Profilbild von MartinS

MartinS

Lesejury Profi
offline

MartinS ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MartinS über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2019

Zwei unterschiedliche Geschichten ...

Im Wald der Wölfe
1

Im Wald der Wölfe enthält zwei Geschichten über Wölfe für Kinder ab 8 Jahren. Beide Geschichten sind jedoch nicht neu und bereits vor einigen Jahren als Einzelbände erschienen:
Im Wald der Wölfe
Allein ...

Im Wald der Wölfe enthält zwei Geschichten über Wölfe für Kinder ab 8 Jahren. Beide Geschichten sind jedoch nicht neu und bereits vor einigen Jahren als Einzelbände erschienen:
Im Wald der Wölfe
Allein unter Wölfen
In beiden Geschichten geht es um die Beziehung Wolf/Mensch und natürlich sind die Protagonisten Kinder (im Falle von Im Wald der Wölfe auch Wölfe).
Beide Geschichten geben eher ein positives Bild des Wolfs ab, verniedlichen oder verharmlosen ihn jedoch auch nicht.
Beide Geschichten werden von unterschiedlichen Illustratoren unterstützt, leider von unterschiedlicher Qualität, so dass mir Allein unter Wölfen im Allgemeinen als die weniger gute Geschichte erscheint, sowohl was die Handlung, als auch die Illustration.

Im Wald der Wölfe ist spannend und mitfühlend geschrieben. Neben Jakob und seinem Vater werden auch andere Sichtweisen gezeigt (unter anderem auch die der Wölfe). Der Umgang mit dem Wolf erscheint mir realistisch und regt zum Nachdenken an. Und nebenbei gesagt gefallen mir die Illustrationen von Birgit Brandt.
Allein unter Wölfen dagegen hat mich nicht angesprochen. Im Gegensatz zur ersten Geschichte wirkt die Szenerie zwar bedrohlicher, die Wölfe gefährlicher, aber ich kann nicht sagen, dass mich die Handlung gefesselt hat.
Es ist angenehm zu lesen, dass man versucht das schlechte Image des Wolfs bereits in Kinderbüchern zu bereinigen. Als Anhang zu den Geschichten wird auch Wissenswertes über die Wölfe vermittelt, Tatsachen, kindgerecht aufgearbeitet.
Den Anhang und die erste Geschichte kann ich zum lesen durchaus empfehlen, die zweite Geschichte hat mir nicht gefallen, aber sie ist auch die kürzere der beiden, das kann man verschmerzen und wer weiß … vielleicht findet ein 8jähriger Junge mehr Gefallen an der actiongeladenen Story.

Veröffentlicht am 01.11.2018

Anders als erwartet

Das Extrawurscht-Manöver
1

Das ist bereits der dritte Fall der Ermittler Schäfer und Dorn, aber der erste, den ich gelesen habe. Cover und Titel haben mich sofort angesprochen, aber ich muss zugeben, dass ich ganz andere Erwartungen ...

Das ist bereits der dritte Fall der Ermittler Schäfer und Dorn, aber der erste, den ich gelesen habe. Cover und Titel haben mich sofort angesprochen, aber ich muss zugeben, dass ich ganz andere Erwartungen an den Inhalt hatte. Vielleicht liegt das auch daran, dass man gewisse Vorurteile hat (sorry Schwaben). Ich dachte an einen amüsanten Kriminalfall mit schwäbischem Flair (und Dialekt). Und ich dachte auch, dass der Mops eine größere Rolle hätte. Bekommen habe ich etwas ganz anderes (und keinen Dialekt, worüber ich allerdings auch ganz froh bin). Es geht um Menschenhandel und der Fall wird nicht amüsant sondern realistisch erzählt, spannend und humorlos (was kein Nachteil bei der Thematik ist). Der Autor schafft eine authentische Atmosphäre mit Augsburger Lokalcolorit (auch wenn einige Örtlichkeiten seiner Fantasie entspringen ... dennoch könnten sie so auch in der Realität existieren). Trotz des schweren Themas gelingt dem Autor eine leichte Erzählweise, bei der es schwer fällt, das Buch zur Seite zu legen. Auch macht es Spaß eigene Vermutungen anzustellen, Verdächtige gibt es genug und obwohl ich schnell einen Verdacht hatte, lag ich dich falsch. Ich gebe zu, dass mir das Buch zwar gefallen hat und ich die beiden Ermittler auch gern gewonnen habe, aber da ich mit anderen Erwartungen an das Extrawurscht-Manöver herangegangen bin, hat es ein paar Seiten gebraucht, bis ich mich auf den Roman eingelassen habe.

Veröffentlicht am 23.05.2019

Lieber ESC-Musik hören und Per Anhalter durch die Galaxis lesen

Space Opera
0

Ich bin ein großer Fan sowohl von Douglas Adams, wie auch des Eurovision Song Contests. Von daher ist das Buch ja schon faste in Muss. Zumindest dachte ich das.

Aber man kann sich so täuschen. Tatsächlich ...

Ich bin ein großer Fan sowohl von Douglas Adams, wie auch des Eurovision Song Contests. Von daher ist das Buch ja schon faste in Muss. Zumindest dachte ich das.

Aber man kann sich so täuschen. Tatsächlich ist das witzigste am ganzen Buch der Name der Autorin und eine Szene (auf Seite 284/295). Der Rest ist uninspriert, nicht witzig und langweilig.

An Douglas Adams und seinem Anhalter kommt keiner ran und dabei hilft es auch nicht liebenswerte Weltraumflamingos, empfindungsfähige Viren oder zeitreisende Katzenbären auf die Bühne eines megagalaktischen Grand Prix zu werfen.

