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Veröffentlicht am 03.07.2025

Berührend und hoffnungsvoll – ein weiterer Herzensband aus Hope Harbor

Seesternmomente
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Seesterne reagieren besonders empfindlich auf äußere Einflüsse – eine treffende Metapher für einige der Charaktere in diesem bewegenden Roman. Der Titel passt perfekt zu einer Geschichte, die tief unter ...

Seesterne reagieren besonders empfindlich auf äußere Einflüsse – eine treffende Metapher für einige der Charaktere in diesem bewegenden Roman. Der Titel passt perfekt zu einer Geschichte, die tief unter die Oberfläche blickt und berührt.

„Hope Harbor“ ist mehr als nur ein Ort – es ist ein Rückzugsort für verletzte Seelen, ein Platz, an dem Heilung, Hoffnung und Neuanfang möglich sind. Genau das zeigt sich auch in diesem Band erneut auf eindrucksvolle Weise.

Im Mittelpunkt steht diesmal Steven Roark, dessen Name bereits im vorherigen Teil kurz gefallen ist. Nun erhält er seine eigene Geschichte – eine, die mit Tiefe, unerwarteten Wendungen und emotionaler Kraft überrascht. Besonders spannend ist die Begegnung mit der Grundschullehrerin Holly Miller, deren Werte auf den ersten Blick so gar nicht mit Stevens Vergangenheit vereinbar scheinen. Doch durch ihr gemeinsames Engagement bei der Initiative „Helfende Hände“ bekommen beide die Chance, hinter die Fassade des jeweils anderen zu blicken.

Wie immer gelingt es der Autorin, mit liebevoll gestalteten Nebenfiguren – den kleinen „Helferlein“ von Hope Harbor – das Herz der Geschichte zum Schlagen zu bringen. Sie erinnern daran, dass Unterschiede nicht trennen, sondern verbinden können, dass Liebe stark macht und dass Vergebung und Gottvertrauen heilend wirken.

Auch wenn sich der Aufbau der einzelnen Bände in gewisser Weise ähnelt, gelingt es dennoch jedes Mal aufs Neue, emotional zu berühren. Die sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte wird ergänzt durch zwei sehr bewegende Einzelschicksale, die mich tief getroffen haben. Man hofft und bangt mit, und wird am Ende mit einem Gefühl der Zuversicht belohnt.

Besonders hervorzuheben ist, wie die Geschichte auch schwierige Themen wie Abtreibung, Suizidgedanken, Kriegstraumata und schwere Krankheiten aufgreift – einfühlsam, ehrlich und dabei nie überfordernd. Der Ton bleibt stets hoffnungsvoll, mit einem feinen Gespür für emotionale Balance und wohldosiertem Humor.

„Hope Harbor“ ist ein Ort, den man beim Lesen liebgewinnt – voller Wärme, Menschlichkeit und glaubwürdiger Charaktere. Wer einmal dort war, wird immer wieder gern zurückkehren.

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Geheimnisse, die durch zwei Zeitebenen ans Licht kommen - leider nicht ganz überzeugend

Was wir für wahr gehalten haben
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Das Cover und der rätselhafte Titel wecken Interesse und geben zusammen mit dem Klappentext einen Ausblick auf eine abwechslungsreiche Reise -zentrales Thema: die Wahrheit. Dabei geht es nicht nur um Ehrlichkeit ...

Das Cover und der rätselhafte Titel wecken Interesse und geben zusammen mit dem Klappentext einen Ausblick auf eine abwechslungsreiche Reise -zentrales Thema: die Wahrheit. Dabei geht es nicht nur um Ehrlichkeit gegenüber anderen, sondern auch um die Auseinandersetzung mit sich selbst. Das Buch lädt zur Reflexion ein, zeigt wie persönliche Entwicklung durch Verständnis und Mitgefühl für andere möglich wird.

Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. Im Zentrum der Gegenwartsebene steht Mattie, die Ende der 1960er Jahre mit dem Verlust ihres Zwillingsbruders und der schwerwiegenden Erkrankung ihrer Mutter konfrontiert wird. Ihre Emotionen – Wut, Verzweiflung, Angst – dominieren ihr Denken und Handeln. Inmitten dieser Krise erhält sie von ihrer Mutter eine Sammlung von Briefen, die ihr bisheriges Weltbild erschüttern und eine tiefere Familiengeschichte offenbaren.

Diese Briefe führen die Lesenden in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zu Ava Delaney, deren Schicksal und ihre Begegnung mit dem deutschen Medizinstudenten Gunther eindrucksvoll geschildert werden. Die parallele Erzählweise offenbart nach und nach persönliche und historische Wahrheiten – über Verlust, Lügen und die Narben des Krieges.

Durch die Ich-Perspektive beider Frauen erlebt man ihre sehr unterschiedlichen Verarbeitungsweisen. Dabei fällt die Charakterzeichnung sehr unterschiedlich aus: Mattie agiert häufig impulsiv und überfordert, was es bis zum Schluss nicht leicht macht, eine empathische Verbindung zu ihr aufzubauen. Ava hingegen überzeugt durch innere Ruhe, Tiefe und ihren gelebten Glauben, der ihr Kraft und Orientierung verleiht.

Trotz der bewegenden Schicksale und der gelungenen thematischen Verknüpfung fehlte mir stellenweise die narrative Balance.

Die Vielzahl an Einzelschicksalen und der insgesamt ernste Ton lassen wenig Raum für Momente der Leichtigkeit oder Hoffnung, was der Geschichte eine gewisse Schwere verleiht. Zudem wirken einzelne Passagen redundant oder zu ausführlich.

Die christlichen Aspekte beschränken sich überwiegend auf Zitate oder oberflächliche Bezüge; hier wäre mehr inhaltliche Tiefe wünschenswert gewesen.
Das Ende ist leider zu komprimiert und lässt dadurch einige emotionale Entwicklungen unausgereift zurück. Trotz kleiner Lichtblicke durch einzelne Nebenfiguren überwiegt ein eher bedrückender Gesamteindruck.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Teil 3 der Hope Harbor Reihe und bisher mein Lieblingsteil

Kobaltblaue Tage
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Teil 3 der Hope Harbor Reihe hab ich regelrecht verschlungen und er hat mir bisher am besten gefallen. Mit Adam Stone als Ex-Straftäter und der Polizistin Lexie ist eine Kombi entstanden, die absolut gelungen ...

Teil 3 der Hope Harbor Reihe hab ich regelrecht verschlungen und er hat mir bisher am besten gefallen. Mit Adam Stone als Ex-Straftäter und der Polizistin Lexie ist eine Kombi entstanden, die absolut gelungen ist. Auch wenn der Ort dafür bekannt ist, liebenswert miteinander aber auch zu Gästen zu sein, so stecken doch in manchen Köpfen Vorurteile und eine gewisse Vorsicht fest.

Ausgerechnet Adam wird hinzugezogen, als immer mehr Fälle von Vandalismus auftreten. So muss er sich nicht nur wieder mit seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen, sondern auch seine wachsenden Gefühle unter Kontrolle bringen, denn schließlich kommen sie beide aus verschiedenen Welten und was soll mit so einem Makel schon Positives bewirken. Hope Harbor wäre aber nicht das, wofür es bekannt ist, wenn da nicht so manch liebenswerter Bewohner nachhelfen würde, um ihn aus seiner Einsamkeit und seinen Selbstzweifeln herausholen würde.

