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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2019

Halb so wild

Halb so wild
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Dr. Adam Schmitt ist Anwalt, über 50, verheiratet mit der Tochter seines Chefs, unzufrieden mit seinem Job und nun hat er noch ein neues Problem: Beinahe erliegt er dem plötzlichen Herztod im Park.

Der ...

Dr. Adam Schmitt ist Anwalt, über 50, verheiratet mit der Tochter seines Chefs, unzufrieden mit seinem Job und nun hat er noch ein neues Problem: Beinahe erliegt er dem plötzlichen Herztod im Park.

Der Herzspezialist verschreibt ihm einen Aufenthalt in Island, doch auch da reißt seine Pechsträhne nicht ab. Erst trifft ihn eine unerwartete Begegnung und dann wird er fast von einer Klippe geweht.

Seinem Lebensretter, Magnus, macht er ein folgenschweres Versprechen – ihn mitzunehmen. Dass der das wörtlich nimmt und mit Adam nach Berlin kommt wäre sicher halb so schlimm, wenn Magnus kein Troll wäre.

So stellt der kleine dicke Mann das Leben des ohnehin gebeutelten Adam total auf den Kopf und sorgt in Berlin für das eine oder andere Chaos.

Ein sehr humoristisches Buch, ein außergewöhnlicher Ansatz und eine Story, die verwobener ist, als zunächst angenommen. Dazu eine interessante Mischung an Charakteren und viel Augenzwinkern, so gefällt mir das.

Gegen Ende kommen noch einige philosophische Ansätze hinzu und das Finale lässt noch eine Fortsetzung möglich werden.

Kleiner Auszug:

„Du hast für dein Glück und deine Liebe gekämpft“, sagt Magnus […] „Danke. Und warum fühle ich mich dann nicht wie ein Glückspilz?“ […] „Das kommt vielleicht noch […] Oder du irrst dich einfach, und das, was du für dein Glück hältst, ist dummerweise gar nicht dein Glück. [… Man kann sich sein Leben nämlich nicht aussuchen.“
„ […] Man braucht Mut, um sich die Frage zu stellen, ob man im richtigen Leben lebt. Und wenn das nicht so ist, dann braucht man noch mehr Mut, um sich auf den Weg zu machen. Was glaubst du, Adam? Lebst du im richtigen Leben?“
Ich habe endlich begriffen, dass man das Buch seines Lebens nicht dadurch ändert, dass man sich einfach weigert, es weiterzulesen. Wie so oft ist die Wahrheit simpel: Jeder muss sein Leben leben, ob es ihm nun passt oder nicht. Manchmal trifft man auf der Reise Gleichgesinnte.

Bei all dem Lob muss aber auch Kritik sein. So sind die Aktionen in Berlin zwar sehr skurril, scheinen sich aber in Wohlgefallen aufzulösen – was mindestens mal finanziell gesehen sehr unrealistisch ist. Da bleiben einfach einige Fragen offen, es ist zu einfach, zu konstruiert.

Trotzdem lasse ich mich auf ein finales Urteil von 4,5 / 5 Sternen ein und kann das kurzweilige Buch empfehlen.

Veröffentlicht am 31.07.2019

Samtpfötchen

Eine Samtpfote zum Verlieben
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Ein Roman, in dem eine Katze die Hauptrolle spielt, ist so eine Sache. Auf der einen Seite finde ich es als Katzenmama süß. Auf der anderen Seite kann aber ein Buch, das aus der Sicht einer Katze geschrieben ...

Ein Roman, in dem eine Katze die Hauptrolle spielt, ist so eine Sache. Auf der einen Seite finde ich es als Katzenmama süß. Auf der anderen Seite kann aber ein Buch, das aus der Sicht einer Katze geschrieben wurde, sehr schnell nerven.

Bei dem Buch hat mich das Cover zuerst angesprochen und dann kam der Klappentext. Eine Katze die MacGyver heißt? So wie zu Jugendzeiten der Held einer meiner Lieblingsserien? Na da bin ich ja mal gespannt und so musste das Buch dann doch gekauft werden.

