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Veröffentlicht am 19.02.2026

Schwer zugänglich

Iris
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Iris erzählt Anton von ihren Reisen. Wen sie getroffen hat, welche Eindrücke Menschen und Orte bei ihr hinterlassen haben. Sie ist Schriftstellerin und stellt ihre vielfach übersetzten Bücher europaweit ...

Iris erzählt Anton von ihren Reisen. Wen sie getroffen hat, welche Eindrücke Menschen und Orte bei ihr hinterlassen haben. Sie ist Schriftstellerin und stellt ihre vielfach übersetzten Bücher europaweit vor. Anton erstellt kunstvolle Fotografien, immer mit defekten Kameras. Auf den Fotos findet sich ein Riss, der sich durch das Motiv zieht, andere sind überbelichtet. Er bereitet sich auf eine große Ausstellung vor. Iris und Anton sind ein unkonventionelles Paar. Ihre körperlichen Spielarten geben der offenen Beziehung die nötige Würze. Iris findet Spaß an der Unterwerfung, Anton am Führen. Trotz der, manchmal langen, Entfernung verbindet sie das gegenseitige Interesse. Iris interessiert sich für Hexenprozesse, sie stellt regelrechte Forschungen an. Die Art der Vorgehensweisen der Gewalt interessiert sie ebenso wie die Logik der Inquisition: „Geht die in den Fluss geworfene, an Armen und Beinen gefesselte Frau unter, ist sie unschuldig, schwimmt sie oben, ist sie besessen“.

Fazit: Ich mache es kurz!

Die vielfach ausgezeichnete Autorin mehrerer Bücher hat mich überfordert. Obwohl ich mich bis zum Ende durch die Erzählung gezwungen habe, blieb mir der Sinn verborgen. Ich glaube, es geht um Intimität, die echte Nähe, die mich den anderen erkennen lässt, der sich mir vertrauensvoll und selbstsicher zeigen mag. Die echte Nähe, die ich selbst zulasse, weil ich mich dem anderen vertrauensvoll hingeben kann. Bei Iris und Anton gibt es an einer Stelle einen Riss, der eine Distanz hereinlässt und dann ist nichts mehr, wie es scheint. Ein Unwohlsein stellt sich ein. Der Blick schärft sich und deckt unschöne Flecken auf. Der andere bemerkt das und fühlt sich nicht mehr so frei, in seinem sich zeigen und geht ebenfalls auf Distanz. So weit, so gut, wenn es so wäre, wie ich es interpretiere, könnte das eine feine Erzählung sein. Allerdings wurde meine Lesefreude getrübt, weil ich mir den Text hart erarbeiten musste. Die Autorin schreibt ohne Punkt und Absatz. Zeichen für wörtliche Rede gibt es nicht. In einem Rutsch sitzt Iris neben Anton am Tisch und erzählt, dann sitzt sie im Zug nach Posemuckel und spricht mit einer Freundin oder auch nicht? Denn sie hat ja gar kein Mobiltelefon. Vielleicht ist hier ein expressionistisches literarisches Kunstwerk entstanden, das ich nicht erkennen kann, weil mir die Erfahrung und damit der Zugang fehlt. Und so bin ich fast traurig, dass ich das Buch nun nach meiner Prämisse bewerten muss, denn schreiben kann Laura Freudenthaler definitiv.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Außerordentliche Erzählkunst

Oroppa
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Salomé Abergel liegt in dem Bett, in Hbibs Haus, die Arme erhoben und schreit. Es sieht aus, als würde sie den Sensemann persönlich würgen. Eigentlich müsste sie längst tot sein. Sie wiegt nur noch vierzig ...

Salomé Abergel liegt in dem Bett, in Hbibs Haus, die Arme erhoben und schreit. Es sieht aus, als würde sie den Sensemann persönlich würgen. Eigentlich müsste sie längst tot sein. Sie wiegt nur noch vierzig Kilo, der eine Lungenflügel ist zusammengefallen, der andere kämpft mit einem Bakterium. Aber dieses Schreien.

