Zu viel des Bösen
Stürmische Klippe„Stürmische Klippe“ von Sabine Weiss
Worum geht´s?
Der 10. Band um die Ermittlerin Liv Lammers fängt mit einem Mordanschlag an einer ehemaligen Ministerin an. Sie wird gerettet und möchte nicht, dass der ...
„Stürmische Klippe“ von Sabine Weiss
Worum geht´s?
Der 10. Band um die Ermittlerin Liv Lammers fängt mit einem Mordanschlag an einer ehemaligen Ministerin an. Sie wird gerettet und möchte nicht, dass der Anschlag publik wird. Da bei den Gästen ihrer anstehenden Geburtstagsparty, die sich als großes Korruptionsfestival entpuppt, die Chefin von Liv eh schon anwesend ist, fängt diese sozusagen privat an zu ermitteln und bittet Liv dazu. Am Ende des Buches wird dann noch einmal auf das Pflichtanteilangebot eingegangen. Dazwischen wird ihr Freund wegen versuchten Mordes festgenommen und zu Schwerkriminellen ins Gefängnis gesperrt. Zu den beiden Mordversuchen, kommen häusliche Gewalt, Drogen, KO Tropfen, Korruption, Diebstahl, geplante Umweltsünden, Auftragskiller, Körperverletzung im Gefängnis und dann noch ein richtiger Mord. Wahrscheinlich habe ich in der Aufzählung sogar einige kriminelle Machenschaften vergessen. Ein gewaltiger Sturm zieht auf und schottet Sylt vom Festland ab. Liv mutiert nebenbei auch noch zur Superheldin und rettet mit ihren Händen ein Boot aus den stürmischen Wellen.
Meine Meinung:
Wie man meiner Kurzzusammenfassung entnehmen kann, hat mich der Band diesmal nicht richtig abholen können. Die Vorgängerbände waren eindeutig um Welten besser. Für mich wirkte das Buch so, als wäre es in Zeitnot geschrieben worden, und eine Million Ideen aneinandergereiht worden, ohne in die Tiefe zu gehen. Dabei hatte das Buch im mittleren Teil ein enormes Potential, das an Agatha Christie Bücher erinnerte. Durch den Sturm abgeschottet, sind des Mordanschlags verdächtige Personen in einer Villa eingesperrt. Können die Polizistinnen erfolgreich privat ermitteln, kommt doch noch offizielle Verstärkung oder geschieht tatsächlich ein Mord? Doch dies wird durch die vielen kriminellen Themen so überfrachtet, dass es irgendwann zu viel des Guten bzw. des Bösen ist. Die Themen hätten locker für ein oder zwei weitere Bücher gereicht. Der Fall um Sebastian hätte alleine ein Buch füllen können oder der Fall um die Politikerin.
Das Cover des Sylt-Krimis ist passend düster, am Horizont zieht etwas Abendröte auf, die hoffentlich Hoffnung für die Natur und die Menschen darstellen soll. Der Schreibstil ist interessant, wobei ich mir etwas mehr Tiefe zu einigen Passagen gewünscht hätte. Das Stilmittel der abgebrochenen Szenen auf dem Spannungshöhepunkt, ist Geschmackssache. Wenn dann 2 Kapitel später kurz darauf eingegangen wird, kommt bei mir ein Gefühl auf, als würde etwas fehlen.
Fazit:
Die schönste Szene kam am Ende des Buches. Da wurde das Haus ausführlich beschrieben, das Liv erben kann. Die Beschreibung war so schön, dass ich das Häuschen förmlich vor Augen hatte. Ich werde der Serie noch eine Chance geben und den nächsten Band lesen, wenn er rauskommt.