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Veröffentlicht am 25.03.2018

Zart verführt

Taste of Love - Zart verführt
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Zart verführt ist der nunmehr dritte Teil der Boston-Reihe und, wenn ich mich recht erinnere, der zweite Teil den ich gelesen habe. „Küsse zum Nachtisch“ steht zwar bei mir im Regal, aber da „Zart verführt“ ...

Zart verführt ist der nunmehr dritte Teil der Boston-Reihe und, wenn ich mich recht erinnere, der zweite Teil den ich gelesen habe. „Küsse zum Nachtisch“ steht zwar bei mir im Regal, aber da „Zart verführt“ auf meinem Kindle zu finden war, fing ich eben dieses Buch in meiner Mittagspause an.

Poppy J. Anderson schafft es mit ihrem locker-leichten Schreibstil einmal mehr, ein Wohlfühlsetting zu zaubern und rund um die Boston-Köche eine interessante Geschichte zu stricken.

Diesmal stehen Adam, der Fitness-Club-Besitzer und Liz, die Besitzerin einer Patisserie im Vordergrund. Am Anfang wusste ich nicht so recht, was ich von den beiden halten sollte. Jeder für sich gesehen war witzig und charmant und konnte mich überzeugen. Zusammen konnten sie mich als Freunde überzeugen, aber als Liebespaar habe ich sie lange nicht gesehen. Dafür war Liz ihrer Figur wegen viel zu unsicher und Adam zu sehr von seiner Fitness-Masche überzeugt. Ich hatte beim Lesen teilweise das Gefühl, hier will einer den anderen verändern.

Was mich begeistern konnte waren die Beschreibungen der leckeren Köstlichkeiten, die Liz in ihrer Patisserie zubereitet. Da lief mir immer wieder das Wasser im Munde zusammen und ich hatte Spaß daran, diese Szenen zu lesen.

Aber auch die Nebenfiguren waren sehr gut charakterisiert und haben mir sehr gut gefallen. Allen voran natürlich der Papa von Adam, der mir sehr sympathisch war und dessen jüngere Geschwister. Und natürlich die Schwester von Liz, die ich als Intrigant empfand, die es aber eigentlich nur gut meint.

Einige Sprüche und Handlungsweisen von Adam konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen und er wurde mir sogar stellenweise unsympathisch. Im Gegenteil zu Liz, deren Entwicklung mir teilweise recht gut gefallen hat, auch wenn ich manchmal die Stirn in Falten gelegt habe.

Alles in allem war es ein gutes Buch, das zu Lesen über weitere Strecken wirklich Spaß machte.

Da es aber dennoch Kritikpunkte gibt, gebe ich dem Buch 3 ½ von 4 möglichen Sternen.

Veröffentlicht am 02.01.2018

Whisky-Krimi?

Tote trinken keinen Whisky
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Du sollst dich nicht von Äußerlichkeiten täuschen lassen – sei es die Covergestaltung oder der Klappentext!

Meine Erwartungshaltung gegenüber „Tote trinken keinen Whisky“ war durch beides in die Irre ...

Du sollst dich nicht von Äußerlichkeiten täuschen lassen – sei es die Covergestaltung oder der Klappentext!

Meine Erwartungshaltung gegenüber „Tote trinken keinen Whisky“ war durch beides in die Irre geführt worden. So hielt ich Pippa Bolle für eine schrullige, mindestens Mittfünfzigerin vom Schlage einer Miss Marple. Auch sprach der Text auf der Rückseite nicht eindeutig, aber schon tendenziell eher für eine Krimikomödie.

Dass dem nicht so war, stellte sich schon auf den ersten Seiten heraus. So ist Pippa wohl eher eine Spätdreißigerin in Scheidung, die von ihrer roten Lockenpracht abgesehen eher zum Typ Normalo gehört.

Doch zur Geschichte: Pippa reist mit ihrem Bruder Freddy zur Hochzeit ihrer Freunde Duncan und Anita. Das Schottisch-Österreichische Paar erwartet Zwillinge und möchte vorher noch eine traditionelle Schottische Hochzeit feiern. Duncan tritt damit sein Erbe als Chef der Destilliere Wee Dram auf der Halbinsel Kintyre an.