Hind stolpert mit ihrem Koffer und einem Beutel die Rivierenburt entlang, high wie drei Piloten. Sie war eine halbe Stunde zu spät und Hbib Lebyard war nirgends zu sehen. An der Haustür steckte der Schlüssel, so ein Glück, aber er ließ sich nicht drehen. Er hatte ihr das Haus einer Freundin angeboten, einer Künstlerin, Salomé Abergel. Hild arbeitete schon eine Weile in seiner Imbissbude. Zuerst war sie skeptisch, auch weil das Bewohnen sie nichts kostete. Sie sollte bloß ein bisschen sauber machen, die Blumen gießen und den Keller meiden. Hind wollte unbedingt aus dem Dachgeschoss bei Coy Mudden raus, die ihr einen Gott nahebringen wollte, der keine Nordafrikaner mochte und so nahm sie das Angebot an.

Nachdem sie eine Weile am Türschloss rumgefummelt hatte, trat sie doch in das Innere des großen alten Backsteinhauses ein und spürte direkt Beklemmungen. Nach den knarzenden Flurdielen stieß sie auf ein riesiges Bücherregal und dicke Vorhänge, die jedes Licht absorbierten. Auf dem Couchtisch eine Hand aus Glas, die sich ihr fordernd entgegenstreckte. Das Hauptschlafzimmer sah aus, als sei es gerade verlassen worden. Papiere und Kleidung auf dem Boden verteilt. Sie wird bald Hbib anrufen müssen und ein paar Fragen klären.

Fazit: Safae El Khannoussi schleift mich in ihrem mehrfach ausgezeichneten Romandebüt in rasantem Tempo durch unterschiedliche Szenerien. Gleich einem Puppenspieler hält sie mehrere Fäden in der Hand, die sie bis zum Ende souverän übers Parkett führt, das ist schon große Kunst. Sie lässt mich eine Menge Menschen kennenlernen, die allesamt richtig gut gezeichnet sind. Die Geschichte ist düster, führt mich in die Folterkeller Marokkos, der späten 70-er-Jahre, nach Paris und Amsterdam. Da ist die jüdisch-marokkanische Malerin Salomé, auf der Flucht vor einer zweifelhaften Galeristin, ihr Sohn, der im marokkanischen Gefängnis zur Welt kam und sich für einen großen Abstand zur Mutter entschieden hat. Salomés ehemaliger Folterknecht, sucht sie kurz vor seinem Tod persönlich auf. Da sind die „sieben Schläfer“, die sich regelmäßig im Rainblow City, dem Coffeeshop, im orangefarbenen Schein zweier lebensgroßer Lavalampen treffen. Was wie ein Mystery-Roman beginnt, entpuppt sich zu einer Odyssee, ähnlich des Films „Short Cuts“ von Robert Altman, in dem ich blitzartige Eingebungen erhalte, die zum Ende hin miteinander verbunden werden und Sinn ergeben. Die Autorin schreibt über die Auswirkungen des Postkolonialismus, Europa als Auffanglager traumatisierter und mehr oder weniger gescheiterter Existenzen. Darüber, wie es sich anfühlt, jahrelang ohne Papiere leben zu müssen, also keine nachweisbare Identität zu haben. Ich muss gestehen, dass die Geschichte mich herausgefordert hat, weil mir lange nicht klar wurde, wohin die Reise geht. Wer allerdings in der Lage ist, das Gelesene wie ein Puzzle zusammenzusetzen, der wird mit einer außerordentlichen Erzählkunst belohnt, die etwas mitzuteilen hat.

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Die Fallstricke des Lebens

Unbegründete Ängste
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Chris arbeitet als Fitnesstrainer und sehnt sich nach einem festen Partner. Er hat ein Auge auf Nicolas geworfen, ein Kunde des Gym. Nicolas sei Tierpfleger, erfuhr er in einem ihrer seltenen Austausche. ...