Der Schreibstil der Autorin war sehr locker und leicht, die Seiten ließen sich gut weglesen und die Handlung war sehr amüsant. Die Charaktere waren skurril und teilweise doch sehr sympathisch. Der Kater MacGyver spielt eine große Rolle aber zum Glück war nicht die ganze Geschichte aus seiner Sicht erzählt. Hier wechselt die Erzählperspektive zwischen dem Kater, dem Frauchen und natürlich der potentiellen Liebe David hin und her.

Worauf die Geschichte hinausläuft ist klar und das es ein Happy End geben wird war auch von Anfang an klar – und natürlich auch mit wem.

MacGyver war derjenige, der mich immer wieder im Buch gehalten hat. Die kleine Samtpfote mit dem unwiderstehlichen Charme war schon etwas besonders. Besonders, wenn man beim Lesen eine schnurrende Katzendame neben- oder aufsich liegen hat.

Allerdings hat Jamie es mir sehr schwer gemacht. Dafür, dass sie Mitte Dreißig sein soll, ist sie sehr naiv. Das mag zwar mal süß wirken, aber auf Dauer sehr anstrengend.

Und wirklich ans Herz gehend war die Geschichte auch nicht. Es blieb für mich emotionslos und ohne viel Tiefgang.

Eine Lektüre für diejenigen, die im Urlaub einfach ein Buch wegschmökern wollen ohne groß nachzudenken.

Veröffentlicht am 31.07.2019

Italienisches Flair

Signora Pia und das Lächeln des Meeres
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uf das Buch wurde ich eher nur durch Zufall aufmerksam. Die Autorin schrieb mich an, um mir ihr neues (unter einem Pseudonym veröffentlichtes) Buch als Rezensionsexemplar ans Herz zu legen. Natürlich stöberte ...

uf das Buch wurde ich eher nur durch Zufall aufmerksam. Die Autorin schrieb mich an, um mir ihr neues (unter einem Pseudonym veröffentlichtes) Buch als Rezensionsexemplar ans Herz zu legen. Natürlich stöberte ich dann und fand dabei diesen Titel.

Der Klappentext

Ein Tag am Strand mit ihrem Mann – entspannte Gespräche mit ihrer besten Freundin – auf all das und mehr freut sich Pia, als ihre jüngste Tochter das Haus verlässt.
Schließlich war sie lange genug nur für ihre Familie da, jetzt ist es an der Zeit, sich endlich ihren eigenen Bedürfnissen zu widmen! Doch ihr Mann Pasquale scheint andere Pläne zu haben und quartiert sogar seine energische Mutter bei ihnen ein. Da bleibt ihr nur noch die Flucht, findet Pia. Und schließlich wollte sie schon immer mal nach Rom …

Meine Meinung:

So war das Thema ja sehr interessant, aber die Umsetzung leider nicht so gut gelungen. Gefallen hat mir, neben dem ansprechenden Cover, die detailreichen Beschreibungen der Orte und Landschaften. Das macht wirklich Lust darauf, mal wieder Urlaub in Bella Italia zu machen.

Was mir aber gar nicht gefallen hat war der ständige Perspektiv- und Zeitenwechsel. Die Geschichte springt zwischen mehreren Protagonisten und Orten hin und her. Das machte es mir sehr schwer, in die Geschichte hineinzukommen und eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen.

So konnte mich die Geschichte nicht wirklich packen und ich habe nicht wirklich ein Gefühl für Pia und all die anderen entwickeln können.

Ich vergebe für das Buch 2 ½ Sterne, die ich auf 3 aufrunden kann (und muss) da die meisten Plattformen keine halben Punkte zulassen.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Das Büro der einsamen Toten

Das Büro der einsamen Toten
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Dieses Buch, einen Krimi, habe ich mir gekauft, als es für mich in den Urlaub nach Amsterdam ging. Ganz einfach, weil ich es mag, wenn der Urlaubslesestoff zum Reiseziel passt. Und das Cover hat mich, ...

