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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2026

Naturkatastrophen im Tempo von Insta-Posts

EDEN - Wenn das Sterben beginnt
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Auf der ganzen Welt häufen sich beunruhigende Naturereignisse - von Tiefseelebewesen, die an der Wasseroberfläche wildern, über Ernteausfälle bis hin zur Ausbreitung von Tropenkrankheiten in Europa. Mittendrin: ...

Auf der ganzen Welt häufen sich beunruhigende Naturereignisse - von Tiefseelebewesen, die an der Wasseroberfläche wildern, über Ernteausfälle bis hin zur Ausbreitung von Tropenkrankheiten in Europa. Mittendrin: Influencer, KI Experten und Naturaktivisten, die alle auf ihre Art gegen die Ursachen und Verursacher und für das Überleben der Menschheit kämpfen.

Marc Elsbergs neuester Thriller liest sich rasant - als ob man durch hunderte Insta-Postings scrollen würde. Kurze Kapitel, schnelle Szenenwechsel und knackige Dialoge vermitteln ein “Uns läuft die Zeit davon” Gefühl, welches sich zum Schluss hin für mich fast unerträglich steigert. Kombiniert mit den Fachtermini aus Politik, IT und Social Media ist Eden nicht immer ganz einfach zu lesen, aber deshalb nicht weniger spannend. Was bleibt, ist eine Unsicherheit wie es weitergeht - sowohl in der Geschichte, als auch in der Realität für uns. Am Ende ist meiner Meinung nach offen geblieben wie weit die Bedrohungen revidiert werden konnten. Wenn Elsberg damit beabsichtigt hat, die Leser über die Geschichte hinaus mit den Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz, die Einflussnahme Einzelner und die Macht der Medien zu beschäftigen, so ist ihm das in meinem Fall gelungen.
Fazit: nichts für schwache Nerven, aber definitiv für alle die sich ab und zu Gedanken machen wohin die Menscheit steuert.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Ein verstörendes Geheimnis und eine Mauer des Schweigens

DARKROOMS
1

Ein kleiner Ort irgendwo in Irland, ein düsteres Geheimnis und zwei Protagonistinnen, die mehr als nur ein Problem mit sich herumschleppen.
Als ihre Mutter stirbt, kommt die 29-jährige Caitlin nach vielen ...

Ein kleiner Ort irgendwo in Irland, ein düsteres Geheimnis und zwei Protagonistinnen, die mehr als nur ein Problem mit sich herumschleppen.
Als ihre Mutter stirbt, kommt die 29-jährige Caitlin nach vielen Jahren wieder in den Ort ihrer Kindheit, wo damals ihre Freundin verschwunden ist - ein Fall, der nie gelöst wurde. Deren Schwester Deedee, mittlerweile Polizistin, sucht noch immer nach Hinweisen. Was hatte Caitlin mit dem Verschwinden zu tun? Hat ihre Mutter ein Geheimnis mit ins Grab genommen? Und was hat die Dunkelkammer am Grundstück der mächtigsten Familie im Ort damit zu tun?

Durch die Zeitsprünge zwischen 1999 und 2019, sowie die Wechsel der Handlungsorte (London-Irland) ist es anfangs nicht ganz einfach, in die Geschichte zu finden. Ab dem Moment, in dem sich die Geschichte nur mehr in Irland abspielt, wird es übersichtlicher.

Hervorzuheben sind die Charaktere, besonders die beiden Protagonistinnen. Anfangs sind sie überhaupt keine typischen Sympathieträger, punkten eher mit krimineller Energie und Verhaltensauffälligkeiten. Je mehr sich allerdings die Geschichte entwickelt, je mehr Details aus der Vergangenheit aller Beteiligten und ihre Verbindungen untereinander ans Licht kommen, desto mehr ziehen diese Personen einen in ihren Bann.

Die verstörende Auflösung der ganzen Verstrickungen ist der Autorin sehr gut und schlüssig gelungen. Alles in allem finde ich Darkrooms ganz bemerkenswert für ein Erstlingswerk.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Krimidinner auf italienisch

Mira Belgusto und die tote Winzerin
6

Die Reisejournalistin Mira Belgusto gerät während ihres Aufenthalts im Veltlin unabsichtlich in die Ermittlungen um einen Mordfall. Zusammen mit einem in die Jahre gekommenen Schauspieler und einer kleinen ...

Die Reisejournalistin Mira Belgusto gerät während ihres Aufenthalts im Veltlin unabsichtlich in die Ermittlungen um einen Mordfall. Zusammen mit einem in die Jahre gekommenen Schauspieler und einer kleinen Hündin stellt sie ihre eigenen Nachforschungen an.