Die Vorbereitungen werden von allerlei negativen Ereignissen gestört. Es ereignet sich eine Explosion in der Destille, bei der der Braumeister schwer verletzt wird. Bei der Überfahrt von Pippa nach Kintyre stirbt eine Frau auf ungeklärte Weise. Außerdem scheinen sich rund um Campbeltown Schmuggler zu verdingen, die es auf das Heiligtum der Schotten abgesehen haben: Den Whisky.

Alles ist sehr mysteriös und so mischen sich die Vorbereitungen der Hochzeit mit Recherchen, um die Zusammenhänge zwischen den Vorkommnissen zu finden.

Ein Stück weit ist dieses Buch eine großartige Werbebroschüre für ein tolles Land und eine besondere, mir bisher nicht besonders bekannte Region. Nebenbei wird eine Geschichte erzählt, die auch Anteile eines Krimis hat.

Die Region Campbeltown hat dabei viel schöne Landschaft, tollen Whisky und sehr interessante Einheimische zu bieten. Dazu kommen noch die Hochzeitsgesellschaft und einige Whisky Touristen.

Und das ist meiner Einschätzung nach ein großer Stolperstein. Zu viele Nebenprotagonisten und ihr, unstrittig wichtiger Anteil am Großen und Ganzen verwirren den Leser, der immer nur Abschnittsweise, aber nicht durchweg liest.

Es sind zu viele Nebenschauplätze, zu viele Erzählstränge. Ich ertappte mich vor allem im ersten Drittel oft dabei, ganz nach vorn zu Blättern, wo ein Personenregister kurz und knapp Aufschluss geben konnte. Diese rätselhaft formulierten Informationen musst man nur noch mit dem bisher gelesenen in Verbindung bringen und hatte meist einen Aha-Effekt.

Ich tue mich offensichtlich recht schwer mit der Bewertung hier. Schon recht schnell war mir klar, dass die Geschichte kaum mehr als 4 Sterne verdienen würde – zu wirr und anstrengend war sie erzählt.

Dazu kommt ein Ende, was in kürzester Art und Weise abgehandelt wird (vieles wird dann erst im Epilog aufgeklärt) und arg konstruiert wirkt.

So schwanke ich und lass am Ende als Whisky Liebhaber Gnade vor Recht ergehen und gebe 3,5 von 5 möglichen Sternen und eine bedingte Leseempfehlung.

Wer Schottland, Whisky und eine Geschichte mit vielen Erzählsträngen mag, kommt hier auf seine Kosten.

Leute mit begrenzter Lesezeit, die einen handfesten Krimi suchen oder eine moderne Miss Marple erwarten, sind anderswo besser bedient.

Veröffentlicht am 26.09.2017

Die Analphabetin

Die Analphabetin, die rechnen konnte
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Nach dem „Hundertjährigen“ ist die „Analphabetin“ das nun zweite Buch von Jonas Jonasson, welches ich (Markus) gelesen habe.

Wieder sind sowohl die Charaktere, als auch ihre Geschichte abstrus und eigenartig, ...

Nach dem „Hundertjährigen“ ist die „Analphabetin“ das nun zweite Buch von Jonas Jonasson, welches ich (Markus) gelesen habe.

Wieder sind sowohl die Charaktere, als auch ihre Geschichte abstrus und eigenartig, dafür aber mit skandinavisch dunklem Humor erzählt und erst am Ende fügt sich alles wieder zusammen.

Doch von Anfang an. Die Protagonisten, das ist zum einen Nombeko, zum anderen sind es zwei Holgers und ihr Vater. Nombeko Mayeki ist eine junge Südafrikanerin, die in den Slums von Soweto geboren wurde und sich dort schon in jungen Jahren als Assistentin des Chefs des Büros für Latrinentonnenträger verdingt. Sie ist ein schlaues Mädchen, doch sie gehört den sogenannten Analphabeten, der schwarzen Unterschicht im von der Apartheit beherrschten Südafrika.

Ihr Talent, nämlich rechnen zu können, und ihre unstillbare Neugier bringen sie nicht nur beruflich voran, sondern nach einigen Jahren auch weg aus dieser Gegend. Leider erreicht sie ihr eigentliches Ziel nicht, sondern wird Opfer eines betrunkenen Ingenieurs, eine Begegnung die ihr Leben von da an prägt.

Auf der anderen Seite der Welt, im monarchistischen Schweden ist Holgers Vater ein glühender Verehrer des Königs und hat kein anderes Lebensziel, als selbigem die Hand zu schütteln. Doch, es kommt wie es kommen muss, das geht gründlich in die Hose und so kehrt sich sein komplettes Leben um und er wird zum Feind der Monarchie.

