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MarieausE

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2022

Das soll eine moderne Mädchenbande sein?

Mädchenmeuterei
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Bei dem Buch hat mich das Cover total angesprochen. Dann war auch noch der Klappentext vielversprechend, Mädchenfreundschaft, Reise mit einem Containerschiff, wow, genau mein Ding.

Tja, so kann man sich ...

Bei dem Buch hat mich das Cover total angesprochen. Dann war auch noch der Klappentext vielversprechend, Mädchenfreundschaft, Reise mit einem Containerschiff, wow, genau mein Ding.

Tja, so kann man sich täuschen.
Das Buch startet mit Bea, die unkommentierte Videos an ihre Freundin Charlotte schickt. Ein Hilferuf, ganz klar. So startet ein Trip mit einem Containerschiff über das Meer.

Ich konnte mit der Handlung nichts anfangen. Wirre Videosequenzen, die seitens Bea ohne weitere Erläuterung gesendet werden (sind die heutigen Jugendlichen so drauf? Ich dachte, sie chatten ununterbrochen?), viel zu viele Storys in der Story auf dem Schiff, die auch noch völlig absurd waren und dazu noch ein Schreibstil, den ich anstrengend fand.

Insgesamt fand ich das Ganze auch unglaubwürdig. Ob das Verhalten der Besatzung, der Mädchen, der mitreisenden Begleitung und der Eltern, die...nein, tiefer kann ich hier nicht einsteigen ohne zu spoilern. Jedenfalls konnte ich keine der Handlungen nachvollziehen.

Gut beschrieben war jedoch die Monotonie einer Containerschiffsreise, fernab von jeglichem Kreuzfahrtglamour. Ich bin schon mal mit einem Frachtschiff gereist, hier hat mich das Buch tatsächlich abgeholt.

Vielleicht bin ich auch einfach zu alt für das Buch, die meuternden Mädchen sind 15 und 16 Jahre alt - ich hoffe mal, dass diese Zielgruppe das Buch mag.

Veröffentlicht am 16.01.2022

Nur für ausdauernde Lesende

Zum Paradies
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900 Seiten, richtig tief eintauchen in ein Buch, darauf habe ich mich sehr gefreut.
Über die Autorin habe ich schon viel gehört, aber bislang noch kein Buch von ihr gelesen.
Vorab: das war wohl für mich ...

900 Seiten, richtig tief eintauchen in ein Buch, darauf habe ich mich sehr gefreut.
Über die Autorin habe ich schon viel gehört, aber bislang noch kein Buch von ihr gelesen.
Vorab: das war wohl für mich das erste und zugleich auch das letzte Buch.

Anfangs war ich noch sehr angetan. Der Plot ist gut. New York 1893. Nicht das New York, das wir kennen, ein Freistaat, in dem Homosexualität frei gelebt werden kann, während sie im Rest von Amerika unter Strafe steht.
Klassengesellschaft gibt es jedoch sehr ausgeprägt, reich und arm ist unüberbrückbar getrennt und die Liebesgeschichte wird im Verlauf immer weniger interessant.
Hier fand ich das Grundkonstrukt, das andere Gesellschaftsbild, wenn auch nur liberaler bezüglich der Sexualität, spannend. Die Figuren hingegen blieben mir fremd, ich konnte sie weder verstehen noch eine Nähe aufbauen.
Leider war das rückblickend noch mein Favorit unter den drei unterschiedlichen Teilen.

Die Verknüpfung der drei Geschichten sollte wohl durch das Haus in New York und die gleiche Namensgebung erfolgen. Das fand ich sehr verwirrend, weil völlig andere Personen immer die gleichen Namen tragen und mein Hirn anfangs immer Verknüpfungen suchte, die nicht da waren.

Ansonsten fallen mir leider nur die Schlagworte: langweilig, zäh, Wiederholungen ein.
Durchhalten wird hier nicht belohnt - aber das ist natürlich höchst subjektiv.

Veröffentlicht am 16.01.2022

Britischer Humor für Klein & Groß

Merdyns magische Missgeschicke – Zaubern will gelernt sein!
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Schockschwerenot! Was für ein Buch!
Es beginnt schon damit, dass wir direkt angesprochen werden. Gleich zum Start, aber auch immer wieder im Buch. Das beamt einen sofort hinein und macht einen fast zum ...

Schockschwerenot! Was für ein Buch!
Es beginnt schon damit, dass wir direkt angesprochen werden. Gleich zum Start, aber auch immer wieder im Buch. Das beamt einen sofort hinein und macht einen fast zum Teil der Geschichte, man ist ganz nah dran.

Kurz zur Handlung: Rosie ist ein kleines Mädchen und möchte eine berühmte Sängerin werden. Dumm nur, dass sie gar nicht gut singen kann. Außerdem lebt sie mit ihrer Mutter und ihrem Teenie-Bruder zusammen und die kleine Familie ist immer noch schwer getroffen vom Tod des Vaters. Ziemlich traurige Ausganglage.
Rosie hat dann noch Pupsie, ihr Meerschweinchen, das aber gar keine so tragende Rolle im Buch hat. Vielmehr beschränkt es sich größtenteils auf...naja, der Name verrät es schon & weitergehende Körperausscheidungen.