Dieses Buch, einen Krimi, habe ich mir gekauft, als es für mich in den Urlaub nach Amsterdam ging. Ganz einfach, weil ich es mag, wenn der Urlaubslesestoff zum Reiseziel passt. Und das Cover hat mich, obwohl ich es mir als EBook gekauft habe, auch gleich angesprochen. Und auch der Klappentext klang vielversprechend.

Jetzt, nach dem Lesen, bin ich sehr zwiegespalten, was die Geschichte und die Wertung derjenigen angeht.

Klappentext

„Er ist kein Polizist, kein Privatdetektiv – und trotzdem dreht sich in seinem Leben alles um den Tod. Im „Büro der einsamen Toten“ bei der Stadt Amsterdam kümmert sich Pieter Posthumus um die einsamen Toten – Menschen ohne Angehörige, Menschen, die keiner vermisst – und richtet ihnen ein würdiges Begräbnis aus, mit Musik und Gedichten. Bei seinen Recherchen stößt er auf so manche Ungereimtheit. In der Prinsengracht ist die Leiche eines jungen Mannes gefunden worden. Die Umstände seines Todes sind mysteriös. Posthumus nimmt auf eigene Faust die Ermittlungen auf und gerät in ein Netz von Intrigen …“

Meine Meinung:

Auf der einen Seite bin ich begeistert. Begeistert von den Beschreibungen der Stadt Amsterdam, der Menschen die dort leben. Einen Großteil des Buches hatte ich (leider) dann doch erst lesen können, als ich wieder zu Hause war aber so hatte ich noch einmal die Gelegenheit, durch die Stadt zu streifen. Ich wich gedanklich den Fahrradfahrern aus; bummelten die Grachten entlang und beobachtete sowohl die Einheimischen als auch die Touristen.

Auch die Idee der Geschichte an sich; das Büro der einsamen Toten, wo die Mitarbeiter alles versuchen, damit die Einsamen dennoch ein anständiges Begräbnis bekommen; hat mir gut gefallen. Und die Einblicke in das Leben der Emigranten von Amsterdam, der marokkanischen Gemeinde und wie leicht es doch ist, auf den falschen Weg zu geraten, hat mir ausgesprochen gut gefallen und ist zudem ein recht aktuelles und derzeit sehr präsentes Thema.

Was mir jedoch nicht gefallen hat, war die Beschreibung der Charaktere. Pieter Posthumus war dabei, als Hauptprotagonist, noch einer von denen, die gut bei wegkamen. Und mit gut meine ich, das er noch aussreichend Tiefe hat und am überzeugensten dargestellt wurde. Alle anderen blieben blass, bekamen nicht den Raum und die Tiefe, die sie gebraucht hätten, um voll und ganz zu überzeugen.

Die Wirtin Anna, die Kollegin Alex und all die anderen sind variabel austauschbar und wenn einer von ihnen weggefallen wäre, so wäre es mir wahrscheinlich gar nicht großartig aufgefallen bzw. ich hätte darüber hinweg gelesen.

Das zweite, was mir absolut nicht gefallen hat, war das Erzähltempo. Es war behäbig und ruhig wie Posthumus selbst. Genau wie der Ermittler verzettelt sich auch die Autorin in Nebensächlichkeiten. Und so passiert was passieren muss und was bei einem Krimi tödlich ist: die Spannung geht, wenn überhaupt vorhanden, einfach nur flöten.

Und an Spannung fehlt es dem Krimi an allen Ecken und Kanten. So ist das für mich eher ein Roman mit einem kleinen Anteil „Krimi“ und somit für mich, der etwas anderes erwartete hat, eher eine Enttäuschung.

Aufgrund des Lokalkolorids und der gelungenen Beschreibungen des Amsterdamer Lebens rettet sich das Buch auf gutgemeinte 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Gelungenes Debüt

Nächstes Jahr in Havanna
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Dieses Buch war für mich eine große Überraschung. Ich war überrascht was die Geschichte an sich anging, den Schreibstil der Autorin – einfach alles.

