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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

tolles Buch

Pina fällt aus
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Das zweite Buch von Vera Zischke. Und wieder ein Thema, das mich sofort begeistert hat. Zum einen, weil es aus dem wahren Leben gegriffen ist, zum anderen, weil ich diese Idee so noch nicht gelesen habe. ...

Das zweite Buch von Vera Zischke. Und wieder ein Thema, das mich sofort begeistert hat. Zum einen, weil es aus dem wahren Leben gegriffen ist, zum anderen, weil ich diese Idee so noch nicht gelesen habe. Also die Ausgangssituation erinnert ein wenig an "Zusammen ist man weniger allein". Also eine Hausgemeinschaft, die durch die Notsituation eines anderen Menschen plötzlich zusammengeschweißt wird. Hier ist es der zwanzigjährige Leo, der plötzlich allein auf sich gestellt ist, nachdem seine Mutter PIna ins Krankenhaus muss. Und Leo ist wegen seiner Besonderheit - ich nenne es jetzt mal eine Form von Autismus - nicht dazu in der Lage.

Die Hausbewohner sind auf unterschiedlichste Weise liebenswert und inspirierend zugleich. Wie sie über ihre diversen eigenen Schatten springen und sich schließlich gemeinsam für Leo einsetzen, dass ist ebenso humorvoll wie herzerwärmend beschrieben. Und nein, es wird nie kitischig oder profan. Das ist wirklich ganz große Erzählkunst, die mich von der ersten Seite an restlos überzeugt hat.

Was für ein tolles Buch. Was für eine kluge Autorin. Ich bin geflasht.

Veröffentlicht am 13.04.2026

schönes Buch

Eine Maus namens Merlin
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Helen Cartwright ist 83 Jahre alt und am Ende ihres Lebens angekommen. Nach dem Tod von Mann und Sohn kehrt sie nach England zurück um hier in Einsamkeit und Ereignislosigkeit ihre Letzten Jahre zu verbringen.

Aber ...

Helen Cartwright ist 83 Jahre alt und am Ende ihres Lebens angekommen. Nach dem Tod von Mann und Sohn kehrt sie nach England zurück um hier in Einsamkeit und Ereignislosigkeit ihre Letzten Jahre zu verbringen.

Aber eine Maus macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Sie holt die Frau aus ihrer selbstgewählten Lethargie und Schritt für Schritt findet Helen zurück ins Leben. Sie verlässt ihr Haus, freut sich plötzlich wieder an kleinen Dingen, spricht mit ihren Nachbarn. Die Maus ist hier eher ein Sinnbild für den kleinen Stein des Anstoßes. Auch wenn sie putzig ist und die Verbindung zu Helen sehr anschaulich beschrieben, so ist sie doch eine Randfigur. Im Mittelpunkt steht die Frau und das Leben, das gelebt werden will. Und ich fand es wunderbar dass sie, egal in welchem Alter sie ist, dennoch wieder zu Freude und Neugierde findet.

Ein sehr schönes Buch.

Veröffentlicht am 12.04.2026

schönes Liebesdrama

The Night We Met
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Die Bücher von Abby Jimenez lese ich gerne. Sie gehören für mich zu den guten der leichten Lektüren. Und das meine ich gar nicht negativ sondern finde, es gibt immer mal wieder Augenblicke, wo Liebe und ...

Die Bücher von Abby Jimenez lese ich gerne. Sie gehören für mich zu den guten der leichten Lektüren. Und das meine ich gar nicht negativ sondern finde, es gibt immer mal wieder Augenblicke, wo Liebe und Leichtigkeit mein Lesewunsch sind. Außerdem gefällt mir, dass sie immer versucht, ein wenig Authenzität und Tiefgang in ihre Geschichten zu verpacken. Also nicht nur das ganz normale Liebesdrama, dass man ja erwartet in solchen Büchern.

"The night we met" sagt schon im Titel, dass es ein erstes Treffen gibt, wo Chris und Larisse sich kennen lernen. Aber in dieser Nacht trifft sie auch Mike zum ersten Mal und sie entschiedet sich - ganz profan - für den falschen. Was dann kommt ist ein hin und her und auf und ab zwischen den zwei Männern. Und eine Larissa, die zu ihrem Wort stehen und ehrlich sein will, die Mike eine Chance geben, aber Chris einfach nicht aus ihrem Herz kriegen kann.