Doch dann tritt Merdyn, ein ehemals großer Hexenmeister in ihr Leben. Jetzt aber dummerweise verbannt, vom Mittelalter in unsere Zeit und alleine das bringt sehr viele, sehr lustige Turbulenzen.

Das Buch ist so richtig schön schräg. Witzig-schräg, nicht sinnlos schräg, wohlgemerkt. Echter britischer Humor, kindgerecht (und erwachsenengerecht). Besonders witzig fand ich die mittelalterlichen Flüche und sonstigen Wörter samt Übersetzung. Ob Hahnepampel, Tranfunzel oder Maulmacher, hier kann man seinen Wortschatz vortrefflich erweitern.
Das Lesen ist ein Vergnügen, der Fließtext wird immer wieder mit unterschiedlichen Schrifttypen und Größen unterbrochen, sehr gelungen.

Und dann ist das natürlich die Story, die zunehmend spannender und sehr aufregend wird! Und zum Schluss auch noch rührend, hach.

Ein rundum gelungenes Buch, kaum zu glauben, dass es das Kinderbuchdebut des Autors ist. Hoffentlich folgen da noch ganz, ganz viele weitere Bücher.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.01.2022

WELTALLerschönstes Weltall-Buch

Das Weltall
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Richtig schwer ist es, das Buch und ganz schön dick . Dazu sehr hochwertig aufgemacht, dickes, schönes, glattes Papier und auch noch mit einem Geruch nach Buch. Einfach wunderbar!

Aber natürlich kommt ...

Richtig schwer ist es, das Buch und ganz schön dick . Dazu sehr hochwertig aufgemacht, dickes, schönes, glattes Papier und auch noch mit einem Geruch nach Buch. Einfach wunderbar!

Aber natürlich kommt es letztendlich auf den Inhalt an.
Und der hat mich regelrecht überwältigt.
Es wird ganz viel Wissen vermittelt - und auch durchaus anspruchsvoll.
Kernfusion, Rotverschiebung, schwarze Löcher. Nichts bleibt unangesprochen, ein
richtiger Wissens-Schatz.
Mir gefällt hier auch sehr gut, dass Kinder ernstgenommen werden und die komplexe Thematik nicht auf Baby-Niveau heruntergebrochen wird.

Die kunterbunte Mischung macht es für mich so besonders. Neben der Wissensvermittlung gibt es Zitate, Gedichte, Sagen und zwischendrin immer wieder sogenannte "Selbermachen" Seiten.
Ob Experimente wie zur Raumkrümmung oder Newtons Farbscheibe, ob Tipps für eine Sternenbeobachtungsnacht, auch die gebundene Rotation kann man ausprobieren.
Das alles optisch wunderschön gestaltet.

Es gibt noch ein weiteres Highlight, das mir aber erst ganz am Ende so richtig bewusst wurde.
Das Buch beinhaltet die geballte Ladung Frauenpower.
Astrophysikerinnen, Dichterin, Illustratorin, Expertin, Übersetzerin und auch die Zitate im Buch stammen von berühmten Frauen.
Dazu zwei Schwestern im Buch, die die das Weltall entdecken.
Es wird nicht thematisiert, ist mir auch nicht sofort aufgefallen, aber die Frauen-Power-Botschaft an Mädchen ist gerade deshalb so grandios.
Das Buch ist natürlich völlig geschlechteroffen und für Jungs und Mädchen gleichermaßen spannend.

Für alle wissenshungrigen Kinder und Erwachsene ein echtes Must-have im Bücherschrank - oder wie es auf der Buchrückseite viel schöner beschrieben wurde: "Für Menschen ab 10 Jahren bis unendlich".

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  • Handlung
Veröffentlicht am 09.01.2022

Ich hatte mir mehr erwartet

nICHt genug (nICHt genug-Reihe - Band 1)
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Beworben wird das Buch als Tagebuchroman für Fans von Lotta Leben.
Tatsächlich ist es aber ein Comic, also schon ein etwas anderer Stil, streng angeordnet in den üblichen Comic-Kästchen.
Vielleicht bin ...

Beworben wird das Buch als Tagebuchroman für Fans von Lotta Leben.
Tatsächlich ist es aber ein Comic, also schon ein etwas anderer Stil, streng angeordnet in den üblichen Comic-Kästchen.
Vielleicht bin ich deshalb nicht ganz warm geworden mit dem Buch. Ich mag den Comic-Roman-Stil, aber keine klassischen Comics.

Das große Thema des Buches ist Ausgrenzung, die verzweifelte Suche nach Anerkennung und das Thema Selbstwertgefühl.
Man möchte Natalie manchmal wachrütteln, so wie es ihre Freunde versuchen, weil so so wenig Vertrauen in sich hat.

Ein wichtiges Thema, mir hat bei der Bearbeitung hier ein Funken Humor gefehlt. Vielleicht ist das auch fehl am Platz, weil es Natalie wirklich nicht gut geht und vielleicht ist es nur nicht meine Art von Humor, denn Ansätze waren schon auch enthalten.

Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen, aber der Funke ist nicht übergesprungen. Der Funke, der aus einem "ja, ganz nett" Buch ein "immer-wieder-lesen" Buch macht.