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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.12.2019

nicht mein Geschmack

Abenteuer Geschmack!
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Ich habe das Buch „Abenteuer Geschmack“ zum Geburtstag geschenkt bekommen. Optisch ist das Buch sicherlich ein Knaller. Das beginnt beim Cover, welches eine Farbexplosion ist, die man sehr gut mit einer ...

Ich habe das Buch „Abenteuer Geschmack“ zum Geburtstag geschenkt bekommen. Optisch ist das Buch sicherlich ein Knaller. Das beginnt beim Cover, welches eine Farbexplosion ist, die man sehr gut mit einer Geschmackexplosion in Einklang bringen kann. Auch die Fotographien der Lebensmittel sind farblich und im Arrangement wirklich toll gemacht. Ein Genuss fürs Auge.

Ich besitze viele Kochbücher und bin seit Jahrzehnten eine versierte Köchin. Deshalb kommt hier ein großes Aber. Das Buch hat mich trotz der Optik enttäuscht. Es sind sehr wenige Rezepte drin und die sind überhaupt nichts Neues, sondern einfach nur ein guter Grundstock. Es ist aber für meine Begriffe kein Einsteigerbuch, denn es hat zu wenig Facetten und ist mir zu einseitig auf wenige Produkte. Für Leute, die es gerne vielfältig und abwechslungsreich wollen ist hier wenig geboten.

Es wird viel erklärt über die acht thematisierten Gemüsesorten, die Zusammenhänge der Geschmacksrichtungen, die ein perfektes Geschmackserlebnis beim Essen geben können. Das ist nett zu lesen aber etwas langatmig. Es ist mehr ein Sachbuch denn ein Kochbuch.

Mich konnte das Buch nicht überzeugen. Meine Söhne auch nicht. Drei der vier Gemüsesorten stehen bei uns auf dem Familienindex, weil sie einer überhaupt nicht mag.

  • Cover
Veröffentlicht am 13.12.2019

Ich bin begeistert

Der Lehrmeister
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Was war ich froh, dass Oliver Pötzsch, den ich als Autor sehr schätze, sich des Themas Johann Faust angenommen hat. Als einfaches Mädel vom Land und ohne Abitur war es mir schon lange ein Dorn in der Leserseele, ...

Was war ich froh, dass Oliver Pötzsch, den ich als Autor sehr schätze, sich des Themas Johann Faust angenommen hat. Als einfaches Mädel vom Land und ohne Abitur war es mir schon lange ein Dorn in der Leserseele, dass ich die Geschichte nur durch Erzählungen rudimentär kannte. Nein, ich habe das Stück von Goethe nicht gelesen. Und ja, ich kann deshalb natürlich das Original nicht mit dem Roman vergleichen. Für mich aber hat Pötzsch alles richtig gemacht. Ich habe genau bekommen, was ich mir auch schon im ersten Band erhofft hatte.

Raffiniert verwebt der Autor Fakten und Personen des 16.ten Jahrhunderts mit der Fiktion des Gauklers Dr. Johann Faust, der mit einer Prise Fantasy auch als Zauberer durch die deutschen Lande reist. Wie in der bekannten Vorlage ist auch hier das Böse auf der Welt und macht den Menschen und Faust das Leben schwer. Philosophische, religiöse und weltliche Fragen der Gesellschaft spielen ebenso eine Rolle wie die ganz profane, ob es möglich ist Gold herzustellen. Letztere führt dazu, dass in einer Art historischem Roadmovie Faust und seine Freunde auf der Flucht sind vor denen, die die Formel zum Reichtum in die Hände bekommen wollen.

Meiner Meinung nach schafft Oliver Pötzsch es hervorragen, die Versatzstücke von Goethe in einen doch ganz eigenen Kontext zu bringen und einen Roman zu schreiben, der bestens unterhält und einen unheimlichen Lesesog entwickelt. Die 800 Seiten fliegen nur so dahin.

Ich bin auch von zweitem Band dieser Reihe begeistert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.10.2019

unterhaltsam

Rapunzel, mein
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Es war einmal Rapunzel mein. Oh nein, so harmlos fängt dieser Krimi nicht an. Gut so, denn ich mag es gerne etwas weniger märchenhaft und dafür umso spannender. Das wirklich schöne und stimmungsvolle Cover ...

Es war einmal Rapunzel mein. Oh nein, so harmlos fängt dieser Krimi nicht an. Gut so, denn ich mag es gerne etwas weniger märchenhaft und dafür umso spannender. Das wirklich schöne und stimmungsvolle Cover hat wenig mit dem Inhalt des Buches zu tun. Aber das ist ja oft so bei solchen Krimis.

