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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.12.2023

Bislang mein bester Neuhaus

Monster (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 11)
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Ich bin erst relativ spät eingestiegen in die Serie von Nele Neuhaus und habe die Begeisterungsstürme bislang nicht geteilt. Mit dem Vorgängerband konnte ich auch so gar nichts anfangen und trotzdem finde ...

Ich bin erst relativ spät eingestiegen in die Serie von Nele Neuhaus und habe die Begeisterungsstürme bislang nicht geteilt. Mit dem Vorgängerband konnte ich auch so gar nichts anfangen und trotzdem finde ich den Klappentext immer so interessant, dass ich doch wieder zum neuesten Band greife.

Diesmal hat sich das auch voll gelohnt! Es war für mich ein völlig anderer Stil als das Vorgängerbuch. Und das kann nicht nur am Thema, ein Kind ist verschwunden und wurde tot aufgefunden, liegen, auch der Stil war in meinen Augen komplett anders.

Frau Neuhaus hat mich gleich von Beginn an fesseln können und geschickt viele Spuren gelegt, die uns Lesende manchmal in die Irre führen. Richtig spannend!
Das Ermittlerteam hatte natürlich auch wieder gut Raum, diesmal hat das aber sehr gut ins Gefüge gepasst und den eigentlichen Fall nicht dominiert.

Das Buch wurde im Laufe der Handlung komplexer und ich kann nicht wirklich darauf eingehen, ohne zu spoilern. Der Handlungsverlauf an sich war so nicht absehbar und macht einen großen Teil der Spannung aus.
Der große Faden, der sich irgendwann zeigt, war gut gewählt und beschäftigte mich über den reinen Krimi-Konsum hinaus. Gerade im Zeitalter von Fake-News kann man die Thematik gar nicht oft genug deutlich machen.

Ich habe nur einen kleinen Kritikpunkt, weswegen es letztendlich auch nicht die vollen vier Sterne wurden: der Schluss und die Auflösung war mir etwas zu holterdipolter und aus dem Hut gezaubert - aber ansonsten ein spannender Krimi mit sympathischen Charakteren im Ermittlungsteam.

Veröffentlicht am 06.12.2023

Hat mir noch besser gefallen als Band eins

Verlogen
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Das hier ist ein Krimi voll nach meinem Geschmack.
Er spielt in Island - ein Ziel so nah und doch so fremd für mich, ich lese sehr gerne Bücher, die dort spielen, weil ich es so wunderschön und unwirtlich ...

Das hier ist ein Krimi voll nach meinem Geschmack.
Er spielt in Island - ein Ziel so nah und doch so fremd für mich, ich lese sehr gerne Bücher, die dort spielen, weil ich es so wunderschön und unwirtlich zugleich finde.

Es ist der zweite Band rund um die junge Ermittlerin Elma, deren Privatleben auch eine große Rolle in der Serie spielt. In Band zwei gibt es tiefere Einblicke.
Ich finde es gar nicht so leicht, die richtige Balance zu finden zwischen intensiven Einblicken geben in das Privatleben und damit einen Bindungsaufbau zu ermöglichen und dem Genervtsein, weil es zu wenig um den Fall geht.
Hier finde ich das sehr gut austariert.

Der Fall an sich wird auch immer wieder unterbrochen mit Einschüben aus dem Leben einer jungen Mutter mit einem ungewolltem Kind. Erschütternd und unheilvoll und doch relativ schnell einordenbar.

Die Autorin ist allerdings eine Meisterin der falschen Fährten und so hat sie mich mit ihrem Ende völlig überrascht. Raffiniert gemacht und für mich ein ganz großer Lesegenuss.
Ich werde die Reihe weiterverfolgen!

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Veröffentlicht am 05.12.2023

Interessant und anstrengend zugleich

Die Erfindung des Lächelns
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Die Buchidee ist einfach genial. Das Buch spielt in Paris 1911 - und im Louvre fehlt plötzlich die Mona Lisa. Das ist nicht einmal Fiktion, das war tatsächlich so. Das berühmteste Bild des Museums aus ...

Die Buchidee ist einfach genial. Das Buch spielt in Paris 1911 - und im Louvre fehlt plötzlich die Mona Lisa. Das ist nicht einmal Fiktion, das war tatsächlich so. Das berühmteste Bild des Museums aus heutiger Sicht wurde gestohlen.

Drumherum hat Tom Hillenbrand eine faszinierende Geschichte gebastelt, die mitnimmt in das Paris der Belle Époche. Ich wusste weder, dass die Mona Lisa damals noch gar nicht so berühmt war, noch dass der Louvre so ein maroder Museumsschuppen war.

Man trifft viele berühmte Persönlichkeiten, unter anderem auch Pablo Picasso.
Dann gibt es Satanisten, Anarchisten und überhaupt habe ich staunend gelesen, wie abgefahren Paris nicht nur in den Künstlerkreisen damals war.
Ich fand es als Geschichtszeitreise total spannend.