Trotz seines Kampfes für die Republik schafft er es nach Jahren zwei Söhne in die Welt zu setzen – Holger und Holger. So sehr sie sich äußerlich gleichen, so unterschiedlich fällt ihr Geist aus.

Warum diese Holgers, Nombeko, der König und der Ministerpräsident von Schweden dann irgendwann in einem Kartoffellaster mit gestohlenen Kennzeichen auf explosiver Fracht sitzen und was drei Chinesische Mädchen, der Mossad und eine Statue von Lenin damit zu tun haben – das alles steht auf über 400 Seiten in diesem Buch.

Zugegeben, wem der „Hundertjährige“ gefallen hat, der macht auch sicher mit diesem Werk nichts falsch. Zum Teil pechschwarzer und staubtrockener Humor, Geschehnisse zum Kopfschütteln und einmalige Protagonisten sind der Garant für einen fast kurzweiligen Lesespaß.

Fast, weil das Buch auch Längen hat. Phasen in denen alles schief geht, mehr als menschenmöglich ist, in denen Dinge und Vorkommnisse so an den Haaren herbei gezogen sind, dass man fast meint, der Autor hätte die Seitenvorgabe ernster genommen als die Geschichte selbst.

Auch sind die Darsteller dieses Stücks schon unfassbar speziell – man weiß manches Mal nicht, ob man lachen oder das Buch beiseitelegen soll.

Ich habe es weitergelesen, über die Längen hinweg, und bin schließlich mit einem skurrilen und witzigen Schluss belohnt worden.

Und so schwanke ich zwischen 3,5 und 4 von 5 Sternen. Ich denke, es liegt vor allem am individuellen Lesegeschmack, ob man die Analphabetin verschlingt, oder sich durch quält.

Kleine Anmerkung am Rande: Schon nach 10% des Buches trifft der Begriff Analphabetin nicht mehr zu und dass sie rechnen kann wird auch nicht so intensiv thematisiert, wie es der Titel suggeriert.

Veröffentlicht am 09.07.2020

Mamma Charlotta und kein Ende

Zugvögel
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Der 14. Band der Mamma Charlotta-Reihe war der zweite Band, zu dem ich bisher gegriffen habe. Ich kenne einige, die von den Geschichten rund um die italienische Mama, die auf der Insel Sylt spielen, schwärmen. ...

Der 14. Band der Mamma Charlotta-Reihe war der zweite Band, zu dem ich bisher gegriffen habe. Ich kenne einige, die von den Geschichten rund um die italienische Mama, die auf der Insel Sylt spielen, schwärmen. Irgendwas muss doch dran sein, dachte ich und griff also freudig zu, als das Buch als Rezensionsexemplar durch den Verlag auf meinen Tisch flatterte.

Als ich es ausgelesen hatte, war ich ein wenig ratlos. Ist mein Geschmack so ganz anders? Oder war das Buch einfach nicht so toll wie die so hochgelobten Bände der Reihe?

Fangen wir mal mit dem positiven an: dass waren zu allererst ganz eindeutig die Beschreibungen der Figuren und deren Einbau in die Geschichte. Die Charaktere sind liebevoll beschrieben und dabei herrlich skurril. Die Geschichte ist humorvoll und lässt sich gut und schnell weg lesen, da man bei dem Krimi nicht großartig denken muss.

Allerdings, so skurril die Figuren beschrieben sind, so sehr nervt es auch irgendwann. Warum wird eine italienische Mama als grundsätzlich laut beschrieben? Polternd, manipulierend, alles besserwissend? So amüsant ich das beim ersten Drittel des Buches fand, so sehr nervte es mich mit dem Fortschreiten der Geschichte.

Eric als Kommissar lässt sich in meinen Augen zu sehr von der Schwiegermutter und dann im Laufe der Geschichte auch von der Staatsanwältin manipulieren, die sich anbahnende Liebensgeschichte passt in meinen Augen überhaupt nicht.

Die Kriminalgeschichte wirkt übertrieben, unlogisch und an den Haaren herbeigezogen, wer hier der „Böse“ ist war mir relativ schnell klar, deutet doch eigentlich von Anfang an alles darauf hin.

Die Szenen, die ich langsam und wirklich mit Genuss gelesen haben waren die, wo es ums Essen ging. Die Zubereitung, das Auftafeln, die Gastfreundschaft. Wobei letzteres auch schon wieder sehr übertrieben ist, wie ich finde.