Ich habe mir am Anfang tatsächlich überlegt, das Buch abzubrechen.

Ich habe durchgehalten, aber ein Lesevergnügen war es nicht. Weder als Adams-Fan, noch als ESC-Fan. Und dabei mag ich skurrile Geschichten. Wenn sie unterhaltsam geschrieben sind.

Aber das war bei Space Opera nicht der Fall.

Die Sprache kam mir zu gekünstelt vor, die Aliens zu konstruiert und die Handlung ... nun ja .. da wurde ich nicht enttäuscht, etwas Großartiges habe ich nicht erwartet (das bietet der Anhalter auch nicht).

Schade, es hätte witzig sein können, zumal der ESC ja durchaus selbst sehr witzig sein kann ... und in diesem Fall witziger ist, als man es von diesem Buch behaupten kann ...
Für ESC-Fans bietet SpaceOpera Liedzitate aus der ESC-Geschichte ... ganz nett, aber kein Grund sich das Buch anzuschaffen.

Dann doch lieber ESC-Lieder hören und Per Anhalter durch die Galaxis lesen.

Ach ja ... ob es sich um den witzigsten SF-Roman seit Per Anhalter ist kann ich nicht beurteilen, ich kenne sonst keinen dieser Art ... Aber wenn das der Fall ist .... dann ist das sehr traurig.

Veröffentlicht am 18.05.2019

Überraschend erfrischend

Witchmark
0

Ich hatte keine besonderen Erwartungen an das Buch. Ich gebe auch zu, dass es mich auch nicht sonderlich interessiert hat.
Warum ich es trotzdem gelesen habe? Irgendwie muss es mich doch fasziniert haben.
Und ...

Ich hatte keine besonderen Erwartungen an das Buch. Ich gebe auch zu, dass es mich auch nicht sonderlich interessiert hat.
Warum ich es trotzdem gelesen habe? Irgendwie muss es mich doch fasziniert haben.
Und ich wurde angenehm überrascht. Ich muss sogar gestehen, dass ich am Ende Tränen vergossen habe, weil das Ende so schön (und auch etwas kitschig ist), aber bis es zum Ende kam (und es hoffentlich noch weitere Bücher geben wird) wurde ich gut unterhalten.
Anfangs hatte ich Schwierigkeiten mit der Welt vertraut zu werden, aber nachdem diese Schwierigkeiten beseitigt waren (und ich von einer leicht erotischen Szene überrascht wurde) habe ich angefangen das Buch zu lieben.
Das Setting erinnert an ein Steampunkmäßig angehauchtes viktorianisches England und an die HIS DARK MATERIALS-Romane.
Anhand des Klappentextes dachte ich eher an ein fiktives Erster-Weltkrieg-Szenario, aber der Krieg steht eher im Hintergrund (und ist doch wichtig). Es gibt Intrigen, Magie, fremde Wesen und eine interessante, abwechslungsreiche, nie langweilig werdende Handlung, die Fantasy mit Krimi verwebt.
Und ich mag die Hauptcharaktere, auch wenn mir die Schwester von Miles anfänglich undurchsichtig, undurchschaubar und unsympathisch hat mir ihr Charakter am Ende doch gefallen.
Witchmark ist eine unterhaltsame Mischung aus UrbanFantasy/Steampunk.
Hätte ich im Klappentext besser zwischen den Zeilen gelesen hätten mich wohl einige Szenen nicht überrascht ...

Veröffentlicht am 16.05.2019

Für Freunde, die Afrika mal anders sehen wollen

ÜBERLEBEN
0

Ich hatte ein paar Probleme in den Stil des Buchs hinein zu finden, dennoch gelang es dem Autor mich schnell ins eine Welt hineinzuschleudern. Sebastian Hilpert erzählt lebensnah und spannend von seinen ...

Ich hatte ein paar Probleme in den Stil des Buchs hinein zu finden, dennoch gelang es dem Autor mich schnell ins eine Welt hineinzuschleudern. Sebastian Hilpert erzählt lebensnah und spannend von seinen Erlebnissen als Tourist in Namibia, als Volontär und Fotograf auf Auffangstationen und Wildtierreservaten. Er gibt Einblicke in den Alltag seiner Arbeit und berichtet dabei von unterschiedlichen Stationen seines Lebens, den Tieren und den Menschen, denen er begegnet ist und gibt auch Einblicke in die Schwierigkeiten afrikanischer Länder was den Umgang mit Wildtieren (Trophäenjagd, Wilderei und Wildtiermanagement) anbelangt.
Ich weiß nicht, warum er seinem Buch den Titel Überleben gegeben hat, ich hätte dabei an ein etwas härteres Leben und gefährlichere Abenteuer erwartet.
Aber auch so bekommt man abenteuerliche Eindrücke in das Leben eines Wildhüters mit den Freuden und den Schattenseiten.
Lesenswert für alle, die sich für die afrikanische Tierwelt und/oder die Arbeit als Wildhüter/Volontär interessieren.
Was mich allerdings etwas gestört hat (und ich auch nicht nachvollziehen kann, warum das überhaupt Erwähnung fand, aber dazu muss man vielleicht den Charakter des Autors kennen …): Die Playlist. In jedem Kapitel findet man Hinweise auf Lieder, die Sebastian während bestimmter Situationen gehört hat.
Und am Ende bekommt man die ganze Playlist noch einmal aufgelistet. Keine Ahnung, was ich davon halten soll, aber ich fand es etwas unpassend (und auch uninteressant, da hätte ich lieber mehr Tätowierungen des Autors gesehen ).