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Veröffentlicht am 31.05.2026

Perfekte Schachpartie

Blindspiel
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Der Finne Max Seeck ist einer der Autoren, denen ich blind vertraue. Sein tempo- und actionreiches „Blindspiel“, das ich soeben beendet habe, hat mich sofort gepackt und mich bis zum Schluss nicht mehr ...

Der Finne Max Seeck ist einer der Autoren, denen ich blind vertraue. Sein tempo- und actionreiches „Blindspiel“, das ich soeben beendet habe, hat mich sofort gepackt und mich bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Es ist der Auftaktband einer neuen Thriller-Reihe um den Profiler Milo Perho, der zusammen mit der Kripo Helsinki ermittelt.

Der letzte Diebstahl seines Lebens endet für den jungen Alexander Ewans tödlich. Bald danach ist es eine junge Frau, die in Folie eingewickelt, vollständig mit weißer Farbe überzogen, tot aufgefunden wird. Eine schwarze Schachfigur wird tief in ihrer Speiseröhre entdeckt, wenig später dann wiederholt sich diese grausame Inszenierung – die Leiche ist diesmal komplett in schwarze Farbe getaucht, die auch hier platzierte Schachfigur weiß. Ein Serientäter scheint hier am Werk zu sein. Und da kommt Milo Perho ins Spiel, der mit der Kripo Helsinki zusammenarbeitet. An vorderster Front sind dies Minka Laine, die Kriminalhauptkommissarin und der Kriminalhauptkommissar Kalle Avist.

Die Schachnotation, die Milo anonym erreicht, lässt vermuten, dass sie sich bereits in einem tödlichen Spiel befinden.

Der noch unbekannte Gegenspieler hat die „Eröffnung“ perfekt inszeniert. Milo entsinnt sich eines versierten Schachspielers, den er schon lange aus seinem Leben verbannt hat. Welch Konzept steckt dahinter? Welche Schachpartie wird hier nachgestellt? Das „Mittelspiel“ lässt an professionelle Schachspieler und deren legendäre Schachpartien denken, um dann im „Endspiel“ den bis dahin unentdeckten Täter zu entlarven. Bis es allerdings so weit ist, steht ihnen ein langer, sowohl für den Profiler als auch für die Ermittler, gefährlicher Weg bevor.

Von den Protagonisten, allen voran Milo, erfahren wir viel Privates. Er driftet immer wieder in seine eigene, ziemlich düstere Welt, ab. Er ist einer der besten seines Faches, war ursprünglich undercover für die Polizei unterwegs, wird jetzt bei Bedarf hinzugezogen, ist mit einer Ärztin verheiratet und betreibt eine Galerie. Auch von Minka Laine und Kalle Avist erfahren wir von ihrem Privatleben mehr, was gerade hier vonnöten ist, die Grenzen zwischen beruflichem und privatem verschwimmen zusehends.

Das Blindspiel wird aus verschiedenen Blickwinkeln durchleuchtet, vielfach aus Milos Perspektive. Es sind relativ kurze Kapitel, dazwischen sind es Rückblenden, die in die Vergangenheit führen.

So düster und bedrückend der Thriller auch ist, so sehr hat er es mir angetan. Er hat mich vom ersten bis zum letzten Zug gefesselt, obwohl ich mich mit dem Schachspiel an sich nie auseinandergesetzt habe. Umso mehr sind es die raffinierten Züge, die Max Seeck meisterhaft in Szene gesetzt hat. Die Spannung steigert sich kontinuierlich und lässt bis zum Spielende nie nach. Die Reihe werde ich auf jeden Fall weiterverfolgen und – da dieser erste Band Ende Juni 2025 erschienen ist – erhoffe ich mir, fast ein Jahr später, alsbald Band zwei.

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Veröffentlicht am 29.05.2026

Absolut lesenswert

Die Welt in Meran - Schattenflamme
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Schon das erste Buch „Die Welt in Meran. Walzerblut“ habe ich mit Genuss gelesen und nun treffe ich wiederum auf Helen von Burt und auf ihre beiden Verehrer – den Korsen Jean de Benedetti und den Erbgrafen ...

