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Veröffentlicht am 02.02.2026

Zu viel des Bösen

Stürmische Klippe
3

„Stürmische Klippe“ von Sabine Weiss
Worum geht´s?
Der 10. Band um die Ermittlerin Liv Lammers fängt mit einem Mordanschlag an einer ehemaligen Ministerin an. Sie wird gerettet und möchte nicht, dass der ...

„Stürmische Klippe“ von Sabine Weiss
Worum geht´s?
Der 10. Band um die Ermittlerin Liv Lammers fängt mit einem Mordanschlag an einer ehemaligen Ministerin an. Sie wird gerettet und möchte nicht, dass der Anschlag publik wird. Da bei den Gästen ihrer anstehenden Geburtstagsparty, die sich als großes Korruptionsfestival entpuppt, die Chefin von Liv eh schon anwesend ist, fängt diese sozusagen privat an zu ermitteln und bittet Liv dazu. Am Ende des Buches wird dann noch einmal auf das Pflichtanteilangebot eingegangen. Dazwischen wird ihr Freund wegen versuchten Mordes festgenommen und zu Schwerkriminellen ins Gefängnis gesperrt. Zu den beiden Mordversuchen, kommen häusliche Gewalt, Drogen, KO Tropfen, Korruption, Diebstahl, geplante Umweltsünden, Auftragskiller, Körperverletzung im Gefängnis und dann noch ein richtiger Mord. Wahrscheinlich habe ich in der Aufzählung sogar einige kriminelle Machenschaften vergessen. Ein gewaltiger Sturm zieht auf und schottet Sylt vom Festland ab. Liv mutiert nebenbei auch noch zur Superheldin und rettet mit ihren Händen ein Boot aus den stürmischen Wellen.
Meine Meinung:
Wie man meiner Kurzzusammenfassung entnehmen kann, hat mich der Band diesmal nicht richtig abholen können. Die Vorgängerbände waren eindeutig um Welten besser. Für mich wirkte das Buch so, als wäre es in Zeitnot geschrieben worden, und eine Million Ideen aneinandergereiht worden, ohne in die Tiefe zu gehen. Dabei hatte das Buch im mittleren Teil ein enormes Potential, das an Agatha Christie Bücher erinnerte. Durch den Sturm abgeschottet, sind des Mordanschlags verdächtige Personen in einer Villa eingesperrt. Können die Polizistinnen erfolgreich privat ermitteln, kommt doch noch offizielle Verstärkung oder geschieht tatsächlich ein Mord? Doch dies wird durch die vielen kriminellen Themen so überfrachtet, dass es irgendwann zu viel des Guten bzw. des Bösen ist. Die Themen hätten locker für ein oder zwei weitere Bücher gereicht. Der Fall um Sebastian hätte alleine ein Buch füllen können oder der Fall um die Politikerin.
Das Cover des Sylt-Krimis ist passend düster, am Horizont zieht etwas Abendröte auf, die hoffentlich Hoffnung für die Natur und die Menschen darstellen soll. Der Schreibstil ist interessant, wobei ich mir etwas mehr Tiefe zu einigen Passagen gewünscht hätte. Das Stilmittel der abgebrochenen Szenen auf dem Spannungshöhepunkt, ist Geschmackssache. Wenn dann 2 Kapitel später kurz darauf eingegangen wird, kommt bei mir ein Gefühl auf, als würde etwas fehlen.
Fazit:
Die schönste Szene kam am Ende des Buches. Da wurde das Haus ausführlich beschrieben, das Liv erben kann. Die Beschreibung war so schön, dass ich das Häuschen förmlich vor Augen hatte. Ich werde der Serie noch eine Chance geben und den nächsten Band lesen, wenn er rauskommt.

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  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 29.11.2025

Weihnachten sehr strange: von schwarzem Humor bis intelligenten Anti-Kriegs-Gedanken

Ring the Bells
5


„Ring the Bells“ von C. K. McDonnell ist der fünfte Band der "Stranger Times" Reihe.
Worum geht´s?
Weihnachten steht vor der Tür. Besinnliche Zeit? Nicht in diesem Roman. Es beginnt mit einem mehr als ...