Aus literarischer Sicht war es allerdings immer wieder etwas ermüdend, das Lesen war kein Kinderspiel. Teilweise schleppend, dann noch so viele Namen, die alle ähnlich klangen, ich habe mich teilweise regelrecht zum Weiterlesen zwingen müssen.
Wirklich spannend war es nicht - aber dann wiederum doch, weil mich die Irrungen und Wirrungen rund um das Bild, das Zeitgeschehen damals und die Auflösung, die mir gut gefalle hat, dann doch wiederum gefesselt haben.

Also ein wenig Ambivalenz, hier hilft nur, sich selbst ein (Lese-)Bild zu machen.

Veröffentlicht am 03.12.2023

Prokrastinieren de luxe

Kleine Probleme
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Lars ist 49 und hat in diesem Jahr einiges schleifen lassen. Nun ist es der 31. Dezember und die To-Do Liste ist lang. Auf geht‘s Lars!
Wie sich dann aber herausstellt, hat Lars es nicht nur in diesem ...

Lars ist 49 und hat in diesem Jahr einiges schleifen lassen. Nun ist es der 31. Dezember und die To-Do Liste ist lang. Auf geht‘s Lars!
Wie sich dann aber herausstellt, hat Lars es nicht nur in diesem Jahr schleifen lassen, das geht schon ewig so. Dabei will er ja, er will sogar das beste Buch der Welt schreiben, aber ach.

Anfangs hat mir das Buch gut gefallen. Lars‘ Prokrastinieren war zwar in Vollendung, aber irgendwie auch sehr realistisch geschildert, ich konnte mich gut in ihn hineinversetzen.
Es wird alles aus seiner Ich-Perspektive geschildert bzw. aus seiner Vorstellung, wie Frau und Kinder nun kommentieren würden. Trotzdem- oder gerade deshalb- ist es sehr lebendig.
Mit der Zeit nervt Lars jedoch zunehmend und ich habe mit Johanna, seiner Frau und seinen Kindern gefühlt. Wie konnten sie so ein Zusammenleben so lange ertragen?
Das war alles -obwohl doch Lars wirklich ein extremer Fall ist- so real für mich, sehr gut geschrieben.

Anstrengend war es aber auch, weil Lars sich in philosophischen Betrachtungen beispielsweise über Schrauben verliert, anstatt endlich mal zu putzen. Das hat mir zu viel Raum eingenommen, auch wenn es sein Wesen natürlich treffen beschreibt.

Es gab auch lustige Stellen. Meine Lieblingsszene war die Zubereitung eines Nudelsalats.

Insgesamt hatte ich mir vom Buch anhand des Klappentextes, der mich sehr angesprochen hat, aber mehr erwartet.

Veröffentlicht am 03.12.2023

Australischer Regenwald-Mystery-Thriller mit einigen Längen

Der flüsternde Abgrund
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Hier hatte mich mal wieder das Cover: der feuchte australische Regenwald sprang mich da förmlich an und auch als Thrillerort habe ich mir das sehr spannend vorgestellt.

Im Buch kehrt Callum Haffenden ...

Hier hatte mich mal wieder das Cover: der feuchte australische Regenwald sprang mich da förmlich an und auch als Thrillerort habe ich mir das sehr spannend vorgestellt.

Im Buch kehrt Callum Haffenden nach dreißig Jahren zurück in sein Heimatdörfchen. Man sagt, im australischen Regenwald werden durch ein unheimliches Flüstern Kinder magisch angezogen und zum Springen von Klippen verführt. Der Part driftet etwas in die Mystery-Schiene ab, aber nicht so stark, dass ich als "eher Thriller-Leserin" davon genervt gewesen wäre.

Callum ist dabei, als eine Leiche geborgen wird und man ahnt gleich, dass das wohl kein natürlicher Tod war. Callum versucht herauszufinden, was geschehen ist und macht sich damit im Örtchen gar keine Freunde. Ganz langsam entblättert sich auch die Story, was früher geschehen war.

Leider etwas zu langsam, das Buch hatte streckenweise schlimme Längen. Ein richtiger Spannungsaufbau fand für mich nicht statt, gefühlt gab es doch auch einige Schleifen. Es bliebt lange Zeit alles so fürchterlich nebulös, immer nur Andeutungen - nicht ganz mein Geschmack bei einem Thriller. Überhaupt bin ich mir nicht sicher, ob das überhaupt ein Thriller ist.

Die Auflösung und den Abschluss fand ich hingegen sehr gelungen, das war voll nach meinem Geschmack. Es war auch schön schlüssig und hat mich im Rückblick dann wieder mit dem zögerlichen Verlauf versöhnt, weil alles so stimmig war.

Nichtsdestotrotz hätte das Buch für mich etwas mehr Fahrt gebraucht.

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