Schon das erste Buch „Die Welt in Meran. Walzerblut“ habe ich mit Genuss gelesen und nun treffe ich wiederum auf Helen von Burt und auf ihre beiden Verehrer – den Korsen Jean de Benedetti und den Erbgrafen Maximilian von Montalban. Wir schreiben das Jahr 1874, zwei Jahre zuvor waren es der Kurbetrieb und die Maskenbälle. Das erste Buch führt ein in die damalige Gesellschaft und deren Gepflogenheiten und nun sind wir mittendrin im Wiener Börsenkrach, als sich die Wege der drei Hauptakteure erneut kreuzen.

Das Hineinfinden in das zweite Buch „Die Welt in Meran. Schattenflamme“ ist dank des Personenverzeichnisses, das gut gegliedert dem Geschehen voransteht, auch für Neueinsteiger nicht schwierig. Das Schicksal führt – wie schon zwei Jahre zuvor, auf oben erwähntem Ball - Helen, Jean und Max zusammen, jedoch ist in der Zwischenzeit doch so einiges geschehen. Auch wird von dem Waisenmädchen Rosa, von Sigmund Hirsch, dem Arzt - um nur mal die beiden zu nennen - weitererzählt.

Die ersten Kapitel sind übertitelt mit Verliebt. Verlobt. Verheiratet. Wer denn die Glücklichen sind, sei hier nicht verraten. Nur so viel – es kommt anders, als ich zunächst gedacht habe. Und wir bleiben nicht ausschließlich in Meran, es geht auch nach Wien – es ist eine, wie sich später herausstellt, schicksalhafte Entscheidung.

Die einzelnen Charaktere, ihr gesellschaftlicher Stand und deren damit oftmals einhergehenden Standesdünkel sind gut herausgearbeitet, auch ist die patriarchalische Denkweise nach wie vor fest verwurzelt. Angela Marina Reinhardts Hauptfiguren sind fiktiv, sie verwebt deren Geschichte mit historisch belegten Nebenfiguren, die so auch im Personenverzeichnis gekennzeichnet sind. Merans Stadtgeschichte, die Heilanstalten, die Schlösser und all die Bauten und Orte sind erkennbar und was mit ganz besonders gefällt, sind die Gedichtzeilen, die jedes Kapitel einleiten.

Auch dieses zweite Meran-Buch, die „Schattenflammen“, habe ich verschlungen. Es war ein faszinierender Aufenthalt in und um Meran, ein lesenswerter zweiter Band, dem hoffentlich bald der nächste folgen wird.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Düsterer, spannend, voller Action

Eisfeld - Fleisch und Blut
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Mara Eisfeld ermittelt ermittelt in „Fleisch und Blut“ zum dritten Mal. Als düsterer Berlin-Krimi wird er beschrieben. Düster, ja - kann ich voll und ganz bestätigen.

Es geht gleich richtig zur Sache. ...

Mara Eisfeld ermittelt ermittelt in „Fleisch und Blut“ zum dritten Mal. Als düsterer Berlin-Krimi wird er beschrieben. Düster, ja - kann ich voll und ganz bestätigen.

Es geht gleich richtig zur Sache. Eine Frau mit Amnesie erwacht in einem ihr fremden Zimmer. Isabel Albrecht sei ihr Name, verheiratet mit Elias. Ob das stimmt? Einen Unfall hatten sie, die Eheleute. Zumindest teilt Elias, der nur leicht verletzt ist, ihr dies mit. Isabel mag dies nicht so recht glauben, sie hat eher Angst vor ihm.

Schon die ersten Seiten ziehen mich ins Buch, auch ich bin skeptisch, möchte wissen, was an der Geschichte um den Unfall dran ist. Noch kann ich mir nicht vorstellen, was dies mit dem Toten, der bald darauf gefunden wird, zu tun hat.

Ausgerechnet an Weihnachten, kurz vor der Bescherung, muss Mara los. Eine Leiche wurde in Friedrichshain gefunden - Verdacht auf Fremdverschulden. Magnus Haub, der Sohn der einflussreichen Fleisch-Dynastie Haub, liegt tot in seinem Badezimmer. Eisfeld und ihr Kollege Blessing durchleuchten die einzelnen Familienmitglieder, keiner von ihnen ist auskunftsfreudig. Zudem werden die Ermittlungen von ganz oben ausgebremst, was Mara jedoch daran hindert, unangenehme Fragen zu stellen und immer weiter nachzubohren. Und - es gibt noch so einiges mehr, deren Spuren sie nachgehen müssen.