Ich hab Seite für Seite mehr als genossen. Emotionen, Gefühlschaos füllen die Seiten ebenso wie diese wirklich zuckersüße Liebesgeschichte und die tolle Entwicklung, die so manch einer hier durchleben und daraus lernen kann. Zweite Chancen, Vergangenheitsbewältigung, Vergebung, Neuanfänge und der unerschütterliche Glaube, dass Gott immer das Gute im Menschen sieht. Hilfsbereitschaft, echte Freundschaften und so viel mehr erlebt man an diesem mittlerweile so vertrauten und liebenswerten Örtchen mit all den urigen Bewohnern, die man auch schon so ins Herz geschlossen hat. Taco-Charly, Schokoladencremetorten-Eleanor, Best Buddy Luis, ja selbst einige tierische Bewohner bringen der ganzen Geschichte noch entsprechenden Humor und das gewisse harmonische Feeling mit. Nicht zu vergessen die warmen Zimtbrötchen von Sweet Dreams.

Einmal angefangen entwickelt sich richtiges Suchtfeeling nach dieser Reihe und ich freue mich schon auf den nächsten Teil, der umgehend gestartet wird.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Ausdrucksstark, bildgewaltig, emotionaler Volltreffer

Am Meer ist es schön
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Verschickungskinder – wenn Kinder und Jugendliche auf Anraten von Ärzten zur Förderung der Gesundheit in so genannte Kurheime geschickt werden. Dieses Thema greift die Autorin in ihrem Roman auf und nachdem ...

Verschickungskinder – wenn Kinder und Jugendliche auf Anraten von Ärzten zur Förderung der Gesundheit in so genannte Kurheime geschickt werden. Dieses Thema greift die Autorin in ihrem Roman auf und nachdem ich es beendet habe, musste ich erstmal tief durchatmen.

Die mittlerweile fast 50jährige Susanne, Mutter von einer 26-jährigen Tochter erzählt am Sterbebett ihrer Mutter auf deren Wunsch das erste Mal intensiv über diese Zeit in dem Verschickungsheim in St.Peter Ording. Bis dahin verdrängt, weil ihr nach der Heimkehr keiner geglaubt hat, was sich dort abgespielt hat, ihre Mutter aber ahnt, dass das, was die kleine lispelnde Susi erlebt hat, doch mehr war, als man es in dem Alter der blühenden Phantasie zusprechen konnte.
In Zeitsprüngen erlebt man nicht nur die wachen und dementen Züge von Susannes Mutter, sondern auch nach und nach die grausame, unvorstellbare Zeit in einem der unzähligen Heime und Susis ganz eigene traurige Geschichte, die sie und alle Kinder, die dort waren, für immer geprägt hat.

Mich hat es eiskalt erwischt, es fühlte sich wie ein Emotionstsunami an, der mich gnadenlos überrollt hat, völlig erschüttert, dass Menschen zu so was fähig sind und vor allem, weil man die Gründe einfach nicht versteht. Dieses Heim ist ja kein Einzelfall gewesen, aber dennoch so wichtig, dass dieses dunkle Thema, dass sich von der Nachkriegszeit bis in die 90er Jahre noch basierend auf NS-Ideologie durchgezogen hat, endlich Gehör und Verständnis für die Betroffenen findet.

Am meisten Unverständnis kommt dabei auf, wie geschickt die Heime die Abläufe vertuscht haben, die Kinder eingeschüchtert haben und somit kaum etwas nach außen drang oder nur wenige Eltern sich bewogen fühlten, dagegen anzugehen.
Trotz dieser sehr bedrückenden Erlebnisse fand ich dieses feine Netz der Verbundenheit zwischen den Kindern so niedlich und besonders Susannes Geheimnisse und Erinnerungen bringen etwas zutage, was mich sehr berührt und am Ende sehr gefreut hat.

Ausdrucksstark, bildgewaltig, emotionaler Volltreffer - die Autorin versteht es wieder mal, den Leser in die Geschichte hineinzuziehen und all die Erlebnisse fast selbst spüren zu können. Parallel als Hörbuch fand ich die gesprochene Umsetzung genial, Ulrike Kapfer ist die geniale Besetzung und durch sie ist die Geschichte noch lebendiger geworden.