Chris arbeitet als Fitnesstrainer und sehnt sich nach einem festen Partner. Er hat ein Auge auf Nicolas geworfen, ein Kunde des Gym. Nicolas sei Tierpfleger, erfuhr er in einem ihrer seltenen Austausche. Deshalb lässt sich Chris jetzt von seinem neuen Patenhund, Bullterrier Lui, durch den Wald zerren. Gerade macht er Halt, um sich eine Zigarette anzuzünden, wohl wissend, dass der Boden unter ihm furztrocken ist, da nutzt Lui die Gunst der Stunde, reißt sich los und sprintet einen Hang hinab. Chris stolpert panisch hinterher und sieht Lui in einiger Entfernung im Müll wühlen. Von weitem nähert sich die Linie 270 rasant. Lui sieht den Bus ebenso und läuft in die Richtung. Bremsen quietschen, Chris schließt die Augen und als er sie wieder öffnet, liegt Lui auf dem Asphalt und rührt sich nicht. Die Busfahrerin steht in der geöffneten Tür und starrt Chris an.

Nachdem er stotternd seine Daten angegeben hat, geht Chris nach Hause. Während er darüber nachdenkt, wie er Nicolas das erklären könnte, hört er ein Martinshorn. Und dann sieht er sie, mehrere Feuerwehreinsatzfahrzeuge rasen an ihm vorbei in die Richtung, aus der er kommt. Chris Atem beschleunigt sich, ihm wird schlecht. Sollte jetzt auch noch der Wald wegen seiner Kippe brennen, wird er seines Lebens nicht mehr froh.

Chris trifft sich, wie jeden Samstag, mit seinen Eltern zum Sektfrühstück. Sie sitzen auf der Terrasse des Bistros, seine Mutter sieht ihn und winkt stürmisch. Kaum sitzt er, da fragt sie schon, wie es ihm geht: „Du siehst blass aus Chrissi.“ Und streicht ihm zärtlich über den Rücken. Er solle doch mal wieder in die Praxis zur Blutentnahme kommen, die letzte liege ja schon fast ein Jahr zurück. Obwohl er zuerst keinen wollte, kippt er seinen Prosecco in einem Haps runter.

Fazit: Res Sigusch (Wesentliche Bedürfnisse 2024) hat einen 30-jährigen Mann erschaffen, der schon seit seiner Jugend Bodybuilding affin ist und in einem Gym arbeitet. Er hat genug von den oberflächlichen Dates mit Männern und ist auf der Suche nach etwas Festem. Trotz der netten Kolleginnen und dem super Chef verläuft sein Leben ziemlich trist. Seine Mutter klammert an ihm und zeigt stark übergriffiges Verhalten, dem er sich kaum entziehen kann, zu groß ist seine Angst zu enttäuschen. Insgesamt ist der Protagonist ein introvertierter Typ, der allen gerecht werden will. Die AFD in Sachsen erstarkt und schwul zu sein, in dem Kaff, in dem Chris lebt, könnte künftig gefährlich sein. Im weiteren Verlauf der Geschichte rücken Bedrohungen näher und er entwickelt eine Angststörung, die ich ausnehmend gut gezeigt finde. Auch die klammernde Mutter, die ihren Sohn pausenlos belästigt, natürlich unter dem Deckmantel der Liebe, finde ich gut dargestellt. Am Ende naht Hilfe aus unerwarteten Ecken und das versöhnliche Ende tut der etwas deprimierenden Story gut. Insgesamt ein sehr unterhaltsamer Roman, der mitten in die Fallstricke des Lebens greift und ein Thema verhandelt, das weit verbreitet ist. Für Leserinnen, die “ „Koller“ von Annika Büsing mögen.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Schonungslos ehrliche Selbstanalyse

Einsamsein
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2021 kündigte seine Mutter an, auf „die Wolke“ zu gehen, so wie auch sein Vater schon 1984 auf die Wolke gegangen war. Der Vater hatte einen Baum gewählt, die Mutter bittet den Schweizer Sterbehilfeverein-Exit ...

