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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2018

Anders als erwartet

Das Extrawurscht-Manöver
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Das ist bereits der dritte Fall der Ermittler Schäfer und Dorn, aber der erste, den ich gelesen habe. Cover und Titel haben mich sofort angesprochen, aber ich muss zugeben, dass ich ganz andere Erwartungen ...

Das ist bereits der dritte Fall der Ermittler Schäfer und Dorn, aber der erste, den ich gelesen habe. Cover und Titel haben mich sofort angesprochen, aber ich muss zugeben, dass ich ganz andere Erwartungen an den Inhalt hatte. Vielleicht liegt das auch daran, dass man gewisse Vorurteile hat (sorry Schwaben). Ich dachte an einen amüsanten Kriminalfall mit schwäbischem Flair (und Dialekt). Und ich dachte auch, dass der Mops eine größere Rolle hätte. Bekommen habe ich etwas ganz anderes (und keinen Dialekt, worüber ich allerdings auch ganz froh bin). Es geht um Menschenhandel und der Fall wird nicht amüsant sondern realistisch erzählt, spannend und humorlos (was kein Nachteil bei der Thematik ist). Der Autor schafft eine authentische Atmosphäre mit Augsburger Lokalcolorit (auch wenn einige Örtlichkeiten seiner Fantasie entspringen ... dennoch könnten sie so auch in der Realität existieren). Trotz des schweren Themas gelingt dem Autor eine leichte Erzählweise, bei der es schwer fällt, das Buch zur Seite zu legen. Auch macht es Spaß eigene Vermutungen anzustellen, Verdächtige gibt es genug und obwohl ich schnell einen Verdacht hatte, lag ich dich falsch. Ich gebe zu, dass mir das Buch zwar gefallen hat und ich die beiden Ermittler auch gern gewonnen habe, aber da ich mit anderen Erwartungen an das Extrawurscht-Manöver herangegangen bin, hat es ein paar Seiten gebraucht, bis ich mich auf den Roman eingelassen habe.

Veröffentlicht am 21.03.2019

Leichte Unterhaltung für Alpenfans

Wütende Wölfe
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Band 10 der Alpenkrimireihe und der erste der Reihe, den ich gelesen habe. Man kann sich natürlich denken, dass mich der Titel angesprochen hat.
Und tatsächlich geht es um Wölfe (echte und falsche), Hunde ...

Band 10 der Alpenkrimireihe und der erste der Reihe, den ich gelesen habe. Man kann sich natürlich denken, dass mich der Titel angesprochen hat.
Und tatsächlich geht es um Wölfe (echte und falsche), Hunde und Kühe … und Käse und bayrische Landluft, Schweizer (unverständlicher) Dialekt und sympathische Protagonisten.
Leichte Krimiunterhaltung wird geboten, aber für zwischendurch ist das auch nicht verkehrt.
Am Anfang war ich skeptisch, regionale Krimis können gut sein, im Moment scheint aber der Boom auch viel Müll zu produzieren. Aber, Wütende Wölfe gehört definitv nicht dazu. Bayrisches Alpenidyll trifft auf die Untiefen der menschlichen Seele. Urige Bergbewohner, sympathische Wissenschaftler treffen auf Mord und Totschlag.
Neben dem eigentlichen Kriminalfall erfährt der Leser auch einiges über das bayrische Wolfsmanagment und die Situation der Wölfe in Deutschland.
Man wird gut unterhalten und es zeigt sich, dass auch ältere Frauen gute Kriminalisten sein können.
Und auch wenn man es erwarten könnte: Kitschig wird es nie. Aber hin und wieder blitzt etwas Humoriges durch.

Leichte Unterhaltung mit ernstem Hintergrund, nicht nur für Alpenfans.

Veröffentlicht am 21.03.2019

Kann man lesen, muss man aber nicht

Spreewaldwölfe
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Spreewaldwölfe ist der vierte Fall für Klaudia Wagner und auch hier geht es um Wölfe. Für mich war es der erste Fall aus dem Spreewald. Und was am Ende übrig geblieben ist: Lust auf Lübbenau und einer ...

