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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2019

Doppelleben

Die Saphirtochter
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Ich lese die Bücher von D. Jefferies sehr gerne, weil sie einen immer wieder in fremde Welten entführen, in denen es ein Genuss ist, sich die Eindrücke, Umgebungen, Düfte und Farben umschreiben zu lassen ...

Ich lese die Bücher von D. Jefferies sehr gerne, weil sie einen immer wieder in fremde Welten entführen, in denen es ein Genuss ist, sich die Eindrücke, Umgebungen, Düfte und Farben umschreiben zu lassen und sie sich bildlich vorzustellen. Zusammen mit gefühlvollen Geschichten und einem interessanten Schreibstil lassen sie sich immer gut lesen.
Dieses Buch ist allerdings nicht das stärkste aus ihrer Feder, denn auch wenn wieder etliche Eindrücke in der Festungsstadt Galle auf Ceylon auf den Leser wirken, so ist die Handlung leider etwas unstimmig, manches bleibt am Ende immer noch offen und nicht schlüssig.
Louisa und ihr Mann Elliot führen nach außen eine scheinbar glückliche Ehe, obwohl man ihn in den ersten Kapiteln als verhätscheltes Muttersöhnchen erlebt, dem seine Mutter nie was abstreiten konnte und seiner Schwester Margo auch immer vorgezogen wurde. Er liebt die Gefahr, das Abenteuer und hat länger gebraucht, um die Firma von Louisas Vater, Jonathan Reeves, einzusteigen, der ihm eher skeptisch begegnet.
Nicht zu Unrecht, wie sich nach Elliots Unglück zeigt, denn er hatte vor seiner Frau so einige Geheimnisse und auch kuriose Geschäfte abgeschlossen, über die keiner Bescheid wusste.
Louisa hat schwer daran zu knabbern, dass sie früh ihre Babys verloren hat, nun steht sie mit ihren Bediensteten und ihrem Vater alleine da und wird von einer Schreckensnachricht nach der anderen überrascht und fragt sich immer wieder, ob sie ihren Mann wirklich gekannt hat und wie er sein Doppelleben verheimlichen konnte. Leider schwebt sie auch bald in Gefahr, doch sie hat treue Freunde, wie zum Beispiel ihre Schwägerin Margo, den Besitzer der Zimtplantage Leo, ihre Freundin Gwen, eine liebenswerte, treue Seele und auch ihren Vater.
Die Charaktere sind gut getroffen, egal welche Position sie auch vertreten, ob positiv oder negativ, bei jedem hat man ein gewisses Bild im Kopf und kann sich besser in die Situationen hineinversetzen.
Doch leider ist die Handlung eher schwach, man kommt nicht so schnell rein, erhofft sich ein bisschen mehr Spannung, teilweise sind manche Abläufe unverständlich und unlogisch, zu schnell wieder geklärt oder bleiben mit dickem Fragezeichen über.
Die romantische Seite ist zwar auch vertreten, aber es kommt eher wenig Gefühl rüber, es klingt alles etwas platonisch, Louisa ist einerseits eine Romantikerin, hat ihr Herz in ihre Ehe gesteckt, doch andererseits ist sie auch geschockt, über das, was sie jetzt herausfindet und zeigt eine gewisse Unnahbarkeit, die teilweise etwas übertrieben oder zickig wirkt. Sie verliebt sich zwar neu, bremst sich aber immer wieder selber aus, was den ganzen Schwung und die Romantik rausnimmt.
Der letzte Teil des Buches stolpert ein wenig durch die Handlung, alles wirkt etwas gerafft, Spannung baut sich auf, flacht aber zu schnell wieder ab und alles plätschert ein wenig vor sich hin und löst sich zu schnell in Wohlgefallen auf. Egal ob es die Persönlichkeit mancher Angehöriger ist, die sich plötzlich verändert, oder Situationen, die eigentlich von den Gefühlen viel länger brauchen, sind zu schnell ins positive geschwenkt. Und der Schluss eine Zusammenfassung der letzten beiden Monate und ein Blick in die Pläne für die Zukunft. Etwas schade!
Alles in allem ist es ein nettes Buch für zwischendurch, bleibt aber doch ein wenig hinter den Erwartungen, ist aber durchaus lesenswert, denn trotz allem gefällt mir der Schreibstil der Autorin.

Veröffentlicht am 21.07.2019

Wir retten uns selbst und tun es gemeinsam

Show me the stars
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Ein wunderschöner Auftakt mit unglaublich tiefgründiger Geschichte, vor einer traumhaft umschriebenen Leuchtturmkulisse in Irland.

Die junge Liv verliert ihren Job bei einer großen Zeitung und nimmt ...

Ein wunderschöner Auftakt mit unglaublich tiefgründiger Geschichte, vor einer traumhaft umschriebenen Leuchtturmkulisse in Irland.

Die junge Liv verliert ihren Job bei einer großen Zeitung und nimmt die Einladung an, ein halbes Jahr Housesitter für einen Leuchtturm in Irland zu sein.
Dort angekommen spürt sie schnell, dass nicht alles im Leben so einfach ist, wie man es sich erhofft. Anfangs mit dem Schicksal hadernd, ohne Rückendeckung und Verständnis der Mutter und auch voller Ängste lernt sie dort Stück für Stück über ihren Schatten zu springen, Dinge auszuprobieren und auch wieder mehr Selbstvertrauen zu gewinnen und Ängste zu überwinden, teils auf lustige Art, aber manchmal auch zu Tränen rührend.

Liebe neu gewonnene Freunde stehen ihr zur Seite und dann ist da dieser unglaublich attraktive Mann, der regelmäßig im Pub singt und sie mit dem Lebensnotwendigen auf dem Leuchtturm versorgt. Doch so einfach ist es nicht mit der Liebe, denn hinter jeder Persönlichkeit steckt auch eine traurige Geschichte.

Die Autorin hat es wirklich großartig verstanden, den Leser mit auf eine tolle Reise mitzunehmen, Düfte, Eindrücke und Umgebung so realistisch wirken zu lassen, als ob man all das selbst erlebt.
Die Geschichte ist aus der Perspektive von Liv erzählt, dadurch erhält man mehr die Eindrücke aus ihrer Sicht, aber auch das ist gut gelungen.
Vieles in dem Buch hat mich sehr berührt, manche Erklärungen zu Umständen, teilweise auch traurige Erlebnisse oder Erinnerungen, die sehr schmerzen, manche Menschen verletztend reagieren, aber dennoch kommen so positive Gedanken rüber, die den Leser zum Nachdenken anregen oder einfach nur durch echte Freunde, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind und zeigen, wieviel man doch wert ist.
Jeder Charakter ist so authentisch beschrieben, nichts ist übertrieben oder unrealistisch, man kann sich jeden einzelnen nach der Beschreibung sofort bildlich vorstellen.

Ich werde dieses Buch bestimmt nicht so schnell vergessen und die Fortsetzungen sind schon abgespeichert...
Eine neuentdeckte Autorin, die mich sowohl von der Geschichte als auch vom Schreibstil sehr überzeugt hat...

Veröffentlicht am 11.07.2019

man muss nicht immer die kürzeste, praktischste Route wählen, um ans Ziel zu kommen

Meistens kommt es anders, wenn man denkt
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Wieder mal ein gelungener Roman, der unglaublich berührend ist, ein sehr tiefgründiges Thema anspricht und es gleichzeitig schafft, einen zu Tränen zu rühren und gleichzeitig die Bauchmuskeln vor Lachen ...