2021 kündigte seine Mutter an, auf „die Wolke“ zu gehen, so wie auch sein Vater schon 1984 auf die Wolke gegangen war. Der Vater hatte einen Baum gewählt, die Mutter bittet den Schweizer Sterbehilfeverein-Exit um Hilfe. Er solle am 27. August in die Schweiz kommen und dann blieben noch zwei Tage Zeit, um alles Nähere zu klären.

Zu dieser Zeit lebte er allein in einer zugemüllten Hamburger Dachgeschosswohnung. Die Küche, wegen der Menge leerer Pfandflaschen unbegehbar, im Bad Wäscheberge, die Pizza-Kartons im Wohnzimmer erinnerten an das Innere eines Altpapiercontainers und das Bettzeug hätte schon vor Monaten gewechselt werden müssen. Erschöpfungsdepression mit psychotischen Akzenten lautete die Diagnose, also quasi:

Ihm flog nach Monaten des Schlafentzugs und panischer Angst der Vogel raus. S. 11

Nach einem Jahr als Korrespondent einer internationalen Zeitung kam der Zusammenbruch. Der Job war weg, die Kollegen verprellt und die Partnerin verjagt.

Das Haus seiner Mutter und ihres zweiten Mannes in Ascona, ein abgeriegelter Bunker mit Eingangstürattrappe und Panic (Room) Etage. Alles in Crème brûlée beige gehalten, so als wäre der Innendesigner auf Valium gewesen. Die ganze Abgeschiedenheit des alleinstehenden Hauses, die Einrichtung und die Bewohner deuten auf die, von je her, gewählte Art seiner Familie zu leben und zu vermeiden und die damit einhergehende Einsamkeit. Und nun lässt sie sich euthanasieren.

Vielleicht können wir einmal sagen, um was es wirklich geht: dass wir einsam sind, eingesperrt in unsere Rollen als Mutter, die um jeden Preis die Contenance bewahrt, und als Sohn, der Selbstzerstörung mit Revolte verwechselt. S. 32

Fazit: Daniel Haas hat ein Manifest geschrieben, das an Klugheit, Lebenserfahrung und Selbsterkenntnis kaum zu überbieten ist. Nachdem seine Mutter ihren Freitod angekündigt hat, schwelgt Daniel Haas in Erinnerungen. Er durchschaut seine Eltern, deren Vergangenheit und die Lebensentscheidung des Rückzugs aus der eigentlichen Angst vor Enttäuschung und Zurückweisung. Er durchschaut ebenso seine eigenen Abwehrmechanismen, die ihn daran hindern ehrlich, diszipliniert und verbindlich zu sein. Er sieht sich als Meister der Selbstsabotage und schafft es, sich mit diversen Abhängigkeiten wie Drogensucht und Liebesbesessenheit, aber auch mit einer großen Portion Selbstmitleid und Selbstherrlichkeit von einem eigentlichen Weg abzulenken. Er verprellt Freunde, die ihn zu unterstützen versuchen, um ganz auf sich allein gestellt ins Nichts zu stürzen. Er beschreibt die Phase seiner Depression und diverser Psychiatrieaufenthalte, die abrupt in die Phase der Manie wechselt so bildhaft und verständlich, wie ich es mir in diversen anderen Büchern gewünscht hätte. Das hier ist schonungslos ehrlich über die Schmerzgrenze hinaus, erkenntnisreich und versöhnlich und liebevoll. Dabei zusehen zu dürfen, wie sich ein Mensch aus eigener Kraft verändert ist sehr wohltuend und auch mutmachend. Es ist nie zu spät, den Pfad echter Liebesfähigkeit zu finden. Was mir an dieser Autobiografie auch so gut gefällt, ist der Schreibstil auf hohem Niveau, der den Lesefluss kein bisschen erschwert. Die Stimmfarbe ist humorvoll und voller Selbstironie. Das macht den Autor so nahbar und sympathisch. Respekt für diese Selbstanalyse.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Scharfer Blick auf die japanische Gesellschaft

