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Veröffentlicht am 13.08.2020

Nicht nur für kleine Hühnerfans

Ich wollt’, ich wär' ein Huhn
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"Ich wollt‘ ich wär ein Huhn" bietet alles, was man über Haushühner wissen muss. Nun ja, fast alles. Kindgerecht verpackt und wunderschön illustriert wird der Leser in die spannende Welt der Hühner eingeführt. ...

"Ich wollt‘ ich wär ein Huhn" bietet alles, was man über Haushühner wissen muss. Nun ja, fast alles. Kindgerecht verpackt und wunderschön illustriert wird der Leser in die spannende Welt der Hühner eingeführt. Und wenn man darüber nachdenkt weiß man doch sehr wenig über diese Haustiere, die Fleisch und Eier liefern.
Hühner haben unterschiedliche Eierfarben (und das geht sogar über die bekannten Supermarktfarben hinaus), verschiedene Federformen, Größen (und manche Hühner sind, aus Kindersicht, wirklich groß) und sie können (mehr oder weniger)fliegen.
Es gibt fast nichts was man nicht über das Huhn erfährt. Und danach sieht man diese interessanten Tiere mit anderen Augen. Von wegen dummes Huhn.

Ein Buch für interessierte Kinder und ihre Eltern. Das Huhn hat es durchaus verdient, dass man sich eingehender damit auseinander setzt. Man sieht das Huhn und das Ei danach mit anderen Augen.
(ein Huhn würde ich trotzdem nicht sein wollen)

  • Cover
Veröffentlicht am 13.08.2020

Zu wenig Delfin

Der Ruf der rosa Delfine
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Ich gebe zu, dass mich das Buch etwas enttäuscht hat. bereits 2000 erschien das Buch in Deutschland unter dem Titel:“Ich folgte den Rosa Delfinen“. Der Ruf der Rosa Delfine wurde durch neue Vorworte erweitert ...

Ich gebe zu, dass mich das Buch etwas enttäuscht hat. bereits 2000 erschien das Buch in Deutschland unter dem Titel:“Ich folgte den Rosa Delfinen“. Der Ruf der Rosa Delfine wurde durch neue Vorworte erweitert (ich hätte mir auch ein Nachwort gewünscht, aber in dieser Hinsicht wurde ich enttäuscht)
Sy erzählt in ihrem Buch viele Mythen, die über die rosa Delfine (Inia geoffrensis) erzählt werden. nebenbei erfahren wir einiges über ihre Abenteuer mit Ameisen, Tausendfüßern, Piranhasund Menschen, die mit den Botos zu tun haben (meist Vertreter der indigenen Bevölkerung Amazoniens). Die eigentlichen Hauptpersonen, die Delfine bleiben dagegen eher im Hintergrund und auch das Wissen über sie (das auch allgemein eher dürftig ist) wird sehr zurückhaltend vermittelt. Dafür erklärt sie Lebensgewohnheiten, Bräuche und Sagen der menschlichen Bewohner des Amazonas.
Leider schleichen sich auch Fehler in das Buch, die ich als störend empfand.
ich kann allerdings nicht sagen, ob es an der Autorin oder der Übersetzung liegt.
Beispiele?
Wenn Aale keine Fische sind, was sind sie dann? Der Zitteraal, der kein Aal ist wird später allerdings oft als Aal bezeichnet und anscheinend gibt es eine Verwechslung zwischen Aguti (das als wasserliebend und in Wassernähe lebend bezeichnet wird) und Wasserschwein.
Vielleicht nur Kleinigkeiten, aber doch störend für ein Buch, dass doch ein bisschen den Anspruch auf Wissensvermittlung legt.
Tatsächlich liegt die Stärke der Autorin jedoch in der Beschreibung von Natur und Umwelt und ihren eigenen Erfahrungen.
Die Delfine kommen dabei etwas zu kurz.

Ich empfehle dieses Buch allen, die sich für die mystischen Aspekte der Flussdelfine interessieren. Für diejenigen, die die Tiere aus eher wissenschaftlicher Sicht betrachten wollen mag höchstens der Anhang hilfreich sein, der Adressen bietet, wo man Delfine sehen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 05.08.2020

Nicht das was ich erwartet habe

Das Haus der finsteren Träume
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Es klingt wie ein spannender Horrorthriller. Und unter dieser Voraussetzung habe ich mich ans Lesen gemach, nur um dann enttäuscht zu werden.

Der Roman konnte mich nicht überzeugen, selbst nachdem ich ...

Es klingt wie ein spannender Horrorthriller. Und unter dieser Voraussetzung habe ich mich ans Lesen gemach, nur um dann enttäuscht zu werden.

Der Roman konnte mich nicht überzeugen, selbst nachdem ich festgestellt habe, dass es sich eher um eine Familiengeschichte mit einigen (mehr oder weniger liebenswerten) Monstern handelt.

