Moralische Achterbahnfahrt und große Leseempfehlung
Wann hat Euch ein Buch das letzte Mal so richtig moralisch an Eure Grenzen gebracht? Euren Wertekompass in frage gestellt? Mir ging es vor kurzem so mit „Trophäe“.
Worum geht es: Hunter reist nach Afrika ...
Wann hat Euch ein Buch das letzte Mal so richtig moralisch an Eure Grenzen gebracht? Euren Wertekompass in frage gestellt? Mir ging es vor kurzem so mit „Trophäe“.
Worum geht es: Hunter reist nach Afrika um mit dem Abschuss eines Nashorns endlich seine Big Five vollzumachen. Leider misslingt die Jagd und er ist völlig frustriert, bis sein Freund ihm die Möglichkeit anbietet auf die Big Six auszuweichen.
Was dieses Buch so faszinierend und lesenswert macht, ist die Radikalität der Handlung und das eigene Gedankenkarusell, das nicht mehr aufhört sich zu drehen. Die Autorin wirft Fragen auf, die mich kalt erwischen. Gibt es Gründe, die eine Großwildjagd rechtfertigen? Inwieweit steht das Gemeinwohl über dem Leben eines einzelnen? Wo liegen ethische Grenzen bei unterschiedlichen Kulturen?
Darüber hinaus brachte mir Gaea Schoeters die afrikanische Stammeskultur nahe, zeigte Zusammenhänge zwischen Natur und Menschen auf, die absolut lehrreich und spannend für mich waren. Ihr Schreibstil ist dabei sachlich, ohne Ausschweifungen und zugleich doch absolut packend. Gerade die Figur Hunter war für mich so pointiert beschrieben, dass er für mich die personifizierte Verkörperung eines Raubtieres auf Beutefang darstellte.
„… was Töten bedeutet: die Macht haben, etwas, das in Bewegung ist, genau in demMoment, in dem man das will, ein für alle Mal zum Stillstand zu bringen.“ S. 160
Für mich ein Highlight und eine große Leseempfehlung an alle, die es noch nicht kennen.