Richtig gutes Essen
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Nitani verbringt die meiste Zeit seines Lebens im Büro. In der Mittagspause bewundert er die Bentō-Boxen seiner Kolleginnen. Doch es käme ihm nie in den Sinn, sich am Abend noch in die Küche zu stellen, ...

Nitani verbringt die meiste Zeit seines Lebens im Büro. In der Mittagspause bewundert er die Bentō-Boxen seiner Kolleginnen. Doch es käme ihm nie in den Sinn, sich am Abend noch in die Küche zu stellen, um Omelette oder Tofu zu braten und Gurke oder Fisch zu filetieren. Nitani gießt einfach heißes Wasser auf seine Instantnudeln und weiß, dass er satt wird. Am Abend macht er es genauso, denn dann bleibt ihm noch etwas Zeit, um Playstation zu spielen, bevor er sich schlafen legt, um bald darauf schon wieder ins Büro zu gehen.

Sein Vorgesetzter Fuji hat mehr Glück, er hat immer ein liebevoll zubereitetes Bentō am Start. Nitani beobachtet, wie er versonnen in ein handgebratenes Omelette beißt, sieht, wie Fuji aufsteht und vor Ashikawas Schreibtisch stehen bleibt. Er nimmt ihre Teeflasche, schraubt sie auf und nimmt einen Schluck. Fuji dreht sich um und blickt in Nitanis Augen, lacht wie ein Kind, das erwischt wurde und sagt: „Ich war am Verdursten.“ Fuji stellt die Flasche zurück, geht zum Kühlschrank und nimmt sich eine Frische.

Nitani fragt sich, ob das Nippen an Ashikawas Flasche etwas damit zu tun hat, dass Fuji ein Mann mittleren Alters und Assistent der Geschäftsleitung ist und ist sich nicht sicher. Allerdings glaubt er, dass es damit zu tun hat, dass Ashikawa eine junge Frau ist.

Fazit: Junko Takase, für diese Geschichte ausgezeichnet mit dem Akutagawa-Preis, hat mir die Absurditäten des Arbeitsalltags gezeigt und mich zugleich auf einen Streifzug durch die japanische Küche mitgenommen. Ihr Protagonist ernährt sich mangels Zeit und Lust hauptsächlich von Instantnudeln. Seine Kollegin Ashikawa, die ihm so gut wie versprochen ist, wird versuchen, das zu ändern, weil sie eine hervorragende Köchin ist. Leider zeigt sie, aus Nitanis Sicht, in der Firma nicht den nötigen Arbeitseifer. Noch dazu lächelt sie alle Attacken weg und gleicht ihre mangelnde Verlässlichkeit mit feinstem selbst gemachten Gebäck für die Mitarbeiterinnen aus. Sie scheint eine wirklich „liebe“ Frau zu sein. Aber Nitani verliert die Achtung vor ihr und schmiedet mit einer anderen Kollegin, die Ashikawa hasst, Ränke. Die Autorin zeigt anschaulich die festgefahrenen Rollenbilder. Frauen rangieren hinter den Männern. Das gesamte Dasein besteht aus Etikette, die es einzuhalten gilt. Ich mochte diesen Einblick in die japanische Gesellschaft sehr. Ein bisschen schwierig fand ich die abrupten Szenenwechsel und manchmal auch den Satzbau. Insgesamt ist diese Geschichte, die auf 160 Seiten Platz findet, kein literarisches Feuerwerk, aber eine solide, anschauliche Erzählung, die ich gerne gelesen habe.

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