„Ring the Bells“ von C. K. McDonnell ist der fünfte Band der "Stranger Times" Reihe.
Worum geht´s?
Weihnachten steht vor der Tür. Besinnliche Zeit? Nicht in diesem Roman. Es beginnt mit einem mehr als blutrünstigem Mehrfachmord im Kreise eines friedlichen Leseclubs, währenddessen sich die Stranger Times Redaktion im vorweihnachtlichen Endspurt befindet. Zwar wäre die Ausgabe vorbereitet und die Weihnachtsfeier könnte beginnen, als ein Virus alles lahmlegt. Dieses Desaster muss behoben, der Verursacher gefunden werden. Ebenso haben etliche Redaktionsmitglieder enorme Probleme. Bei einem liegt der Grund an das im Krieg zugezogene Trauma und dessen Folgen. Die Kapitel wechseln sich mit verschiedenen Ereignisebenen ab: Stranger Times, polizeiliche Ermittlung, wobei dies im Laufe der Handlung eng miteinander verschmolzen ist. Eine uralte Gottheit, die wahren Glauben sucht, um daran zu wachsen. Ein Teenager mit Teenagerverhalten, ein Weihnachtsfan, Machtgruppierungen und ihre Ränke.
Werden die Probleme gelöst? Ist Weihnachten noch zu retten? Wäscht sich jemand oder wird ein anderer stubenrein? Geht die Welt unter? Wer all dies wissen will: fangt an zu lesen!!!
Meine Meinung:
Das Buch ist grandios. Intelligent. Mit viel Tiefgang. Und zeigt bei allem Klamauk die Schrecken, den Irrsinn und die katastrophalen Folgen eines jeden Krieges auf.
Ich kenne die vier ersten Bände – NOCH NICHT – und bin daher am Anfang etwas langsam in die Handlung gekommen, was dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan hat. Manche feine Nuancen und Anspielungen habe ich daher evtl. nicht verstanden, aber das hat nicht gestört. Zwischen herzlichem Lachen – schwarzen Humor und phänomenalen Ausdrücken wie einen Teenager als „Spermium im Trainingsanzug“ zu bezeichnen, die Beschreibung der durchgedrehten Weihnachtswelt gab es doch einiges zum Nachdenken. Eine Erinnerungsschleife an die Schrecken des Krieges und ihre Folgen. Müsste man täglich der ganzen Welt nahe bringen, dass sie diesen Irrsinn sein lässt. Allmachtsbestrebungen und ihre Auswirkungen. Eine sehr tiefgründiges Buch, aber so gut in der verrückten Geschichte verwoben, dass es nie in den Vordergrund drängt.
Die Zeitungsartikel sind ein weiteres Highlight, ebenso wie das sehr gelungene Cover.
Fazit:
Absolute Leseempfehlung! Am liebsten würde ich 10 von 5 Sternen vergeben!
Nicht nur zum Selbstlesen geeignet, auch als Geschenk für Weihnachten. Ich habe mir die ersten 4 Bände bestellt, sowie den ersten Band einer Krimiserie des Autors.

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  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 03.11.2025

Ein erstklassiger Thriller wie eine atemraubende Achterbahnfahrt mit facettenreichem Tiefgang

Seventeen Years Later
4


„Seventeen years later“ von J. P. Pomare
Worum geht´s?
Die Kriminalfall-Podcasterin Sloan ist, obwohl sie gerade einen begehrten Award gewonnen hat, ist in eine sehr woke Kritik geraten. Sie würde nur ...


„Seventeen years later“ von J. P. Pomare
Worum geht´s?
Die Kriminalfall-Podcasterin Sloan ist, obwohl sie gerade einen begehrten Award gewonnen hat, ist in eine sehr woke Kritik geraten. Sie würde nur Fälle mit weißen Tätern behandeln, nur weiße Männer daten, überhaupt nur Männer daten etc pp. Anstatt nur den Kopf darüber zu schütteln, bringt sie das auf eine sehr gute Idee. Sie sucht sich einen Cold Case heraus, bei dem der Maori Bill wegen des Mordes an einer aus England stammenden Familie seit 17 Jahren in Neuseeland im Gefängnis sitzt. Man liest die Geschichte aus 3 Perspektiven, die kapitelweise wechseln. Zu einem aus der Sicht der Podcasterin, die akribisch die Hintergründe und Diskrepanzen beleuchtet und richtige Ermittlerarbeit leistet. Aus der Sicht des Psychologen TK, der der Gefängnispsychologe von Bill war und der sich bis zu einem gewissen Punkt sehr an dem Fall aufgerieben hatte. Und letztlich aus dem Manuskript des verurteilten Täters, in dem man nicht nur den Blickwinkel von Bill erfährt, sondern auch viel über das Leben in Neuseeland, über eine Klassengesellschaft und Rassismus. Durch ihre Bekanntheit bringt Sloan viele neue Details ans Tageslicht und sich und andere sogar in Gefahr. Mit jeder neuen Erkenntnis muss man in eine andere Richtung denken, Bill ist schuldig, Bill ist unschuldig, der oder jener war es oder war es nicht.
Meine Meinung:
Das Buch ist grandios. Atemberaubend. Atemraubend. Intelligent. Mit viel Tiefgang.
Der Autor, selbst ein Maori, beleuchtet im Rahmen der Thrillerhandlung die verlogene Klassengesellschaft, die es scheinbar immer noch in Neuseeland gibt. Einstige Kolonialherren, weiße Bevölkerung, die auf die Maoris hinabsehen. Aber nicht mit erhobenen Zeigefinger, sondern intelligent in die Handlung eingewoben. Überhaupt – das ganze Buch ist intelligent geschrieben. Alles gibt Sinn. Keine Logikfehler. Man kann kaum schnell genug mitdenken, so rasant ändert sich die Handlung. Die Aufklärung raubt einem schier den Atem. Und am Ende wird man sogar richtig emotional mitgenommen. Der Schreibstil ist jeweils passend zu den Personen, auch Mittel wie Tagebucheinträge und alte Briefe werden mit eingearbeitet. Man möchte nicht aufhören zu lesen, so spannend ist das Buch. Das Cover ist passend düster zu dem Mord an der Familie.
Fazit:
Absolute Leseempfehlung! Könnte es auf Platz 1 meiner persönlichen „Buch des Jahres“ Liste schaffen, wenn jetzt nicht noch ein spektakuläres Buch um die Ecke kommt. Leider gibt es momentan keine anderen ins Deutsche übersetzten Bücher des Autors. Ich hoffe, das ändert sich bald! Am liebsten würde ich 10 von 5 Sternen vergeben für dieses Meisterwerk!
Nicht nur zum Selbstlesen geeignet, auch als Geschenk für Weihnachten für Leser, die eine literarische Spannungsfahrt lieben!