LenaByte nennt sich eine Tierschutzaktivistin, die sich in den Schlachthof der Familie Haub eingeschleust hat – sie ist nicht auffindbar. Hat sie mit Magnus Tod zu tun? Auch fällt der Verdacht auf ehemalige Arbeiter, die nach einem schon länger zurückliegenden tödlichen Unfall den Haubs mit „abschlachten“ gedroht haben. Außerdem geht es um eine sehr große Summe, die Rätsel aufgibt, ein schwarzes Auto taucht immer wieder auf – bedrohliche Situationen und auch Verdächtige gibt es zuhauf.

Die Methoden der Fleischindustrie und deren von ihnen propagierten vorschriftsmäßigen Arbeitsweise sind Thema, als Gegenpol ist es die schon genannte Tierschutzbewegung sowie die Familienmitglieder und deren Begehrlichkeiten - menschliche Abgründe werden aufzeigt.

Steffen Weinert versteht es bestens, ab sofort Spannung zu erzeugen und diese bis zuletzt nicht abklingen zu lassen. Seine Charaktere sind – jeder für sich – absolut authentisch und erst spät durchschaubar, die wendungsreiche Story ist durchdacht, die wenigen privaten Momente lockern die doch beklemmende Stimmung zwischendurch auf, der Focus liegt aber schon bei der Aufklärung, was ich gut finde. Absolut empfehlenswert, dieser dritte Krimi um die Berliner Ermittlerin Mara Eisfeld.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Art Mayer in Bedrängnis

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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Natürlich habe ich sie alle gelesen, alle Art Mayer-Thriller. Der Morgen. Die Dämmerung. Die Nacht. Nun endlich bin ich ihm wieder begegnet. Diesmal Im Morgengrauen. Der mittlerweile vierte ist Art Mayers ...

Natürlich habe ich sie alle gelesen, alle Art Mayer-Thriller. Der Morgen. Die Dämmerung. Die Nacht. Nun endlich bin ich ihm wieder begegnet. Diesmal Im Morgengrauen. Der mittlerweile vierte ist Art Mayers persönlichster Fall.

Bundeskanzler Henrik Westphal ist verschwunden. Videos von einer jungen Frau, die über ihn Schreckliches ausplaudert, gehen viral. Auf den U-Bahn-Gleisen wird eine enthauptete Frau gefunden. Und als ob dies nicht reichen würde, gerät Art in arge Bedrängnis. Nicht jeder ist auf seiner Seite, auf Nele Tschaikowski jedoch kann Art sich verlassen, auch wenn sie selber ziemlich angeschlagen ist, was nicht zuletzt privater Natur ist.

Es ist eine gewisse Kessy, Kessy X, die diesmal eine durchgehende Rolle einnimmt. Und es sind so einige Erzählstränge, die im schnellen Wechsel die einzelnen Taten durchleuchten. Der Bundeskanzler – ist er entführt worden, ist er tot? Auch wenn sich die Ermittlungen in eine bestimmte Richtung bewegen, ist diese Frage nicht geklärt. Wer steckt wirklich hinter den Video-Clips, was hat Art Mayer damit zu tun, wer ist auf welcher Seite? Und was hat diese tote Frau auf den Gleisen mit all dem zu tun?

Gerade habe ich das Buch zugeklappt und bin wieder mal hin und weg. Was allerdings anfangs gar nicht danach ausgesehen hat, denn die Story beginnt so absurd, so unwirklich, so gar nicht glaubhaft. Gut, ein Thriller darf überzeichnen, aber dieses unwirkliche Szenario um den Bundeskanzler und seine Aktionen muten dann doch komplett drüber an. Dieser Strang um Westphal zieht sich über ein Drittel des Buches, ich hätte ihn mir – wenn dies denn unbedingt sein muss – wesentlich kürzer, um einiges komprimierter, gewünscht. Gefallen hätte mir dies trotzdem nicht. Nur gut, dass hier noch mehr geschieht. Denn dann…

…hat mich Marc Raabe eingefangen, da war er wieder, sein einnehmender Schreibstil, der mich komplett ans Buch fesselt. Er versteht es, jede Figur greifbar zu machen, viele lose Fäden zu spinnen, sie miteinander zu verweben und doch nie den einzelnen Faden zu verlieren. Um dann letztendlich eine Auflösung zu präsentieren, die so nicht vorhersehbar ist.