Ein psychopathischer Mörder hat getötet und die suspendierte Profilerin Rabea zieht Parallelen zum Mord an ihrer Schwester. Es ist diesmal kein Krimi im eigentlichen Sinne. Es ist vielmehr ein Thriller, in dem eine junge Frau sich auf die Jagd nach einem Mörder und der Wahrheit macht und dabei ziemlich unkonventionell und überraschend handelt.

Kollege Zufall ist dabei mit an Bord und ja, manches wirkt schon etwas konstruiert. Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen. Der Erzählstil ist angenehm und unaufgeregt und Rabea ist einem sympathisch. Die Spannungsschraube wird kontinuierlich angezogen und man liest den Krimi gerne zu Ende.

Fazit: Unterhaltsam, straff erzählt, auch für Quereinsteiger gut zu lesen.

Veröffentlicht am 27.10.2019

schöner erster Teil

Der Untergang der Könige
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"Der Untergang der Könige" ist der Beginn einer epischen Fantasyreihe. Ich denke, es ist der Erstling von Jenn Lyons. Mit 800 Seiten ist es ein richtig schöner Lesebrocken und das Cover ist vielversprechend ...

"Der Untergang der Könige" ist der Beginn einer epischen Fantasyreihe. Ich denke, es ist der Erstling von Jenn Lyons. Mit 800 Seiten ist es ein richtig schöner Lesebrocken und das Cover ist vielversprechend und hat einen leicht asiatischen Touch, was mir gut gefällt. Es ragt aber nicht nur äußerlich aus der üblichen High-Fantasy-Welt heraus. Ich fand sowohl das Tempo, als auch die verschiedenen Facetten der Geschichte ungewöhnlich und erfreulich neu.

Über weite Teile wird aus zwei Perspektiven, zwei Zeiten, erzählt. Der Tenor bleibt dabei ein ähnlicher. Der jugendliche Held Kihrin steht im Mittelpunkt. Immer wieder finden wir uns in Phasen, in denen wenig geschieht und wir dafür neue Welten und neue magische Wesen näher kennenlernen. Auch die Hauptdarsteller werden ausgiebig eingeführt und beleuchtet. Immer wieder fühlte ich mich fast wie auf einer Insel, vielleicht irgendwo zwischen China und Japan. Die Struktur der Gesellschaft erinnerte mich ebenso an diese asiatische Welt wie die Gegend und die Grundhaltung einiger Charaktere.

Der Erzählstil war sehr gut lesbar. Die Dialoge unterhaltsam und auch mal humorvoll. Man merkt, dass die Autorin mit Setbuilding beschäftigt ist und dadurch die Spannung auch mal hinten runter fällt. Dennoch verfliegen die Seiten auf angenehme Art und Weise. Ich freue mich, dass der zweite Band schon nächstes Jahr herauskommt.

Veröffentlicht am 13.10.2019

sperriger Schreibstil

Die Hoffnung zwischen den Zeilen
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Wir befinden uns im Jahr 1949. Die Jahre nach Kriegsende sind in Schweden für Deutsche wie Uli nicht leicht. Sie werden als der ehemalige Feind noch immer verachtet und gefürchtet. Die junge Frau ist auf ...

Wir befinden uns im Jahr 1949. Die Jahre nach Kriegsende sind in Schweden für Deutsche wie Uli nicht leicht. Sie werden als der ehemalige Feind noch immer verachtet und gefürchtet. Die junge Frau ist auf dem Weg in den Norden Schwedens. Sie ist auf der Suche nach Spuren ihres verstorbenen Geliebten Hansi. Dort trifft sie Elsa und erfährt überraschendes.
Es fällt schwer, noch mehr zum Plot zu erzählen, ohne zu viel zu verraten.
Die Geschichte entwickelte sich so anders, als ich es mir nach dem Klappentext vorgestellt hatte. Das fand ich eigentlich erfrischend und spannend. Aber leider bin ich mit dem abgehakten, unterkühlten Schreibstil der Autorin von Anfang an nicht zurechtgekommen. Ich musste mich fast zwingen, das Buch weiter zu lesen. Für mich kam kein Bezug zu den Charakteren zu Stande. Sie blieben mir fremd und handelten oft unerklärlich oder sogar unlogisch. Es fehlte die Tiefe in der Geschichte. Wahrscheinlich sollte gerade durch den reduzierten Erzählstil dem Leser die Freiheit zu eigenen Gedanken gelassen werden. Bei mir hat das nur bedingt funktioniert. Es war mir auch viel zu wenig Lokalkolorit. Zu wenig Beschreibungen über Land und Leute und die damaligen An- und Einsichten.
Das Buch lässt mich ratlos und unzufrieden zurück.