, 𝘣𝘪𝘴 𝘴𝘪𝘦 𝘥𝘪𝘦 𝘖𝘳𝘪𝘦𝘯𝘵𝘪𝘦𝘳𝘶𝘯𝘨
𝘷𝘦𝘳𝘭𝘰𝘳𝘦𝘯. 𝘜𝘯𝘥 𝘥𝘦𝘯 𝘝𝘦𝘳𝘴𝘵𝘢𝘯𝘥.
„𝘞𝘦𝘳 𝘪𝘯 𝘗𝘢𝘯𝘪𝘬 𝘨𝘦𝘳ä𝘵“, 𝘴𝘢𝘨𝘵𝘦 𝘛.𝘑., „𝘮𝘢𝘤𝘩𝘵 𝘴𝘪𝘤𝘩 𝘥𝘦𝘯 𝘞𝘢𝘭𝘥 𝘻𝘶𝘮 𝘍𝘦𝘪𝘯𝘥. 𝘞𝘦𝘳 𝘳𝘶𝘩𝘪𝘨 𝘣𝘭𝘦𝘪𝘣𝘵, 𝘪𝘴𝘵 𝘴𝘦𝘪𝘯 𝘍𝘳𝘦𝘶𝘯𝘥.“

𝐃𝐞𝐫 𝐆𝐨𝐭𝐭 𝐝𝐞𝐬 𝐖𝐚𝐥𝐝𝐞𝐬 ist ein Roman der in der Book Community vielfach empfohlen wurde und Geschichten über Vermisstenfälle packen mich sowieso immer wieder. Romane haben im Vergleich zur Realität den Vorteil, dass der Fall am Ende oft gelöst werden kann. Und hier gibt es gleich zwei vermisste Kinder.

1975, Adirondack Mountains: Viele Eltern schicken ihre Kinder in das angesehene Camp Emerson, damit sie dort einen unvergleichlichen Sommer erleben können. Natur erleben, Freundschaften schließen. Aber dann verschwindet ausgerechnet die 13-jährige Tochter der Van Laars, den Besitzern des Camps. Barbara ist nicht das erste vermisste Kind. 14 Jahre zuvor verschwand schon ihr Bruder Bear spurlos. Hat ein entflohener Straftäter etwas damit zu tun, der auch damals Tatverdächtiger war? Oder ist es die Familie selbst, die etwas zu verbergen hat, wie so mancher glaubt.

Allein der Klappentext ist auf eine Weise geschrieben, der einen sofort in seinen Bann zieht und trotz seiner fast 600 Seiten, liest sich der Roman erstaunlich schnell. Es ist seit langem eines dieser Bücher, mit dem ich spätnachts im Bett lag und mir immer wieder „Nur noch ein Kapitel!“ gesagt habe.

Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt, innerhalb derer verschiedene Personen zu verschiedenen Zeiten auftauchen. Überraschenderweise war das aber gar nicht verwirrend, vielleicht gerade wegen der kurzen Kapitel.

Wie in jedem guten Mystery-Roman, werden einen verschiedene Szenarien präsentiert. Man kombiniert und versucht selbst drauf zu kommen, schließlich werden bestimmte Personen ja nicht ohne Grund erwähnt. Und doch war alles was ich mir ausgemalt hatte falsch. Als das Mysterium schließlich gelöst wird, passiert das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ein gutes Ende.

Erwähnenswert ist noch die kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau und Machtverhältnissen. Männer die das Sagen haben und keine intelligenten Frauen akzeptieren wollen, spielen genauso eine Rolle wie die Privilegien reicher Familien und deren Skrupellosigkeit. Eine geschickte Mischung aus Gesellschaftskritik und Kriminalfall.

Ein richtig spannender Roman, den man gar nicht mehr aus der Hand legen will.

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Back to the Future

#London Whisper – Als Zofe küsst man selten den Traumprinz (oder doch?)
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Auf zum letzte Teil der London Whisper Trilogie! Oder doch nicht? Vorweg, das Ende deutet eine Fortsetzung an. Dabei kriegen wir hier einen durchaus guten Abschluss serviert…

Nachdem Zoe und Hayden langsam ...

Auf zum letzte Teil der London Whisper Trilogie! Oder doch nicht? Vorweg, das Ende deutet eine Fortsetzung an. Dabei kriegen wir hier einen durchaus guten Abschluss serviert…

Nachdem Zoe und Hayden langsam herausgefunden haben wie der Zeitreise Zauber funktioniert, brauchen sie eigentlich nur noch alle Utensilien zusammentragen. Aber natürlich ist das leichter gesagt als getan. Hohepriesterin Nechbet ist dabei der Schlüssel zum Ziel, aber die möchte nur zu ihren Gunsten mit den beiden zusammenarbeiten. Eine Soiree bietet dann die nächste Gelegenheit sich alle notwendigen Artefakte zu sichern. Dafür schlüpft Zoe erneut in die Rolle der preußischen Auguste und verdreht damit nicht nur Hayden den Kopf.