Das Cover war das erste, was mir beim Bloggertreffen ...

Dieses Buch war für mich eine große Überraschung. Ich war überrascht was die Geschichte an sich anging, den Schreibstil der Autorin – einfach alles.

Das Cover war das erste, was mir beim Bloggertreffen auf der LBM ins Auge sprang und darum durfte es mit mir nach Hause fahren. Dann dauerte es aber, wie leider viel zu oft in letzter Zeit, bis ich es zur Hand nahm und las.

An drei Abenden tauchte ich ab nach Havanna. Begab mich mit Elisa in die Vergangenheit und mit Marisol auf Spurensuche in der Heimat ihrer Vorfahren. Ich las bis mir die Augen weh Taten und ich ins Bett musste.

Die Autorin hat es geschafft, mich durch ihre bildhafte Sprache, eine durchdachte Geschichte und sensationell herausgearbeitete Charaktere abzuholen und zu begeistern.

Ich habe keinerlei Bezug zu Kuba und habe mich noch nicht näher mit dem Land und seiner Geschichte auseinander gesetzt. Klar, ich kenne den Namen Fidel Castro, habe in den berühmten kubanischen Zigarren gehört und bereits kubanischen Rum getrunken. Aber damit erschöpft sich mein Wissen bereits.

Chanel Cleeton verpackt in einer Familie Geschichte ganz gekonnt sehr viel Wissen über das Land, seine Bewohner und der Geschichte. Zentrales Thema ist die kubanische Revolution, der Sturz des Präsidenten Baptist und die Machtergreifung durch Fidel Castro. Die Gewalt, die damit einherging war erschreckend. Und damit meine ich nicht die Kämpfe an sich. Sehr nahe ging mir die Verfolgung der Gegner, derer, die dem Regime kritisch gegenüber standen.

Die Autorin hat die Geschichte auf zwei Zeitebenen spielen lassen. Zum einen die Vergangenheit, die in Rückblicke erzählt wird. Hier steht Elisa im Vordergrund. Sie und ihre Schwestern wachsen behütet in sehr guten Verhältnissen auf und verlieren doch, durch den Sturz, alles. Sie werden vor Entscheidungen gestellt, die alles verändern.

In der Gegenwart ist es Marisol, die die Geschichte weitererzählt. Sie will den letzten großen Wunsch ihrer Großmutter Elisa erfüllen und reist nach Kuba. Dort muss sich feststellen, dass es viele Geheimnisse gibt und dass sich eigentlich nicht viel geändert hat. Der Präsident ist zwar ein anderer, aber die Verfolgung andersdenkender ist nach wie vor ein sehr großes Thema. Auch heute verschwinden Kritiker, werden Menschen verfolgt weil sie sagen was sie denken.

Ich war in der Geschichte zu Gast in einem kleinen kubanischen Wohnzimmer-Restaurant und sah dank der Beschreibungen die kubanischen Gerichte förmlich vor mir. Ich habe direkt Lust bekommen, mal kubanische Gerichte nachzukochen.

» … „Das Leben ist zu kurz, um unglücklich zu sein, Marisol. Zu kurz, um nur aus Sicherheit bedacht zu sein. Um das zu tun was von einem erwartet wird, anstatt seinem Herzen zu folgen. Schau uns doch an. Einst hatten wir alles, und plötzlich war alles fort, wie eine niedergetrampelte Sandburg. Du weißt nie, was das Leben mit dir vorhat.“ …« (Zitat Seite 28)

Alles in allem war es ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe, in dem ich versinken konnte, das mich aus dem Alltag rausholen konnte. Lesegenuss pur.

Daher bleibt mir nur, 5 von 5 Sternen zu vergeben und ich freue mich schon jetzt auf den zweiten Teil, der Ende des Jahres erscheinen wird.