Wieder mal ein gelungener Roman, der unglaublich berührend ist, ein sehr tiefgründiges Thema anspricht und es gleichzeitig schafft, einen zu Tränen zu rühren und gleichzeitig die Bauchmuskeln vor Lachen zu trainieren.... Und die Auslöser für dieses Feuerwerk an Emotionen sind
Nele Wilkens, die große Schwester von Lenny, einem Down-Kind und einem Elternpaar, die ihr Ehegelübde erneuern möchten. Gerade von ihrem Ex auf die mieseste Art abgewiesen, erhält sie eine neue Chance in der Firma M&T, einer Agentur, die das Image so mancher Firma oder Persönlichkeit aufbessert, um ihm einen neuen Start zu verleihen oder wie in Neles neustem Fall, politisch aufzupolieren, was sich nicht immer als einfach herausstellt.
Doch mit ihrem neuen Chef Claas und seiner übermütigen, etwas tollpatschigen Hündin Sally, lernt sie immer mehr Selbstvertrauen, nicht immer nur die große, vernünftige Schwester zu sein, die sich um alles und jeden kümmert und selbst zu kurz kommt. Gerade der Hund tritt als kleiner Kuscheltherapeut auf und trotzdem Nele alles abverlangt wird, bei ihrem neuen Auftrag, den Politiker Rüdiger Hofmann-Klasing, aus seinem verbohrten, grauen Image herauszuholen und ihm zur Wahl zum Bürgermeister zu verhelfen, zeigt sich, was eine neue Liebe und gute Freunde ausmachen. Doch auch sich selbst zu überdenken, denn Nele vergisst oft sich selbst bei allem was sie tut. Gerade ihr Bruder Lenny, der auf seine liebenswerte, fröhliche Art versucht, selbsstständig zu werden, mit eigener Wohnung, Freundin, Berufswunsch, muss oft auf Ablehnung und Schikanen stoßen, spüren, dass Menschen Vorurteile haben- und auch seine Eltern tun sich mit seinem neuen Freiheitswunsch schwer, weil er immer wohl behütet war, sie ihm solches Leid ersparen möchten!
Aber wie süss alle erkennen müssen, trotz aller Schwierigkeiten, was für besondere, liebenswerte Persönlichkeiten auch Menschen mit solch einem Handicap sind und wie sie auf ihre Weise die Herzen und die Welt erobern.

Deshalb ist auch der Titel einfach super gewählt, denn wie oft erwischt man sich im Leben, wo man sich vorher schon alles kaputt denkt oder sich viel zu viele Gedanken um alles und jeden macht. Oftmals sollte man diese Unbeschwertheit wie Lenny haben, einfach Mut haben, einfach tun... Und der genialste Satz als Einstieg in die Geschichte und auch ein schönes neues Lebensmotto ist: Für alle, die in ihrem Leben nicht der kürzesten oder praktischsten, sondern der landschaftlich schönsten Route folgen.... Wie wahr!

Lasst Euch also verzaubern von einer wundervollen Liebesgeschichte, von einem liebenswerten jungen Mann, der trotz gesundheitlicher Einschränkungen und genetischem Defekt Herzen im Sturm erobert und einer Geschichte, die einen zu Tränen rührt, zu Herzen geht und gleichzeitig so viele witzige Einlagen hat, dass hier eine wirklich nachdenklich stimmende Geschichte entstanden ist, die noch lange im Gedächtnis bleibt....

Für mich wäre diese Geschichte auch absolut filmreif!

Veröffentlicht am 06.07.2019

zur Bewertung bitte......

Fünf Sterne für dich
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Herrliche Unterhaltung verspricht dieses Buch, bei dem ich mich super unterhalten gefühlt und gleichzeitig so mitgelitten habe.
Schule live- aber mit so vielen Mißverständnissen, Hoffnungen, Vorstellungen ...

Herrliche Unterhaltung verspricht dieses Buch, bei dem ich mich super unterhalten gefühlt und gleichzeitig so mitgelitten habe.
Schule live- aber mit so vielen Mißverständnissen, Hoffnungen, Vorstellungen und Träumen, dass man bis zum Schluss am Mitfiebern ist, denn immer wenn man denkt, ein Problem ist gelöst, dann folgt die nächste Katastrophe.
Ein Elternvertreter, der alles und jeden bewertet, weil es sein Beruf ist und eine neue Lehrerin, die sich nichts mehr wünscht, als ihre Klasse gut zu führen und alle Schüler unter einen Hut zu bekommen. Doch leider muss Pia auf manche schmerzliche Weise erfahren, was es heißt, Schüler von unterschiedlicher Herkunft und Elternhaus in einer Klasse zu betreuen und für Konfliktlösungen zu sorgen. Was tut man, wenn weder Rektor, noch Kollege, noch Elternvertreter mit dem hoffnungsvollen Projekt einverstanden sind und man auch noch miesen Bewertungen zum Opfer fällt? Rache ist süss und Pia ist einfach zu herrlich, wie sie versucht, alles doch noch zum Guten zu wenden. Mit ihrere Freundin Hannah erlebt man ein tolles Lesevergnügen, denn die Geschichte hat auch ordentlich Tiefgang, man verdrückt so manche Träne, weil es einen berührt, wie Probleme bewältigt werden, die Empfindungen der Schüler umschrieben werden und manch Eltern auch ein trauriges Schicksal erleiden mussten. Gleichzeitig wird aber auch ordentlich auf die Lachmuskeln abgezielt, wenn man von DSGVO tauglicher Adressenliste, Tochter-Vater Disputen und der Kammer des Schreckens liest und mit Sicherheit wird jeder nach diesem Buch an Zwiebelschneiden zur Konfliktlösung denken.