Und Köpfe zu verdrehen hat sich Zoe auch weiterhin zur Aufgabe gemacht. Schließlich müssen vor ihrer Rückreise noch alle Freundinnen verkuppelt werden. Das führt zum selben Kritikpunkt, den ich schon beim Vorgänger hatte. Zwischen Anfang und Ende klafft eine große Lücke die mit belanglosen Teenager Gesprächen gefüllt wird. Wie gesagt, das ist wirklich nicht mehr mein Niveau, aber da es im ersten Teil noch so unterhaltsam und unaufdringlich war, hatte ich die Hoffnung, das würde sich auch in den anderen Teilen so fortsetzen.

Erst gegen Ende kommt dann wieder Bewegung in die Geschichte, aber je weniger die Seiten wurden, desto weniger konnte ich mir vorstellen, dass wie hier ein ordentliches Ende präsentiert bekommen.

Wie ich in meiner Einleitung schon angedeutet habe, bekommen wir schon ein Ende, aber eines mit der Möglichkeit einer Fortsetzung. Sollte es dazu kommen, bin ich aber nicht mehr mit an Bord. Für mich hat sich das Zeitreise Thema hier erschöpft, zumal es die meiste Zeit doch nur um das freudige Miteinander zur Regency Zeit geht. Und da lese ich dann doch lieber Jane Austen.

Wie der zweite Teil macht auch dieser deutlich, dass hier eher Teenager Träume erfüllt werden. Aber auch die können ruhig ein wenig mehr Anspruch haben, deswegen bleibt es auch dieses mal nur bei 3 Sternen.

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Nervige Mitbewohner

Geister in Blackwood House
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Und schon wieder was Neues von Darcy Coates! Da jagt ja ein Spukhaus Roman den nächsten. Würde dieser mich das Fürchten lehren? Bei den anderen war das trotz schauerlichen Setting eher nicht der Fall.

Endlich ...

Und schon wieder was Neues von Darcy Coates! Da jagt ja ein Spukhaus Roman den nächsten. Würde dieser mich das Fürchten lehren? Bei den anderen war das trotz schauerlichen Setting eher nicht der Fall.

Endlich hat Mara genug Geld zusammengespart, um sich ihr eigenes Häuschen zu kaufen. Aber das Traumhaus wird ihr vor der Nase weggeschnappt und so bleibt nur die Notlösung in Form des als Spukhaus verschrienen Blackwood House. Für Mara aber kein Problem, ist sie doch Realistin, nachdem ihre Spiritisten Eltern ihr die Kindheit zur Hölle gemacht haben. Trotz zahlreicher Todesfälle zieht Mara mit Hilfe ihres Freundes Neil ein und erlebt schon bald ihr blaues Wunder.

Apropos Neil: Wo findet man so einen Mann? Der ist einfach zu gut um wahr zu sein und der Gegenpol zu unserer nicht besonders sympathischen Protagonistin Mara. Versteht man Anfangs ihr Verhalten noch, ist man später nur noch genervt von ihrem krankhaften Starrsinn.

Gerade weil ihre Eltern von Geistern besessen waren, verdrängt Mara jeden Gedanken daran, in ihrem neuen Heim könnte es spuken. Und da bin ich teilweise bei mir, denn für das meiste Übernatürliche gibt es eine logische Erklärung.

Würde ich aber erfahren, dass in meinem neuen Haus dutzende Leute ermordet wurden und könnte ich keine Nacht durchschlafen, weil es durch den Kamin pfeift oder der Schaukelstuhl dadurch knarzend in Bewegung gesetzt wird oder möglicherweise ein Obdachloser auf meinem Dachboden rumläuft….ich glaube dann würde ich allein deswegen nicht dort wohnen wollen.

Darcy Coates fährt hier einen bunten Blumenstrauß an Spukphänomenen auf, gruseln konnte mich dennoch nichts davon. Und das obwohl der Roman stellenweise an den Film „Sinister“ erinnert, für mich einer der gruseligsten Filme überhaupt. Ich bin wohl einfach schon zu horrorerfahren…

Unterhaltsam ist das Buch aber trotzdem, auch wenn ich gegen Ende langsam die Lust daran verloren habe, zum Teil weil wirklich alle Charaktere (auch der gute Neil) nur noch genervt haben.

Es ist in jedem Fall schnell gelesen, kommt für mich aber nicht über gute ⭐⭐⭐ hinaus.

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