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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2022

Für Retro-Fans im Stil von Louis de Funès

Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur Lipaire (Die Unverbesserlichen 1)
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Eine spritzige Gaunerkomödie? Das klang gut, ich freute mich auf das Buch.

Leider hat es meinen Geschmack nicht getroffen.
Mit knapp 500 Seiten fand ich es viel zu lang. Es hat sich gezogen und ich habe ...

Eine spritzige Gaunerkomödie? Das klang gut, ich freute mich auf das Buch.

Leider hat es meinen Geschmack nicht getroffen.
Mit knapp 500 Seiten fand ich es viel zu lang. Es hat sich gezogen und ich habe mich über weite Strecken gelangweilt.

Vom Stil hat es mich an die alten Louis de Funès-Filme meiner Kindheit erinnert.
Voller Klamauk und ein Humor, der nicht der meine ist.
Die Charaktere waren völlig überzeichnet (wobei das bei dem Stil schon so sein muss) und die Hauptperson, Guillaume Lipaire war mir auch noch unsympathisch. Vielleicht war das mein Problem mit dem Buch - ich konnte über die kleinen Gaunereien nicht schmunzeln, er ist mir nur unsäglich auf die Nerven gegangen.
Spannend fand ich es leider auch nicht.

Was mir aber gut gefallen hat war die Beschreibung der Küstenstadt Port Grimaud, die es auch real gibt. Da würde ich ja jetzt schon gerne mal hinfahren. Auch das Lebensgefühl in Südfrankreich kam wunderbar herüber.
Die Handlung war auch ab und an gespickt mit französischen Wörtern, die im Anhang übersetzt wurden. Obwohl ich kein französisch kann, hat das den Lesefluss überhaupt nicht gestört, sie waren so gebräuchlich, dass man auch ohne spezielle Sprachkenntnisse folgen konnte und haben Frankreich-Feeling herübergebracht. Das war auch geschickt gemacht.

Das Ende fand ich auch nicht schlecht - das war gut aufgelöst.

Insgesamt mag ich wohl einfach den klamaukigen Humor der Autoren nicht so, so ging es mir auch schon bei den letzten Klufti-Bänden.
Ihre Reisebeschreibungen hingegen finde ich super - mein Lieblingsbuch der Autoren ist auch "In der ersten Reihe sieht man Meer".
Deshalb von meiner enttäuschten Sternevergabe nicht abhalten lassen, wenn man den grundsätzlichen Stil mag, dann kann das hier auch eine vergnügliche Lektüre werden.
Ich bin bei Band 2 aber raus (wird eine Reihe).

Veröffentlicht am 18.12.2022

Viel Chaos, aber er kommt, der weihnachtliche Geist. Aber sowas von!

Clarice Bean und die Weihnachtswichtel
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Ich liebe die Kinderbücher von Lauren Child samt ihrer großartigen Illustrationen und ich liebe Weihnachten. Damit ist das das perfekte Buch für die Weihnachtszeit für mich.
Clarice Bean und ihre Familie ...

Ich liebe die Kinderbücher von Lauren Child samt ihrer großartigen Illustrationen und ich liebe Weihnachten. Damit ist das das perfekte Buch für die Weihnachtszeit für mich.
Clarice Bean und ihre Familie sind im Vorweihnachtsstress. Es gibt so viel zu tun! Und obwohl doch eigentlich alles geplant ist, geht doch so einiges...äh...ganz schön viel schief! Doch hinter all dem Chaos steckt immer ganz viel Liebe, ganz viel Kümmern um Mitmenschen und der weihnachtliche Geist, der rückt zwar manchmal im Chaos etwas in den Hintergrund, aber er ist immer da.
Und dann zum Weihnachtsfest? Hach! Mehr verrate ich nicht!

