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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2026

hochinteressant

Bis ans Meer
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Das wundervolle Cover und der vielversprechende Titel haben mich sofort angesprochen. Und dass es in der Geschichte um das Schicksal dreier Frauen dreier Generationen geht die vor dem Weltkrieg beginnt ...

Das wundervolle Cover und der vielversprechende Titel haben mich sofort angesprochen. Und dass es in der Geschichte um das Schicksal dreier Frauen dreier Generationen geht die vor dem Weltkrieg beginnt und versucht zu erklären, dass die Traumata, die in einem Krieg und danach entstehen durchaus eine Familie über Generationen beieinflussen. Dieser Ansatz war mir schon das ein oder andere Mal untergekommen aber hier wird es so erzählt, dass ich damit auch wirklich etwas anfangen konnte.

Denn die Großmutter gibt ihre Ängste an die Tochter weiter und die wiederrum an ihre Tochter, die sich fragt, warum sie so Schwierigkeiten mit ernsthaften Bindungen hat. Ihre Erziehung, die Art, wie die Mutter ihr vorlebt, was ihre Mutter ihr vorgelebt hat, weil diese so große Verluste und so größte Ängste hat erdulden müssen. Das öffnet einem die Augen und ich musste wirklich an meine eigene Familie denken und daran, was bei uns aus dieser Zeit bis in meine hineingeschwappt ist.

Veröffentlicht am 11.05.2026

guter erster Teil

Schlafende Vulkane
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Wie von mir schon erwartet - da ich die Autoren aus anderen Büchern bereits kannte - handelt es sich hier um Thrillerkost, die skandinavisch brutal und nicht für jederman geeignet ist. Ich bin da ja hartgesotten ...

Wie von mir schon erwartet - da ich die Autoren aus anderen Büchern bereits kannte - handelt es sich hier um Thrillerkost, die skandinavisch brutal und nicht für jederman geeignet ist. Ich bin da ja hartgesotten und war gespannt. Vor allem, da mir Island fremd ist und ich immer wieder gerne neue Orte kennenlerne. Das ist für mich auch der einzige Schwachpunkt, denn bis auf den Vulkan wird hier wenig geboten, was ein isländisches Alleinstellungsmerkmal wäre.

Ansonsten habe ich bekommen was ich erhofft hatte. Die Hauptdarstellerin heißt wie ich - Helga ist wirklich ein sehr ungewöhnlicher Name heutzutage, das machte sie mir ganz voreingenommen gleich sympathisch. Und auch der Mann, der ihr als Ortskundiger zur Seite steht, war ganz nach meinem Geschmack. Etwas hemdsärmelig und mit Hund.

Der Täter ist intelligent und erschreckend in seinen Taten. Vor allem, da junge Mütter und Kinder sein Ziel sind. Auch das kein Thema, das jeder so einfach liest.

Mir hat dieser erste Band gut gefallen und ich freu mich, dass Teil 2 auch schon am Horizont erschienen ist.

Veröffentlicht am 11.05.2026

viele Einzelgeschichten

Das Mosaik der Frauen
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Rafik Schami schreibt in gewohnt schöner ausdrucksstarker Sprache. Und die Charakter - vor allem die weiblichen - die er in diesem Buch zeichnet, sind tiefgründig und facettenreich. Das ist seine große ...

Rafik Schami schreibt in gewohnt schöner ausdrucksstarker Sprache. Und die Charakter - vor allem die weiblichen - die er in diesem Buch zeichnet, sind tiefgründig und facettenreich. Das ist seine große Stärke. Was mich an diesem Roman leider nicht ganz abgeholt hat, war der Spannungsbogen, denn der wird in viele Einzelfragmente zerstückelt. Die verschiedenen Frauenbeziehungen des Erzählers und deren unterschiedliche Schicksale sind wie eine Perlenkette aneinandergereiht. Die einzelnen Erzählungen sind durchaus interessant aber die Rahmenhandlung blieb für mich sehr dünn und konnte nicht fesseln.

Durch die vielen unterschiedlichen Lebensabschnitte verlor man als LeserIN immer wieder die weiblichen Sympathieträger und einige der Empfindungen und Erlebnisse widerholten sich und es entstand für mich kein richtiger Erzählbogen. Nicht mein Lieblingsbuch von Schami.

Veröffentlicht am 28.04.2026

lesenswert

Ins fahle Herz des Sommers
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Ich kenne von Andreas Eschbach fast alle Bücher und mag einfach, dass er immer aktuelle und manchmal auch unbeachtete aktuelle Themen in den Mittelpunkt seiner Romane stellt. Bei "ins fahle Herz" sind ...

Ich kenne von Andreas Eschbach fast alle Bücher und mag einfach, dass er immer aktuelle und manchmal auch unbeachtete aktuelle Themen in den Mittelpunkt seiner Romane stellt. Bei "ins fahle Herz" sind es Klimawandel und Pandemie, die den Planeten beuteln und die Menschheit drastisch reduzieren. Der Held überlebt und versucht in einem entvölkerten Frankreich irgendwie sein Dasein zu fristen. Bis er plötzlich eine neue Nachbarin bekommt.

Das Buch ist relativ dünn und deshalb will ich gar nicht viel mehr erzählen. Es ist eine Dystophie und es liest sich flott weg. Mich erinnerte die Ausgangssituation sehr an "Fever" von Deon Meyer. Die Ausweglosigkeit, die Dramatik aber auch der Überlebenswille der Menschen sind wichtige Stimmungselemente der Geschichte.

Für mich hätte das Buch gerne etwas dicker sein dürfen und die Story reduziert sich die meiste Zeit auf wenige Personen und es fehlt ihr manchmal etwas an Dynamik. Dennoch eine Leseempfehlung für alle, die gerne Geschichten lesen über die Welt in einer möglichen nahen Zukunft - wenn wir weitermachen wie bisher.

Veröffentlicht am 13.04.2026

tolles Buch

Pina fällt aus
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Das zweite Buch von Vera Zischke. Und wieder ein Thema, das mich sofort begeistert hat. Zum einen, weil es aus dem wahren Leben gegriffen ist, zum anderen, weil ich diese Idee so noch nicht gelesen habe. ...

Das zweite Buch von Vera Zischke. Und wieder ein Thema, das mich sofort begeistert hat. Zum einen, weil es aus dem wahren Leben gegriffen ist, zum anderen, weil ich diese Idee so noch nicht gelesen habe. Also die Ausgangssituation erinnert ein wenig an "Zusammen ist man weniger allein". Also eine Hausgemeinschaft, die durch die Notsituation eines anderen Menschen plötzlich zusammengeschweißt wird. Hier ist es der zwanzigjährige Leo, der plötzlich allein auf sich gestellt ist, nachdem seine Mutter PIna ins Krankenhaus muss. Und Leo ist wegen seiner Besonderheit - ich nenne es jetzt mal eine Form von Autismus - nicht dazu in der Lage.

Die Hausbewohner sind auf unterschiedlichste Weise liebenswert und inspirierend zugleich. Wie sie über ihre diversen eigenen Schatten springen und sich schließlich gemeinsam für Leo einsetzen, dass ist ebenso humorvoll wie herzerwärmend beschrieben. Und nein, es wird nie kitischig oder profan. Das ist wirklich ganz große Erzählkunst, die mich von der ersten Seite an restlos überzeugt hat.

Was für ein tolles Buch. Was für eine kluge Autorin. Ich bin geflasht.