Die Verbindung von Genuss und einem spannenden Kriminalfall ist erfrischend. Dabei werden die kulinarischen Genüsse teilweise so genau beschrieben, dass einem unweigerlich das Wasser im Mund zusammenläuft. Sehr passend, dass sich die Originalrezepte der wichtigsten Gerichte am Ende des Buches finden.
Die eigentliche Handlung, die Aufklärung des Mordes, ist eine typische Kriminalgeschichte mit einigen doch überraschenden Wendungen. Das unfreiwillige Ermittlerpaar Mira und Claudio punktet mit sympathischen, manchmal auch recht witzigen Dialogen, und die kleine Hündin Dulcinetta trägt auf ihre eigene Weise zu einigen Lachern, aber letztlich auch zur Aufklärung bei.
Für mich persönlich waren die Szenen beim Essen die eigentlichen Höhepunkte in der Geschichte, auch die Beschreibungen der Land- und Ortschaften um den Comer See sind sehr schön ausgeführt.
Zahlreiche italienische Ausdrücke sollten wahrscheinlich das richtige Flair vermitteln, wirken aber auf mich manchmal ein wenig krampfhaft eingebaut.
Als Fazit muss ich sagen, mich hat die Geschichte sicher zu einem Besuch der Gegend inspiriert. Für eine etwaige Fortsetzung hoffe ich allerdings auch eher auf schöne Landschaften und kulinarische Genüsse als auf eine spannende Geschichte. Insofern empfehle ich das Buch allen, die gerne Reiseberichte oder leichte Unterhaltung ohne große Dramatik lesen.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Paranoide Spannung

Das Signal
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Viola verliert bei einem Unfall ihr Bein. Ein Unfall, an den sie sich nicht erinnern kann, der aber viele Fragen aufwirft. Ihr Mann kümmert sich aufopferungsvoll um sie, hat es aber irgendwie nicht eilig, ...

Viola verliert bei einem Unfall ihr Bein. Ein Unfall, an den sie sich nicht erinnern kann, der aber viele Fragen aufwirft. Ihr Mann kümmert sich aufopferungsvoll um sie, hat es aber irgendwie nicht eilig, sie in ihrer Mobilität zu unterstützen. Stattdessen fallen Viola immer mehr Ungereimtheiten in seinem Verhalten auf. Ihre Zweifel werden schließlich so stark, dass sie Tracker kauft und zunächst ihren Mann, später dann weitere Personen in ihrem Umfeld bestückt und damit überwacht. Wird sie langsam paranoid oder laufen hinter ihrem Rücken dunkle Machenschaften? Und worin war Viola selbst vor ihrem Unfall verstrickt?

Schon lange hat es kein Buch mehr geschafft, mich so zu fesseln, dass bei mir zuhause zwei Tage lang praktisch alles liegen geblieben ist. Dabei war es ein reiner Zufallstreffer in der Bücherei - ich muss zugeben, Ursula Poznanski war mir bislang gar nicht bekannt!

Sie hat ein Szenario geschaffen in dem man sich immer wieder fragt, wer jetzt eigentlich der Bösewicht ist oder ob man sich alles nur einbildet. Zu allem kommt noch der teilweise schwarze Humor, mit dem Viola ihr Handicap meistert. Die Erzählweise ist unglaublich spannend, der Schreibstil gleichzeitig so locker dass man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen möchte. Mein persönliches Highlight ist der Soundtrack zu den Spiegelübungen.

Absolute Leseempfehlung für Thrillerfans! Und ich mache mich jetzt auf die Suche nach anderen Werken von Ursula Poznanski…

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Monumentale Geschichte, die fesselt

Stonehenge - Die Kathedrale der Zeit
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Ein Feuersteinhauer und eine Priesterin mit einer gemeinsamen Vision: das größte, bis in alle Ewigkeit bestehende Monument aus Stein zu bauen!
Das kann nur mit Hilfe aller Völker - Hirten, Ackerbauern ...

Ein Feuersteinhauer und eine Priesterin mit einer gemeinsamen Vision: das größte, bis in alle Ewigkeit bestehende Monument aus Stein zu bauen!
Das kann nur mit Hilfe aller Völker - Hirten, Ackerbauern und Waldvolk - gelingen. Doch eine große Dürre stellt die Menschen auf eine harte Probe und entzweit die Völker. Können die charismatische Joia und der brillante Seft ihre Leute überzeugen, gemeinsam dieses Werk zu vollenden?

Ein Follett wie das Monument seiner Geschichte - gewaltig und großartig!

Ken Folletts Beschreibungen seiner Figuren und der Schauplätze sind derart lebendig, dass man von den ersten Seiten an direkt in die Zeit eintaucht. Meiner Meinung nach vermag das sein geschriebenes Wort tatsächlich besser als so mancher Blockbuster auf der Leinwand.
Die Handlung selbst ist bis zuletzt spannend und gleichzeitig lehrreich.

Die Geschichte beinhaltet meiner Meinung nach auch den einen oder anderen Fingerzeig auf die Gegenwart und unseren Umgang miteinander - Stichwort Eigentumsanspruch und Ausweitung des Selbigen. So als hätten nicht wir, sondern nur unsere Methoden und Waffen sich weiterentwickelt.

Absolute Empfehlung!

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