Ein herzerwärmendes Buch, das sowohl die Aufregung, Hektik und Vorbereitung vor dem Fest augenzwinkernd herüberbringt, als auch das Wichtige am Weihnachtsfest: aufeinander achtgeben, Freude bereiten und Zusammensein.
Dabei so witzig, auch ein wenig rührend und einfach eine wunderschöne Lektüre in der Advents- und Weihnachtszeit.
Es ist kein klassisches Adventskalenderbuch mit 24 Kapiteln, es hat nur 12 - aber man würde eh nicht ständig unterbrechen wollen.

Unbedingt erwähnen muss ich auch noch die Illustrationen und die Comic-Roman-artige Schrift, sie machen das Buch erst so richtig rund.
Mit wenigen Strichen und so aussagekräftig. Ich bin großer Fan davon.
Jede Seite ist eine kleine Überraschung - beispielsweise bei dem Kapital über die Wichteln der Kreuzstichlook der Schrift und die Wichtelmützen bei Clarice & Co.

Es ist viel Text, aber da er so aufgelockert ist, ist das Buch auch zum eigenständigen Lesen gut geeignet. So mit acht, neun Jahren müsste das gut klappen. Davor ist es aber auch für jüngere Kinder super zum Vorlesen - aber unbedingt mit hineinschauen, es gibt so viel zu entdecken.
Die liebevolle Ausstattung zieht sich auch unter dem Buchumschlag durch - unbedingt mal daruntergucken.

Mein Weihnachtsbuch-Highlight 2022!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.12.2022

Eine würdige Nachfolgerin für Agatha Christie

Die Dreitagemordgesellschaft
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Phyllida Bright führt den Haushalt von Agatha Christie und ihrem Ehemann. Sie ist tough, lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen und kennt Agatha C. von früher, weshalb eine Vertrautheit zwischen den ...

Phyllida Bright führt den Haushalt von Agatha Christie und ihrem Ehemann. Sie ist tough, lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen und kennt Agatha C. von früher, weshalb eine Vertrautheit zwischen den beiden besteht, die weit über das Verhältnis Chefin und Bedienstete hinausgeht.

Während einer Gesellschaft geschieht ein Mord - und auch noch ganz klassisch in der Bibliothek.
Während andere Angestellte vor Schreck erstarrt wären, ist Phyllida der Meinung, dass man doch "...wenn schon ein Mord im eigenen Haus passiert, man auch seinen Spaß daran haben sollte".

Und den hat sie - und wir auch!

Ganz im klassischen Stil, der Meisterin Christie sehr ähnlich, ist dieser englische Landhauskrimi geschrieben.
Der Star ist die Haushälterin, nicht etwa Agatha Christie, die hier nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Bei der Aufklärung des Falles tappt man ganz schön im Dunkeln - genau wie es sein soll.

Ich mag das Buch sehr! Ich bin ein großer Agatha Christie Fan und kam hier voll auf meine Kosten.
Neben dem spannenden Fall lebt das Buch von seinen Charakteren, allen voran natürlich die gewitzte Haushälterin. Aber auch die weitere Figuren sind einfach herrlich beschrieben. Highlights sind auch der spießige Butler und der grummelige Chauffeur.

Eine wunderbare Mischung aus Spannung, Witz und Beschaulichkeit. Mit interessanten Einblicken auch in das harte Leben der Bediensteten bei feinen Herrschaften.
Für alle Fans von Agatha Christie und Cosy Crimes eine dicke Weiterempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 17.12.2022

Hm, hm, hm. Unklarer Mix & zweifelhafte Altersempfehlung

Anatomy
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Bei vielen Büchern fällt mir der Einstieg schwer, aber meistens komme ich nach etwas Durchhalten in den Lesesog und das Buch begeistert mich.
Hier war es genau umgekehrt.
Die Story hat mich gleich gepackt.
Hazel, ...

Bei vielen Büchern fällt mir der Einstieg schwer, aber meistens komme ich nach etwas Durchhalten in den Lesesog und das Buch begeistert mich.
Hier war es genau umgekehrt.
Die Story hat mich gleich gepackt.
Hazel, eine junge Frau, möchte unbedingt Chirurgin werden. Zu ihrer Zeit undenkbar, selbst für Männer war das im Gegenzeit zum Arztberuf kein wirklich angesehener Beruf (hatte etwas von einem Metzger), aber für eine Frau? Keine Chance.
Doch Hazel ist kreativ und lässt nicht locker und es scheint doch den Hauch einer Realisierungschance zu geben.