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  • Spannung
Veröffentlicht am 06.10.2025

Gartenklamauk Teil 3

Blut und Blümchen - Ein dicker Fisch
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„Blut und Blümchen – Ein dicker Fisch - Gartenkrimi“ von Christian Humberg
Worum geht´s?
Im dritten Band der Blut und Blümchen Gartenkrimiserie findet Nele Blum schon wieder einen Toten, diesmal fischt ...

„Blut und Blümchen – Ein dicker Fisch - Gartenkrimi“ von Christian Humberg
Worum geht´s?
Im dritten Band der Blut und Blümchen Gartenkrimiserie findet Nele Blum schon wieder einen Toten, diesmal fischt sie ihn aus dem See. Die Ermittlungen laufen parallel zu den Geburtstagspartyvorbereitungen eines der Gärtner. Nele ist vom Dorfpolizisten scheinbar als Assistentin oder sogar Kollegin akzeptiert. Am Ende spitzt sich alles während der Party zu.
Meine Meinung:
Das Cover sieht wieder sehr witzig aus, idyllisch bis auf das blutbefleckte Messer, das im Tisch steckt. Der Schreibstil ist sehr witzig und ich habe einige Male laut lachen müssen. Die Aufklärung ist diesmal gewiefter und es kommt Spannung auf am Ende.
Wie schon bei Band 1 trifft wieder folgendes zu: als Aneinanderreihung von witzigen Szenen eines Drehbuchs für eine Vorabendkrimiserie kann ich es mir sehr gut vorstellen. Als Krimi zu lesen, hat mir doch etwas Handlung gefehlt.
Fazit:
Als kleines Lesehäppchen für zwischendurch ein Gute Laune Macher.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Leichen am Fließband?

Blut und Blümchen - Bis zur letzten Bohne
0

„Blut und Blümchen – Bis zur letzten Bohne - Gartenkrimi“ von Christian Humberg
Worum geht´s?
Im zweiten Band der Blut und Blümchen Gartenkrimiserie findet Nele Blum schon wieder einen Toten. Das Buch ...

„Blut und Blümchen – Bis zur letzten Bohne - Gartenkrimi“ von Christian Humberg
Worum geht´s?
Im zweiten Band der Blut und Blümchen Gartenkrimiserie findet Nele Blum schon wieder einen Toten. Das Buch startet mit einem wunderbar beschriebenen Kartoffelpufferessen, das richtig Spaß gemacht hat. Doch dann kommen mehrfach Andeutungen, wie viele Leichen Nele ständig in der Kleingartenanlage zwischen Band 1 und Band 2 gefunden und die Ermittlungen tatkräftig unterstützt hat. Das hat so irritiert, dass ich mehrfach nachgeschaut habe, ob ich Band 2 und Band 3 vertauscht habe. Es waren wieder sehr viele lustige Szenen dabei, die Aufklärung war nicht ganz nachvollziehbar.
Meine Meinung:
Das Cover sieht sehr witzig aus, idyllisch bis auf den Gartenzwerg mit der bluttriefenden Axt. Die Anmerkungen zu Band 1 treffen auch hier wieder zu. Die Namen der Gärtner sind äußerst fantasievoll und helfen sehr gut, sich die Personen bildlich vorzustellen. Vieles darf man nicht hinterfragen, zum Beispiel, warum soll der Dorfpolizist ermitteln und nicht die Mordkommision.
Warum ein unbedarfter Gärtner direkt ohne Indizien in Untersuchungshaft kommt und ein Verdächtiger nicht, der mit seinem Anwalt droht, hat bei mir ein Geschmäckle hinterlassen.
Wie schon bei Band 1 trifft wieder folgendes zu: als Aneinanderreihung von witzigen Szenen eines Drehbuchs für eine Vorabendkrimiserie kann ich es mir sehr gut vorstellen. Als Krimi zu lesen, hat mir doch etwas Handlung gefehlt.
Fazit:
Als kleines Lesehäppchen für zwischendurch ein Gute Laune Macher.
Ich liebe Cosy Crime, aber das war mir etwas zuviel Gartenklamauk.

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