Super Unterhaltung, auch wenn ich mir für das Ende ein bißchen mehr und ausführlicher gewünscht habe, aber dieses Buch ist für mich eins der Highlights dieses Jahr und ich freue mich schon auf viele weitere aus der Feder von Charlotte Lucas..... Daumen hoch und 5 Sterne für die Autorin!

Veröffentlicht am 25.06.2019

Ich wünsch mir einen Papa

Mein Wunsch bist du
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Ein Wunschzettel eines fast 5-jährigen stellt Lilli Taubers Leben auf den Kopf. Ihr Sohn wünscht sich zum Geburtstag einen Papa!
Aber wie soll dieser Wunsch in Erfüllung gehen, da Emil durch eine anonyme ...

Ein Wunschzettel eines fast 5-jährigen stellt Lilli Taubers Leben auf den Kopf. Ihr Sohn wünscht sich zum Geburtstag einen Papa!
Aber wie soll dieser Wunsch in Erfüllung gehen, da Emil durch eine anonyme Samenspende gezeugt wurde? Doch sie möchte unbedingt, dass es ihm gut geht und sie versteht, dass er ein Anrecht hat, seinen Vater kennenzulernen.
Mithilfe des Journalisten Patrick und ihrer besten Freundinnen Alma und Miriam machen sie sich auf die Suche nach dem leiblichen Vater. Doch trotz der erfolgreichen Suche muss sich Lilli mit ungeahnten Schwierigkeiten auseinandersetzen, die sie immer wieder zweifeln lassen, ob das die richtige Entscheidung war. Die Vergangenheit gibt keine Ruhe und auch sie muss eine Entscheidung treffen, bei der es um so viel geht- für ihren Sohn würde sie alles machen, Hauptsache es geht ihm gut.
Mich hat diese Geschichte wirklich berührt, gerade weil das Leben einer Alleinerziehenden Mutter so realistisch umschrieben ist. Nicht jeder hat Verständnis für eine künstliche Befruchtung, für die Entscheidung, dass man ohne Mann ein Kind großzieht wird und nebenbei Familie, Job und Haushalt unter einen Hut bekommt.
Emil ist ein liebenswerter kleiner Kerl, für sein Alter schon sehr weit und es ist einfach zu süss, wie er auf die Männer in seinem Umfeld reagiert, gerade als er seinem leiblichen Vater begegnet.
Was Lilli durchmachen muss, welche Ängste sie hat, hat mich wirklich beschäftigt, wie schnell kann etwas das ganze Leben verändern, was muss man alles bedenken, was ist richtig, auf einmal kommen bei ihr Gefühle auf, die sie immer abgelehnt hat, weil sie schon einige Erfahrungen gemacht hat und ausgerechnet in einen vergebenen Mann verliebt sie sich. Da ist das Chaos perfekt. Doch Hannes, anfangs ziemlich zurückhaltend und misstrauisch, hat eine unglaublich tolle Art, obwohl er selbst mit der Nachricht Vater zu sein total überrascht wurde und so einiges erlebt hat.
Die Gefühle aller sind authentisch beschrieben, manchmal möchte man Lilli schütteln und sagen, zweifle nicht, sondern nutze den Augenblick, steh zu deinen Gefühlen und versuch es doch wenigstens, rede dir nicht alles gleich negativ. Das hat mich manchmal ein wenig kribbelig gemacht, denn das war mir dann gerade zum Ende hin doch etwas zu viel.
Und dann kommt zum Ende hin noch ein Überraschungseffekt, mit dem ich absolut nicht gerechnet hätte, über den ich mich aber total gefreut habe, das war echt klasse herausgearbeitet.
Der Schluss hätte etwas ausführlicher sein können, das war mir ein wenig zu kurz zusammengefasst, aber dennoch habe ich es sehr genossen, denn es ist ein Buch mit Tiefgang- ob es der Wert der Freundschaft ist, Hoffnungen und Wünsche, die man nie aus den Augen verlieren sollte und die es wert sind, um sie zu kämpfen und letztendlich auch zu Gefühlen zu stehen und keine Angst zu haben, vor dem was auf einen zukommen mag oder wie etwas endet.