Die Rezepte im Anhang sind echt toll und ich habe eines davon auf der Stelle ausprobiert J

Ansonsten kann ich dem Buch leider nur gute 3 von 5 Sternen geben, da mich doch einiges an dem Buch gestört hat.

Veröffentlicht am 09.07.2020

Ratgeber

Frau im Glück
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Ein Bestseller im Bereich Ratgeber, im Bereich Fachliteratur für Sozialwissenschaften halte ich in den Händen. Ein Buch, das erst seit einigen Wochen auf dem Markt ist und schon so hoch gelobt wird und ...

Ein Bestseller im Bereich Ratgeber, im Bereich Fachliteratur für Sozialwissenschaften halte ich in den Händen. Ein Buch, das erst seit einigen Wochen auf dem Markt ist und schon so hoch gelobt wird und als Bestseller verkauft wird? Hhm. Ich bin gespannt.

Ratgeber zum Thema der Selbstfindung gibt es derzeit wie Sand am Meer. Dadurch, das viele immer unzufriedener werden und man doch immer das Gute sehen und sich dennoch weiter entwickeln soll, boomt diese Sparte.

Das Buch „Frau im Glück“ will mit erprobten Tipps und Tricks zum Nachahmen punkten und bringt dazu, separat zu kaufen, noch das dazu passende „Glückstagebuch“ mit, welches im Buch auch immer wieder erwähnt wird.

Geteilt ist das Buch in viele Kapitel. Challenges, welche immer abwechselnd von den Autorinnen geschrieben wurden. So schickten sich die beiden abwechselnd in verschiedene Challenges, in denen sie sich selbst entdeckten und teilweise auch ihre Freundinnen mit einbezogen, die hier witzige Spitznamen erhielten.

Welche Kapitel gibt es? Unter anderem diese hier:

„Ein Kind als Glückgarant für dein Leben“
„Die Mut-Challenge“
„Achtsamkeit. Achte auf dich dann tut es wenigstens einer“
Garten-Challenge
Schlank-Challenge

Besonders im Gedächtnis geblieben: die Glücksrezepte zum Nachbacken. Da sprang mich regelrecht der Käsekuchen ohne Boden ab und wurde auch sofort nachgebacken.

Einige Aussagen, ganz besonders zum Thema unerfüllter Kinderwunsch, könnten bei den Frauen, die vergeblich darum kämpfen, Gefühle verletzen und verstören. Das ist mit Sicherheit nicht so gewollt und man hätte mit ein wenig mehr Fingerspitzengefühl hier dabei sein können und müssen.

Es ist für mich kein Ratgeber in der Hinsicht – ich bin mir nicht sicher ob eine der beiden Autorinnen im Thema Soziologie tatsächlich bewandert ist und eine entsprechende Ausbildung hat. Daher habe ich das Buch nicht als solches gesehen. Ich habe es als kurzweilige Lektüre gesehen, mit ein paar guten Tipps und etlichen witzigen Momenten. Das ein oder andere kann ich mir sogar mitnehmen und vielleicht sogar umsetzen.

Was mich an einen Ratgeber erinnert: die langen Kapitel, nur Text und keine Illustrationen. Ich glaube, ein paar witzige Zeichnungen, Bilder hätten dem Buch ein wenig mehr Schwung gegeben. Das Titelbild war doch zum Beispiel schon herrlich – von der Art ein paar Bilder mehr im Buch und es hätte das ganze aufgewertet.

Kurz und knapp gesagt: eine interessante Lektüre, die für den interessierten und offenen Leser garantiert das ein oder andere Nachahmenswerte enthält. Ein Sachbuch der Spitzenklasse ist es jedoch in meinen Augen nicht, da ich viele der Tipps, anders formuliert und aufgebaut, auch in den einschlägigen Zeitungen finden kann. Aber die Schreibweise, der Stil der Autorinnen, macht das Ganze dann doch wieder zu einem witzigen und teilweise auch nachdenklichem Zeitvertreib.

Eine liebe Freundin hat mir das „Glückstagebuch“ passend dazu noch geschenkt – mal sehen ob, wann und wie lange ich es ausfüllen werde. Werde ich tatsächlich jeden Tag mir die Zeit nehmen (können), meine Gedanken aufzuschreiben? Ich werde berichten.

Hier und an dieser Stelle gibt es erst einmal 3 von 5 möglichen Sternen für das Buch.