Spreewaldwölfe ist der vierte Fall für Klaudia Wagner und auch hier geht es um Wölfe. Für mich war es der erste Fall aus dem Spreewald. Und was am Ende übrig geblieben ist: Lust auf Lübbenau und einer Fahrt auf der Spree (mit letzterem liebäugle ich allerdings schon länger).
Manchmal hatte ich den Eindruck, dass man die vorangegangenen Fälle kennen müsste, um der Handlung zu folgen, dann wieder kam ich ganz gut klar, hege jedoch die Vermutung, dass vieles, was angesprochen wurde (vor allem die Sache mit den Wölfen) noch nicht ganz geklärt ist und wohl in den folgenden Bänden (vielleicht) wieder eine Rolle spielen könnte…
Ich kann nicht sagen, dass ich mich gelangweilt hätte, aber vor Spannung nicht aufhören zu lesen konnte ich auch nicht.
Mir fehlte zu viel und so interessant der Klappentext auch war (und meine Erwartungen waren entsprechend hoch), so enttäuscht wurde ich.
Natürlich spielt der Wolf keine große Rolle, er war ein guter Aufhänger, mehr nicht (und ich gehe davon aus, dass das nicht unbedingt als SPOILER gelten mag, der gesunde Menschenverstand sollte das eigentlich schon vermuten lassen) und es ist klar, dass es ein menschlicher Täter war, der zum Tode des Opfers führte.
Auch fehlte mir etwas am Lokalkolorit, aber ich kann nicht sagen, ob das in den vorangegangenen Bänden eine stärkere Rolle gespielt hat. So hätte der Kriminalfall auch an jeder anderen Stelle spielen können (und vermutlich wäre dort die Wolfserscheinung plausibler gewesen als im Land der Spreewaldgurken…).

Es gibt schlechtere Krimis und als Fazit kann ich sagen: Kann man lesen, muss man aber nicht. L(S)eichte Krimiunterhaltung wird geboten, man wird nicht gelangweilt, aber auch nicht unbedingt gefordert. Und was Karin Wagner anbelangt … sie wirkt auf mich, wie viele ihrer Kollegen, sehr farblos und austauschbar.
Freunde von Wochentagsvorabendkrimis könnten ihre Freude daran haben … Ich werde die Reihe wohl nicht weiter verfolgen (und mir auch die Vorgänger nicht zulegen)

Veröffentlicht am 16.03.2019

Nicht was ich erwartet hätte, aber eine positive Überraschung

Oh, eine Pflanze!
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Anhand des Covers bin ich von einem netten, witzigen und informativen Kinderbuch ausgegangen...das Wörtchen Sex im Klappentext habe ich wohl überlesen (wollen). Denn was wie ein Kinderbuch wirkt ... ist ...

Anhand des Covers bin ich von einem netten, witzigen und informativen Kinderbuch ausgegangen...das Wörtchen Sex im Klappentext habe ich wohl überlesen (wollen). Denn was wie ein Kinderbuch wirkt ... ist es eigentlich nicht, oder anders gesagt ... es ist ein Buch für (fast) jedes Alter.
Auf witzige, teilweise sehr unterhaltsame Weise zeigt Felix Bork die heimische Pflanzenwelt in sehr liebevollen (wenn auch nicht unbedingt detailgetreuen) Bildern. Und nebenbei lernt der Leser/Betrachter auch etwas.
So habe ich zum Beispiel gelernt, wie groß ein DinA10-Blatt ist, oder wie man sich eine Fette Henne vorzustellen hat. Okay, es gibt auch wirkliche Informationen, über Blatt- und Baumformen, Bütenfarben und die eine oder andere pflanzliche Eigenschaft.
Oh, eine Pflanze ist ein Sach/Lachbuch, das mich tatsächlich überrascht hat. Von wegen Bestimmungsbuch für Kinder ...
Und trotz all des Humors ... so unrecht hat der Autor nicht: Geh raus und schau dir die Pflanzen genau an, denn sie sind beeindruckend und wunderschön.

Veröffentlicht am 14.03.2019

Niedlich (geschrieben und gezeichnet)

Der kleine Waschbär Waschmichnicht
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Der kleine Waschbär Waschmichnicht hat nun Waschbären als Titelhelden. Waschbären sehen ja auf den ersten Blick sehr niedlich aus und Igor Lange hat besonders niedliche Waschbären geschaffen. Autorin und ...

Der kleine Waschbär Waschmichnicht hat nun Waschbären als Titelhelden. Waschbären sehen ja auf den ersten Blick sehr niedlich aus und Igor Lange hat besonders niedliche Waschbären geschaffen. Autorin und Illustrator ergänzen sich hervorragend, aber etwas anderes habe ich von den arsEdition-Büchern auch nicht erwartet. Bisher wurde ich in dieser Hinsicht nie enttäuscht (es gibt andere Dinge, die mich an den Büchern stören, aber das ist eher das Preis-Leistungsverhältnis, nicht der Inhalt).
Der Klappentext verrät schon sehr viel von der Handlung, und da das Buch nicht sehr dick ist, ist die Geschichte auch schnell gelesen (oder vorgelesen).
Das Buch wendet sich eher an die jüngeren Leser (oder sich Vorlesenlasser), die aktuell sicher die Problematik kennen. Waschen kann sehr unangenehm sein (oder sehr angenehm, je nach dem … ich habe da auch zwiespältige Erinnerungen, auch wenn diese schon etwas her sind).
Der kleine Waschbär Waschmichnicht ist ein wunderbares Buch zum Anschauen, Lesen und Vorlesenlassen.