Eine fiktive Geschichte, die aber auf Tatsachen beruht, wichtig gegen das Vergessen, gegen all die Gräuel an den Kindern, die in solchen Verschickungsheimen das Schlimmste, was man einem kleinen Menschlein antun kann, erleben mussten, meist nur schwer darüber hinwegkamen und vielleicht immer noch damit zu kämpfen haben, jedes auf seine ganz eigene Weise.

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Veröffentlicht am 18.06.2025

Eine Zweckehe mit vielen Höhen und Tiefen

Auf der anderen Seite des Sturms
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Ganz schön stürmisch geht es in diesem Roman zu, steht doch die Missionarswitwe Rebekka vor einer schwierigen Entscheidung. Mit zwei kleinen Kindern segelt sie von China zurück nach Deutschland, um Pfarrer ...

Ganz schön stürmisch geht es in diesem Roman zu, steht doch die Missionarswitwe Rebekka vor einer schwierigen Entscheidung. Mit zwei kleinen Kindern segelt sie von China zurück nach Deutschland, um Pfarrer Friedrich Hoffmann zu ehelichen. Doch die Überfahrt gestaltet sich aufwühlend, nicht nur wettermäßig, sondern auch aufgrund ihrer Gefühle für Kapitän Pierrot Salmas. Für wen schlägt ihr Herz höher und wie soll sie die Folgen dieser Seefahrt ihrem künftigen Mann erklären?

In Rebekka steckt eine herzensgute, aufrichtige Person, deren Umstände mehr als einfach sind und der ihr begangener Fehler zu schaffen macht, zumal sie Gottes Wort über alles liebt. Als alleinstehende Frau mit zwei Kindern in einer schnell verurteilenden Welt zu überleben ist nicht leicht und das spürt sie viele Male. Dennoch entscheidet sie sich und muss auf vielfältige Weise lernen, dass Gottes Pläne oft anders aussehen, als man denkt oder handelt.

Jedes Kapitel wird mit einem interessanten Bibeltext eingeleitet und die vielen Gedankengänge sind oft geprägt von biblischen Persönlichkeiten oder Versen, die ihnen helfen, Probleme zu bewältigen, Lösungen zu finden und Gott mit in Entscheidungen einzubeziehen. Dabei kommen ihnen aber oft Impulsivität, Missverständnisse und Dickköpfigkeit in die Quere, ebenso wie sie oft vergessen, Dinge Gott in die Hände zu legen und ihn um Führung zu bitten.

Richtig spannend wird sowohl die Gegenwart als auch in verschiedenen Rückblenden der Überfahrt erzählt, wie es Rebekka ergeht und wie sie sich durchkämpft, ihre Stärke, Zuversicht zeigt, aber auch unter Schwächen und folgenreichen Fehlern leidet. Ganz besonders weil ihr Sohn Jakob sehr schwer nur mit der neuen Situation zurechtkommt und es deswegen viele tränenreiche Auseinandersetzungen gibt.

Der Schreibstil dieser Geschichte hat mich das Buch stürmisch erobert, mich an Bord geholt ebenso wie die inneren Stürme miterleben lassen und es zu einem Lesegenuss werden lassen. Besonders weil die Geschichte auf so beeindruckende Weise zeigt, dass keiner perfekt ist, dass wir alle mit den Folgen einer Entscheidung und deren Auswirkungen zu kämpfen haben.

Man braucht Menschen, die Verständnis zeigen, die einen auffangen und daran denken, dass wir alle unvollkommen sind und Gottes Vergebung benötigen, die er jedem gewährt, der es zulässt. Rebekkas Einsatz für die schwächere Gesellschaft, ihre Furchtlosigkeit Dinge anzupacken und über die Güte Gottes durch den Tod seines Sohnes zu sprechen hat mich sehr begeistert.

Bis auf ein paar Reaktionen, die ich etwas zu übertrieben fand, ist es wirklich ein lesenswerter, mutmachender Roman, faszinierend auch die chinesischen Bräuche, die immer wieder eingebaut werden und toll die Thematik von Schwächen, Versöhnung, Liebe, Zukunftsangst und Freundschaft aufgreifen.

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