Den Mix aus weiblicher Power, Historienschinken und einem dunklen Geheimnis, das die Leichen umgibt, fand ich anfangs total gut. Dazu noch den Hauch einer Love-Story, ohne dass diese dominiert.
Doch dann kamen zum Ende hin noch Mystery-Elemente dazu, die mir das Buch ziemlich verleidet haben.
Insgesamt war es für mich damit ein zu wilder Genre-Mix. Mystery, Thriller, Regency-Love-Story plus für mich ein völlig unbefriedigender Buchabschluss.

Auch die Umsetzung war ein Hin-und Her. Die Handlung spielt in der Upper Class im historischen Schottland aber die junge Heldin sagt zum angesehenen Dozenten "Hallo, Dr. Beecham". Ich hätte nicht gedacht, dass das ehrerbietende Grußformeln zur damaligen Zeit waren...

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Altersempfehlung ab vierzehn Jahren.
Das Buch ist stellenweise sehr grausam, die chirurgischen und die kriminellen Details würde ich keinem Teenie in dem Alter zum Lesen geben. Da ist die Toleranzschwelle individuell sicherlich verschieden, für mich aber ein "ab 16 Buch".

Insgesamt ein durchwachsenes Lesevergnügen - überwiegend aber noch ein Vergnügen mit o.g. Einschränkungen.

Veröffentlicht am 12.12.2022

Eiskalte Spannung

The Dark
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Kate ist 35 und Ärztin - und hat ein schweres Trauma. Ob die Idee, ausgerechnet in einer Forschungsstation in der Antarktis aus dem alten Leben auszubüxen, so gut war?
Eine Station, in der im Winter komplette ...

Kate ist 35 und Ärztin - und hat ein schweres Trauma. Ob die Idee, ausgerechnet in einer Forschungsstation in der Antarktis aus dem alten Leben auszubüxen, so gut war?
Eine Station, in der im Winter komplette Dunkelheit vorherrscht (also draußen, drin gibt es natürlich Kunstlicht), kein Tageslicht über Monate - wenn man Angst vor der Dunkelheit hat?
Und dann noch mit einer winzig kleinen Crew, die man nicht kennt.

Tja. Wirklich durchgängig sympathisch ist die Truppe schon zu Beginn nicht. Dann häufen sich aber Todesfälle und es wird klar, das kann kein Zufall sein...

Das war ein sehr gruseliges Setting. Keine Ahnung, wie das Leben auf so einer Forschungsstation in der Antarktis wirklich ist, ob das so ist - es hat sich auf jeden Fall sehr, sehr echt gelesen. Die Atmosphäre fand ich sehr eindrucksvoll beschrieben.
Diese anfangs noch latente Gefahr und dann noch Kate, die auch keine Musterärztin aus dem Bilderbuch ist - ich fand das Buch sehr spannend.
Für mich war die Kälte, Dunkelheit und die Abhängigkeit von der Technik zum Überleben ein Rahmen, der es besonders gemacht hat.

Einen Stern Abzug habe ich ursprünglich vorgenommen, da ich das Motiv, nicht wirklich plausibel fand und vermisst habe, dass man von den eigentlichen Forschungstätigkeiten so gut wie gar nichts erfahren hat.
Ein klein wenig (hüstel) unglaubwürdig war es schon auch, welche Superkräfte sich auf einmal entwickelt haben, aber hej, es ist ein fiktiver Thriller und das ist mir auch erst nach dem Lesen aufgefallen. Währenddessen war ich voll im Eis gefangen. Ich habe dann final den fünften Stern doch noch vergeben, weil mich das Buch so unterhalten hat, dass mir die kleinen Kritikpunkte im Gesamturteil egal sind.

Ein super Winterthriller!