Wenn es denn sein muss, kann Im Morgengrauen ohne Vorkenntnisse gelesen werden, ratsam wäre es allerdings, die oben erwähnten Vorgängerbände zu lesen. Schon allein deshalb, um zu wissen, was es mit der Freundschaft zwischen Art und Henrik und Juli, die schon seit Jugendzeiten besteht, auf sich hat. Gerade hier, im vierten Buch, spielt ihre Beziehung, ihre lange Verbundenheit, mit hinein.

Um Art Mayer habe ich gebangt, habe mich über jede Hilfe gefreut, habe andere verdammt und hoffe nun, dass ich ihm Im Morgengrauen nicht zum letzten Mal begegnet bin. Sein vierter, sehr persönlicher Fall, hat mich nach einigem Zaudern komplett in seinen Bann gezogen. Ein Thriller, der gelesen werden will. Unbedingt.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Der tote Pastor

Akte Nordsee - Die letzte Predigt
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Band vier um die Rechtsanwältin Fentje Jacobsen und Niklas John, den Journalisten, beginnt nach dem ziemlich heftigen Prolog damit, dass Niklas sie zu Alexander, seinem Vater, mitnimmt. Alexanders abfälliges ...

Band vier um die Rechtsanwältin Fentje Jacobsen und Niklas John, den Journalisten, beginnt nach dem ziemlich heftigen Prolog damit, dass Niklas sie zu Alexander, seinem Vater, mitnimmt. Alexanders abfälliges Verhalten lässt Fentje dann fluchtartig das Haus verlassen. Blöd nur, dass Niklas einer momentan obdachlosen alten Freundin sein Gästezimmer anbietet. Die Verwicklungen sind vorprogrammiert, aus Fentje und Niklas Zweisamkeit wird wohl nichts.

Die Pfarrgemeinde indes bereitet sich auf die Feierlichkeiten zur silbernen Konfirmation vor, dabei begegnen sich alte, zum Teil längst vergessene Schulfreunde wieder. Sie blicken zurück, stellen fest, dass damals auch der jetzige Pastor Tammo Gerdes schon damals, in einem Ferienlager, dabei war. Und nun wird er tot aufgefunden. Ertrunken soll er sein. Seine schon vorbereitete Predigt hat er nach einem ziemlich aufschlussreichen Gespräch kurzentschlossen umformuliert – hat dies zu seinem Tod beigetragen? War es doch kein Unfall? Die Polizei ermittelt. Als dann eine weitere Leiche gefunden wird, gerät Niklas in Verdacht.

Fentje und Niklas, die beiden Hauptakteure der Akte Nordsee-Reihe, sind mir aus den Vorgängerbänden wohlbekannt. Beide Charaktere sind treffend skizziert, auch zu den anderen Personen habe ich eine konkrete Vorstellung.

Der Focus liegt schon im Hier und Jetzt, daneben aber blicken wir zurück, erfahren von längst vergangenen Aktionen. Ob diese Nebenhandlungen für die Aufklärung der Todesumstände von Gerdes und der weiteren Toten wichtig sind? Viele Ungereimtheiten lassen in eine bestimmte Richtung denken und doch frage ich mich, ob – und wann ja – wie diese eingeflochtenen Geschichten dazu beitragen, Licht ins Dunkle zu bringen. Für meine Begriffe waren es zu viele irritierende Erzählstränge, die ich mit der eigentlichen Story nicht so recht in Einklang bringen kann.

Was es mit dieser letzten Predigt auf sich hat, wird letztendlich klar. Auch andere beim Lesen aufkeimende Fragen sind geklärt, die actionreiche Auflösung ist spannend, auch wenn sich die Story zuvor schon etwas zieht und so manch Aktion sehr konstruiert wirkt.

Kurz: Diesen vierten Band empfinde ich schwächer als die Vorgängerbände, es sind ganz einfach zu viele Geschichten dazwischen, die schon in die Irre führen, was wahrscheinlich so geplant ist, die aber dennoch eher als Fremdkörper fungieren. Davon abgesehen ist der Krimi gut zu lesen, wenngleich so manch Aktion dilettantisch anmutet.

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