Schön viel Drama und Herzschmerz und, weil das für mich bei solchen Büchern dazu gehört, am Ende wird alles gut.

Veröffentlicht am 07.04.2026

3,5 Sterne

Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick
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"Willkommen in Deerhusen" ist der erste Teil einer neuen Reihe eines Autorinnenduos.

Was mir gefallen hat?

Natürlich das kongeniale Cover. In das hab ich mich sofort verliebt. Ebenso wie in den Titel ...

"Willkommen in Deerhusen" ist der erste Teil einer neuen Reihe eines Autorinnenduos.

Was mir gefallen hat?

Natürlich das kongeniale Cover. In das hab ich mich sofort verliebt. Ebenso wie in den Titel und in die Schafe, die hier eine überragende Rolle spielen. Auch das ruhige idyllische Leben dort oben im Norden ist für mich als Münchner Pflanze durchaus stimmungsvoll eingefangen und hat mich abgeholt.

Was mir nicht so gefallen hat?

Ich bin kein Fan von ständigen Perspektivwechseln. Dadurch entsteht eine gewisse Unruhe, da jeder Charakter anders tickt und der Geschichte eine andere Richtung gibt. Schade auch, dass die Charaktere am Anfang wirklich anstrengend überzeichnet sind. Diese Münchner High-Society ist wirklich ein schlimmes Pflaster. Dieses Süd-Nord-Gefälle was die Sympathiewerte angeht, fand ich doof und unnötig. Und das Geld überheblich und oberflächlich macht und kein Geld bessere empathischere Menschen aus der Familie fand ich auch eine etwas zu einfache Quintessenz

Fazit:

Nette Familiengeschichte. Wie aus versnobten Münchnern bodenständige Deerhusener werden. Da wäre für mich noch Luft nach oben gewesen. 3,5 Sterne

Veröffentlicht am 07.04.2026

sehr dramtische Geschichte

Der Fährmann
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Regina Denk hatte mich schon mit ihrem ersten Buch "Die Schwarzgeherin" überzeugen können. Im "Fährmann" legt sie nun ihren zweiten historischen Roman vor und wieder stehen im Zentrum die Frauen im ländlichen ...

Regina Denk hatte mich schon mit ihrem ersten Buch "Die Schwarzgeherin" überzeugen können. Im "Fährmann" legt sie nun ihren zweiten historischen Roman vor und wieder stehen im Zentrum die Frauen im ländlichen Raum - diesmal kurz vor dem ersten Weltkrieg in den österreichischen Bergen, nah der deutschen Grenze. Wieder sind die Härte des Lebens, die Allmacht und Willfährigkeit der Männer gegenüber den Frauen, der Gruppenzwang in kleinen Dorfgemeinschaften und Gefühle, die nicht sein dürfen die Essenzen einer hochdramatischen Geschichte.

Der junge Fährmann Hannes ist verliebt in die reiche Bauerntochter Elisabeth. Aber sein Beruf verbietet eine Ehe und so wird die Leni mit einem anderen Bauernsohn, dem Steiner Josef verheiratet. Der hingegen fühlt sich schon immer zur Wirtstochter Annemarie hingezogen die widerrum am liebsten mit dem Hannes verbandelt wäre. Also ein Gefühlswirrwarr, dass schon bald tiefe Verletzungen und großes Unglück heraufbeschwört.

Regina Denk greift tief hinein in die Drama-Kiste und der Plot ist teilweise so schmerzlich düster, dass das Lesen mir schwer fiel. Die Schicksale der Frauen, von denen die Autorin erzählt. sind durchweg von Verzicht, Verlust, Lieblosigkeit und Unglück überschattet. Das Leben der Menschen ist karg und hart und dies drückt sich oft auch in einer gewissen Gefühllosigkeit gegenüber den Schwächeren aus. Da schlägt der Vater die Kinder und die Ehefrau, der Mann seine Geliebte, der eine den anderen.

Herausragend ist mal wieder die Sprache, in der Regina Denk erzählt. Kraftvoll und mächtig, aber auch zart und mit wunderbaren Vergleichen und Bildern die lange im Gedächtnis bleiben. Literarisch ein Genuss. Es hätte mir sicher noch etwas besser gefallen, wenn an einigen Stellen ein bisserl mehr Leichtigkeit oder Positives durchgeblitzt hätte. Das ist natürlich ein ganz persönliches Empfinden und ändert nichts an der Qualität des Buches.

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