Mir hat der Zugang zu den Personen gefehlt und die Handlung war, trotz guter Ansätze, nicht überzeugend. Gelangweilt habe ich mich zwar nicht, sonst hätte ich das Buch vielleicht abgebrochen, aber die erwartete monsterhafte Erleuchtung blieb ebenfalls aus.

Es gibt zahlreiche Anspielungen auf das Horrorgenre, was ich ziemlich witzig fand und mir das lesen erleichtert hat, aber ... auch wenn viele Geschichten von Lovecraft erwähnt werden und es um ein (kommerzielles) Spukhaus geht ... so bleibt die Spannung aus.

Am Anfang versucht der Autor noch eine unheimliche Stimmung hervorzubeschwören, ansatzweise gelingt das auch, aber die Familiengeschichte steht immer im Vordergrund und hat mich nicht sonderlich faszinieren können.

Ich habe etwas anderes erwartet (eine Horrorgeschichte) und habe etwas unerwartetes bekommen (eine Familiengeschichte). Es gibt ein paar Horrormomente, aber im Großen und Ganzen wirkt die Geschichte zu seicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.07.2020

Gelungene Fortsetzung

Das Buch der gelöschten Wörter - Zwischen den Seiten
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Der erste Federstrich hat mich ja schon begeistert. Und ich kann nicht sagen, dass mich Zwischen den Seiten enttäuscht hat.
Im Großen und Ganzen geht es weiter wie im ersten Teil: Neben einer spannenden ...

Der erste Federstrich hat mich ja schon begeistert. Und ich kann nicht sagen, dass mich Zwischen den Seiten enttäuscht hat.
Im Großen und Ganzen geht es weiter wie im ersten Teil: Neben einer spannenden Handlung und Reisen in unterschiedliche Romane gibt es ein paar unterhaltsame Seitenhiebe auf diverse Romanfiguren (von anderen Romanfiguren) und natürlich Gute, Böse und Zwielichte Gestalten in Massen. Es gibt ein paar Klischees und Stereotypen aber ich finde das passend, denn dadurch fallen die kreativen Einfälle der Autorin besser auf. Zudem hab es eine kleine Überraschung (die irgendwie nicht ganz so überraschend war, aber doch unerwartet. Klingt komisch ist aber so. Und mehr sage ich nicht, weil ich nicht spoilern will).
Es ist eine vergnügliche Reise durch die Literatur, mit literarischen Klassikern, die man so noch nicht gesehen hat.
Manchmal ist die Handlung nicht sonderlich interessant (an anderen Stellen dann wieder sehr nervenaufreibend), aber das spielt gar keine Rolle, denn langweilig wird es nie.

Ich hatte auch bei diesem Buch viel Spaß beim Lesen. Es muss sich hinter dem Vorgänger nicht verstecken und ich freue mich auf Band 3.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.07.2020

Klassische Fantasy, überraschend und düster

Der Legende dunkles Herz
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Hinter dem in meinen Augen etwas sperrigen Titel befindet sich ein kleines Highlight der unabhängigen Fantasyliteratur. Spannend und emotional wird die Geschichte Nualas erzählt.

Dabei finden sich klassische ...

Hinter dem in meinen Augen etwas sperrigen Titel befindet sich ein kleines Highlight der unabhängigen Fantasyliteratur. Spannend und emotional wird die Geschichte Nualas erzählt.

Dabei finden sich klassische Elemente der Fantasy, wie etwa das Reise- und Entwicklungsthema der Protagonistin.

Natürlich wurde das Rad nicht neu erfunden, aber wenn man gut unterhalten wird spielt es keine Rolle ob man einen Fiat oder Jaguar fährt (wobei ich nicht wirklich weiß, was ich damit ausdrücken will).

Es gibt einen fast unbesiegbaren Bösewicht, eine interessante Hintergrundgeschichte, die einen Zusammenhang zwischen Nuala, Epheles und dem Ewigen König herstellen, Magie ...

Und die Autorin zeigt, dass man auch auf wenigen Seiten (520) eine abgeschlossene epische Geschichte erzählen kann.

Der Legende dunkles Herz ist klassische Fantasy, atmosphärisch und spannend erzählt, gewürzt mit zahlreichen Überraschungen und unerwartetem Ende.

Schade, dass es damit vorbei ist, aber andererseits: Manchmal ist es besser aufzuhören, bevor die Luft raus ist.

Zum Schluss noch etwas zum Cover ... obwohl mich Cover meist nicht interessieren, und ich sie bei ebooks (und ich habe hier das ebook) eher Nebensächlich finde.

Aber es passt zur Geschichte. Dunkle Farben, ein dunkles Motiv und genau das bekommt man. Manchmal geht es auch sehr heftig zur Sache, aber es bleibt immer im Rahmen des Erträglichen.


Ich gebe gerne zu, dass mich das Buch überrascht hat. Positiv.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere