Suchtpotenzial von der ersten bis zur letzten Seite!
LimerenceMit Limerence hat mich H. C. Dolores von der ersten Seite an erwischt – und ehrlich gesagt auch bis zur letzten nicht mehr losgelassen.
Schon nach der Leseprobe war meine Neugier riesig. Ich hatte unzählige ...
Mit Limerence hat mich H. C. Dolores von der ersten Seite an erwischt – und ehrlich gesagt auch bis zur letzten nicht mehr losgelassen.
Schon nach der Leseprobe war meine Neugier riesig. Ich hatte unzählige Theorien im Kopf, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln könnte. Das Spannende daran: Fast alles kam anders, als ich erwartet hatte – und genau das hat für mich einen großen Teil des Reizes ausgemacht. Normalerweise brauche ich bei Suspense-Romance ein paar Kapitel, um wirklich anzukommen. Hier war ich vom ersten Moment an mittendrin.
Doch kommen wir erst einmal zu den Protagonisten: Adrian ist für mich einer der faszinierendsten Charaktere überhaupt. Seine bedachte Wortwahl, dieser ruhige, beobachtende Blick und vor allem dieses Dunkle in ihm machen ihn unglaublich spannend. Man spürt ständig, dass mehr hinter ihm steckt, als er preisgibt. Und gerade als Adrians Vergangenheit langsam ans Licht kommt, wird deutlich, wie viel Schmerz er mit sich trägt.
Dann ist da Poppy. Sie ist als Hauptfigur einfach großartig geschrieben. Ihr Sarkasmus, ihre Außenseiterrolle, ihre Art, selbst in schwierigen Situationen die Fassung zu bewahren – das alles macht sie unglaublich greifbar. Gleichzeitig schwebt die ganze Zeit dieses Geheimnis über ihr. Man merkt, dass etwas passiert ist, aber nie ganz was genau. Das lässt einen als Leser konsequent neugierig bleiben. Auch Nebenfiguren wie Liz fand ich sehr gelungen.
Doch die Dynamik zwischen Poppy und Adrian ist für mich ganz klar das Herzstück der Geschichte. Die beiden ergänzen sich auf eine Weise, die gleichzeitig faszinierend und beunruhigend ist. Sie verstehen sich, sie ziehen sich an – aber sie bewegen sich auch beide immer wieder an moralischen Grenzen. Es zeigt sich, wie komplex die Figuren sind: Niemand ist wirklich unschuldig, niemand nur gut oder nur böse. Diese moralischen Grauzonen machen für mich einen großen Teil der Faszination aus.
Trotz aller schweren Themen überrascht der Schreibstil immer wieder mit humorvollen Momenten. Mehr als einmal musste ich beim Lesen laut lachen – etwas, das ich in dieser Art von Geschichte nicht unbedingt erwartet hätte. Gleichzeitig entwickelt das Buch ein enormes Suchtpotenzial.
Ein besonders eindrücklicher Moment für mich war die Szene mit Poppys Mutter. Wie sie mit ihr spricht und sie behandelt, tat beim Lesen richtig weh. Umso stärker wirkt Adrians Reaktion darauf. Wie er sich für Poppy einsetzt und sagt, er würde all ihre Bilder kaufen – das war für mich ein absoluter Schlüsselmoment. Spätestens da hatte ich das Gefühl: Diese beiden gehören zusammen.
Ist Limerence Dark Romance? Nicht wirklich.
Ist es eine klassische Liebesgeschichte? Auch nicht.
Und vielleicht ist genau das seine größte Stärke. Das Buch bewegt sich irgendwo dazwischen – zwischen Spannung, moralischen Abgründen und einer intensiven, manchmal verstörenden Anziehung zwischen zwei Figuren, die beide ihre eigenen Schatten mitbringen.
Die Geschichte ist roh, emotional und manchmal unbequem. Sie zeigt keine perfekte rosarote Romanze, sondern echte, komplizierte Gefühle. Figuren, die Fehler machen. Entscheidungen, die man im echten Leben vielleicht verurteilen würde. Genau das hat für mich funktioniert.
Für mich war Limerence eine intensive, fesselnde Leseerfahrung, die ich kaum aus der Hand legen konnte. Ich bin unglaublich dankbar, das Buch über diese Leserunde entdeckt zu haben – und lasse Poppy und Adrian nur sehr ungern ziehen. Auch Wochen später denke ich noch an die beiden und bin sicher, die Bücher irgendwann zu re-readen.
(Und ja: Band 2 habe ich inzwischen schon auf Englisch verschlungen.)